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1914 - Gasthaus Waffenhalle an der Deichstraße

1914 Gasthaus Waffenhalle an der Deichstraße
Blick von der Wende an der Deichstraße auf das Gasthaus "Waffenhalle".
Das Gebäude der "Waffenhalle" ist ein aus dem 18. Jahrhundert stammendes zweigeschossiges Traufenhaus, dessen Fachwerk-Obergeschoß auf Knaggen vorkragt.
Die Wende ist der ehemalige Vorplatz des bis 1859 auf dem Gelände des heutigen Stadtparks bis dahin betriebenen Friedhofs; die Bezeichnung kennzeichnet den Umstand, dass hier in früheren Zeiten die Fuhrwerke an der Deichstraße eine Wendemöglichkeit hatten.
Die Gaststätte (mit Fremdenzimmern) "Waffenhalle" wurde seinerzeit von August Moser betrieben; der Name Waffenhalle verweist auf die im Gastraum ausgestellte Waffensammlung des Wirtes.
In dem Gebäude, dessen rückwärtiges Grundstück an die Wilsterau angrenzt, war vorher eine Zollstation untergebracht gewesen.
Rechts ist im Anschnitt das an der Wende stehende Wohn- und Geschäftshaus der damaligen Schlachterei von (Heine-Meister) Heinrich Schlüter zu erkennen; dieses Gebäude wurde 2000 ersatzlos abgebrochen.

Bildrechte: nicht bekannt
Quelle: Bildarchiv Foto Marburg

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1907 - Deichstraße und Wende, Gaststätte Waffenhalle

1907 Deichstraße und Wende, Gaststätte Waffenhalle
Blick in die Untere Deichstraße von der Wende aus Richtung Landrecht.
Links die Gaststätte „Waffenhalle"; in dem Gebäude war früher eine Zollstation untergebracht, danach die genannte Gaststätte von Andreas Moser.
Der Name der Gastwirtschaft Waffenhalle rührt von einer im Gastraum ausgestellten Waffensammlung des Wirtes her.
Das Gebäude wurde in den 1950er Jahren von dem benachbarten Kaufmann Hermann Kloppenburg bzw. dessen Sohn Hans Kloppenburg als Lager- und Ausstellungsraum genutzt.
Hinter der Waffenhalle ist links der Straße das Gebäude der Buchdruckerei von Rudolf Hencke zu erkennen; später betrieb dessen Sohn Rolf Hencke in dem Haus ein Ladengeschäft für Tabakwaren, während der Bruder Karl-Heinz Hencke in dem folgenden Haus mit seinem Vater die Druckerei und ein Schreibwarengeschäft betrieb.
Ganz im Hintergrund ist auf der linken Seite der Straße das Haus der ehemaligen Schmiede von Carl-Adolf Theodor von Holdt zu sehen – der Inhaber wanderte in die USA aus, wo er sich in Bellingham im Bundesstaat Washington niederließ.
Rechts das 2000 abgebrochene Geschäftshaus der vormaligen Schlachterei von „Heine-Meister“ Heinrich Schlüter.

Bildrechte: Carl Kuskop, Wilster

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1907 - Deichstraße und Wende

1907 Deichstraße und Wende, Gaststätte Waffenhalle
Blick in die Untere Deichstraße von der Wende aus Richtung Landrecht.
Links die Gaststätte „Waffenhalle"; in dem Gebäude war früher eine Zollstation untergebracht, danach die genannte Gaststätte von Andreas Moser.
Der Name der Gastwirtschaft Waffenhalle rührt von einer im Gastraum ausgestellten Waffensammlung des Wirtes her.
Das Gebäude wurde in den 1950er Jahren von dem benachbarten Kaufmann Hermann Kloppenburg bzw. dessen Sohn Hans Kloppenburg als Lager- und Ausstellungsraum genutzt.
Hinter der Waffenhalle ist links der Straße das Gebäude der Buchdruckerei von Rudolf Hencke zu erkennen; später betrieb dessen Sohn Rolf Hencke in dem Haus ein Ladengeschäft für Tabakwaren, während der Bruder Karl-Heinz Hencke in dem folgenden Haus mit seinem Vater die Druckerei und ein Schreibwarengeschäft betrieb.
In dem Haus auf der rechten Seite mit den beiden Fahnenhalterungen befand sich das „Konzerthaus“ von Hinrich Feldmann (später Heinrich Jacobs, der mit der Tochter Dora des Vorbesitzers verheiratet war).
Ganz im Hintergrund ist auf der linken Seite der Straße das Haus der ehemaligen Schmiede von Peter Nicolaus von Holdt zu sehen – dessen den Betrieb zunächst übernehmender Sohn Carl-Adolf Theodor von Holdt wanderte in die USA aus, wo er sich in Bellingham im Bundesstaat Washington niederließ.
Rechts das 2000 abgebrochene Geschäftshaus der vormaligen Schlachterei von „Heine-Meister“ Heinrich Schlüter.

Bildrechte: Robert Friedrichs, Wilster - Sammlung Werner Behning
Anmerkung: Robert Friedrichs macht sich seit Jahren dadurch verdient, daß er alte Foto aus der Sammlung seines Großvaters Werner Behning als Repros alter Postkarten oder mittels des Alt-Wilster-Kalender interessierten Heimatfreunden anbietet. Wer diese oder von den Originalnegativen gezogene Fotografien erwerben möchte, den verweisen wir auf die Seite Alt-Wilster

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1866 - Zollstation an der Wende der Deichstraße

1866 Zollstation an der Wende der Deichstraße.
Die private Ansichtskarte zeigt ein um 1870 aufgenommenes Foto.
Die schmalen Straßen der Stadt sind seinerzeit, so wie die abgebildete Deichstraße, noch mit Granitpflaster befestigt. Die Bürgersteige sind gleichfalls mit sogenannten "Katzenköpfen" gepflastert, sie sind sehr schmal und in einigen Bereichen kaum begehbar.
Vorne rechts springt das heute noch "Waffenhalle" genannte Gebäude mit einer Ecke weit aus der Flucht der übrigen Häuser hervor. In der „Waffenhalle" war zum Zeitpunkt der Aufnahme eine Zollstation mit zugehörigem Speicher untergebracht. Die zollpflichtige Waren auf der Wilsterau antransportierenden Frachtewer machten hinter dem Gebäude fest. Hier befand sich auch ein hölzerner Ladekran.
Vor dem Gebäude haben es sich auf der vor dem Haus stehenden Bank zwei uniformierte Zöllner bequem gemacht.
Später wurde in dem Gebäude die Gaststätte "Waffenhalle" von Andreas Moser betrieben; der Name rührt von einer im Gastraum ausgestellten Waffensammlung des Wirtes her.
Das Gebäude wurde in den 1950er Jahren von dem benachbarten Kaufmann Hermann Kloppenburg bzw. dessen Sohn Hans Kloppenburg als Lager- und Ausstellungsraum genutzt.
Das Haus Deichstraße 18 (in Bildmitte das Gebäude mit dem hölzernen Giebel) wurde 1934 umgebaut zum Geschäftshaus des Tischlermeisters Peter Claus Heinrich von Holdt.
Dahinter das Haus von Maurermeister und Architekt Claus Stockfleth (ein Ururgroßvater des Betreibers von mein-wilster); in dem Moment der Aufnahme betritt gerade dessen Ehefrau Katharina geb. Schütt (* 25.06.1820 in Heiligenstedten) das Gebäude.
Links das Häuschen des Zigarrendrehers Peter Haase;
das große Haus dahinter wurde 1933 durch den Neubau der Gebäude der Niederlage Wilster der Hamburger Bavaria und St. Pauli Brauerei ersetzt.

Bildrechte: Klaus-Peter Mohr

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1872 - Wilsterau am Helgenland, Rückseite Häuser der Deichstraße

1872 Wilsterau am Helgenland, Rückseite der Häuser an der Deichstraße
Winterliches Bild von der zugefrorenen Wilsterau und dem im Winterlager vor der alten Zollstation (später "Waffenhalle") liegenden Frachtschiff „Holsatia“, ein Wilsterau-Ever.
Unmittelbar rechts vom Mast des Frachtewers ist auf dem Ufergrundstück ein hölzerner Kran zu erkennen.
Die zu 14 BRT vermessene "Holsatia" war 1871 auf der Wilsteraner Werft von Friedrich Bergmann auf dem Helgenland für den Schiffer Claus Maass gebaut worden.
Seinerzeit befand sich in dem Gebäude der sogenannten „Waffenhalle“ eine Zollstation. Der Name Waffenhalle für die spätere gleichnamige Gastwirtschaft in dem Gebäude rührt daher, daß der Inhaber in seinem Lokal eine Waffensammlung ausstellte.
Heute findet keine Fracht-Schifffahrt mehr auf der Wilsterau statt, das Gewässer wird nur noch von kleinen Sportbooten und auf einer Teilstrecke von dem AUKIEKER als touristische Attraktion befahren. Daneben ist die Wilsterau ein gerne besuchtes Angel-Gewässer; als solches wird die Wilsterau auf der Internetseite der Stör Angler vorgestellt.

Bildrechte: Hans-Peter Mohr
Anmerkung: Auf der Ansichtskarte ist kein Verlag vermerkt. Die alte Aufnahme ist ein halbes Jahrhundert später für eine sogenannte private Ansichtskarte genutzt worden Sie stammt aus einem 1933 vom damaligen Heimatverein Wilstermarsch als Ehrengabe Herrn Pastor D.Dr. Wilhelm Jensen überreichten Album, welches freundlicherweise von Frau Sigrid Malz, Karlsruhe, mit Zustimmung der Nachkommen des D.Dr. Wilhelm Jensen für die Heimat-Seite mein-wilster zur Verfügung gestellt wurde.

