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1920 - Nordmarkverein e.V. - Deutscher Verein für das nördliche Schleswig

1920 Nordmarkverein e.V. - Deutscher Verein für das nördliche Schleswig.
Mit den sogenannte Wehrschatzkarten, von denen etwa ein Dutzend bekannt sind, warb der deutschnationale Verein für die Zugehörigkeit Nordschleswigs zu Deutschland.
Der Verein ist 1896 gegründet worden, sein Vereinssitz befand sich in Hadersleben / Haderslev. Er vertrat das Deutschtum im lange Zeit zwischen Dänemark und Deutschland strittigen Nordschleswig bis zum Plebiscit von 1920.
Mit der Volksabstimmung am 10.Februar und 14. März 1920 wurde die Staatsgrenze zwischen Dänemark und Deutschland neu festgelegt - das ehemalige Herzogtum Schleswig wurde geteilt mit der Folge, dass die Staatsgrenze seither nördlich von Flensburg verläuft.
Die Niederlage Deutschlands im I. Weltkrieg hatte die Durchführung der Volksabstimmung von 1920 mit der Folge der heute so noch bestehenden Staatsgrenze bewirkt.
Heute verfolgen Dänemark und Deutschland gemeinsam in Europa einen guten respektvollen und friedlichen Weg des Umgangs miteinander und mit den jeweiligen Minderheiten auf ihrem Staatsgebiet.

Bildrechte: Nordmarkverein e.V. (aufgelöst)

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1865 - nördliche Ecke des Markt Platzes, Einmündung Burgerstraße

1865 nördliche Ecke des Markt Platzes, Einmündung Burgerstraße
Die Burger Straße führte in früheren Zeiten den Namen "Hafer Straße" oder "Haber Straat".
Auf der Ecke rechts ein damals der Kirchengemeinde Wilster gehörendes Gebäude (Archidiakonat).
Das Gebäude diente dem 2. Pastor, dem Archidiakon, als Wohn- und Amtshaus.
Vor der Haustür des Gebäudes steht auf dem Foto der vormalige Diakon (von 1847 bis 1849) und nachmalige Hauptpastor Wilhelm Hinrich Martens mit seiner Ehefrau und der gemeinsamen Tochter.
Wilhelm Hinrich Martens war am 08.04.1819 als Sohn des Tischlermeisters Hans Martens und dessen Ehefrau Margaretha Elsabe geb. Ehlers geboren. Er studierte ab 1838 zunächst in Jena und danach in Kiel Theologie; er wurde 1844 in Kiel examiniert und arbeitete danach bei Justizrat Tetens in Wilster als Hauslehrer. 1847 wurde er in Wilster Diakonus, 1849 Archidiakonus und 1875 Hauptpastor. Er starb am 09.05.1880 in Wilster.
Das Gebäude wurde einige Jahre später (1876/77) abgebrochen, um einem Neubau Platz zu machen. In dem neu errichteten Gebäude hatte später lange Zeit die Gemeindeschwester ihr Domizil.
Vor dem Gebäude eine Baumreihe, die sich auf der gesamten östlichen Seite des Marktplatzes bis zur Einmündung der Straße Kohlmarkt fortsetzte.

Bildrechte: Hans-Peter Mohr, Wilster
Bild 2 stammt aus der Sammlung Werner Behning
Anmerkung: Robert Friedrichs macht sich seit Jahren dadurch verdient, daß er alte Foto aus der Sammlung seines Großvaters Werner Behning als Repros alter Postkarten oder mittels des Alt-Wilster-Kalender interessierten Heimatfreunden anbietet. Wer diese oder von den Originalnegativen gezogene Fotografien erwerben möchte, den verweisen wir auf die Seite Alt-Wilster

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03 - Wilsterau - Holstenau und Burger Au

Grenze von Marsch und Geest
Luftbild von Burg in Dithmarschen - Übergang zwischen den Landschaftsformen
Links am Bildrand ist die Burger Au zu erkennen; sie ist ein Nebengewässer der Wilsterau, deren ursprünglicher Oberlauf die Holstenau ist!

Auf dem Luftbild ist der harte Übergang zwischen den Landschaften Marsch und Geest erkennbar. Neben den natürlichen landschaftlichen Elementen fällt im Vordergrund der kreisrunde Wall der Bökelnburg auf, einer aus altsächsischer Zeit stammenden und um das Jahr 800 errichteten Volksburg.
Der Blick geht von der waldreichen Geest und über den Ort Burg hinweg in die weite Marschenlandschaft, die aus mächtigen eiszeitlichen Sedimentablagerungen gebildet wurde.
Steil aus der weiten und ebenen Marsch steigt der weitgehend bewaldete Klev als Rand der Geest auf. Seine Form verrät, daß er vor Jahrtausenden (etwa vor 4000 bis 5000 Jahren) von den Gezeiten des Meeres geformt wurde, welches bis zu seinem Fuß reichte.
Parallel zum Rand des Klev fließt die Burger Au, welche lange Zeit wichtigster Zufluß der Wilsterau war und in welche sie beim Kattenstieg einmündete.
Obwohl die Burger Au mit dem Helmschen Bach zuletzt wohl mehr Wasser führte als die Holstenau, ist jedoch die letztere der eigentliche Quellfluß der Wilsterau.
Nach dem Bau des Kaiser-Wilhelm-Kanal ist die Holstenau sogar in mehrere Abschnitte zerteilt worden, die heute grabenähnliche Erscheinungsbilder aufweisen.
Im Mittelalter mündete die Burger Au nicht sehr weit entfernt von der jetzigen Landstraße in die Wilsterau, bis der Hauptlauf vermutlich aus Entwässerungsgründen zum jetzigen Kattenstieg gegraben wurde. Der alte Verlauf der Burgerau in diesem Abschnitt ist auf Luftbildern aus den Flurzuschnitten noch deutlich erkennbar. Das verlassene Gewässerbett der Burger Au wurde auch nicht verfüllt, sondern bildete sich in die Form eines Entwässerungsgraben zurück.

