Alte Postkarten aus Wilster

Aktuelle Kategorie: Wilsteraner Betriebe

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1836 bis 1965 Firma Heins - Laackmann - von Osten am Kohlmarkt

Haus Kohlmarkt 41 - früher Oevelgönne 601 / 602
Jubiläum des Betriebes Laackmann am Kohlmarkt
Jubiläum des Betriebes Laackmann am Kohlmarkt
Butter wird für den Versand bereitet.

Im Jahre 1936 feierte die am Kohlmarkt mit Landesprodukten, Dünger und Kohlen handelnde Firma von Hinrich M. Laackmann ihr hundertjähriges Bestehen.
Gründer der Firma war der aus Balje stammende Kaufmann Friedrich August Heins, der hier auf dem Grundstück Oevelgönne 601 / 602 (so hieß seinerzeit der untere Teil der heute Kohlmarkt genannten Straße) einen Gewürzhandel einrichtete und sich bald sehr erfolgreich dem Handel mit Butter widmete.
Zur Geschichte des Betriebes sowie zu genealogischen Informationen zu den jeweiligen Firmeninhabern findet sich mehr in der unten ergänzend aufrufbaren Datei.
Bild 1 zeigt das geschmückte Geschäftshaus im Jahre 1936
Bilder 2 und 3 zeigen Blumengrüße von Geschäftskunden
Bild 2 läßt aus dem Aushang links erkennen, mit welchen Produkten der Betrieb im Jubiläumsjahr vorrangig handelte; zu lesen ist u.a.: Kainit, Kalisalz, Kalk und Mergel, Kartoffeln, Knochenmehl, Kohl und Rüben, Stroh, Stickstoff, Thomasmehl, Torfstreu, Saatgetreide, Schmiedeketten,
Bild 3 verdeutlicht mit der Hakenkreuzflagge, daß auch in das Wilsteraner Geschäftsleben der damals - leider - in Deutschland vorherrschende Zeitgeist bereits eingezogen war.
Bild 4 zeigt, wie im Jahre 1868 Butter für den Versand bereitet wurde. Die zuvor im Butterfaß aus dem Rahm der Milch gestampfte Buttermasse wurde in hölzernen Mollen geknetet, um das Wasser aus der Buttermasse zu entfernen; anschließend wurde die fertige Butter zum Versand in hölzerne Fässer gefüllt.

Bildrechte:
Bild 1: nicht bekannt
Bilder 2 und 3: Heinrich Ballerstädt, Wilster
Bild 4: vermutlich Hans-Peter Mohr, Wilster
Die Informationen und Bilder für das vorgestellte Objekt wurden freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Dieter Voss, Burg in Dithmarschen.

Hier finden Sie noch weitere Informationen (als Datei)

1865 Schwan Apotheke am Kohlmarkt

1865 Schwan Apotheke am Kohlmarkt 51 in der Stadt Wilster
1865 Schwan Apotheke am Kohlmarkt 51 in der Stadt Wilster
1990 Info Tafel an der Schwan Apotheke am Kohlmarkt 51 in der Stadt Wilster
1722 Königliche Confirmation bestätigt das Privileg der Apotheke in der Stadt Wilster

1865 Schwan Apotheke am Kohlmarkt 51
Zu den bis heute erhaltenen hervorragenden Baudenkmälern der alten Stadt Wilster gehört auch das aus dem Jahr 1660 stammende auffallend schöne Fachwerkgiebelhaus der "Schwan Apotheke". Das Gebäude wurde von seinen Eigentümern bei der den modernen Bedürfnissen gerecht werdenden baulichen Anpassung behutsam so umgestaltet, dass seine Eigenart erhalten blieb.
Eine heute im Eingang der Apotheke befindliche Informationstafel stellt das Objekt vor:
"Im Jahre 1660 erhielt der Apotheker Georg Janus von König Friedrich III das Privileg zur Errichtung einer Apotheke in Wilster. Seither wird die Schwan Apotheke durch ein Real Privileg betrieben, das mit diesem Hause verbunden ist. Nach baulichen Veränderungen in den letzten 300 Jahren wurde das Haus 1984 unter Denkmalschutz gestellt und 1989/90 restauriert. Gut erhalten sind große Flächen des Fachwerks, die nach Innen verlegte Eingangstür und Teile der Apotheken Einrichtung." (sh. Info Tafel Bild 3)
Überdies ist dort eine alte Urkunde - Königliche Confirmation vom 5. Oktober 1722 - ausgestellt, mit welcher dem "Mediciae Doctorem Johann Henrici Kieserling" als dem damaligen Eigentümer das Privileg für die Apotheke bestätigt wurde (Bild 4).