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1872 - Wilsterau am Helgenland, Frachtewer, Häuser an der Deichstraße

ca. 1872 Wilsterau am Helgenland, Rückseite der Häuser an der Deichstraße
Winterliches Bild von der zugefrorenen Wilsterau und dem im Winterlager vor der alten Zollstation (später "Waffenhalle") liegenden Frachtschiff „Holsatia“, ein Wilsterau-Ever.
Unmittelbar rechts vom Mast des Frachtewers ist auf dem Ufergrundstück ein hölzerner Kran zu erkennen.
Die zu 14 BRT vermessene "Holsatia" war 1871 auf der Wilsteraner Werft von Friedrich Bergmann auf dem Helgenland für den Schiffer Claus Maass gebaut worden.
Seinerzeit befand sich in dem Gebäude der sogenannten „Waffenhalle“ eine Zollstation. Der Name Waffenhalle für die spätere gleichnamige Gastwirtschaft in dem Gebäude rührt daher, daß der Inhaber in seinem Lokal eine Waffensammlung ausstellte.
Heute findet keine Fracht-Schifffahrt mehr auf der Wilsterau statt, das Gewässer wird nur noch von kleinen Sportbooten und auf einer Teilstrecke von dem Aukieker als touristische Atraktion befahren. Daneben ist die Wilsterau ein gerne besuchtes Angel-Gewässer; als solches wird die Wilsterau auf der Internetseite der Stör Angler vorgestellt.

Bildrechte: Hans-Peter Mohr; den Abzug erhielt ich von Werner Behning, Wilster, aus dessen Sammlung die Aufnahme stammt

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1872 - Wilsterau am Helgenland

1872 Wilsterau am Helgenland, Rückseite der Häuser an der Deichstraße.
Die Ansichtskarte wurde erheblich - mindestens 40 Jahre - später als die Aufnahme gefertigt.
Winterliches Bild von der zugefrorenen Wilsterau und dem im Winterlager vor der alten Zollstation (später "Waffenhalle") liegenden Frachtschiff „Holsatia“, einem Gigewer.
Die zu 14 BRT vermessene "Holsatia" war 1871 auf der Wilsteraner Werft von Friedrich Bergmann auf dem Helgenland für den Schiffer Claus Maass gebaut worden.
Unmittelbar rechts vom Mast des Frachtewers ist auf dem Ufergrundstück ein hölzerner Kran zu erkennen.
Seinerzeit befand sich in dem Gebäude der sogenannten „Waffenhalle“ eine Zollstation.
Der Name Waffenhalle für die spätere gleichnamige Gastwirtschaft in dem Gebäude rührt daher, daß der Inhaber in seinem Lokal eine Waffensammlung ausstellte.

Viele Jahrzehnte später veröffentlichte die Wilstersche Zeitung in den 1960/70er Jahren eine Artikel-Reihe "Alt-Wilster", in welcher auch die Schiffahrt auf der Wilsterau in Erinnerung gerufen wurde.

Bildrechte: Hans-Peter Mohr

Der Zeitungsartikel wurde freundlicherweise von Frau Tanja Thode, Beldorf, zur Verfügung gestellt.

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3 - Burger Au und Wilsterau - Holstenau

Grenze von Marsch und Geest
Luftbild von Burg in Dithmarschen - Übergang zwischen den Landschaftsformen
Links am Bildrand ist die Burger Au zu erkennen; sie ist ein Nebengewässer der Wilsterau, deren ursprünglicher Oberlauf die Holstenau ist!

Auf dem Luftbild ist der harte Übergang zwischen den Landschaften Marsch und Geest erkennbar. Neben den natürlichen landschaftlichen Elementen fällt im Vordergrund der kreisrunde Wall der Bökelnburg auf, einer aus altsächsischer Zeit stammenden und um das Jahr 800 errichteten Volksburg.
Der Blick geht von der waldreichen Geest und über den Ort Burg hinweg in die weite Marschenlandschaft, die aus mächtigen eiszeitlichen Sedimentablagerungen gebildet wurde.
Steil aus der weiten und ebenen Marsch steigt der weitgehend bewaldete Klev als Rand der Geest auf. Seine Form verrät, daß er vor Jahrtausenden (etwa vor 4000 bis 5000 Jahren) von den Gezeiten des Meeres geformt wurde, welches bis zu seinem Fuß reichte.
Parallel zum Rand des Klev fließt die Burger Au, welche lange Zeit wichtigster Zufluß der Wilsterau war und in welche sie beim Kattenstieg einmündete.
Obwohl die Burger Au mit dem Helmschen Bach zuletzt wohl mehr Wasser führte als die Holstenau, ist jedoch die letztere der eigentliche Quellfluß der Wilsterau.
Nach dem Bau des Kaiser-Wilhelm-Kanal ist die Holstenau sogar in mehrere Abschnitte zerteilt worden, die heute grabenähnliche Erscheinungsbilder aufweisen.
Im Mittelalter mündete die Burger Au nicht sehr weit entfernt von der jetzigen Landstraße in die Wilsterau, bis der Hauptlauf vermutlich aus Entwässerungsgründen zum jetzigen Kattenstieg gegraben wurde. Der alte Verlauf der Burgerau in diesem Abschnitt ist auf Luftbildern aus den Flurzuschnitten noch deutlich erkennbar. Das verlassene Gewässerbett der Burger Au wurde auch nicht verfüllt, sondern bildete sich in die Form eines Entwässerungsgraben zurück.

Weshalb die Holstenau viel älter ist als die Burger Au und sie daher der Quellfluß der Wilsterau ist, wird nachfolgend dargelegt.
Der Wasserspiegel der Elbe lag während der letzten Eiszeit wegen des unter dem Eisschild und in mächtigen Gletschern gebundenen Eises ganz erheblich tiefer als heute. Vor etwa 20.000 Jahren zum Höhepunkt der Weichseleiszeit lag gegenüber heute der Meeresspiegel 100 bis 120 m tiefer.
Die durch Ablagerungen der Eiszeit gebildete Geest wurde von vielen Rinnsalen entwässert, die in dem hier betrachteten Gebiet direkt, wenn auch in vielen Windungen, in die Ur-Elbe entwässerten. Sie wuschen das bindige Material aus und schufen so weitgehend unfruchtbare (d.h. güste Flächen; daher der Begriff "Geest") und beförderten dieses in die heutige Marsch.
Zu diesen Rinnsalen gehörten beispielsweise die später so bezeichneten Gewässer Holstenau/Wilsterau, die Bekau und auch die Stör, deren in die Geest einschneidenden Bach- bzw. Flußtäler noch heute gut in der Topographie erkennbar sind.
Die Burger Au existierte noch nicht; hangparallele Gewässer bilden sich natürlicherweise nicht. Der Fuß der Geest war gut entwässert, denn zur Elbe hin bestand ein großes Gefälle!
Die Situation änderte sich mit dem Abschmelzen des Inlandeises und mit dem damit einhergehenden beständigen Anstieg des Meeresspiegels. In der Zeit vor 7.000 Jahren erfolgte der Anstieg mit etwa 2 m im Jahrhundert relativ rasch. Danach trat eine Zeit auf, in welcher sich der Anstieg des Meeresspiegels verlangsamte, zeitweilig zum Stillstand kam und sogar Rückzugsphasen auftraten. Die vorrückende Nordsee überflutete das Gebiet und führte zu beständigen Über- und Umlagerungen. Die Ablagerungen stammten von den Gletschern im Osten und höhten das weite Urstromtal der Elbe allmählich auf. Durch Sedimentation entstand Marsch- und Schwemmland. Das Entwässerungssystem der Geestabflüsse – so auch der Holstenau/Wilsterau - blieb dabei jedoch in seinen Grundzügen erhalten. Zuletzt erreichte das Meer den das Urstromtal der Elbe begrenzenden Geestrand. Sturmfluten formten ihn durch Abrasion um und bildeten das langgestreckte steil aus der Marsch aufragende Kliff – den Klev. Die ehemalige Meeresküste ist auf Luftbildern gut zu erkennen.

Die Burger Au (Walburgsau) gab es noch nicht, sie sollte erst noch entstehen.
Vor dem nach Ansteigen des Meeresspiegels durch Abrasion infolge Sturmfluten entstandenen Kliff (dem Klev genannten bis zu 40 m hohen Steilhang der Hohen Geest) bildete das Meer mit dem vom Geestrand abgetragenen Material Strandwälle bzw. Nehrungen aus. Weil sich auf den Strandwällen Dünen bildeten, bezeichnet man sie als Donn (= Düne). Diese behinderten den Abfluß der vor dem Klev gelegenen Flächen und des von der Geest kommenden Hangdruckwassers.
In dem hier betrachteten Bereich schließt der ehemalige Strandwall bei Norderdonn an den Klev und zieht sich dann über St. Michaelisdonn, Dingerdonn, Warferdonn bis Averlak und endet bei Taterphal. Östlich von Taterphal hinderte das dort aufgewachsene und bis zur Elbe reichende hohe Moor den Abfluß aus der keilförmigen Senke zwischen Donn und Klev. Es entstand vom sich in der Senke ausbildenden Kuden-See aus in nordöstlicher Richtung ein Abflußgerinne: die Burger Au bzw. Walburgsau, die in die Holstenau/Wilsterau einmündete.
Die Moore hatten sich gebildet, nachdem in Ufernähe der Flüsse durch Sedimentation das Gelände schneller als in den flußferneren Bereichen aufwuchs und somit deren Entwässerung unterbrach. Die unterschiedlich breiten sogenannten Uferrehnen bzw. breiten Uferwälle an Elbe, Stör und auch der Wilsterau sind heute am Geländerelief noch gut erkennbar. Sie wurden in historischer Zeit zuerst besiedelt. In den in ihrem Abfluß gestörten sumpfigen Senken entstanden Moore und Blänken (z.B. der Kudensee, daneben aber auch mehrere in früheren Zeiten in der Marsch vorhandene flache Seen).