Weshalb die Holstenau viel älter ist als die Burger Au und sie daher der Quellfluß der Wilsterau ist, wird nachfolgend dargelegt.
Der Wasserspiegel der Elbe lag während der letzten Eiszeit wegen des unter dem Eisschild und in mächtigen Gletschern gebundenen Eises ganz erheblich tiefer als heute. Vor etwa 20.000 Jahren zum Höhepunkt der Weichseleiszeit lag gegenüber heute der Meeresspiegel 100 bis 120 m tiefer.
Die durch Ablagerungen der Eiszeit gebildete Geest wurde von vielen Rinnsalen entwässert, die in dem hier betrachteten Gebiet direkt, wenn auch in vielen Windungen, in die Ur-Elbe entwässerten. Sie wuschen das bindige Material aus und schufen so weitgehend unfruchtbare (d.h. güste Flächen; daher der Begriff "Geest") und beförderten dieses in die heutige Marsch.
Zu diesen Rinnsalen gehörten beispielsweise die später so bezeichneten Gewässer Holstenau/Wilsterau, die Bekau und auch die Stör, deren in die Geest einschneidenden Bach- bzw. Flußtäler noch heute gut in der Topographie erkennbar sind.
Die Burger Au existierte noch nicht; hangparallele Gewässer bilden sich natürlicherweise nicht. Der Fuß der Geest war gut entwässert, denn zur Elbe hin bestand ein großes Gefälle!
Die Situation änderte sich mit dem Abschmelzen des Inlandeises und mit dem damit einhergehenden beständigen Anstieg des Meeresspiegels. In der Zeit vor 7.000 Jahren erfolgte der Anstieg mit etwa 2 m im Jahrhundert relativ rasch. Danach trat eine Zeit auf, in welcher sich der Anstieg des Meeresspiegels verlangsamte, zeitweilig zum Stillstand kam und sogar Rückzugsphasen auftraten. Die vorrückende Nordsee überflutete das Gebiet und führte zu beständigen Über- und Umlagerungen. Die Ablagerungen stammten von den Gletschern im Osten und höhten das weite Urstromtal der Elbe allmählich auf. Durch Sedimentation entstand Marsch- und Schwemmland. Das Entwässerungssystem der Geestabflüsse – so auch der Holstenau/Wilsterau - blieb dabei jedoch in seinen Grundzügen erhalten. Zuletzt erreichte das Meer den das Urstromtal der Elbe begrenzenden Geestrand. Sturmfluten formten ihn durch Abrasion um und bildeten das langgestreckte steil aus der Marsch aufragende Kliff – den Klev. Die ehemalige Meeresküste ist auf Luftbildern gut zu erkennen.

Die Burger Au (Walburgsau) gab es noch nicht, sie sollte erst noch entstehen.
Vor dem nach Ansteigen des Meeresspiegels durch Abrasion infolge Sturmfluten entstandenen Kliff (dem Klev genannten bis zu 40 m hohen Steilhang der Hohen Geest) bildete das Meer mit dem vom Geestrand abgetragenen Material Strandwälle bzw. Nehrungen aus. Weil sich auf den Strandwällen Dünen bildeten, bezeichnet man sie als Donn (= Düne). Diese behinderten den Abfluß der vor dem Klev gelegenen Flächen und des von der Geest kommenden Hangdruckwassers.
In dem hier betrachteten Bereich schließt der ehemalige Strandwall bei Norderdonn an den Klev und zieht sich dann über St. Michaelisdonn, Dingerdonn, Warferdonn bis Averlak und endet bei Taterphal. Östlich von Taterphal hinderte das dort aufgewachsene und bis zur Elbe reichende hohe Moor den Abfluß aus der keilförmigen Senke zwischen Donn und Klev. Es entstand vom sich in der Senke ausbildenden Kuden-See aus in nordöstlicher Richtung ein Abflußgerinne: die Burger Au bzw. Walburgsau, die in die Holstenau/Wilsterau einmündete.
Die Moore hatten sich gebildet, nachdem in Ufernähe der Flüsse durch Sedimentation das Gelände schneller als in den flußferneren Bereichen aufwuchs und somit deren Entwässerung unterbrach. Die unterschiedlich breiten sogenannten Uferrehnen bzw. breiten Uferwälle an Elbe, Stör und auch der Wilsterau sind heute am Geländerelief noch gut erkennbar. Sie wurden in historischer Zeit zuerst besiedelt. In den in ihrem Abfluß gestörten sumpfigen Senken entstanden Moore und Blänken (z.B. der Kudensee, daneben aber auch mehrere in früheren Zeiten in der Marsch vorhandene flache Seen).

Die nach Zeiten erheblicher Wassersnot der Wilstermarsch von unbekannter Hand am 22. Februar 1721 gefertigte und stark verzerrte Handzeichnung (Bild 2) verdeutlicht, daß vor etwa 300 Jahren die für das Entstehen der Burger Au maßgebliche topografische Situation noch vorhanden war.
Oben am Kartenrand ist der ausgedehnte Kudensee mit seinem Abflußgerinne Burger Au zur Wilsterau/Holstenau zu erkennen. Er füllte nahezu die gesamte Senke zwischen Klev und Hochmoor aus, denn südlich des Kudensees versperrt das ausgedehnte Hochmoor wie ein Querriegel den Abfluß. Im Bereich des Schenkeldeiches (in Höhe der heutigen Schenkel-Brücke) allerdings haben zahlreiche Rinnen das Moor zerstört und bedrohen so die tief gelegene Marsch mit dem Hochwasser des seinerzeit noch sehr großflächigen Kudensees. Der Abfluß des Sees nach Westen ist versperrt durch den Donn (ehemaliger Strandwall), welcher aus Nord-Süd Richtung kommend rechtwinklig auf das Hochmoor trifft.
Als Abflußhindernisse erzwangen Hochmoor und Donn den Abfluß des Kudensees nach Osten zur Wilsterau/Holstenau.
Die beigefügten Kartenausschnitte (Bilder 3 und 4) aus der 1659 von Caspar Dankwerth herausgegebenen "Neue Landesbeschreibung der zwei Herzogtümer Schleswig und Holstein") verdeutlichen u.a. die alte Situation der Gewässer, wie sie vor der Abtorfung der Hochmoore und dem Bau des NOK vorhanden war. Insbesondere die Darstellung der Flüsse, Höhen und Moore zeigen augenscheinlich, dass die Holstenau der ursprüngliche Oberlauf der Wilsterau war und erst nach Steigen des Meeresspiegels, der Entstehung der Donns und das Aufwachsen des Hochmoores sich das Gerinne der Burger Au in östliche Richtung entwickelte.