Bildrechte: Hans-Peter Mohr, Wilster
Quelle: Bildarchiv Foto Marburg

1868 Verarbeitung von Butter aus der Wilstermarsch für den Handel

1868 Verarbeitung von Butter aus der Wilstermarsch für den Handel

1868 Verarbeitung von Butter aus der Wilstermarsch für den Handel
Im Gebäude Oevelgönne 601 / 602 (heute Kohlmarkt 41) wurde ab 1836 die Butter-Handlung von Friedrich August Heins betrieben. Die Firma lieferte dieses Produkt der Wilstermarsch vorrangig nach Hamburg, aber auch nach England, Spanien und Portugal.
Wie die Abbildung zeigt, wurde in hölzernen Mollen das Wasser aus der Buttermasse geknetet und die fertige Butter dann für den Versand in hölzerne Fässer gefüllt. Die Buttermasse war zuvor im Butterfaß aus dem Rahm der Milch gestampft worden.
Der Molle genannte Trog war nicht aus einzelnen Brettern zusammengefügt, sondern aus einem halben Holzstamm gehauen. Wegen der so entstandenen runden Mule wurde das Gefäß "Molle" genannt.
Die etwa 1,00 m lang und rund 50 cm breiten Mollen wurden auch verwendet, um Brotteig vorzubereiten und zu kneten.
Hölzerne Mollen jeder Größe wurden früher häufig vielfältig gebraucht. Heute erinnert nur noch der Familienname Mollenhauer an das mit der Fertigung der Mollen befaßte alte Handwerk.

Bildrechte: vermutlich Hans-Peter Mohr, Wilster
Anmerkung: Robert Friedrichs macht sich seit Jahren dadurch verdient, daß er alte Foto aus der Sammlung seines Großvaters Werner Behning als Repros alter Postkarten oder mittels des Alt-Wilster-Kalender interessierten Heimatfreunden anbietet. Wer diese oder von den Originalnegativen gezogene Fotografien erwerben möchte, den verweise ich auf die Seite Alt-Wilster

1870 Krankenhaus Mencke Stift am Klosterhof

1870 Krankenhaus Mencke Stift am Klosterhof in Wilster

1870 Krankenhaus Mencke Stift am Klosterhof
Das kleine Krankenhaus war auf Veranlassung des Sanitätsrats Dr. Wilhelm Mencke (* 01.07.1825 Itzehoe, + 27.02.1899 Wilster) gegen viele Widerstände gegründet und Anfang 1870 in Betrieb genommen worden. Es entwickelte sich sich zu einer für die Bewohner der Stadt Wilster und der Wilstermarsch segensreichen Einrichtung von hoher auch fachlicher Reputation. Was Ärzte und Personal dieses kleinen Krankenhauses in den gut 100 Jahren seines Bestehens geleistet haben, verdient Anerkennung und Respekt.
Das in den Jahren 1867/70 erbaute und danach mehrfach erweiterte Krankenhaus wurde bis 1978 betrieben; es wurden alle anfallenden Krankheiten behandelt – es gab nur einen Arzt, (ab 1930 bis 1966 den Chirurgen Dr. Günther) dem bei Operationen in Wilster niedergelassene Ärzte assistierten. Nach 1978 wurde von den Drs. Steppeler in den Gebäuden eine Pflegestation (bis 1982) eingerichtet.

Viele Jahrzehnte später veröffentlichte die Wilstersche Zeitung in den 1960/70er Jahren eine Artikel-Reihe "Alt-Wilster", in welcher auch das vormalige Aussehen der Straßen, Plätze und Gebäude in Erinnerung gerufen wurde (Bild 2).

Bildrechte: Hans Peter Mohr
Anmerkung: Der Zeitungsausschnitt wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Frau Tanja Thode, Beldorf

1890 -1998 Wilstersche Zeitung - gegründet von Johann-Peter Adolf Schwarck

Johann-Peter Adolf Schwarck, Gründer und Herausgeber der Wilsterschen Zeitung, deren erste Ausgabe am 02.April 1890 erschien
1900 Druckerei der Wilsterschen Zeitung
1913 Druckerei der Wilsterschen Zeitung
1925 Druckerei der Wilsterschen Zeitung