Die nach Zeiten erheblicher Wassersnot der Wilstermarsch von unbekannter Hand am 22. Februar 1721 gefertigte und stark verzerrte Handzeichnung (Bild 2) verdeutlicht, daß vor etwa 300 Jahren die für das Entstehen der Burger Au maßgebliche topografische Situation noch vorhanden war.
Oben am Kartenrand ist der ausgedehnte Kudensee mit seinem Abflußgerinne Burger Au zur Wilsterau/Holstenau zu erkennen. Er füllte nahezu die gesamte Senke zwischen Klev und Hochmoor aus, denn südlich des Kudensees versperrt das ausgedehnte Hochmoor wie ein Querriegel den Abfluß. Im Bereich des Schenkeldeiches (in Höhe der heutigen Schenkel-Brücke) allerdings haben zahlreiche Rinnen das Moor zerstört und bedrohen so die tief gelegene Marsch mit dem Hochwasser des seinerzeit noch sehr großflächigen Kudensees. Der Abfluß des Sees nach Westen ist versperrt durch den Donn (ehemaliger Strandwall), welcher aus Nord-Süd Richtung kommend rechtwinklig auf das Hochmoor trifft.
Als Abflußhindernisse erzwangen Hochmoor und Donn den Abfluß des Kudensees nach Osten zur Wilsterau/Holstenau.
Die beigefügten Kartenausschnitte (Bilder 3 und 4) aus der 1659 von Caspar Dankwerth herausgegebenen "Neue Landesbeschreibung der zwei Herzogtümer Schleswig und Holstein") verdeutlichen u.a. die alte Situation der Gewässer, wie sie vor der Abtorfung der Hochmoore und dem Bau des NOK vorhanden war. Insbesondere die Darstellung der Flüsse, Höhen und Moore zeigen augenscheinlich, dass die Holstenau der ursprüngliche Oberlauf der Wilsterau war und erst nach Steigen des Meeresspiegels, der Entstehung der Donns und das Aufwachsen des Hochmoores sich das Gerinne der Burger Au in östliche Richtung entwickelte.

Im Fazit ist zu dem hier behandelten Thema festzustellen, daß die Burger Au viele Jahrtausende jünger ist als die Holstenau/Wilsterau. Die Burger Au ist ursprünglich ein Nebenfluß der Holstenau/Wilsterau!

Bildrechte: nicht bekannt

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1953 - Deichstraße im Bereich der Wende

ca. 1953 Deichstraße im Bereich der Wende
Die schmalen Straßen der Stadt sind seinerzeit, so wie die Deichstraße, noch mit Granitpflaster befestigt. Die schmalen Bürgersteige sind mit Klinkern gepflastert, sehr schmal und in einigen Bereichen kaum begehbar.
Das "Waffenhalle" genannte Gebäude springt mit einer Ecke weit aus der Flucht der übrigen Häuser hervor. In der „Waffenhalle" war in früheren Zeiten eine Zollstation untergebracht und danach die gleichnamige Gaststätte von Andreas Moser; der Name rührt von einer im Gastraum ausgestellten Waffensammlung des Wirtes her. Das Gebäude wurde in den 1950er Jahren von dem benachbarten Kaufmann Hermann Kloppenburg bzw. dessen Sohn Hans Kloppenburg als Lager- und Ausstellungsraum genutzt.
In dem mittleren Gebäude wurde die Tabakwarenhandlung von Rolf und Lotti Hencke betrieben. Der Begründer (Peter J. von Holdt) dieser Heimatseite erinnerte sich noch gut an die seinerzeit gängigen Zigarettenmarken wie Golddollar, Juno, Astor, Senussi, Eckstein, Ernte 23 und Sioux (eine Viererpackung für 30 Pfennig).
Rechts daneben die Buchdruckerei und Schreibwarenhandlung von Rudolf Hencke (danach dessen Sohn Karl-Heinz Hencke). In dem Haus praktizierte auch die Hebamme Helene Eckard.
Die Deichstraße war seinerzeit kaum von Kraftfahrzeugen frequentiert (die Kaufleute Kloppenburg und Haltermann waren die einzigen Anlieger, welche jeweils einen PKW besaßen), so dass Kinder ungefährdet in der Straße Treibball spielen konnten.

Bildrechte: Werner Behning, Wilster
Anmerkung: Robert Friedrichs macht sich seit Jahren dadurch verdient, daß er alte Foto aus der Sammlung seines Großvaters Werner Behning als Repros alter Postkarten oder mittels des Alt-Wilster-Kalender interessierten Heimatfreunden anbietet. Wer diese oder von den Originalnegativen gezogene Fotografien erwerben möchte, den verweisen wir auf die Seite Alt-Wilster

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01 Besonderer Blick auf Bauwerke in Wilster

Bauwerke in Wilster
Die Stadt Wilster erhielt 1282 Stadtrechte und gehört somit zu den ältesten Städten des Landes Schleswig-Holstein.
Die kleine Stadt birgt bedeutsame Bauwerke in ihren Mauern.
Zu nennen sind:
Kirche St. Bartholomäus – von dem Hamburger Baumeister Ernst-Georg Sonnin entworfen und unter seiner Leitung gebaut; am 02. Juli 1780 wurde sie eingeweiht.
Altes Rathaus - im Jahr 1585 im Stil der Renaissance auf der sogenannten „Neuen Seite“ als Nachfolger seines gegenüber auf der „Alten Seite“ gelegenen und wegen Baufälligkeit abgebrochenen Vorgängers errichtet.
Palais Doos - 1785 -1786 als Wohnhaus für den vermögenden Kanzleirat Doos erbaut und seit 1830 als Bürgermeisterhaus und Neues Rathaus von der Stadt Wilster genutzt.
Trichter - 1777 als Gartenhaus gebaut innerhalb eines weitläufigen Garten, der zu dem am Markt gelegenen Palais des Etatsrats Michaelsen gehörte.
Weitere Bauwerke
Hudemannsche Haus – von dem 1596 gebauten Haus kündet noch der prächtige Backsteingiebel; der untere Teil der Fassade wurde Jahre 1927 erneuert.
Historischer Speicher – neben dem Alten Rathaus
Villa Schütt – 1897 errichte Jugendstil-Villa des Wilsteraner Leder-Fabrikanten Marcus Schütt, Mitinhaber der Lederwerke „Falk & Schütt“.
Waffenhalle – im 16. Jahrhundert erbaut, ab 1871 als Zollstation genutzt, danach als Gastwirtschaft „Waffenhalle“
Es sind aber nicht nur die besonderen Bauwerke, welche der kleinen Marschenstadt ihre Wiedererkennbarkeit und Authentizität geben und sie liebenswert machen. Dazu gehören insbesondere auch viele der seit Jahrzehnten den Straßen der alten Stadt ein besonderes unverwechselbares Gepräge gebenden alten Wohn- und Geschäftshäuser ihrer Bürger. Dieses um so mehr, wenn auch bei unvermeidlichen Erneuerungs- und Erhaltungsmaßnahmen die ursprüngliche ästhetische Formgebung der alten Häuser erhalten wurde. Die Identität der Häuser ist immer dann bewahrt, wenn die Proportionen der Gestaltung und die Maßstäblichkeit der miteinander harmonierenden baulichen Elemente erhalten blieb und die Schönheit alter Dekorelemente nicht der Nützlichkeit geopfert wurde.
Eine durchaus subjektiv vorgenommene Auswahl derartiger Bauwerke wird in dieser Rubrik vorgestellt.

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02 Besonderer Blick auf Bauwerke in Wilster

Bauwerke in Wilster
Die Stadt Wilster erhielt 1282 Stadtrechte und gehört somit zu den ältesten Städten des Landes Schleswig-Holstein.
Die kleine Stadt birgt bedeutsame Bauwerke in ihren Mauern.
Zu nennen sind:
Kirche St. Bartholomäus – von dem Hamburger Baumeister Ernst-Georg Sonnin entworfen und unter seiner Leitung gebaut; am 02. Juli 1780 wurde sie eingeweiht.
Altes Rathaus - im Jahr 1585 im Stil der Renaissance auf der sogenannten „Neuen Seite“ als Nachfolger seines gegenüber auf der „Alten Seite“ gelegenen und wegen Baufälligkeit abgebrochenen Vorgängers errichtet.
Palais Doos - 1785 -1786 als Wohnhaus für den vermögenden Kanzleirat Doos erbaut und seit 1830 als Bürgermeisterhaus und Neues Rathaus von der Stadt Wilster genutzt.
Trichter - 1777 als Gartenhaus gebaut innerhalb eines weitläufigen Garten, der zu dem am Markt gelegenen Palais des Etatsrats Michaelsen gehörte.

Weitere Bauwerke:
Hudemannsche Haus – von dem 1596 gebauten Haus kündet noch der prächtige Backsteingiebel; der untere Teil der Fassade wurde Jahre 1927 erneuert.
Historischer Speicher – neben dem Alten Rathaus
Villa Schütt – 1897 errichte Jugendstil-Villa des Wilsteraner Leder-Fabrikanten Marcus Schütt, Mitinhaber der Lederwerke „Falk & Schütt“.
Waffenhalle – im 16. Jahrhundert erbaut, ab 1871 als Zollstation genutzt, danach als Gastwirtschaft „Waffenhalle“
Es sind aber nicht nur die besonderen Bauwerke, welche der kleinen Marschenstadt ihre Wiedererkennbarkeit und Authentizität geben und sie liebenswert machen. Dazu gehören insbesondere auch viele der seit Jahrzehnten den Straßen der alten Stadt ein besonderes unverwechselbares Gepräge gebenden alten Wohn- und Geschäftshäuser ihrer Bürger. Dieses um so mehr, wenn auch bei unvermeidlichen Erneuerungs- und Erhaltungsmaßnahmen die ursprüngliche ästhetische Formgebung der alten Häuser erhalten wurde. Die Identität der Häuser ist immer dann bewahrt, wenn die Proportionen der Gestaltung und die Maßstäblichkeit der miteinander harmonierenden baulichen Elemente erhalten blieb und die Schönheit alter Dekorelemente nicht der Nützlichkeit geopfert wurde.
Eine durchaus subjektiv vorgenommene Auswahl derartiger Bauwerke wird in dieser Rubrik vorgestellt.