Im Fazit ist zu dem hier behandelten Thema festzustellen, daß die Burger Au viele Jahrtausende jünger ist als die Holstenau/Wilsterau.
Die Burger Au ist ursprünglich ein Nebenfluß der Holstenau/Wilsterau!

Bildrechte: nicht bekannt

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1920 - Plebiszit / Plebiscite - Abstimmungsgebiete in Schleswig

1920 Plebiszit / Plebiscite - Abstimmungsgebiete in Schleswig.
Mit der Volksabstimmung am 10.Februar und 14. März 1920 wurde die Staatsgrenze zwischen Dänemark und Deutschland neu festgelegt - das ehemalige Herzogtum Schleswig wurde geteilt mit der Folge, dass die Staatsgrenze seither nördlich von Flensburg verläuft.
In der Zeit der Schleswig-Holsteinischen Erhebung der Jahre 1848 - 1852 war Schleswig Teil des sich von Dänemark losgesagt habenden Staates Schleswig-Holstein. Nach dem Sieg Dänemarks wurden gemäß dem von den damaligen Großmächten geschlossenen "Londoner Protokoll" v. 08.Mai 1852 die Herzogtümer Schleswig und Holstein in Personalunion als Dänemark zugehörig bestimmt, wobei Schleswig nicht stärker als Holstein an den dänischen Gesamtstaat angebunden werden sollte.
In der Folge des mit der Niederlage Dänemarks endenden Deutsch-Dänischen Krieg von 01.02. bis 30.10.1864 (mit Dänemark auf der einen, sowie Preussen und Österreich auf der anderen Seite) sowie dem anschließenden preußisch-österreichischen Krieg ("Deutscher Krieg") von 1866 wurde Schleswig-Holstein preussische Provinz. Die Grenze zu Dänemark verlief südlich von Kolding.
Nach dem von Deutschland verlorenen I. Weltkrieg wurde gemäß Artikel 109 des Friedensvertrages eine Volksabstimmung zur Festlegung der Grenze festgelegt; die Abgrenzung der beiden Abstimmungszonen gab dabei den Verlauf der späteren Grenze bereits vor - die nördliche 1. Zone (Nord-Schleswig) fiel an Dänemark, die südliche 2. Zone (Mittel-Schleswig) an Deutschland; auf eine zunächst vorgesehene 3. Zone im anschließenden südlichen Schleswig wurde verzichtet.
Die Einteilung der Zonen und die Art der Abstimmung berücksichtigte die Wünsche Dänemarks. In der nördlichen Zone 1 wurde am 10.02.1920 en bloc abgestimmt, damit bei der erwarteten dänischen Gesamtmehrheit grenznahe Mehrheiten für Deutschland keine Berücksichtigung finden konnten. So blieb es auch ohne Folgen, dass in den Städten Tondern, Apenrade und Sonderburg eine Mehrheit für Deutschland stimmte.
In den Gemeinden der südlichen Zone 2, wo eine deutsche Mehrheit erwartet wurde, erfolgte die Abstimmung einen Monat später am 14.03.1920 gemeindeweise, um die Möglichkeit zu nutzen, einzelne Gemeinden mit einer dänischen Mehrheit Dänemark zuzuschlagen.

Bildrechte: Landkartenhandlung Dietrich Reimer (Ernst Vohsen), Berlin

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01 Schleswig-Holsteinische Erhebung 1848 gegen Dänemark

Schleswig-Holsteinische Erhebung 1848 gegen Dänemark
Schleswig-Holstein hat eine sehr verwirrende und komplizierte Geschichte.
Die vorgestellte Werbekarte warb bei dem für den Landesteil Schleswig durchgeführten Plébiscite (Volksabstimmung) am 14. März 1920 für den Verbleib bei Deutschland.
Die andere vorgestellte Karte zeigt die beiden Zonen der Abstimmungsgebiete im Landesteil Schleswig.
Die Abstimmung erfolgte in zwei zuvor festgelegten Zonen (sh. Karte 2), deren Abgrenzung jedoch die Folge des Ergebnisses der Abstimmung bereits vorgab. Seit der Volksabstimmung gehört der nördliche Teil des ehemaligen Herzogtums Schleswig zu Dänemark, der südliche Teil zu Deutschland; die Staatsgrenze verläuft knapp nördlich der Stadt Flensburg.
Seit dem Vertrag von Ripen im Jahr 1460 war der dänische König als Herzog Landesherr der beiden sich zusammengehörig fühlenden Herzogtümer Schleswig und Holstein gewesen und hatte dabei deren Forderung des „Up ewich ungedeelt“ anerkannt. Es entstand die eigenartige Konstellation, dass der König von Dänemark als Herzog von Schleswig und Holstein zugleich deutscher Reichsfürst war und auf dem Reichstag Sitz und Stimme hatte.
Die 1848 von massgeblichen politischen dänischen Kräften („Eiderdänen“) verfolgte Verlegung der Grenze an die Eider führte zur letzlich gescheiterten Schleswig-Holsteinischen Erhebung.
Erst in der Folge des Deutsch-Dänischen Krieges von 1864 zwischen Preußen, Österreich und Dänemark wurde Schleswig-Holstein als preußische Provinz Teil Deutschlands; die Reichsgrenze verlief knapp südlich von Kolding.
Die Niederlage Deutschlands im I. Weltkrieg bewirkte die Durchführung der Volksabstimmung von 1920 mit der Folge der heute so noch bestehenden Staatsgrenze.
Heute verfolgen Dänemark und Deutschland gemeinsam in Europa einen guten respektvollen und friedlichen Weg des Umgangs mit einander und mit den jeweiligen Minderheiten auf ihrem Staatsgebiet.