1890 -1998 Wilstersche Zeitung
Die Wilstersche Zeitung - kurz WZ genannt - war über einen Zeitraum von fast 110 Jahren im wahrsten Sinne des Wortes eine Heimatzeitung.
Gegründet wurde sie von Johann-Peter Adolf Schwarck, der am 02. April 1890 die erste Ausgabe der Zeitung herausgab. Sie erschien zunächst nur am Mittwoch und am Sonnabend einer jeden Woche.
100 Jahre später - längst schon werktäglich erscheinend - wurde die Zeitung immer noch von Angehörigen der Familie Schwarck herausgegeben. Das sollte noch einige Jahre andauern, bis die Eigentümer die Zeitung Ende 1998 an den Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag verkauften, der sie weiterhin als eine seiner Regionalausgaben herausgibt.
Bild 1: Johann-Peter Adolf Schwarck, Gründer und Herausgeber der Wilsterschen Zeitung - Erstausgabe 02.04.1890
Bild 2: 1900 Druckerei der Wilsterschen Zeitung
Bild 3: 1913 Druckerei der Wilsterschen Zeitung
Bild 4: 1925 Druckerei der Wilsterschen Zeitung; der neben der Druckmaschine abgebildete Johann Schwarck führte zu der Zeit (ab 1924) gemeinsam mit seinem älteren Bruder Peter den Zeitungsverlag der WZ.

Bildrechte: Familie Schwarck, Wilster
Anmerkung: Die Fotos wurden freundlicherweise zur verfügung gestellt von Kai Schwarck, Wilster

1895 Eisen- und Colonialwarenhandlung Heinrich Holm, Burger Straße

1895 Eisen- und Colonialwarenhandlung Heinrich Holm, Burger Straße in Wilster

1895 Eisen- und Colonialwarenhandlung Heinrich Holm, Burger Straße
zuletzt führte bis in die 1970er Jahre als Nachkomme Hubert Holm das von den Wilsteranern "Pottschöttel Holm" genannte Geschäft.
Das im Stil der Gründerzeit errichtete Geschäftshaus steht heute noch an der Burgerstraße.
Zahlreiche Reklameinschriften verwiesen seinerzeit auf ein breit gefächertes Warenangebot des Geschäftes; so ist zu lesen:
Chocolade Stollwerck Cacao - hier vorrätig
Haus & Küchengeräthe Baubeschläge
sw. Oefen & Herde, Landwirtschaftliche Artikel, Maschinen-Oel & Fette
Echt Dalmatiner Insectenpulver
Taback & Cigarren
Conserven f.f. Kaffee & Thee
Niederlage der Samenhandlung Ernst v. Spreckelsen, Hamburg
Maggi - Suppen- u. Speise Würze
Liebig Fleisch-Extract
Dr. Thompson Seifenpulver Marke Schwan
Kathreiners Malz Kaffee

Bildrechte: nicht bekannt
Anmerkung: Das Foto wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Ralf Steffens, Luzern, Schweiz

1895 Johannisstraße - heutige obere Schmiedestraße, Schlachterei Schlüter

1895 Johannisstraße in Wilster - heutige obere Schmiedestraße, Schlachterei Schlüter
1895 Johannisstraße in Wilster - heutige obere Schmiedestraße, Schlachterei Schlüter

1895 Johannisstraße - heutige obere Schmiedestraße
Das zwischen den Straßen Rathausstraße und Op de Göten (frühere Marktstraße) gelegene kurze Stück der heutigen Schmiedestraße führte vor über einhundert Jahren eine Zeit lang den Namen Johannisstraße.
Vor dem Gebäude der Schlachterei Schlüter posieren Schlachter mit den auf ihrem letzten Weg befindlichen Rindern.
Das dahinter stehende Gebäude von Lübbe´s Gasthaus ist kurz zuvor nach Abbruch des Vorgänger Gebäudes neu errichtet worden. In dem Gebäude war von Mitte der 1950er Jahre bis Ende der 1960er jahre das Kino Central Theater untergebracht.
Sämtliche auf dem Foto abgebildeten Gebäude - einschließlich des an der Ecke zum Klosterhof stehenden Hauses sowie des an der Rathausstraße stehenden und im Anschnitt erkennbaren ehemaligen Königlichen Amtsgerichts - fielen der Stadtsanierung zum Opfer. Die Balance zwischen Bewahren und behutsamer Weiterentwicklung ist der Stadt Wilster leider nicht immer gelungen.

Bildrechte: Robert Friedrichs, Wilster - Sammlung Werner Behning
Anmerkung: Robert Friedrichs macht sich seit Jahren dadurch verdient, daß er alte Foto aus der Sammlung seines Großvaters Werner Behning als Repros alter Postkarten oder mittels des Alt-Wilster-Kalender interessierten Heimatfreunden anbietet. Wer diese oder von den Originalnegativen gezogene Fotografien erwerben möchte, den verweise ich auf die Seite Alt-Wilster

1896 Adler Drogerie an der Op de Göten - Ladeneinrichtung

1896 Ladeneinrichtung der Adler Drogerie in Wilster
1900 Wilster - Adler Apotheke in der damaligen Marktstraße (Op de Göten)