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1935 - Stadtpark und Wende an der Deichstraße

ca. 1935 Blick vom Stadtpark auf die Wende (hier wendeten in früheren Zeiten die Fuhrwerke) an der Deichstraße. Zugleich war die Wende lange Zeit der Vorplatz zum Friedhof, welcher auf dem Areal des heutigen Stadtparks bestanden hatte. Der heutige Stadtpark wurde erst im Jahre 1907 angelegt, nachdem das Gelände des hier seit 1604 vorhanden gewesenen Friedhofes in das Eigentum der Stadt Wilster gelangt war.
In Bildmitte die Waffenhalle (ehemalige Gaststätte Waffenhalle von August Moser) in diesem Gebäude war früher eine Zollstation untergebracht.
Links davon die Kolonial- und Eisenwarenhandlung von Kloppenburg.
Rechts an der Wende die Schlachterei von Heinrich (Heine-Meister) Schlüter.
Das schöne Tor zum Park wurde Anfang der 1950er ersetzt.
Das rechts stehende Gebäude wurde Mitte der 1950er Jahre abgebrochen.
Das links davon stehende Geschäftshaus der ehemaligen Schlachterei Schlüter wurde im Jahre 2000 abgebrochen.

Bildrechte: Verlag Carl Kuskop, Wilster

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1871 - Wilsterau am Helgenland, Häuser an der Deichstraße

ca. 1871 Wilsterau am Helgenland
Blick im Sommerhalbjahr auf die Wilsterau am Helgenland und auf den vor der alten Zollstation liegenden Fracht-Ewer „Holsatia“, einen typischen Wilsterau-Ewer.
Die zu 14 BRT vermessene "Holsatia" war 1871 auf der Wilsteraner Werft von Friedrich Bergmann auf dem Helgenland für den Schiffer Claus Maass gebaut worden.
Unmittelbar rechts vom Mast des Frachtewers ist auf dem Ufergrundstück ein hölzerner Kran zu erkennen.
Seinerzeit befand sich in dem an der Deichstraße in Höhe der Wende gelegenen Gebäude der später sogenannten „Waffenhalle“ eine Zollstation.
Der Name Waffenhalle für die spätere gleichnamige Gastwirtschaft in dem Gebäude rührt daher, daß der Inhaber eine Waffensammlung in seinem Lokal ausstellte.

Bildrechte: Hans-Peter Mohr; den Abzug erhielt ich von Werner Behning, Wilster, aus dessen Sammlung die Aufnahme stammt

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1952 - Deichstraße - Gasthof Zur Wende

1952 Deichstraße - Gasthof Zur Wende
Die Gaststätte wurde betrieben von dem Ehepaar Wilhelm und Tine Harders bis Mitte der 1950er Jahre.
Das Foto (Bild 1) zeigt die Wirtin Tine Harders in der Haustür der Gaststätte.
Zur damaligen Zeit gab es in Wilster eine Vielzahl kleinerer Gaststätten - allein in der Deichstraße bestanden: "Konzerthaus Jacobs", "Zur Wende", Gaststätte von Max Brandt; zuvor hatten an der Einmündung zum Markt das "Wilstermarsch-Haus" und an der Wende die "Waffenhalle" bestanden.
In der kleinen sehr behaglichen Gaststätte "Zur Wende" trafen sich unterschiedliche Gruppen regelmäßig zum Abendschoppen.
sh. hierzu einen Auszug aus den Jugenderinnerungen des Begründers von "mein-wilster" aus der Zeit um 1953:
"In der an der Wende gelegenen Gaststätte „Zur Wende“ des Gastwirts Harders trafen sich einmal pro Woche einige Handwerksmeister zu einem kurzen Abendschoppen. Meine Mutter bat mich, meinem auch dort weilenden Vater zu sagen, daß es Zeit für das Abendbrot sei. Ich hatte an diesem Tag wieder eine Ladung der von mir gezüchteten Meerschweinchen abgeliefert, weshalb nach meinem Eintreffen mein Vater mich fragte, „Na, watt häst du för dien Swien kregen“ (Na, wieviel [Erlös] hast du für Deine Schweine bekommen?). Ein auf der Ofenbank bei einem Grog sitzender Bauer fuhr mit einem Ruck und mit der Frage „Watt, wo?“ auf, als ich mit „eins fünfunddreißig“ (1,35 DM) antwortete. Für Schlachtschweine lag damals der gute Preis für ein Kilogramm Lebendgewicht bei 1,28 DM. Da wäre der Erlös von 1,35 DM natürlich für jeden Bauern geradezu traumhaft gewesen. Mit einem enttäuschten „Ach so“ nahm der Bauer wieder Platz auf der Ofenbank, als er über den tatsächlichen Sachverhalt aufgeklärt wurde. Er mußte sich aber das Gelächter und den freundlichen Spott der anwesenden Handwerksmeister anhören."
Bild 2 zeigt das Gebäude der Gaststätte und die angrenzenden Häuser. Der ganz links vorsichtig um die Ecke schauende kleine Junge ist Peter J. von Holdt, der Begründer von mein-wilster.

Bildrechte:
Bild 1: Familie Witt; das Foto wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Herrn Jörn Witt, Glückstadt, welcher ein Enkel des Wirtspaares ist.
Bild 2: vermutlich Werner Behning, Wilster

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1954 - Bürger-Schützen-Gilde Wilster

ca. 1954 Fest der Bürger-Schützen-Gilde (Bürgergilde) Wilster
Das Fest der Bürger-Schützen-Gilde ist ein alljährlicher Höhepunkt im gesellschaftlichen Leben der Stadt Wilster; das Fest verläuft regelmäßig nach überkommenen Regularien.
Die Wilsteraner Gilde wurde im Jahre 1588 gegründet.
Die erste der Wilsteraner Gilden (mittelalterliche Gemeinschaften zu gegenseitigem Schutz und Hilfe) ist bereits im Jahre 1380 genannt.
Heute pflegt die Gilde „nur“ noch Traditionen und es ist ihr zu wünschen, daß sie dauerhaft Bestand hat.
Bild 1 Die in ihrer Uniform (weiße Hose, schwarzes Jacket, Zylinder mit Kokarde in den Farben des Landes Schleswig-Holstein) und mit geschultertem mit Blumen geschmückten Holzgewehr marschierende Gilde auf dem Markt. Im Vordergrund (ohne Gewehr) der Konditormeister Hans Egge (von den Wilsteranern freundlich Hans Cremeschnitt genannt); dahinter mit Degen Richard Huusmann.
Bild 2 Die Gilde-Brüder mit präsentiertem (Holz-) Gewehr vor dem Alten Rathaus. Zeiter von Links ist der Sattler-Meister Karl Stiddig (Geschäft in der oberen Deichstraße)
Bild 3 Angetretene Gilde vor der Waffenhalle an der Wende in der Deichstraße. Zweiter von links Wilhelm Ehlert (Textilgeschäft in der Schmiedestraße); daneben Willy Köberlein, von 01.12.1930 bis 31.08.1955 Leiter der in der Deichstraße gelegenen Niederlage Wilster der Bavaria & St. Pauli Brauerei; übernächster ist der Müllermeister Detlef Heinrich Martens, Eigentümer der Mühle Aurora in Rumfleth
Bild 4 Gilde-Brüder beim Verlassen des historischen Trichter am Colosseum; im Vordergrund Heinrich Hülsing (genannt: Hein Hü), Eigentümer der Adler-Lichtspiele im Landrecht.

Bildrechte: nicht bekannt

Mehr Informationen gibt es auf dem Internetangebot der Bürger-Schützen-Gilde Wilster; siehe bei den vorgeschlagenen Links

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2 - Die Holstenau ist der ursprüngliche Oberlauf der Wilsterau!

Die Holstenau ist der ursprüngliche Oberlauf der Wilsterau!
Die Burger Au ist ein sehr viel später entstandener Quellfluß der Wilsterau - genau genommen nur das größte Nebengewässer der Holstenau/Wilsterau.
Die Bilder zeigen Reststrecken der Ende des vorletzten Jahrhunderts durch den Bau des Nord- Ostsee Kanals mehrmals durchschnittenen Holstenau im Vaalerfeld oberhalb des Entlastungsschöpfwerkes am Kanal. Das ehemalige Fließgewässer hat heute nur noch die Funktion eines breiten Entwässerungsgraben.
Bild 1 Einmündung der Holstenau in den Vaalermoorer Moorkanal.
Bild 2 Holstenau oberhalb der Einmündung in den Vaalermoorer Moorkanal; Blickrichtung Norden
Bild 3 Der Bereich innerhalb des von der Holstenau geformten Mäanders (Bogen) oberhalb der Einmündung gehört politisch zu Burg in Dithmarschen. Der leer stehende und verfallende Vaalermoorhof gehört(e) dem Vorstandsvorsitzenden des Gruner & Jahr Verlages
Bild 4 Abgedämmtes Ende der Holstenau.