Bildrechte:
Karte 1: August Westphalen, Flensburg
Karte 2: Landkartenhandlung Dietrich Reimer (Ernst Vohsen) Berlin

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1940 - Haus und Hof deutscher Bauern - I.Band: Schleswig-Holstein

1940 Haus und Hof deutscher Bauern - I. Band: Schleswig-Holstein
von Gustav Wolf unter Mitarbeit von Joachim Herpin
erschienen 1940 im Verlag Dietrich Reimer, Andrews & Steiner / Berlin

Während der Zeit des Nationalsozialismus war von der nationalsozialistischen Fachgruppe Bauwesen im NS-Bund Deutsche Technik unter dem Titel "Haus und Hof deutscher Bauern" die Herausgabe einer nach Landschaften gegliederten, mehrbändigen Dokumentation zur Entwicklung des ländlichen Bauwesens in Deutschland vorgesehen. Aus dieser Reihe erschien während der Zeit des sogenannten "Dritten Reiches" jedoch nur der erste Band Schleswig-Holstein.
Wenn auch textliche Ausführungen in dem großbändigen Werk stark vom nationalsozialistischen Gedankengut und einem starker Bezug zum Germanentum geprägt sind, ist die Dokumentation der Bauformen in Text, Zeichnung und Foto überaus bemerkenswert.
Ein besonderer Schwerpunkt widmet sich den bäuerlichen Hausformen in den Elbmarschen, wobei die Darstellung der Gehöfte in der Wilstermarsch nochmals besonders herausgehoben ist.
In der Wilstermarsch gab es bei den historischen Bauernhäusern zwei vorherrschende Typen, welche lange zeitgleich nebeneinander bestanden. Dieser Umstand ist eine in keiner anderen deutschen Landschaft so auftretende Eigentümlichkeit.
- Zum einen ein sächsisches Fachhallenhaus, das Huusmannshuus oder Husmanshus, mit der zentralen großen Diele in der Mitte des Hauses; viele dieser Häuser hatten einen Kreuzgiebel.
- Zum anderen das vom niederländischen Baustil beeinflußte friesische Gulfhaus, das Barghus oder Barghuus, mit seitlich angeordneter großer Diele. Der mittig des Hauses zwischen dem mächtigen Ständerwerk befindliche Bergeraum für das eingebrachte Heu ist namensgebend für diesen Haustyp.
Beide Haustypen, Husmannshuus und Barghuus, haben in der Wilstermarsch äußerlich recht große Ähnlichkeit. Deutlich werden die Unterschiede durch die Verschiedenheit ihrer baulichen Durchbildung und die unterschiedliche Raumnutzung.
Eine Darstellung der in der Wilstermarsch vorkommenden Ausformungen sowohl von Husmannshuus als auch von Barghuus kann in der unten aufrufbaren Datei angesehen werden.

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1951 - Marktplatz, Verein für deutsche Schäferhunde

1951 Marktplatz, Verein für deutsche Schäferhunde
Eine Gruppe des „Verein für deutsche Schäferhunde (SV) e.V., Ortsgruppe Itzehoe“ hat sich mit ihren Hunden auf dem Marktplatz aufgestellt.
Der Herr im Anzug und mit Hut, neben dem Jungen mit dem Schild, ist Franz Reimers; er war Gründer der Ortsgruppe und auch ihr Vorsitzender von 1930 bis 1954.
Der zweite von links der in Bildmitte abgebildeten Personen mit weißem Hemd ist Herr Kubis, dessen Sohn gegenwärtig zweiter Vorsitzender der Ortsgruppe ist.
In der Chronik des genannten Vereins findet sich zu Anlaß und Zeitpunkt des Treffens folgender Eintrag einer Vorstandssitzung vom 24.6.1951: „Der Verein wird sich auch an einer Werbeschau in Wilster beteiligen.“
Rechts im Anschnitt ist der Turm der St. Bartholomäus Kirche erkennbar.
Auf der gegenüber liegenden Straßenseite steht noch die alte und im Jahre 1900 erbaute Turnhalle, die 1963 wegen Baufälligkeit abgebrochen wurde.
Links daneben das Geschäftshaus des Wilsteraner Photographen Carl Kuskop.

Bildrechte: nicht bekannt

Die Informationen zu Zeitpunkt und Anlaß der Aufnahme wurden freundlicherweise beigebracht von Ulrike Eckmann als derzeitige Vorsitzende des Verein für Schäferhunde (SV) e.V. Ortsgruppe Itzehoe

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1915 - Gaststätte Deutscher Hof

1915 Gaststätte Deutscher Hof am Markt.
Das Schild über der Einfahrt wies auf die Ausspann-Möglichkeit für Fuhrwerke hin, was seinerzeit für viele Gasthöfe eine notwendige Einrichtung war, um den vielfach mit Pferdekutschen anreisenden Gästen den hierfür notwendigen Service bieten zu können.
Die Gaststätte „Deutscher Hof“ von Christian Schlotfeldt lag an der nordwestlichen Ecke des Marktes bei der Einmündung der Zingelstraße, welche seinerzeit noch Schulstraße hieß, denn seit Jahrhunderten lag sowohl die Stadtschule als auch das Haus mit den Lehrerwohnungen an dieser Straße.
Der vormalige „Deutsche Hof“ von Christian Schlotfeld (später Weidemann, Arthur Rost, Hermann Eul) wurde zuletzt von dem Letztgenannten unter dem Namen „Zur Eule“ geführt. Das Gebäude besteht heute nicht mehr.

