Alte Postkarten aus Wilster

Aktuelle Kategorie: Vaalermoor, Äbbtissinwisch, Burger Feld, Bebek

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1903 Äbtissinwisch - Gasthof zur Linde

1903 Äbtissinwisch - Gasthof zur Linde

1903 Äbtissinwisch, "Gasthof zur Linde"
Äbtissinwisch gehörte bis zum Jahre 1889 zum Verwaltungsbereich des Klosters (zuerst ein Zisterzienserinnen Nonnen-Kloster) Itzehoe, weshalb die ursprünglich Wisch (Wiese) genannte Gegend auch ihren Namen hat, nämlich „Wiese der Äbtissin“.
Die Gegend wurde 1541 als d´Wißke erstmals urkundlich erwähnt.
Die Gemeinde ist nördlich des die alte Marsch vom Hohen Moor abgrenzenden Schenkeldeiches gelegen; wo dieser an den Deich der Wilsterau anschließt, endete noch im späten Mittelalter der Deich der Wilsterau. Die kleine und nie mehr als 10 Hofstellen und einige Katenstellen aufweisende Gemeinde betrieb bis 1969 eine Dorfschule.
Es ist ein kaum noch zu erklärender Anachronismus, wenn es heute noch in der Wilstermarsch Gemeinden mit deutlich weniger als 1.000 Einwohnern gibt - sogar solche mit weniger als 100 Einwohnern, wie beispielsweise Äbtissinwisch.
Der Gasthof „Zur Linde“ wurde vor 100 Jahren von Heinrich Lass betrieben. Noch in den 1950er Jahren fanden in dem schon lange nicht mehr bestehenden Gasthof regelmäßig sogenannte „Kaffee-Gesellschaften“ bzw. „Kaffee-Bälle“ statt, bei denen von den Besuchern bei Musik und Gesprächen Kaffee und Kuchen genossen und so manches Tänzchen gewagt wurde. Derartige Veranstaltungen wurden seinerzeit in fast allen ländlichen Gasthöfen durchgeführt.

Bildrechte: F. Stammerjohann, Burg in Dithmarschen

1907 Automobil Verbindung Burg - Wilster, Haltestelle Aebtissinwisch

1907 Automobil Verbindung Burg - Wilster
1908 Automobil Verbindung Burg - Wilster, Haltepunkt Aebtissinwisch
1908 Kraft-Droschke vor Schütt´s Gasthof in Burg / Dithmarschen

1907 Automobil Verbindung Burg - Wilster
Bild 1: Eine Kraft-Droschke (Omnibus) mit Fahrgästen und Personal vor dem Bahnhofsgebäude in Wilster.
Bild 2: Eine mit Girlanden geschmückte Kraft-Droschke (Omnibus) vor dem "Gasthof zur Linde" in Aebtissinwisch.
Bild 3: Kraft-Droschke vor Schütt´s Gasthof in Burg
Es handelt sich womöglich um die allererste Fahrt der Kraft-Droschke auf der Strecke Wilster - Burg.
Der erste Bahnhof der Stadt Wilster war 1878 an der heutigen Tagg-Straße (damaligen Bahnhofstraße) in Betrieb genommen worden;
die Bahnstrecke (sogenannte Marschbahn; sie querte bei Taterpfahl den Nord-Ostsee Kanal) führte von Altona über Wilster nach Heide (und später bis Ribe in Dänemark).
Der Ort Burg in Dithmarschen erhielt erst 1920 nach Fertigstellung der über Hochdonn führenden Strecke Hamburg-Westerland einen Bahnanschluß, weshalb zuvor Bahnreisende zwischen Wilster und Burg die Landstraße nutzen mußten. Während zunächst die Verbindung von und nach Burg mit Postkutschen gewährleistet wurde, erfolgte diese ab dem Jahr 1908 regelmäßig mittels einer Kraft-Droschke. Allerdings wurden die Burger Busse 1914 für den Kriegseinsatz konfisziert, weshalb bis zur Eröffnung des Bahnhofs Burg im Jahre 1920 wieder Pferdedroschken eingesetzt werden mußten.