1896 Ladeneinrichtung der Adler Drogerie an der Marktstraße - der heutigen Op de Göten - in Wilster.
Die aus dem Jahre 1896 stammende Ladeneinrichtung der "Adler Drogerie" Meyer fand nach Aufgabe der Drogerie in den 1970er Jahren Aufnahme in die Volkskundliche Gerätesammlung des Schleswig-Holsteinischen Landesmuseum im Schloß Gottorf in Schleswig.
Das in 1896 errichtete Gebäude der "Adler Drogerie" mit seiner aufwendigen Klinker-Fassade steht heute noch an der Straße Op de Göten (sh. Bild 3); die Firmeninhaberin war eine geborene Andersen; ihre Brüder errichteten auf dem angrenzenden Eckgrundstück zum Markt das 1912/13 erbaute Geschäftshaus von J.P.T.Andersen Söhne.

Bildrechte: Schleswig-Holsteinisches Landesmuseum

1900 Bootswerft auf dem Helgenland

1900 Bootswerft auf dem Helgenland zwischen den beiden Armen der Wilsterau in Wilster

1900 Bootswerft auf dem Helgenland zwischen den beiden Armen der Wilsterau.
Am rechten Bildrand ist der Schornstein und das Betriebsgebäude der dort 1873 gegründeten Gerberei von Johannes Falk zu erkennen.
Auf beiden Armen der Wilsterau haben Wilsteraner Schiffer ihre Ewer zur Winterruhe festgemacht.
Sowohl an der Spitze des Helgenlandes als auch quer zum Hauptarm sind an den dort vorhandenen Slip-Anlagen jeweils Ewer zwecks Inspektion und Überholung auf den Helgen der Bergmann-Werft gezogen worden. Im Jahre 1910 ist auf der Werft mit der von Martin Bergmann auf eigene Rechnung gebauten "Georgine" das wohl letzte Frachtschiff in Wilster gebaut worden.
Letzter Traditionsträger des Wilsteraner Schiffbaues auf dem Helgenland war der Tischlermeister Heinrich von Holdt (* 1909, + 1973) der in seinem an der Spitze der Halbinsel stehenden Bootsschuppen im Zeitraum von 1949 bis 1962 mehrere hölzerne Segeljachten erbaute.
Folgende Wilsteraner Werften sind auf dem Helgenland bezeugt:
1840 bis 1910 Werft von Friedrich Bergmann, danach ab 1886 Martin Bergmann
1856 bis 1884 Werft von Hans Fack, danach Johannes Fack
Hans Fack hatte offenbar zuvor in Itzehoe im Jahr 1852 eine kleine Werft gegründet und dann den Betrieb nach Wilster verlegt. Die Familie Fack war in Holstein eine bekannte Schiffbauerfamilie. Die 5 Söhne des Hans Fack betrieben ebenfalls Werften (Johannes ab 1876 in Wilster; Ferdinand ab 1899 die bereits 1873 gegründete Werft in Burg; Hermann in Tönning; Wilhelm in Rethwisch; Johann Heinrich ab 1880 in Itzehoe)
1861 bis 1876 Reimer Griese
1871 Heinrich Rehder
1879 bis 1890 Theodor Engel
1885 Martin Bruhn
1949 bis 1962 Heinrich von Holdt

Bildrechte: wohl Ludwig Behning; das Foto stammt aus der Sammlung Werner Behning
Anmerkung: Robert Friedrichs macht sich seit Jahren dadurch verdient, daß er alte Foto aus der Sammlung seines Großvaters Werner Behning als Repros alter Postkarten oder mittels des Alt-Wilster-Kalender interessierten Heimatfreunden anbietet. Wer diese oder von den Originalnegativen gezogene Fotografien erwerben möchte, den verweise ich auf die Seite Alt-Wilster

1900 Deichstraße Haus Nr. 59 Elektro-Geschäft Hugo Werlich

ca. 1900 Deichstraße Haus Nr. 59 Elekto-Geschäft Hugo Werlich
Der Installateur Hugo Werlich soll nach der seinen Nachkommen bekannten Überlieferung das erste Elektrogeschäft in Wilster gehabt und dieses zunächst in seinem Haus am Rumflether Deich ausgeübt haben. Das auf die Zeit um 1900 datierte Foto zeigt allerdings das Haus Deichstraße 59, wo Hugo Werlich nachweislich der an dem Haus angebrachten Inschrift Elektr. Licht und Kraftanlagen, Motore "Hugo Werlich". Zentrifugen sein Geschäft betrieb. Noch 1926 ist der Installateur Hugo Werlich im Wilsteraner Adressbuch unter dieser Anschrift aufgeführt.
Auch heute noch ist das alte Haus eindeutig identifizierbar (Bilder 2 und 3).
Während das Haus ursprünglich traufständig zur Straße stand - wie nur sehr wenige der alten Häuser in Wilster - ist es nach Umbaumaßnahmen heute giebelständig.
Das umgestaltete Haus ist ein sehr schönes Beispiel dafür, wie ein altes Stadthaus unter Erhaltung der ursprünglichen und sehr harmonisch angeordneten Fassadenelemente in gelungener und überzeugender Weise modernisiert werden kann.