Eine alte Beschreibung der Gewässer Holsteins, und damit auch der Wilsterau und der Burger Au, finden wir im 1833 von Leopold v. Zedlitz-Neukirch verfaßten "Neues hydrographisches Lexikon für die deutschen Staaten".
Dort heißt es u.a.:
"Die WILSTER im Herzogtum Holstein. Dieser Fluß entspringt in der Nähe von Hademarsch, und verstärkt durch die Mackenbeck kommt derselbe nach Großbornhövet, Kleinbornhövet, und Hohenhorn; in dieser Gegend wird die WILSTER die Sprant genannt, sie erhält den Namen WILSTER nach der bey Bökelnburg erfolgten Mündung der Wolburgsau, und nun geht sie an Achterhorn, Bordethorn, Averfleth, Goldhagen, Rumfleth, Diksdorf, zur Stadt Wilster, wo sie beim Dörfchen Kasenort in die Stör fällt."
und weiter:
"Die WOLBURGSAU; sie gehört zum Gebiet der WILSTER, der sie bei Bökelnburg ihr Gewässer zuführt."
Wolburgsau = Burger Au
Wilster = Wilsterau
Bökelnburg = Burg in Dithmarschen

Für Flüsse ist es typisch, daß sie jeweils eine Quelle und eine Mündung haben. Bei der Wilsterau ist dieses völlig anders – auch deshalb ist sie ein ganz besonderer Fluß.
Die Wilsterau (jedenfalls der entsprechend genannte Abschnitt des Gewässers) hatte niemals eine eigene Quelle, denn diesen Namen führte der Fluß historisch erst ab seinem Eintritt in die Wilstermarsch (zum Ampte Steinborg gehörig). Der oberhalb gelegene Flußabschnitt bis zum Zusammenfluß von Burger Au (Walburgsau, Wolburgsau) und Holstenau wurde wie die letztere zumeist noch als Holstenau bezeichnet.
Von ihren Zuflüssen Holstenau und Burger Au wurde die Wilsterau in der Folge der Erstellung des Kaiser-Wilhelm–Kanal (Nord-Ostsee Kanal) abgetrennt, wobei bereits durch den 1870 fertiggestellten Bau der Schleuse Bebek der Zufluss von der Burger Au zumeist unterbrochen war. Die Holstenau genannte Strecke wurde sogar mehrfach durchschnitten. Seither hat die Wilsterau an jedem ihrer Endpunkte eine Mündung. Zum einen die durch die Schleuse am Kasenort verlaufende Ausmündung in die Stör, zum anderen die durch das Entlastungsschöpfwerk beim Vaaler Feld gebildete Mündung in den Nord- Ostsee Kanal.
Die ursprüngliche Quelle des Flusses (unserer Wilsterau) ist die nördlich von Aasbüttel entspringende Holstenau (in Bereichen regional auch als Mackenbeck bezeichnet), welche mit vielen anderen Rinnsalen die von den Gletschern der Eiszeit stammenden Sandablagerungen – die Geest – entwässerte. Dieses ist auch heute noch am Geländerelief gut ablesbar. Östlich und nördlich von Hochdonn ist die durch den Bau des Kaiser-Wilhelm-Kanal (Nord- Ostsee Kanal) überformte und in die Geest einschneidende Flußniederung der Holstenau und ihrer Nebengewässer noch gut erkennbar.
Die Burger Au (Walburgsau) ist erst Jahrtausende später entstanden. Vor dem nach Ansteigen des Meeresspiegels durch Abrasion entstandenen Kliff (dem Klev genannten Steilhang der Hohen Geest) bildete das Meer Strandwälle (Nehrungen) aus. Weil sich auf den Strandwällen Dünen bildeten, bezeichnet man sie als Donn. Diese behinderten den Abfluß der vor dem Klev gelegenen tiefen Flächen und des dort sich sammelnden Hangdruckwassers von der Geest.
In dem hier betrachteten Bereich grenzt der ehemalige Strandwall bei Norderdonn an den Klev und zieht sich dann über St. Michaelisdonn, Dingerdonn, Warferdonn bis Averlak und endet bei Taterphal. Der Abfluß aus der keilförmigen Senke zwischen Donn und Klev war behindert. Es entstand vom sich in der Senke ausbildenden Kuden-See ausgehend in nordöstlicher Richtung ein Abflußgerinne: die Burger Au bzw. Walburgsau. Diese war über lange Zeiträume der wichtigste Zufluß der Wilsterau und führte ihr mehr Wasser zu als ihr Holstenau genannter eigentliche Oberlauf. Mit dem Bau der Schleuse Bebek in 1869/70 war bereits der gewöhnliche Zufluss von der Burger Au zur Wilsterau unterbrochen worden, wenn auch bei Hochwassersituationen doch wieder durch Öffnung der Schleuse Wasser in die Wilsterau abgeleitet wurde. Mit dem Bau des Kaiser-Wilhelm-Kanals war auch diese Möglichkeit endgültig beseitigt.

Bildrechte: Rudolf Böckmann, Burg in Dithmarschen
Aufnahmen aus Juli 2010

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1962 - Sturmflut am 16. und 17. Februar - die Wilstermarsch entgeht einer Katastrophe

1962 Sturmflut am 16. und 17. Februar - die Wilstermarsch entgeht einer Katastrophe
In der Nacht vom 16. auf den 17. Februar 1962 entging die Wilstermarsch nur infolge besonderer Umstände einer Katastrophe. Ein Versagen des Deiches an der Stör bei Groß-Kampen konnte nur mit Glück abgewendet werden.
Was war geschehen?
Eine ausgedehnte Sturmwetterlage über der Nordsee hatte zur Folge gehabt, dass am 16. Februar 1962 an der Unterelbe der Wind gegen den Ebbstrom wirkte und zum Zeitpunkt des Niedrigwassers die Wasserstände hoch und zumeist in Höhe des normalen Tidehochwassers blieben. Das über die Nordsee ziehende Orkantief „Vincinette“ drückte mit seinen ausgedehnten Windfeldern und Windgeschwindigkeiten um 130 km/h das Wasser gegen die Küste und in die Trichtermündung der Elbe. Das DHI (Deutsche Hydrographische Institut) warnte vor einer schweren Sturmflut; das Radio sendete Sturmflutwarnungen. Die zuständigen Stellen und die Bewohner auf den Inseln und an der Nordseeküste bereiteten sich auf die Sturmflut vor. Weiter ab von der Küste war man weniger besorgt, doch es sollte anders kommen. In der Elbe und ihren Nebenflüssen traten in der Nacht auf den 17. Februar zuvor nie beobachtete Wasserstände auf.
In einem Telegramm - es bestanden keine Telefonverbindungen mehr - einer Mitarbeiterin der Zeitung Norddeutsche Rundschau hieß es es Sonnabendvormittag (17. Februar) zur Situation in der Wilstermarsch: "Bericht Polizeiabteilung 7 Uhr - Stördorf drei Stellen Deich innen weggerutscht - Großkampen - Deich über Hälfte von außen weg - Wasser 50 cm unter Deichkrone zwischen Beidenfleth und Großkampen - Drei Stellen von innen weggerutscht - Fährhaus bis oben voll Wasser - Wewelsflether-Uhrendorfer Stöpe gebrochen - Katastrophenweg 15 m weg - Wewelsfleth-Brokdorf-Scheelenkuhlen-St. Margarethen leichtere Beschädigungen am Deich - 4,10m über Normal"
In der Stör wurde am Pegel Kasenort gegen 02:30 ein Wasserstand von NN +5,20 m erreicht;
am Pegel Itzehoe trat etwa eine halbe Stunde später ein Wasserstand von NN + 4,71 m auf.
Die tief gelegene Wilstermarsch war besonders gefährdet. Die größte Gefahr drohte ihr nicht vorrangig von den in der Folge der Hollandflut (1953) in vielen Strecken verstärkten Deichen an der Elbe, sondern von den Flußdeichen an der Stör. Deren Bestick mit den sehr steilen Böschungen und der schmalen Deichkrone, die zudem vielfach auch eine zu geringe Höhe hatte, sollte sich als problematisch erweisen.
Insbesondere bei Groß Kampen, wo im Mäanderbogen der Stör die Außenböschung des Deiches dem aus Nordwest stürmenden Wind und somit dem Wellenschlag ausgesetzt war, ergab sich eine äußerst beängstigende Situation. Es entstanden unterhalb der Deichkrone tiefe Ausschläge in der Deichböschung. Obwohl die Männer der Freiwilligen Feuerwehren mit Pfählen und Sandsäcken die Deichkrone zu sichern versuchten, stand ein Kappenbruch des Deiches mit verheerenden Folgen für große Teile der Wilstermarsch zu befürchten. Der Höhepunkt der Tide war noch nicht erreicht, als die Mehrzahl der Hilfskräfte vom Deich abgezogen werden mußte, zu groß war die Gefahr geworden. Der gemeinsam mit Deichbaumeister Uwe Paulsen die Situation beobachtende Oberdeichgraf Heinrich Schmidt (beide Deich- und Hauptsielverband Wilstermarsch) ging unterhalb der Deichkrone auf der Binnenböschung des Deiches auf die Knie, um laut zu beten. Andere taten es ihm nach, denn es war durch Menschenkraft nichts mehr zu bewerkstelligen. Es war eine ganz besondere Situation, als in diesem Moment ein den Wasserstand beobachtender Feuerwehrmann ein Sinken des Wasserstandes bemerkte. Wie konnte das sein, wo doch der Zeitpunkt des Tidehochwassers noch nicht erreicht war? Bei Itzehoe und linksseitig der Stör bei Heiligenstedten sowie auch bei Münsterdorf war der Deich gebrochen, große Wassermassen ergossen sich in die Marsch. Auch das Industriegebiet bei der Alsen Portland Zementfabrik sowie Teile der Stadt Itzehoe wurden überschwemmt. Bedingt durch die dadurch eingetretene Entlastung konnte der Deich bei Groß Kampen gehalten werden. Die Wilstermarsch war einer Katastrophe entgangen, wie sie in derselben Nacht über Hamburg Wilhelmsburg kam, wo 222 Menschen ertranken; insgesamt verloren bei der Sturmflut 315 Menschen ihr Leben.
Bild 1: Sicherung der Deichkrone mit Pfählen und Sandsäcken bei Groß Kampen
Bild 2: Böschungsrutschung mit muschelförmiger Gleitfläche auf der Deichbinnenseite bei Stördorf.
Bild 3: Sicherung der Tore der Fährstöpe Beidenfleth
Bild 4: Hafen St. Margarethen mit abgetriebenem und gestrandeten Binnenschiff nach Rückgang des Wassers.
Sturmfluten haben von jeher die Marschen an der deutschen Küste bedroht, vielfach kam es nach Versagen der Deiche zu verheerenden Überschwemmungen. Die unten aufrufbare Liste historischer schwerer Sturmfluten im Bereich der Deutschen Nordseeküste verdeutlicht die Gefahren für die Küstengebiete.