Bildrechte:
Bild 1: Friedrich Schlüter, Wilster
Bilder 2 u. 3: nicht bekannt

1952 Hochdonner Chaussee und Hochbrücke Hochdonn

ca. 1952 Hochdonner Chaussee und Hochbrücke Hochdonn
ca. 1952 Blick vom Burger Feld über den Helmschen Bach auf einen Windrotor und auf die Eisenbahn Hochbrücke Hochdonn
2218 m lange Eisenbahn Hochbrücke Hochdonn mit 9 Kragträgern links und 10 Kragträgern rechts der Schifffahrtsöffnung

ca. 1952 Blick von der Hochdonner Chaussee über das Burger Feld auf die den Nord- Ostsee Kanal überquerende Eisenbahn-Hochbrücke Hochdonn.
Die zwischen Burg/Dithmarschen und Hochdonn am Fuß der Geest verlaufende und die Niederung des Helmschen Bach sowie das Gewässer selbst querende schmale Straße wies seinerzeit ein rundbuckliges Dachprofil auf. Beiderseits des Hemschen Baches hatte der Übergang zur Brücke relativ steile Anrampungen, welche Kraftfahrzeugführer zu einer gemäßigten Fahrtgeschwindigkeit veranlasste.
Die Häuser an der Straße unmittelbar vor dem Hochdonner Ortsschild gehören noch zur Gemeinde Burg.
Über die rechts der Straße gelegenen und seinerzeit überwiegend als Grünland genutzten landwirtschaftlichen Flächen geht der Blick zur Hochbrücke Hochdonn, über welche seit ihrer Inbetriebnahme am 30.06.1920 die Strecke der Marschbahn führt.
Das ergänzend vorgestellte Foto zeigt vom Burger Feld gleichfalls den Blick auf die Hochbrücke Hochdonn, von dieser allerdings nur den westlichen Teil, welcher im Gegensatz zur gegenüberliegenden Seite insgesamt 9 Kragträger und somit einen weniger aufweist (sh. dazu Bild 3)
Im Vordergrund der Helmschen Bach sowie ein Windrotor, mit welchem seinerzeit eine Pumpe zur Entwässerung der landwirtschaftlichen Flächen betrieben wurde.

Bildrechte: nicht bekannt

1955 Burger Au, Burg und der Klev mit der Mühle Nagel

ca. 1955 Burger Au, Burg und der Klev mit der Mühle Nagel
ca. 1960 Mühle Nagel auf dem Mühlenberg in Burg/Dithmarschen
ca. 1960 Mühle Nagel auf dem Mühlenberg in Burg/Dithmarschen
1955 Burger Au, Burg und der Klev

ca. 1955 Burger Au, Burg und der Klev mit der Mühle Nagel auf dem Mühlenberg.
Blick über die Burger Au auf die Moormarschwiesen vor den auf den aufsteigenden Höhen des Klev liegenden Ort Burg.
An der schiffbaren Burger Au hatten um 1900 kleine Werften bestanden, welche hölzerne Frachtschiffe - Ewer und Mudden - erbauten.
Von der Burger Au aus konnte von den Schiffern mit ihren kleinen Frachtschiffen und Kähnen früher sowohl über die Wilsterau und Stör als auch über den Burg-Kudenseer-Kanal und dessen Deichschleuse bei Büttel die Elbe erreicht werden.
Auf dem aus der Marsch aufsteigenden Klev ist auf dem Mühlenberg die Mühle Nagel erkennbar; sie wurde um 1962 abgebrochen, nachdem man bereits zuvor ihre Flügel demontiert hatte (sh. Bilder 2 und 3).
Bild 4 zeigt einen weiteren Blick über die Burger Au hin zu den aufsteigenden Höhen - dem Klev - der hohen Geest bei Burg.

Bildrechte: nicht bekannt
Anmerkung: Abbildungen und Informationen wurden freundlicherweise zur Kenntnus gebracht von Inge Schwohn und Rudolf Böckmann, Burg in Dithmarschen

1956 Bauernhof in Aebtissinwisch

Aebtissinwisch 1956 Bauernhof in Äbtissinwisch
Aebtissinwisch 1956 Bauernhof in Äbtissinwisch

1956 Bauernhof in Äbtissinwisch
Es handelt sich um den Hof 390 nach dem Buch "Die Bauernhöfe der Wilstermarsch im Bild" (vgl. Bild 2), der zur Zeit der Aufnahme im Eigentum von Katrine Looft, geb. Brandt, stand, deren Ehemann Johannes in dem Jahr verstorben war. Der Hof wurde daraufhin von dem Sohn Richard Looft gepachtet und bewirtschaftet.

Bildrechte: Heinrich Ballerstädt, Wilster

1960 Gärtnerei zwischen Burger Au und Klev

1960 Betriebsgelände einer Gärtnerei zwischen Burger Au und Klev
1960 Zeitungsannonce der Gärtnerei Richard Liebing in Burg/Dithmarschen
1944 Brandruine der Gärnerei Richard Liebing an der Burgstraße in Burg/Dithmarschen
2014 Blick über die Burger Au auf die vormaligen Betriebsflächen der Gärtnerei Liebing in Burg/Dithmarschen