Bildrechte:
Bild 1: nicht bekannt
das alte Foto wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Jan Bieber, Elmshorn, welcher ein Ururenkel des Hugo Werlich ist.
Bilder 2 und 3: Andreas Reinke, Wilster

1900 Stadt Mühle und Meierei, Lastkahn auf der Wilsterau

1900 Stadt Mühle und Meierei an der Wilsterau in Wilster

1900 Stadt Mühle und Meierei an der Wilsterau
Blick über die Wilsterau am Audeich auf die Stadt Mühle und die benachbarte Meierei; die Land-Zufahrt zu den Gebäuden erfolgte von der heute noch so bezeichneten Mühlenstraße, die rechts mit der Mühlenbrücke zu erkennen ist.
Aus einem kleinen Lastkahn werden Ziegel an Land transportiert.
Die Stadtmühle war 1545 aus der Stadt heraus an den Standort einer alten Mühlenwarft an der Mühlenstraße (im Bereich des Dodenkoper Rechts) vor die Stadt verlegt worden; zuvor stand die Stadtmühle in der Stadt an der Ecke Blumenstraße und Rathausstraße (vorher Lange Straße oder Bäckerstraße).
Die Mühle wurde zur Zeit der Aufnahme als Windmühle und als Dampfmühle von Wilhelm Wulf betrieben. Dem Betrieb war neben einer Meierei und Fettkäserei auch eine Mästerei sowie eine Schlachterei und Wurstfabrik angegliedert. Als besonderes Produkt fertigte der Betrieb den Wilstermarsch Käse.
Um 1920 übernahm Emil Bahmert den Betrieb, aus welchem er bald darauf die Mühle an August Hennings verkaufte. Die Stadt Mühle - die Straße Stadtmühlen Weg erhielt später nach ihr den Namen - wurde 1939 abgebrochen. In den Gebäuden wurde danach von 1943 bis 1952 die Konservenfabrik VITAMO betrieben.
Die Stadt Mühle war ursprünglich eine königlich privilegierte Mühle. König Christian III. hat gemäß einer vom 10. März 1540 datierten und in Rendsburg ausgestellten Urkunde seinem Hofmeister, Amtmann zu Steinburg und Rat Johann Rantzau, Ritter, wegen des Mangels an Windmühlen in der Wilstermarsch je eine Windmühle im Kirchspiel St. Margarethen, im Kirchspiel Beidenfleth und vor Wilster zu bauen gestattet. Gleichzeitig hat er verboten, neben diese Mühlen andere zu bauen, "dewile wy genanten dre molen gnediklik den wint vorgunnet hebben und de molengeste ehn nicht schollen vorbaden werden." Absolute Herrscher verfügten damals auch über den Wind!

Bildrechte: Ludwig Behning, Wilster

1907 Böttcherei Johannes Kraft

1907 Böttcherei Johannes Kraft an der Rathausstraße in der Stadt Wilster

1907 Böttcherei von Johannes Kraft
Die Böttcherei wurde im Hause Rathausstraße 13 betrieben.
Im Adressbuch für Wilster aus dem Jahre 1926 ist der Betrieb noch angeführt - wie lange er danach noch bestanden hat, konnte noch nicht geklärt werden.
Der uralte Beruf des Böttcher (auch: Faßmacher, Faßbinder, Büttner, Schäffler, Kübler oder Küfer) wird heute nur noch selten ausgeübt und beschränkt sich auf die Fertigung von Nischenprodukten.

Bildrechte: L. Treichel, Altona

1907 Lederfabrik von Falk & Schütt in Rumfleth

1907 Lederfabrik von Falk & Schütt in Rumfleth, Stadt Wilster
1907 Lederfabrik von Falk & Schütt in Rumfleth, Stadt Wilster

1907 Die Lederwerke von Falk & Schütt in Rumfleth.
Mit dem etwas überhöht dargestellten zeichnerischen Schaubild seiner Betriebsanlage warb die zu Beginn des vorigen Jahrhunderts sehr erfolgreiche Wilsteraner Lederfabrik für sich und ihre Produkte.
"Falk & Schütt" sowie die Lederfabrik „Gebrüder Böhme“, später Vacheleder-Fabrik "Ballin" in Landrecht, hatten nach dem Jahr 1870 Wilster zu einem bedeutenden Standort der Lederindustrie gemacht.
Wilsters Bevölkerung war in den Jahren 1890 bis 1901 von 2716 auf 5124 Einwohner gewachsen (mehr also als gegenwärtig!).
Es entstanden typische Arbeiterquartiere, so unter anderem auch in der noch heute zur Gemeinde Nortorf gehörenden Vereinsstraße.
Arbeiterwohngebiete in den Landgemeinden in Landrecht, Dammfleth und Nortorf wurden eingemeindet.
Eine Katastrophe für die Stadt waren die verheerenden Brände bei Böhme (1903) und Falk & Schütt (1907).