Bildrechte: Carl Kuskop, Wilster

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1933 Landwirtschaftlicher Verein St. Margarethen, Brokdorf und Wewelsfleth besteht 40 Jahre

1933 Landwirtschaftlicher Verein St. Margarethen, Brokdorf und Wewelsfleth besteht 40 Jahre
Die örtliche Zeitung im benachbarten Burg berichtete über das vierzigjährige Bestehen des Landwirtschaftlichen Vereins.
In dem kurzen Bericht wird mit einem Foto erinnert an den 1929 verstorbenen Hofbesitzer Johannes Schütt aus Osterbünge, welcher erster Vorsitzender des Vereins war.
Gleichfalls abgebildet sind die Gründungsmitglieder und seinerzeitigen Ehrenmitglieder
Theodor Bolten, Wewelsfleth
Ferdinand Dammann, Brokdorf (vermutl. von Hof Nr. 67 gem. dem Buch "Die Bauernhöfe der Wilstermarsch")
Wie lange der Verein Bestand hatte, ist nicht bekannt. Heute besteht noch der Landwirtschaftliche Verein der Wilstermarsch, in welchen vermutlich die seinerzeit bestanden habenden örtlichen Vereine aufgegangen ist. Leider hat dieser Verein keine eigene Internetpräsenz.

Anmerkung: Abbildung des alten Zeitungsartikels wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Nils Paustian, Brickeln, in dessen Sammlung sich die Zeitungsausgabe befindet.






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Verein Seglervereinigung Wilster SVW - Flagge Deutscher Segler Bund

Verein Seglervereinigung Wilster SVW - Flagge Deutscher Segler Bund
Die am 16.01. Januar 1932 in der Gaststätte „Goldener Anker“- von Heinrich Krumm - [Bei der Schott-Brücke] erfolgte Gründung der Seglervereinigung Wilster SVW erfolgte nach den Gründungsbedingungen des Deutschen Seglerbundes (DSB). Dieser führte die vorgestellte Flagge, welche auf den Booten seiner Mitglieder am Tage direkt unter der Steuerbordsaling geheißt wurde.
Der 1912 gegründete DSB bestand neben dem Deutschen Segler Verband DSV und dem 1901 gegründeten Freie Segler-Verband (FSV) als einer von den drei großen Seglerverbänden im Deutschen Reich. Damals galt das Segeln noch als Herrensport; dem älteren Deutschen Segler-Verband konnten nur Segler beitreten, die "nicht von ihrer Hände Arbeit lebten".
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde von diesen bereits 1933 der von Arbeitern gegründete FSV aufgelöst. Bereits im Folgejahr wurde der Deutsche Seglerbund (DSB) liquidiert, nachdem er im Rahmen der Gleichschaltung der Seglerverbände zwangsvereinigt wurde mit dem Deutsche Segler Verband (DSV). Letzterer ist bis heute Dachverband der Segler in Deutschland.
Der wilsteraner Segler Heinrich von Holdt, einer der maßgeblichen Initiatoren für die Gründung der SVW und von 1935 bis 1951 ihr Vorsitzender, mochte sich offenbar innerlich mit der Zwangsvereinigung der Seglerverbände nicht anfreunden; wohl deshalb befand sich an Bord seiner Segeljachten stets die vorgestellte Flagge des DSB.

Anmerkung: Informationen über die in Deutschland geführten historischen und aktuellen Flaggen finden sich bei der Deutsche Gesellschaft für Flaggenkunde e.V.

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1920 - Volksabstimmung vom 10. Februar 1920 - Nord-Schleswig fällt an Dänemark

1920 Volksabstimmung zur Loslösung Nord-Schleswigs von Deutschland.
* Schleswig-Holstein meerumschlungen *
* Land meiner Väter reich an Ehren,
Reich an Demut und an Kraft *
Erinnerung an die Volksabstimmung vom 10. Februar (nördliche Zone) und 14. März 1920 (südliche Zone), welche die heutige Staatsgrenze zwischen Dänemark und Deutschland festlegte. Nach der in den Jahren 1848 – 1851 gescheiterten Erhebung der deutsch gesinnten Schleswig-Holsteiner gegen Dänemark, waren die Herzogtümer in der Folge des Krieges des Jahres 1864 zwischen Dänemark, Österreich und Preußen als Provinz des letzteren Bestandteil des Deutschen Reichs geworden; zur preußischen Provinz Schleswig-Holstein gehörte auch das Herzogtum Lauenburg (das Lauenburger Pferd in dem abgebildeten dreigeteilten Wappen erinnert hieran). Die Grenze zu Dänemark verlief südlich von Kolding.
Nach dem von Deutschland verlorenen ersten Weltkrieg erzwang der Versailler Vertrag eine Volksabstimmung für die nördlichen Bereiche Schleswigs; Nordschleswig fiel danach wieder an Dänemark, was von den Dänen als Wiedervereinigung empfunden wurde.
1920 Volksabstimmung vom 10. Februar 1920 - Nord-Schleswig fällt an Dänemark.
Der nach dem Grauen des zweiten Weltkrieges eingekehrten Einsicht ist es zu danken, wenn heute an der zwischen den Völkern so lange strittigen Grenze ein verständiges und vertrauensvolles Miteinander eingekehrt ist - möge das immer so bleiben!