Bildrechte: Lothar Karstens, Brokdorf
Anmerkung: Die Fotos wurden freundlicherweise zur Verfügung gestellt durch Herrn Karl Kautz, Brokdorf

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1866 - Deichstraße und Wende

1866 Blick in die mittlere Deichstraße und auf die Wende.
Die Wende war zu dem Zeitpunkt der Vorplatz vor dem Wilsteraner Friedhof auf dem Gelände des heutigen Stadtparks. Bis zum Jahre 1604 lag der Friedhof des Kirchspiels Wilster um die Kirche herum; er wurde danach auf das Gelände des heutigen Stadtparks verlegt und hier bis 1859 für Beerdigungen genutzt und entsprechend weiter betrieben, in dem Jahr wurde der Friedhof in Bischof eingerichtet.
Ganz rechts das Gebäude der späteren Gastwirtschaft "Waffenhalle", in diesem befand sich zur Zeit der Aufnahme eine Zollstation für die in Wilster auf dem Wasserwege über die Wilsterau angelandeten Waren.
Das ganz hinten stehende Haus ist die Bäckerei von August Kühl (später Willy Kühl).
In dem kleinen Haus in Bildmitte wohnte seinerzeit der Architekt und Maurermeister Claus Stockfleth (ein Ururgroßvater des Betreibers von mein-wilster); in dem Moment der Aufnahme betritt gerade dessen Ehefrau Katharina geb. Schütt (* 25.06.1820 in Heiligenstedten) das Gebäude.
Claus Stockfleth erwarb 1906 auch das Haus Deichstraße 18 (rechts in Bildmitte, mit dem hölzernen Giebel); in diesem betrieb Peter Markus Detlef von Holdt ab 1907 seinen Handel mit Möbel und Antiquitäten.
In dem kleinen Häuschen links im Vordergrund hatte der Zigarrenmacher Peter Haase sein Geschäft. Das große Haus dahinter mußte 1933 dem Neubau der Niederlage Wilster (Verwalter Wilhelm Köberlein) der Hamburger Bavaria und St. Pauli Brauerei weichen; zuvor wurde hier die Bierhandlung von Albin Schrödel betrieben.

Anmerkung: Es handelt sich um das dreitausendste auf mein-wilster vorgestellte Objekt

Bildrechte: Hans-Peter Mohr, Wilster
Anmerkung: Auf der Ansichtskarte ist kein Verlag vermerkt. Die alte Aufnahme ist ein halbes Jahrhundert später für eine sogenannte private Ansichtskarte genutzt worden Sie stammt aus einem 1933 vom damaligen Heimatverein Wilstermarsch als Ehrengabe Herrn Pastor D.Dr. Wilhelm Jensen überreichten Album, welches freundlicherweise von Frau Sigrid Malz, Karlsruhe, mit Zustimmung der Nachkommen des D.Dr. Wilhelm Jensen für die Heimat-Seite mein-wilster zur Verfügung gestellt wurde.

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1990 - Verbindungsweg zwischen Deichstraße und Hans Prox Straße

ca. 1990 Verbindungsweg zwischen Deichstraße und Hans Prox Straße
Bis zum Bau der die Wilsterau überspannenden Brücke in Verlängerung der Etatsrat-Michaelsen-Straße im Zuge der sogenannten Nordtangente bestand zwischen Deichstraße und Hans-Prox-Straße nur eine fußläufig nutzbare Verbindung. Zwischen den Häusern führte ein schmaler Weg zu einem Steg, welcher in beträchtlicher Höhe die Wilsterau überquerte; die Höhe war erforderlich, weil das Gewässer zur Zeit der Anlegung des Steges noch von kleinen Frachtschiffen befahren wurde. Auf den Steg führte zu beiden Seiten jeweils eine steile Treppe. Dennoch war die Wegeverbindung stark frequentiert - so bildete sie u.a. für die Schulkinder vom Krumwehl und der Hans-Prox-Straße (vormalige "Hinter der Stadt") die kürzeste Wegstrecke zur Schule (Volksschule/Hauptschule).
Nach Fertigstellung der heute vorhandenen Straßenbrücke im Dezember 1994 wurde auch der damalige Fußgängersteg beseitigt.
Bild 1: Von der Hans-Prox-Straße abgehender Fußweg zur Deichstraße
Bild 2: Von der Hans-Prox-Straße abgehender Fußweg zur Deichstraße; im Hintergrund bereits jenseits der Wilsterau an der Deichstraße stehende Häuser.
Bild 3: Gärten am Verbindungsweg zwischen Deichstraße und Hans-Prox-Straße. Das rechts erkennbare kleine Haus wurde im Zusammenhang mit dem Neubau der Straßenbrücke beseitigt.
Bild 4: Hans-Prox-Straße (vormalige "Hinter der Stadt"); hinter dem weißen Gebäude mit dem davor stehenden roten PKW mündete der von der Deichstraße kommende Fußweg aus.

Bildrechte:
Bilder 1 ,2 und 4: Ralf Steffens, Luzern
Bild 3: Dennis Schäfer, Wilster

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1907 - Deichstraße im Bereich der Wende, Gaststätte

1907 Deichstraße und Wende.
Blick in die Untere Deichstraße von der Wende aus in Richtung Landrecht; links das Haus mit der beeindruckend hohen Eingangstür ist die „Waffenhalle", in welcher früher eine Zollstation untergebracht war und zum Zeitpunkt der Aufnahme die genannte Gaststätte von Andreas Moser. Dahinter folgend ist die Buchdruckerei Hencke zu erkennen; ganz hinten links das Haus der ehemaligen Schmiede von Carl-Adolf Theodor von Holdt – der Inhaber wanderte in die USA aus, wo er sich in Bellingham im Bundesstaat Washington niederließ. Rechts das Geschäftshaus der Schlachterei von Heinrich Dencker; danach wurde der Betrieb in drei Generationen von Mitgliedern der Familie Schlüter (Heinrich, Erwin, Heiner) geführt, etwa ab 1956 war der Betrieb einige Jahre an den Schlachtermeister Huster verpachtet, zuletzt war hier eine Filiale der am Kohlmarkt beheimateten Schlachterei von Tade Magnussen untergebracht – im Jahre 2000 ist das Geschäftshaus ersatzlos abgebrochen worden.

Bildrechte: Friedrich Schlüter, Wilster
Reg. mein-wilster: 0963

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02 Unvergessene Erinnerung an die Schleswig-Holsteinische Erhebung 1848 gegen Dänemark

Unvergessene Erinnerung an die Schleswig-Holsteinische Erhebung im Jahr 1848 gegen Dänemark.
2008 - Ein Denkmal am Mississippi erinnert an das Geschehen - neu aufgestellter Gedenkstein


Über Jahrhunderte hinweg war der dänische König Landesherr über die Herzogtümer Schleswig und Holstein gewesen. Am 24. März 1848 erhoben sich die deutsch sprechenden Schleswig-Holsteiner gegen Dänemark. Entzündet hatte sich die Erhebung an dem Sprachenstreit und der Interpretation des Vertrages von Ripen 1460 „Op ewich ungedeelt“, dem Anspruch einer untrennbaren Zusammengehörigkeit der Herzogtümer Schleswig und Holstein. Als nach dem Tode des letzten Schauenburgers es zur Wahl König Christians I. von Dänemark zum Landesherrn von Schleswig und Holstein gekommen war, hatte sich dieser in dem Ripener Freiheitsbrief mit den genannte Worten für sich und seine Erben verpflichten müssen, die Unteilbarkeit beider Landesteile anzuerkennen.
Es heißt dort: Wy lawen dat Schleswigk u. Holsten bliewen ewich tosamende ungedelt 1460
(in heutiger Schreibweise: Wir geloben daß Schleswig und Holstein bleiben ewig zusammen ungeteilt.)
Als dieses von Dänemark in Frage gestellt wurde, bewirkte das im Jahr 1848 die Erhebung der deutsch gesinnten Schleswig-Holsteiner. Die sogenanten Eiderdänen hatten am 11. März 1848 in Kopenhagen die Einverleibung Schleswigs in den dänischen Staat verlangt, wodurch sich der Gegensatz der deutschsprachigen Schleswig-Holsteiner zu Dänemark verschärfte. Es kam zur Erhebung!
Über die Dauer von annähernd drei Jahren - in der Zeit von 24.03.1848 bis zum Ende der Erhebung am 01.02.1851 – war Schleswig-Holstein ein selbständiger Staat.
Den bald von Truppen des Deutschen Bundes unterstützen Schleswig-Holsteinern waren zunächst erhebliche militärische Erfolge gelungen. Doch auf Druck der damaligen europäischen Großmächte zogen Preußen und der Deutsche Bund ihre Truppen wieder ab und veranlaßten sogar in der Schleswig-Holsteinischen Armee dienende Offiziere, ihren Dienst zu quittieren. Ein schändliches Geschehen! Preußen hatte am 10. Juli 1849 einen Waffenstillstand und im Namen des Deutschen Bundes am 2. Juli 1850 einen Sonderfrieden mit Dänemark geschlossen - die Truppen rückten wieder ab. In der Folge konnten die im Stich gelassenen und auf sich selbst gestellten Schleswig-Holsteiner den militärisch überlegenen Dänen nicht stand halten. Die Herzogtümer gelangten wieder unter dänische Kontrolle.
Die gescheiterte Erhebung hatte zur Folge, dass an der Erhebung beteiligte Personen als Rebellen und Aufrührer verfolgt wurden und viele daher ihre Heimat verlassen mußten. Viele Veteranen wanderten in die Vereinigten Staaten von Nordamerika aus. Bei ihnen blieb die Erinnerung an das tragische Geschehen und an die verlassene Heimat unvergessen.
Die Feier der fünfzigsten Wiederkehr des Tages der Erhebung konnte 1898 auch in Schleswig-Holstein begangen werden; dieses war möglich geworden, nachdem in der Folge des Krieges von 1865 zwischen Dänemark, Preußen und Österreich die preußische Provinz Schleswig-Holstein entstanden war, welche danach Teil des Deutschen Reiches wurde.
An sehr vielen Orten Schleswig-Holsteins wurden in einer Welle vaterländischer Gefühle Denkmale zur Erinnerung an die Erhebung errichtet und Doppeleichen als Symbol für die Zusammengehörigkeit der Landesteile gepflanzt.
Die Mehrzahl der alten Denkmale wurden in dem Jahrzehnt nach dem II. Weltkrieg dem herrschenden Zeitgeist entsprechend wieder beseitigt. Patriotismus war vielen Menschen obsolet. Auch in Wilster wurde das in der Mitte des Friedhofs in Bischof stehende Denkmal in den 1950er Jahren beseitigt. Dieser Schritt missachtete die Geschichte des eigenen Bundeslandes und verleugnete ein herausragendes Ereignis seiner Historie.