ca. 1960 Gärtnerei zwischen Burger Au und Klev
Bild 1 Luftbild - Zwischen der Burger Au (rechts im Vordergrund) und dem Klev (links im Hintergrund) genannten Rand der Geest erstrecken sich die Betriebsflächen der 1927 gegründeten Gärtnerei Richard Liebing an der Burgstraße in Burg/Dithmarschen.
Bild 2 Zeitungsanzeige der Gärnerei Richard Liebing
Bild 3 Das Wohn- und Geschäftshaus der Gärtnerei brannte im Juni 1941 nieder und wurde danach aufwändiger neu gebaut. Das Foto der Feuerversicherung zeigt die Ruine und vorn die Einfriedigung der Kirchspielssparkasse mit der Grundstückseinfahrt.
Bild 4 Blick über die Burgerau auf die vormaligen Betriebsflächen der Gärtnerei Liebing.
Das Blumengeschäft Liebing wurde in den 1970er Jahren in die Zahnarztpraxis Rosenkranz, jetzt J.Hendrik Dijkstra, umgewandelt. Die Ländereien wurden schon viel früher aufgegeben.

Bildrechte:
Bild 1: Luftbild; nicht bekannt
Bild 3: Feuerversicherung Landesbrandkasse Schleswig-Holstein
Bild 4: Hartwig Mohr, Burg in Dithmarschen
Anmerkung: Die Informationen stammen von Rudolf Böckmann, Burg in Dithmarschen

1966 Hochdonn, Hochbrücke über den Nord- Ostsee Kanal, Bebek, Vaalermoor

1966 Hochdonn, Hochbrücke über den Nord- Ostsee Kanal, Bebek, Vaalermoor

1966 Hochdonn, Bebek, Vaalermoor
Luftbild auf die Hochbrücke Hochdonn, das Burger Feld, den Nord- Ostsee Kanal und jenseits davon das zum Vaalermoor gehörende Gebiet Bebek, durch welches sich der Oberlauf der Wilsterau, die Holstenau, schlängelte.
Im Hintergrund die Höhen der Geest bei Vaale, Nutteln, Kleve und ganz hinten bei Itzehoe.
Ganz rechts das Gebiet Stadtmoor, welches früher im Besitz der Stadt Wilster war. Hier wurde für die Stadt Torf gewonnen.
Die Eisenbahn-Hochbrücke bei Hochdonn über den Nord- Ostsee Kanal dient dessen Überquerung im Zuge der Bahnstrecke Hamburg-Westerland.
Die eindrucksvolle Konstruktion der Hochbrücke bildet optisch den nördlichen Abschluß der Landschaft Wilstermarsch. Wenn man es so sehen will, bildet sie gleichzeitig eine sichtbare Verbindung zwischen Dithmarschen und Steinburg, dem alten Land der Holsten.
Die 2.218 m lange Stahlfachwerkbrücke ermöglicht Schiffen eine Durchfahrthöhe von 42 m, während die maximale Höhe der Brücke 56,38 m beträgt; der Pfeilerabstand des Durchfahrtssegments beträgt 143,1 m.
Gebaut in den Jahren 1913 bis 1920 ersetzte das Bauwerk die etwa 12 km westlich gelegene ehemalige Drehbrücke bei Taterpfahl im Zuge der Marschbahn, deren Verlauf mit der Inbetriebnahme der neuen und über die Hochbrücke führenden Strecke am 30.06.1920 verändert wurde. Mit dieser neuen Linienführung zwischen Wilster und St. Michaelisdonn erhielt auch der Ort Burg in Dithmarschen einen Bahnanschluß.

Bildrechte: Cramers Kunstanstalt, Dortmund
Anmerkung: Es handelt sich um den Abzugs eines Fotos, welches für die Fertigung von Ansichtskarten vorgesehen war.