Bildrechte: nicht bekannt

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1910 - Denkmale - Erinnerungen an die S-H Erhebung und den Krieg mit Dänemark

1910 Denkmale - Erinnerungen an die Schleswig-Holsteinische Erhebung und die Kriege mit Dänemark
- Dänisches Denkmal.
Das 1910 am Busdorfer Teich in Schleswig im Bereich der ehemaligen Friedrichsschanze errichtete Dänische Denkmal erinnert an die in der Zeit vom 01. August bis 01. Februar 1851 während der Schleswig- Holsteinischen Erhebung gefallenen Dänen.
- Chemnitz Bellmann Denkmal.
Das Denkmal wurde in der Stadt Schleswig errichtet zu Ehren des Komponisten der Melodie des Schleswig-Holstein Liedes, Carl Gottlieb Bellmann, und Matthäus Friedrich Chemnitz als Dichter des Liedertextes "Schleswig-Holstein meerumschlungen"
- Reventow – Beseler Denkmal.
Das 1891 eingeweihte und vor dem Königlichen Amtsgericht in Schleswig errichtete Denkmal erinnert an zwei Exponenten der Provisorischen Regierung Schleswig-Holsteins in der Zeit der Schleswig-Holsteinischen Erhebung.
Der Rechtanwalt Wilhelm Beseler vertrat mit seinem Berufskollegen Jürgen Bremer die nationalliberale schleswig-holsteinische Bewegung, während der konservative Graf Reventlow-Preetz den Adel vertrat und sich gegen liberale Reformen wandte, so wie auch der als Prinz von Noer bekannte Prinz Frederik von Augustenburg.
- Düppel Denkmal.
Nach dem Sieg der Preussen und Österreicher gegen Dänemark im Schleswig-Holsteinischen Krieg wurde bereits 1865 der Grundstein für das Siegesdenkmal bei Düppel gelegt. Erst nach der Reichsgründung erfolgte die Einweihung des Denkmals 30. September 1872. Acht Tage nach dem II. Weltkrieg sprengten Dänen das Denkmal.
- Lornsen Denkmal.
Das Denkmal erinnert an Uwe Jens Lornsen, der 1830 Landvogt auf Sylt wurde und durch seine Schrift "Über das Verfassungswerk in Schleswigholstein" den Anstoß gab für ein Bestreben für ein vereintes und von Dänemark weniger abhängiges Schleswig-Holstein. Es wurde in Rendsburg, der vormals größten Garnison im Dänischen Reich, im Jahre 1878 auf dem Paradeplatz errichtet.
- Denkmal in Wellspang für die gefallenen Österreicher.
Das Österreicher Denkmal in Welspang in der Gemeinde Süderfahrenstedt bei Schleswig erinnert an das von Österreichischen Truppen geführte siegreiche Gefecht am 06. Februar 1864 bei Oeversee gegen die Dänen im Deutsch – Dänischen Krieg.
- Idstedt Denkmal.
Das Denkmal wurde 1869 auf dem ehemaligen Schlachtfeld eingeweiht. Bei der am 25. Juli 1850 geschlagenen Schlacht trafen die 26.000 Mann zählende schleswig-holsteinische Armee auf die die dänische Arme mit 37.000 Soldaten. In der Schlacht starben 1.455 Menschen, mehr als 5.000 wurden verwundet oder verstümmelt. Das Dorf Idstedt brannte fast vollständig nieder. Die Schlacht entschied letztlich das Scheitern der Schleswig-Holsteinischen Erhebung; sie war seit Menschengedenken die größte Schlacht nördlich der Elbe.
- Denkmal Königshügel bei Schleswig.
Auf dem aus der Wikingerzeit stammenden Könighügel am Ortseingang von Selk ist die Gedenkstätte eingerichtet für die bei dem Gefecht am 03. Februar 1864 dort gefallenen österreichischen Soldaten im Schleswig-Holsteinischen Krieg von 1864 zwischen Preussen und Österreich gegen Dänemark von 1864.

Bildrechte: Phot. u. Verlag G. J. Koch, Hofphotograph, Schleswig

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1958 - Blick von der Hochbrücke Hochdonn auf den NOK und die angrenzende Niederung

1958 Blick von der Hochbrücke Hochdonn auf den NOK und die angrenzende Niederung.
Die tiefliegenden anmoorigen Flächen an der Holstenau im Bereich (gegenüber) von Hochdonn sind nach der für diese Heimat-Seite gewählten Definition der nördliche Zipfel der Landschaft Wilstermarsch.
Das zur Wilstermarsch liegende Ufer wurde ab 1965 um bis zu 60 m zurückgenommen, wobei etliche Gebäude abgerissen wurden.
Auf dem Ostufer (vor Ort als Südseite bezeichnet) steht noch nicht das Getreidesilo der Fa. Kock, Meldorf.

Bildrechte: Rudolf Böckmann, Burg in Dithmarschen,
der freundlicherweise das Foto zur Verfügung stellte

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1959 - Bahnhof Wilster - neuer Pavillon und Abbruch des alten Empfangsgebäudes

1959 Bahnhof Wilster - neuer Pavillon und Abbruch des alten Empfangsgebäudes
Das 1920 im Zuge der Verlegung der Marschbahn neu errrichtete Empfangsgebäude des Bahnhofs Wilster wurde wegen unzureichender Gründung des schweren Bauwerks auf dem weichen Marschboden nur wenige Jahrzehnte nach seiner Errichtung baufällig. Das Gebäude wurde in den Jahren 1959/60 in zwei Etappen wieder abgebrochen. Der nördliche Flügel des Gebäudes wurde bis zur Inbetriebnahme des als Ersatzbau hergestellten Pavillons als Provisorium genutzt.
Bild 1: Vorne rechts ist im Anschnitt der Gleiskörper der Richtung Brunsbüttel führenden Bahnstrecke der Marschbahn zu erkennen; die Linienführung der Marschbahn wurde bekanntlich nach dem Bau der Hochbrücke Hochdonn verändert.
Links führt der Treppenaufgang zu der über die Gleisanlagen führenden Fußgängerbrücke, welche eine fußläufige Verbindung vom Bahnhof zur Straße Steindamm ermöglichte.
Bild 2: Das am 28.10.1959 aufgenommene Foto zeigt vom Bahnsteig der Strecke nach Westerland den neuen Pavillon sowie ganz rechts im Anschnitt den bis zu dem Zeitpunkt als Provisorium genutzten nördlichen Flügel des bald danach völlig abgebrochenen alten Gebäudes.