Insbesondere bei den Nachkommen der aus ihrer Heimat vertriebenen Veteranen der Erhebung – der 48er - blieb dieses Ereignis jedoch im Gedächtnis.
Am 30. März 2008 wurde in der im US amerikanischen Staat Iowa am Mississippi gelegenen Stadt Davenport ein Denkmal an die unvergessenen „48er – Freiheitskämpfer“ gesetzt.
Quelle: HIER Onlinemagazin für Lübeck und Umgebung am 24. März 2008
Dort wird zitiert aus dem Holsteinbuch (USA) Dr. Reppmann:
„Das Ziel war damals: Dem dänischen Despotismus in Bezug auf den jahrelangen Konflikt um die staatliche Zugehörigkeit der damaligen Elbherzogtümer Schleswig und Holstein zu entkommen. Wie festgestellt – ohne Erfolg. Viele dieser „48er“ von Schleswig-Holstein wanderten ins Exil und machten die Mississippistadt Davenport (Iowa, USA) – westlich von Chicago – zu ihrer neuen Wahlheimat. Zum 160. Jahrestag der demokratischen Revolution von 1848 wird dort am 30. März 2008 nun ein großes Denkmal eingeweiht.
Bereits am 24. März 1898 wurde der 50. Jahrestag der Eroberung der dänischen Festungsanlagen im schleswig-holsteinischen Rendsburg gefeiert. Auch im nordamerikanischen Davenport zogen damals rund 1200 Menschen durch die Straßen, um anschließend an der Einweihung eines Gedenksteins teilzunehmen.
Zwei sich kreuzende Eichenzweige umrahmten die in Stein gemeißelte Inschrift:
„Schleswig-Holstein Kampfgenossen 1848 – 49 – 50.
This stone was erected march 24.1898" (Dieser Stein wurde am 24. März 1898 aufgestellt).
Dieses Denkmal sollte einst die ewige Verbindung zwischen Schleswig und Holstein symbolisieren.
Anfang des 20. Jahrhunderts galt Davenport als „deutscheste Stadt“ im gesamten Mittleren Westen. Nur knapp 20 Jahre später, mit Amerikas Beteiligung am Ersten Weltkrieg, wendete sich das Blatt. In der anti-deutschen Hysterie des Krieges wurde der Stein gelb angemalt, umgestoßen und verschwand eines Tages spurlos auf Nimmerwiedersehen, – wahrscheinlich im Mississippi.
Am Sonntag, 30. März 2008, wird zu Ehren der nie vergessenen „48er - Freiheitskämpfer“ in Davenport ein neues Denkmal gesetzt. Den Festvortrag der feierlichen Zeremonie hält der 1848er-Forscher Dr. Joachim Reppmann.
„Mit der Denkmalseinweihung geht für mich ein Traum in Erfüllung“, sagt der Historiker, der in Flensburg und Northfield, Minnesota (USA) lebt.
Initiatoren der Denkmalssetzung sind die „American/Schleswig-Holstein Heritage Society“ und die „Davenport Schützenpark Gilde“

Ein im Jahr 1898 in einem zeitgenössischen Journal erschienener Artikel (sh. Bild 3) über die Aufstellung des 1898 aufgestellten Denkstein in Davenport kann in der unten aufrufbaren Datei nachgelesen werden.

Bildrechte Bild 4: Dr. Reppmann, Flensburg

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1935 - Stadtpark und die Wende an der Deichstraße

1935 Die Wende an der Deichstraße
Blick vom Stadtpark auf die Wende (hier wendeten in früheren Zeiten die Fuhrwerke) an der Deichstraße.
Zugleich war die Wende lange Zeit der Vorplatz zum Friedhof, welcher auf dem Areal des heutigen Stadtparks bestanden hatte. Der heutige Stadtpark wurde erst im Jahre 1907 angelegt, nachdem das Gelände des hier seit 1604 vorhanden gewesenen Friedhofes in das Eigentum der Stadt Wilster gelangt war.
In Bildmitte die ehemalige Gaststätte Waffenhalle von August Moser; in diesem Gebäude war früher eine Zollstation untergebracht gewesen.
Rechts an der Wende die Schlachterei von Heinrich (Heine-Meister) Schlüter. Das Fachwerkgebäude rechts wurde Mitte der 1950er Jahre beseitigt; das Geschäftshaus wurde 2000 ersatzlos abgebrochen.
In dem heute noch bestehenden kleinen Gebäude links betrieb in den beiden Jahrzehnten nach 1945 die Hutmacherin Tamara Siebeneicher einen Salon für Damenhüte; ohne Hut ging seinerzeit keine Frau außer Haus.
Das schöne Tor zum Park wurde Anfang der 1950er ersetzt.

Bildrechte: Carl Kuskop, Wilster

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1924 - Besan-Schute TYRA im Hafen St. Margarethen

1924 Besan-Schute TYRA im Hafen St. Margarethen - Hafen, Priel, Vorland, Deichhäuser.
Die Fracht-Segelschute TYRA liegt vertäut im St. Margarethener Hafenpriel.
Im Hintergrund das Panorama des Ortes mit den sogenannten Deichhäusern auf dem Deich der Elbe. Zu der ungewöhnlichen deichfremden Nutzung einer Bebauung des Deiches war es im 17. Jht. nach einer zuvorigen Vordeichung gekommen, welche ihn zeitweilig zu einem Schlafdeich machte, der jedoch nach Aufgabe der Vordeichung 1686 wieder reaktiviert werden mußte.
Erst in der Folge der Sturmflut des Jahres 1976 wurde die aus Gründen der Deichsicherheit untragbare Situation beseitigt, indem der Deich in neuem Bestick verlegt wurde.

Informationen zur TYRA aus der Facebookgruppe "Deutsche Kleinschiffahrt" (André Konietzko, Elmshorn)
Biographie der Besanschute TYRA ex JOHANNA
Im August 1904 lieferte die Elmshorner Schiffswerft D.W. Kremer & Sohn eine stählerne Besanschute (Besanewer mit steilem Vorsteven) an den ebenfalls in Elmshorn ansässigen Schiffer Nikolaus Viirtheer, der den Neubau im SSR Altona mit dem Heimathafen Elmshorn und dem Unterscheidungssignal LGNF eintragen ließ und ihn JOHANNA benannte. Die Abmessungen betrugen 21,4 x 5,04 x 1,54 m. Vermessen war das Schiff zu 52,40 BRT, bzw. 39,98 NRT.
Fahrtgebiet war die Revier- und kleine Küstenfahrt. Im April 1919 verkaufte Schiffer Vietheer die Segelschute an Peter Oltmann aus Dornbusch, der seiner Neuerwerbung den Namen "TYRA" gab und den Heimathafen nach Dornbusch verlegte. Diesen Namen sollte der kleine Segler Zeit seines langen Lebens behalten. 1922 wurde die erste Maschine, ein HMG Glühkopfmotor mit 35 PS Leistung eingebaut. Gleichzeitig wurde das Schiff auf den Motorenfabrikanten Robert Puls aus Hamburg übertragen. Anscheinend konnte Schiffer Oltmann sich finanziell nicht freifahren, denn 1924 wurde der Mühlenbesitzer Willy von Loh und später Claus von Loh, beide aus St. Margarethen, Eigentümer der TYRA. Der Heimathafen lautete nun St. Margarethen. Ende der 30er Jahre wechselte erneut der Besitzer.
Neuer Eigentümer wurde nun die Firma J.H.W. Runge, Kaisermühle GmbH in Wittenbergen an der oberen Stör. Wie schon der Vorbesitzer von Loh, setzte auch die Kaisemühle die TYRA im werkseigenen Verkehr ein. 1939 erfolgte der Einbau eines 2 Takt Motors der Firma Callesen mit 30 PS Leistung.
1957 erfolgte die Umschreibung ins Binnenschiffsregister. Bei dieser Gelegenheit wurde auch der Heimathafen nach Wittenbergen verlegt. Die Tragfähigkeit betrug zu diesem Zeitpunkt 85 tdw.
Kurz darauf wurde das Binnenschiff verlängert und ein neuer Motor mit 105 PS Leistung eingebaut.
Zwei weitere Verlängerungen folgten und auch das Achterschiff wurde komplett erneuert. Die letzte Verlängerung um 5 Meter erfolgte 1985 in Wewelsfleth, dabei wurde auch der Bug modernisiert.
Inzwischen betrug die Tragfähigkeit der TYRA weit über 200 tdw. Seit 1974 sorgte ein 205 PS leistender MAN Motor für den Antrieb des Schiffes.
Durch die zunehmende Versandung der Stör wurde der Betrieb des Schiffes unrentabel, so dass man sich 1996 dazu entschloss, das Schiff zum Abbruch zu verkaufen, der bei der Firma Neumann in Hamburg vollzogen wurde.
Quellen: SSR Altona / BSR Hamburg
Verschiedene Handbücher
Deutsche Segelschiffe, Register über den Restbestand 1980-1986 von Joachim Kaiser
Mündliche Mitteilungen von Max Böge (+), Wewelsfleth