Bildrechte: Lederfabrik Falk & Schütt

1909 Schmiede Jurzyk am Krumwehl

Schmiede W. Jurzyk am Krumwehl

1909 Schmiedebetrieb Jurzyk am Krumwehl
Die Schmiede wurde von W. Jurzyk um 1900 gegründet; der Sohn Karl Jurzyk erweiterte später den Betrieb um eine Schlosserei und führte ihn bis 1962.
Werner von Osten, der den Betrieb bis 1966 geführt hatte, übernahm ihn und erweiterte ihn kontinuierlich.
Leider konnte die Stadt Wilster dem Betrieb kein Gelände mit der notwendigen Entwicklungsmöglichkeit anbieten, weshalb 1993 eine Auslagerung des Betriebes Metall-, Maschinen- und Stahlbau in die Gemeinde Büttel erfolgte.
Weitere Infos und alte Bilder gibt es hier über den Betrieb von Osten

Bild 1: Bildrechte nicht bekannt
das Foto wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von der Firma Werner von Osten, Büttel
Bild 2: Bildrechte: Robert Friedrichs, Wilster - Sammlung Werner Behning
Anmerkung: Robert Friedrichs macht sich seit Jahren dadurch verdient, daß er alte Fotos aus der Sammlung seines Großvaters Werner Behning als Repros alter Postkarten oder mittels des Alt-Wilster-Kalender interessierten Heimatfreunden anbietet. Wer diese oder von den Originalnegativen gezogene Fotografien erwerben möchte, den verweise ich auf die Seite Alt-Wilster

1912 Haus Deichstraße 32 - die Schmiede des Peter von Holdt

1912 eine Schmiede im Hause Deichstraße 32
Der Wilsteraner Hufschmied Johann von Holdt (* 23.12.1828, † 06.08.1889) betrieb zuerst die Schmiede und gab sie später an seinen Sohn Peter Nicolaus von Holdt (* 05.02.1860, † 08.11.1929) ab. Dessen ebenfalls den Beruf eines Schmiedes ausübender Sohn Carl Adolf Theodor von Holdt führte die Schmiede jedoch nicht weiter, sondern wanderte in die USA aus.
Einer seiner Brüder war der langjährige Wilsteraner Ratsherr Theodor Willy von Holdt (* 15.01.1901, † 17.11.1974); er ist der zu der Zeit elfjährige Junge im Matrosenanzug auf dem Foto neben seinen Eltern; seine Mutter Johanna Margaretha geb. Kruse, sein Vater Peter Nicolaus von Holdt.

Bildrechte: nicht bekannt
das Foto wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Gerd Heutmann, Nutteln

1914 Gasthaus Waffenhalle an der Deichstraße

1914 Gasthaus Waffenhalle an der Deichstraße in Wilster
1914 Gasthaus Waffenhalle an der Deichstraße in Wilster

1914 Gasthaus Waffenhalle an der Deichstraße
Blick von der Wende an der Deichstraße auf das Gasthaus "Waffenhalle".
Das Gebäude der "Waffenhalle" ist ein aus dem 18. Jahrhundert stammendes zweigeschossiges Traufenhaus, dessen Fachwerk-Obergeschoß auf Knaggen vorkragt.
Die Wende ist der ehemalige Vorplatz des bis 1859 auf dem Gelände des heutigen Stadtparks bis dahin betriebenen Friedhofs; die Bezeichnung kennzeichnet den Umstand, dass hier in früheren Zeiten die Fuhrwerke an der Deichstraße eine Wendemöglichkeit hatten.
Die Gaststätte (mit Fremdenzimmern) "Waffenhalle" wurde seinerzeit von August Moser betrieben; der Name Waffenhalle verweist auf die im Gastraum ausgestellte Waffensammlung des Wirtes.
In dem Gebäude, dessen rückwärtiges Grundstück an die Wilsterau angrenzt, war vorher eine Zollstation untergebracht gewesen.
Rechts ist im Anschnitt das an der Wende stehende Wohn- und Geschäftshaus der damaligen Schlachterei von (Heine-Meister) Heinrich Schlüter zu erkennen; dieses Gebäude wurde 2000 ersatzlos abgebrochen.