Bildrechte:
Bild 1: Wilhelm Schult, Wilster
Bilder 2 u. 3: Deutsche Bundesbahn, Bundesbahndirektion Hamburg
Anmerkung: Bild 2 wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Manfred Bauch, Wilster

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1980 - Burgerstraße, marschierende Bürger-Schützen-Gilde

ca. 1980 Burgerstraße, marschierende Bürger-Schützen Gilde (Bürgergilde)
Von der Bahnhofstraße kommend und den Bahnübergang querend marschiert die Bürger-Schützen-Gilde mit klingendem Spiel ihres Trommler und Pfeiffer Korps in die Burger Straße.
Hinten rechts, hinter dem Personenkraftwagen, mündet die damalige Stichstraße (heute der nördliche Abschnitt der Straße Klosterhof) ein; die Straßenführung ist heute gegenüber seinerzeit verändert;
auch das Stellwerk am Bahnübergang zur Neuen Burger Straße ist heute nicht mehr vorhanden. Das Wärterstellwerk Wilster Ww war eines von drei mechanischen Stellwerken im Bereich des Bahnhofes Wilster. Von ihm aus wurden auch die Schranken des Bahnüberganges bedient.

Bildrechte: nicht bekannt
Anmerkung: Das Foto wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Ralf Steffens, Luzern, Schweiz

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1904 - Burggraben - gesehen von der Burger Straße

1904 Burggraben von der Burger Staße aus gesehen
Der Verlauf des die Stadt Wilster (Alte Seite) im Mittelalter umschließenden und von der Wilsterau gespeisten Burggrabens ist heute noch in der Örtlichkeit gut nachverfolgbar.
Das Gewässer war bis in die 1920er Jahre offen; es wurde 1925 verfüllt. Zuvor hatte die Stadt Wilster einen Rechtsstreit gegen den Regierungspräsidenten der Provinz Schleswig-Holstein gewonnen (Urteil des III. Senats v. 20. März 1924, V.B. 23/24. I. Bezirksausschuß zu Schleswig), wonach der Burggraben als unselbständiger Bestandteil der Wilsterau deren Gewässerordnung (I. Ordnung) teilt. Offenbar finanzierte in der Folge der Staat die Verfüllung des Burggrabens mit.
Der nördliche Teil des Burggraben zweigte von der Wilsterau am Rosengarten ab, kreuzte die Deichstraße, verlief am östlichen Rand des heutigen Stadtparks, querte die Zingelstraße, verlief am südlichen Rand des Platzes am Colosseum, querte die Burger Straße in Höhe des Deichbauamts und sodann den Kohlmarkt, um dann wieder in den Stadtarm der Wilsterau einzumünden.
Südlich der Wilsterau markierte das heute gleichfalls verfüllte Bäckerstraßenfleth dort die Grenzen des auf die Neue Seite hinüber gewachsenen mittelalterlichen Wilster (sh. Bild 3 - Ausschnitt aus Lageplan aus dem Jahr 1775).

Bildrechte: M. Glückstadt & Münden, Hamburg

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Hof Ramm - Bargscheune in Diekdorf, Gemeinde Nortorf

Hof Ramm - Bargscheune in Diekdorf, Gemeinde Nortorf
Die Schne ghört zu Hof 504 gemäß dem Buch "Die Bauernhöfe der Wilstermarsch im Bild"
In der Wilstermarsch gab es bei den historischen Bauernhäusern zwei vorherrschende Typen. Dieser Umstand ist eine in keiner anderen deutschen Landschaft so auftretende Eigentümlichkeit.
- Zum einen ein sächsisches Fachhallenhaus, das Huusmannshuus oder Husmanshus, mit der zentralen großen Diele in der Mitte des Hauses; viele dieser Häuser hatten einen Kreuzgiebel.
- Zum anderen das vom niederländischen Baustil beeinflußte friesische Gulfhaus; das Barghus oder Barghuus, mit seitlich angeordneter großer Diele ähnelt mit seinem mächtigen Dach dem Eiderstedter Haubarg. Der mittig des Hauses zwischen dem mächtigen Ständerwerk befindliche Bergeraum für das eingebrachte Heu ist namensgebend für diesen Haustyp.
Beide Haustypen, Husmannshus und Barghus, haben äußerlich recht große Ähnlichkeit. Deutlich werden die Unterschiede durch die Verschiedenheit ihrer baulichen Durchbildung
Entsprechend der baulichen Durchbildung des Hauptgebäudes waren jedoch vielfach die dazugehörigen Scheunen nicht in gleicher Weise konstruiert. Ein Beispiel dafür ist die Bargscheune auf dem Hof Ramm.

Anmerkung: Die vorgestellten Abbildungen stammen aus
der
Buchreihe Haus und Hof deutscher Bauern - I. Band: Schleswig-Holstein 
erschienen 1940 im Verlag von Dietrich Reimer / Andrews & Steiner / Berlin
Textlich ist das Buch in seinen mehr allgemeinen Passagen von nationalsozialistischem Gedankengut geprägt, weshalb hier lediglich zeichnerische Darstellungen wiedergegeben sind.

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1960 - Klosterhof Haus 31 - zu den Stadtwerken gehöriges Wohnhaus - vormals Credit-Verein Wilster

1960 Haus 31 - zu den Stadtwerken gehöriges Wohnhaus - vormalig "Credit-Verein zu Wilster"
In dem zu den Liegenschaften der Stadtwerke gehörigen Wohnhaus wohnte lange Zeit deren Leiter.
Das Gebäude wurde um 1980 abgebrochen im Zusammenhang mit der im Rahmen der Stadtsanierung vorgenommenen Umgestaltung der Straße Klosterhof.
Das Gebäude Klosterhof 31 war über den Zeitraum von fast vier Jahrzehnten Standort der Volksbank Wilster von 1869 eG gewesen. Diese war 1869 als “Credit-Verein zu Wilster eG” gegründet worden. Die damalige Kreditbank zu Wilster hat in der Zeit von Ende 1890 bis 1929 das Haus Klosterhof 31 für ihre Zwecke genutzt. Dann wurde das Haus an die Elektrizitätswerke AG, Wilster, verkauft und das Haus Am Markt 19, Wilster, als Standort erworben.
Die Volksbank Wilster ist 1983 mit der Volksbank eG, Elmshorn, verschmolzen worden.