Das ergänzend vorgestellte Foto (Bild 2) zeigt die TYRA an der Kaisermühle in Wittenbergen an der oberen Stör (Quelle wie oben).
Hier liegen die 3 Frachtmotorschiffe TYRA
(Bj. 1904 Kremer, Elmshorn),
FAVORIT (Bj. 1906 Junge, Wewelsfleth) und
"KAISERMÜHLE I (Bj. 1911 Gebr. van Diepen, Waterhuizen) .
Alle drei Schiffe wurden ursprünglich als Ewer gebaut.
Die Aufnahme entstand am 2. Dez. 1990.
Die TYRA wurde 1996 abgewrackt.
Das Achterschiff der FAVORIT fährt noch heute als Privatyacht "Klabund", während der Rest des Schiffes noch einige Jahre als Schubleichter in Fahrt war.
Der Verbleib der "KAISERMÜHLE I" ist mir derzeit nicht bekannt. Wahrscheinlich ist dieses stets gut gepflegte Fahrzeug in den 90er Jahren zum Abbruch gegangen.
Bild 3: Die TYRA liegt im März 1994 im Glückstädter Binnenhafen bei Brockmüller auf Slip. Zwei Jahre später trat das Schiff dann seine letzte Reise zum Abwracker nach Hamburg an.
Fotos Bild 2 und 3: André Konietzko

An die TYRA erinnert sich der Begründer (Peter J. von Holdt) von mein-wilster besonders gerne. Sie hat Anfang der 1960er Jahre ihn mit der Wilsteraner Segeljacht ANKE III zweimal durch den NOK geschleppt. Als sogenannter Tag-Freifahrer machte die TYRA dabei jeweils in Rendsburg Station. Da gab es dann gemeinsam mit dem Schiffer einen Lütten zur Brust - vielleicht auch ein paar mehr!

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Neu! 1863 geplanter Schifffahrtskanal von St. Margarethen an der Elbe zur Lübecker Bucht

Umfassender Bericht zu einem in Vergessenheit geratenen geplanten Projekt!
1863 Planung für den Bau eines Kanal von der Elbe im Bereich der Wilstermarsch
bis Neustadt an der Neustädter Bucht (Teil der Lübecker Bucht)

Der Gedanke nach einer der Seeschifffahrt dienenden und die südliche Wilstermarsch als Kanal durchquerenden Wasserstraße wurde nicht weiter verfolgt, nachdem in der Folge des Deutsch- Dänischen Krieges von 1864 die Herzogtümer Schleswig und Holstein preußische Provinz geworden waren.
In dem vorgestellten umfangreichen Bericht sind sehr umfassend und detailliert die Planungen für ein Projekt
Holsteiner Kanal - Verbindung der Nord- mit der Ost-See
dargelegt und bewertet.
Er ist abgedruckt in der "Allgemeine Bauzeitung", Wien, Dreizigster Jahrgang 1865, Band V, Nr. 22 auf den Seiten 425 bis 454.
Verfasst ist der Bericht im Jahr 1863 von F.W.Conrad, königl. niederländischer Oberingenieur (Vorsitzender des Königlichen Ingenieur Instituts zu Delft). Dieser war vom Dänischen Minister des Innern mit der Begutachtung des von dem Ingenieur Kröhnke für den Holsteiner Kanal ausgearbeiteten Entwurf beauftragt worden. Gemeinsam mit dem Planverfasser und dem "Concessionair" Chr. Hansen führte F.W.Conrad die erforderlichen Bereisungen und Studien durch.

Anzumerken ist hier, dass zu genannter Zeit der Dänische König als Herzog von Holstein Landesherr war. Das Herzogtum Holstein war daher in Personalunion mit Dänemark verbunden, obwohl es Mitglied im Deutschen Bund war.

Bemerkenswert ist die im Bericht getroffene Feststellung, wonach die älteren Planungen aus dem Jahr 1848, welche eine Kanalausmündung bei Brunsbüttel vorsahen, als ungeeignet bezeichnet wurden.
Von den untersuchten Varianten einer Verbindung von der Elbe zur Neustädter Bucht (Ostsee) wurde als geeigneteste eine vom Ausgangspunkt St. Margarethen ausgehende Linienführung angesehen. Die Mündung der Stör wurde als weniger geeignet angesehen, da eine Verlagerung der vor Glückstadt liegenden Rhinplate befürchtet wurde.
Drei jeweils am Ausgangspunkt St. Margarethen beginnende und die südliche Wilstermarsch durchquerende Kanaltrassen wurden untersucht und bewertet. Alle drei Varianten sahen eine Kreuzung der Stör vor! Eine Präferenz wurde der südlich von Beidenfleth die Stör kreuzenden Linienführung beigemessen. Dieses jedoch unter der Voraussetzung, dass die Stör am Störort sturmflutsicher abgedämmt würde und das Oberwasser der Stör dann über den neu gebauten Kanal nach St. Margarethen und dort in die Elbe geleitet werden kann. Anderenfalls wären bei der Kreuzung von Stör und Kanal zwei zusätzliche Schleusen erforderlich geworden.
Die geplante Linienführung des Kanals erforderte dennoch die Errichtung von 7 (sieben) Schleusen, um die in seinem Verlauf vorhandenen erheblichen Geländeunterschiede zu überwinden.

Anmerkung: Der gesamte sehr umfangreiche Bericht kann in der unten aufrufbaren Datei nachgelesen werden.

Rückblick:

Schon über die Dauer eines Jahrtausends bestand das Interesse, eine schiffbare Verbindung zwischen Nordsee und Ostsee durch Schleswig-Holstein, den Südteil der Kimbrischen Halbinsel (Jütland), zu schaffen.


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Neu! 1930 Neues Rathaus Palais Doos und Gasthaus Dithmarscher Hof

1930 Neues Rathaus und Gasthaus "Dithmarscher Hof" in der Rathausstraße
Das Palais Doos, ehemalige Wohnhaus des Kanzleirates Doos, war seit 1830 Bürgermeisterhaus und beherbergte als Neues Rathaus bis zur Zusammenlegung mit der Verwaltung des Amtes Wilster-Land die Verwaltung der Stadt Wilster.
Die ohne überlebende Leibeserben gebliebene Etatsrätin Luise Charlotte Dorothea Christina Doos hatte in ihrem Testament am 15. Juni 1829 ihr Haus - das spätere Neue Rathaus - samt einer 8.000 Bände umfassenden Bibliothek, den Garten - heutiger Bürgermeister Garten - und 200.000 Mark - eine für die damalige Zeit unglaublich hohe Summe - ihrer Heimatstadt Wilster vermacht.
Zu dem hinter dem wunderschönen repräsentativen Bauwerk vorhandenen und in klassischem französischen Stil angelegten Garten (heute ein öffentlicher Park) gab es beidseitig des Rathauses Zugänge.
Dass gute Absichten nicht immer sinnvoll sind, wurde durch die im Jahre 1894 seitens der Stadt Wilster veranlaßte Umgestaltung der Vorderfront des Gebäudes deutlich. In einem eklatanten Stilbruch wurde die ursprüngliche klassizistische Fassade der Straßenfront des Palais unvorteilhaft in neugotischem Stil und mit einem Vorbau über der Freitreppe verändert. Im Gegensatz dazu blieb glücklicherweise die Gartenfront unverändert.
Im Jahre 1938 wurde die Straßenfront wieder in ihren klassizistischen Zustand versetzt. Oben im Giebel des Hauses sieht man seither als Ornament das „D“, welches an die Doos als frühere Besitzer des Hauses erinnert.
Der Große Saal im Obergeschoß des Hauses war lange Zeit Sitzungssaal der Ratsversammlung und wird heute noch für repräsentative Zwecke genutzt.
Rechts steht noch das heute nicht mehr vorhandene Gasthaus „Dithmarscher Hof“ von Claus Jansen. Ein späterer Wirt war Hans Schwede; letzter Betreiber des später beseitigten Hauses war der Gastwirt Jan Pauls. Der Gasthof hieß in früheren Zeiten "Looft´s Gasthaus". Das Gebäude wurde in den 1970er Jahren beseitigt; hier entstand ein Parkplatz.
Links neben dem Palais Doos schließen die Gebäude der Kolonialwaren Händler Heinrich Thomsen und Johannes Josten an, danach das Amtsgericht.
Ganz links und bereits in der einmündenden Straße Klosterhof das Gebäude von Bäcker Willi Thode (zuletzt Bäckerei Arnold Tödt).

Bildrechte: Robert Friedrichs, Wilster - Sammlung Werner Behning
Anmerkung: Robert Friedrichs macht sich seit Jahren dadurch verdient, daß er alte Foto aus der Sammlung seines Großvaters Werner Behning als Repros alter Postkarten oder mittels des Alt-Wilster-Kalender interessierten Heimatfreunden anbietet. Wer diese oder von den Originalnegativen gezogene Fotografien erwerben möchte, den verweisen wir auf die Seite Alt-Wilster

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