Bildrechte: nicht bekannt
Quelle: Bildarchiv Foto Marburg

1915 Soldaten vor dem Gasthof "Zur Linde" am Kohlmarkt

1915 Soldaten vor dem Gasthof "Zur Linde" am Kohlmarkt

1915 Soldaten vor dem Gasthof "Zur Linde" am Kohlmarkt.
Auf der Bank vor dem Gebäude haben es sich offenbar seinerzeit in Wilster einquartierte Soldaten bequem gemacht. Auf dem First des Gebäudes ist eine Funkantenne errichtet.
Der Gasthof "Zur Linde" stand am Kohlmarkt in dem Bereich, der heute von den Verwaltungsgebäuden des Amtes Wilstermarsch eingenommen wird.
Links die Einmündung der damaligen namenlosen Verbindungsstraße zwischen Burger Straße und Kohlmarkt.
Der Gasthof wurde zunächst von Markus Brandt, danach von dessen Sohn Peter Brandt betrieben; beide waren nicht nur Gastwirte, sondern auch Pferdezüchter. Möglicherweise handelt es sich bei den beiden Knaben, welche in der von einem Pony gezogenen Kutsche sitzen, um Söhne der damaligen Wirtsleute.
Peter Brandt hielt lange Zeit in Wilster auch den für Sterbefälle gebrauchten Leichenwagen vor – bis zu Beginn der 1950er Jahre eine von Pferden gezogene schwarze Kutsche, danach ein Kraftfahrzeug.
Ältere Wilsteraner werden sich noch gerne an das nach Peter Brandt den Gasthof übernehmende sympathische Pächter Ehepaar Alfred (Alli) und Annelene Pech erinnern, die das Haus bis 1974 führten und danach die Gastwirtschaft „Poßfelder Hof“ in Poßfeld erwarben.

Bildrechte: nicht bekannt
Anmerkung: Das Foto wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Ralf Steffens, Luzern, Schweiz

1920 Belegschaft der Ziegelei in Rumfleth

ca. 1920 Belegschaft der Ziegelei in Rumfleth in der Gemeinde Nortorf in der Wilstermarsch
ca. 1920 Belegschaft der Ziegelei in Rumfleth in der Gemeinde Nortorf in der Wilstermarsch

ca. 1920 Belegschaft der Ziegelei in Rumfleth
Die im zur Gemeinde Nortorf gehörenden Ortsteil Rumfleth gelegene Ziegelei bestand bis zum Jahr 1969.
Die Dampfziegelei Springer & Dethlefs war 1907 in Betrieb gegangen; 1927 war die Familie Dethlefs alleinige Eigentümerin geworden.
Der Ton für die Ziegelherstellung wurde von den in der alten Mäanderschleife "Goldbogen" der Wilsterau gelegenen Ländereien abgeziegelt und mittels einer am Deich entlang führenden Feldbahn mit Loren zur Ziegelei transportiert.
Die Belegschaft arbeitete zumeist nur saisonal und bestand je nach Arbeitsanfall aus etwa 15 bis 30 Personen.
Bild 1: Belegschaft der Ziegelei mit Familienangehörigen neben der Trockenhalle (Die Ziegel-Rohlinge wurden vor dem Brennen getrocknet). Ganz links steht der Ziegelmeister Adolf Mensendieck sen. und vor ihm sitzend seine Ehefrau Caroline. Rechts auf dem Holm der Schubkarre sitzt der Sohn Adolf Mensendieck jun., welcher später selbst Ziegelmeister wurde.
Bild 2: Belegschaft der Ziegelei vor dem zum Betrieb gehörenden Wohnhaus, in welchem u.a. der Ziegelmeister Mensendieck mit seiner Familie wohnte.
Nachdem noch im Jahre 1960 für die Ziegelei neue Trockenhallen gebaut wurden, stellte die Ziegelei 1969 ihren Betrieb ein; der noch zur Verfügung stehende Ton erfüllte qualitativ nicht mehr den Ansprüchen.