Bildrechte: Familie Bockelmann
Anmerkung: Die Fotos wurden freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Wolfgang Bockelmann, Krefeld

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Wappen von Schleswig-Holstein aus dem Jahre 1946 - Anstecknadel

Anstecknadel mit dem Wappen des 1946 gebildeten Landes Schleswig-Holstein
Das Wappen Schleswig- Holsteins ist gespalten; es ist ein Allianzwappen und es lehnt sich hinsichtlich der Schildfiguren an das Wappen der vormaligen Preussischen Provinz Schleswig-Holstein an.
Im heraldisch rechten Feld (also für den Betrachter links) befinden sich auf goldenem Grund zwei blaue, nach innen gewandte, rot bewehrte, übereinander schreitende Löwen. Die Schleswigschen Löwen sind dem dänischen Wappen entnommen, wobei eine Reduzierung von drei auf zwei Löwen vorgenommen ist.
Dabei wurden die Löwen gedreht. Das hat folgende Ursache: Üblicherweise schreiten Wappenfiguren nach rechts (heraldisch betrachtet, also vom Schildträger aus gesehen). Das hat seinen Grund darin, daß der Schild üblicherweise mit dem linken Arm - also auf der Herzseite des Trägers - getragen wurde. Die für den Träger nach rechts gewandte Wappenfigur schritt vom Herzen weg, also vorwärts, sie war somit ein Symbol für Tapferkeit. Eine nach links - also zum Herzen hin - sich wendende Figur symbolisierte Flucht, stand daher für Feigheit.
Weil aber bei zusammengesetzten Wappen (bei Allianzwappen) das Abwenden von der anderen Wappenfigur als unhöflich gilt, schreiten die Löwen auf dem Schleswig-Holsteiner Landeswappen nach links. Dieses regelte beim Schleswig-Holstein Wappen sogar der Deutsche Kaiser Wilhelm II, indem er am 28. September 1891 eine Kabinettsorder (die sogenannte Allianzwappenorder) erließ, die den Löwen eine andere Richtung verordnete - dieses jedoch nur im Allianzwappen und nicht, wenn das Wappen mit den Löwen allein steht.
Im heraldisch linken Feld befindet sich das Holsteinische Nesselblatt,ein altes Symbol, das auch schon von den Schauenburger Landesherren übernommen wurde (Grafen von Schauenburg) – es findet sich auch im Wappen des niedersächsischen Landkreises Grafschaft Schaumburg). Dieses Nesselblatt ist weiß auf rotem Grund.
Die ergänzend vorgestellte Anstecknadel zeigt eine sehr überraschende Form eines Allianzwappens der Herzogtümer Schleswig und Holstein. Das Schleswiger Wappen ist im Holsteiner Nesselblatt plaziert - der Anlaß zur Herausgabe der Nadel mit der gewählten sehr ungewöhnlichen Darstellung konnte bisher nicht ermittelt werden. Bekannt allerdings ist, daß die alte Gottorfer Seeflagge von 1696 das weiße Nesselblatt auf rotem Grund, darin die beiden blauen Schleswiger Löwen auf Gelb zeigte. 1843 hatte es beim Volksfest in Apenrade den Versuch gegeben, dieses Wappen für die beiden Herzogtümer einzuführen.

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1878 - Burger Straße - Einmündung der Bahnhofstraße (heutigen Tagg-Straße)

1878 Burger Straße - Einmündung der Bahnhofstraße (heutigen Tagg-Straße)
Burger Straße (die vormalige Hinterstraße bzw. Achterstraat), Blick in Richtung Markt.
In Bildmitte ist im Zuge der Straße die über den Burggraben führende Brücke gut zu erkennen.
Das Gewässer war bis in die 1920er Jahre offen; es wurde 1925 verfüllt. Zuvor hatte die Stadt Wilster einen Rechtsstreit gegen den Regierungspräsidenten der Provinz Schleswig_Holstein gewonnen (Urteil des III. Senats v. 20. März 1924, V.B. 23/24. I. Bezirksausschuß zu Schleswig), wonach der Burggraben als unselbständiger Bestandteil der Wilsterau deren Gewässerordnung (I. Ordnung) teilt. Offenbar finanzierte in der Folge der Staat die Verfüllung des Burggrabens.
Der nördliche Teil des Burggraben zweigte von der Wilsterau am Rosengarten ab, kreuzte die Deichstraße, verlief am östlichen Rand des heutigen Stadtparks, querte die Zingelstraße, verlief am südlichen Rand des Platzes am Colosseum, querte die Burger Straße in Höhe des Deichbauamts und sodann den Kohlmarkt, um dann wieder in den Stadtarm der Wilsterau einzumünden.

Bildrechte: Hans-Peter Mohr, Wilster
Anmerkung: Auf der Ansichtskarte ist kein Verlag vermerkt. Die alte Aufnahme ist reichlich ein halbes Jahrhundert später für eine sogenannte private Ansichtskarte genutzt worden. Sie stammt aus einem 1933 vom damaligen Heimatverein Wilstermarsch als Ehrengabe Herrn Pastor D.Dr. Wilhelm Jensen überreichten Album, welches freundlicherweise von Frau Sigrid Malz, Karlruhe, mit Zustimmung der Nachkommen des D.Dr. Wilhelm Jensen für die Heimat-Seite mein-wilster zur Verfügung gestellt wurde.

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