1967 Nord- Ostsee Kanal mit der Burger Fähre, Wilsterau bei Obersten Wehr

1967 Nord- Ostsee Kanal mit der Burger Fähre, Wilsterau bei Obersten Wehr

ca. 1967 Nord- Ostsee Kanal mit der Burger Fähre; Wilsterau bei Obersten Wehr
Die Luftaufnahme zeigt den Nord- Ostsee Kanal im Bereich der Fährstelle Burg.
Auf der gegenüber liegenden Südseite des Kanals ist im Rahmen der Kanalverbreiterung erst der westliche Fähranleger zurückverlegt.
Am Kanal fehlt noch der heute vorhandene üppige beiderseitige Windschutz aus Bäumen und Sträuchern.
Im Vordergrund sind die auf der Nordseite des Kanals befindlichen Fähranleger und das Lokal "Burger Fährhaus" zu sehen.
Links vom Ostanleger steht direkt am Ufer noch die Bauaufsichtsbaracke des WSA. Links daneben befindet sich die letzte Anlegebrücke des ehemaligen Burger Lösch- und Ladeplatzes, an dem unzählige Ausflugsschiffe, wie die 1000 BRT große "Hein Godenwind", anlegten und wo auch Schiffe der Averlaker Firma Behrens Waren umgeschlagen haben. Unimogs dieser Firma bedienten mit 2 voll beladenen Anhängern den Lösch- und Ladeplatz.
Die Aufgabe dieses Kanalhafens nahm das Straßenbauamt Heide zum Anlaß, die L 135 in der Burger Hafenstraße auf 5,5 t zu beschränken; so dass eine Busfahrt zum Burger Fährhaus einer schriftlichen Ausnahmegenehmigung bedarf. Nach Protesten der Gemeinde Burg wurde die Gewichtsbeschränkung zumindest soweit aufgehoben, dass Busse innerorts bis zum Kahnanleger an der Burger Au fahren dürfen.
Ausgehend von der Fährstelle auf der Steinburger Seite verläuft nach rechts durch die Gemeinde Äbtissinwisch die Landstraße L 135 zwischen Burg und Wilster; die Straße ist bei ähnlichen Untergrundverhältnissen von Wilster bis zur tiefsten Landstelle auf 16 t und von dort bis zum Kanal auf 7,5 t gewichtsbeschränkt.
Am oberen Bildrand ist die Wilsterau bei Obersten Wehr mit einer ihrer für Flachlandflüsse so typischen Fluß-Schlinge erkennbar.

Bildrechte: Scholz, Rendsburg
Verkehrswasserbauliche Zentralbibliothek der Bundesanstalt für Wasserbau;
die freundliche Genehmigung der BAW zur Verwendung der vorgestellten Bilddatei auf mein-wilster liegt vor.

1982 Nord- Ostsee Kanal mit der Burger Fähre; Wilsterau, Elbe, Klev bei Burg

1982 Nord- Ostsee Kanal mit der Burger Fähre; Wilsterau, Elbe

ca. 1982 Nord- Ostsee Kanal mit der Burger Fähre; Wilsterau, Elbe
Die Luftaufnahme zeigt den Verlauf des Nord- Ostsee Kanals zwischen der Burger Fähre (im Vordergrund rechts unten) und den Schleusen bei Brunsbüttel.
Im Hintergund ist das silbrige Band der Elbe und das jenseitige niedersächsische Ufer des mächtigen Stromes erkennbar.
Bei Kudensee ist die Weiche Kudensee als Verbreiterung des Kanals erkennbar.
Rechts ragt bei Burg und Buchholz der Klev (von: Kliff) aus der flachen Marsch heraus; der Klev bildet hier die Begrenzung des Urstromtales der Elbe. Annähernd parallel zum Klev verläuft die Burger Au.
Zwischen Kanal und Klev ist der Kudensee gut zu erkennen; er führte vor dem Bau des Kaiser-Wilhelm-Kanals/NOK sein Wasser über die Walburgsau/Burger Au der Wilsterau zu.
Am Kanal fehlt noch der beiderseitige Windschutz aus Bäumen und Sträuchern. Man sieht nach der ab 1965 vorgenommenen Kanalverbreiterung noch Reste von Spülfeldern.
Links im Vordergrund ist mit den typischen Schlingen eines Flachlandflusses der Verlauf der Wilsterau bei Obersten Wehr im satten Grün der Wilstermarsch zu erkennen.
Ausgehend von der Fährstelle verläuft nach links die Landstraße L 135 zwischen Burg und Wilster.

Bildrechte: Hovers, Hovers
Verkehrswasserbauliche Zentralbibliothek der Bundesanstalt für Wasserbau;
die freundliche Genehmigung der BAW zur Verwendung der vorgestellten Bilddatei auf mein-wilster liegt vor.

1990 Moorweg im Vaalermoor

1990 Moorweg im Vaalermoor in der Wilstermarsch

1990 Moorweg im Vaalermoor
Der exakte Standort des im Hintergrund zu sehenden Gehöftes ist noch nicht ermiittelt! Um Mithilfe bei der Bestimmung wird gebeten!
Das Vaalermoor ist die Landschaft der Wilstermarsch, die erst sehr spät und als letzte kolonisiert wurde.
Geprägt von den hohen Wasserständen in Nachbarschaft des Geestrandes waren hier in den letzten Jahrtausenden Moorböden entstanden, die verbunden mit den Grundwasserverhältnissen den Kolonisten ganz erhebliche Widerstände entgegen stellten. Erst Mitte des 19ten Jahrhunderts war zielgerichtet mit der Urbarmachung der Böden begonnen worden.
Die Gemeinde Vaalermoor kam erst im Jahre 1970 im Zuge einer Kreisreform vom Kreis Rendsburg zum Kreis Steinburg.

Bildrechte: Rudolf Horstmann, Wilster

 

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