Bildrechte: nicht bekannt
Die Fotos wurden freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Frau Ingrid Schröder, Burg in Dithmarschen

1920 Frachtschiffe auf der Wilsterau bei den Trocknungs- und Mahlwerken

1920 Frachtschiffe auf der Wilsterau bei den Trocknungs- und Mahlwerken

1920 Frachtschiffe auf der Wilsterau bei den Trocknungs- und Mahlwerken Günther & Co. in Rumfleth.
In den südlich gelegenen Teil der Gebäuden der ehemaligen Lederwerke Falk & Schütt waren nach dem Niedergang der Wilsteraner Lederindustrie die 1919 gegründete Firma Schleswig-Holsteinische Trocknungs- und Mahlwerke Günther & Co. untergebracht – sie wurde auch als Dörr-Fabrik bezeichnet.
Die Leder-Fabrik von Falk & Schütt ging Mitte der 1930er Jahre in Konkurs; in den weiter stadtauswärts liegenden Gebäudeteilen wurde jedoch bis weit in die 1950er Jahre unter einem anderen Betreiber Lederfabrikation betrieben.
Die Futtermittel-Fabrik Günther& Co. war im Bereich des Bahnübergangs mit einer über die Rumflether Straße führenden gedeckten Transportbrücke mit den Lagergebäuden auf der anderen Straßenseite verbunden. Der Betrieb bestand bis Mitte der 1960er Jahre.
Bis zuletzt wurde eine große Menge der Ausgangs-als auch der Fertigungsprodukte auf dem Wasserwege über die Wilsterau transportiert. Noch zu Beginn der 1960er Jahre lagen häufig mehrere Binnenschiffe zugleich am Quai der Fabrik.

Bild 1: Bildrechte: vermutlich Ludwig Behning
Sammlung Werner Behning
Anmerkung: Robert Friedrichs macht sich seit Jahren dadurch verdient, daß er alte Foto aus der Sammlung seines Großvaters Werner Behning als Repros alter Postkarten oder mittels des Alt-Wilster-Kalender interessierten Heimatfreunden anbietet. Wer diese oder von den Originalnegativen gezogene Fotografien erwerben möchte, den verweise ich auf die Seite Alt-Wilster

1923 Photoatelier Behning am Markt, Kinder-Schützengilde

1923 Vor der Photographischen Anstalt von Ludwig Behning am Markt ist die Musikgruppe (Trommler und Pfeifer Corps) der Kinder-Schützengilde mit Flaggen, Standarten und dem hölzernen Adler sowie einer aus Nadelgehölz gebundenen Krone angetreten

1923 Photoatelier Behning am Markt
Vor der Photographischen Anstalt von Ludwig Behning ist die Musikgruppe (Trommler und Pfeifer Corps) der Kinder-Schützengilde mit Flaggen, Standarten und dem hölzernen Adler sowie einer aus Nadelgehölz gebundenen Krone angetreten; dabei mit Schärpen, Kopfschmuck und Orden ausgezeichnete Personen.
Rechts neben den drei Trommlern steht Peter Klaus Heinrich von Holdt (mit Querflöte)

Bildrechte: Robert Friedrichs, Wilster - Sammlung Werner Behning
Anmerkung: Robert Friedrichs macht sich seit Jahren dadurch verdient, daß er alte Foto aus der Sammlung seines Großvaters Werner Behning als Repros alter Postkarten oder mittels des Alt-Wilster-Kalender interessierten Heimatfreunden anbietet. Wer diese oder von den Originalnegativen gezogene Fotografien erwerben möchte, den verweise ich auf die Seite Alt-Wilster

1927 Colonialwaren Adolf Prox

1927 Colonialwaren Adolf Prox; Fuhrwerk am Kasenort

1927 Kolonialwaren Adolf Prox
Offenbar hat der Kolonialwarenhändler Adolf Prox mit seinem kleinen einspännigen Fuhrwerk die kleinen Ortschaften der Wilstermarsch bereist, um seine Waren jeweils vor Ort zum Verkauf zu bringen. Zur damaligen Zeit erforderte für die Bevölkerung auf dem Lande der Einkauf in der Stadt wegen des Fehlens von Transportmitteln ganz erhebliche zeitliche Aufwendungen.
Das Fuhrwerk steht an der Einmündung der K13 Kathen in die K12 Kasenort. Hinter dem Kopf des Fuhrmannes kann man die 1926 errichtete Schleuse Kasenort erkennen, weshalb das Foto in dem genannten Jahr oder bald darauf entstanden ist.
Der Betrieb des Adolf Prox hatte anscheinend in Wilster keinen langen Bestand, denn bereits im Adressbuch von 1928 ist er dort nicht mehr aufgeführt.

Bildrechte: nicht bekannt

1928 Omnibus Betrieb W. Langbehn - Busse vor dem Bahnhof

ca. 1928 Omnibus Betrieb W. Langbehn
Die Firma Langbehn ist aus kleinsten Anfängen als Kraftfahrzeug-Reparatur Betrieb entstanden.
Ihre erste Betriebsstelle lag in der Deichstraße neben der Brücke über den Burggraben.
Danach wurde der Betrieb in die kleine parallel zum Markt vom Kohlmarkt zur Burger Straße verlaufende namenlose Querstraße (das Gebäude war das erste nach dem Eckhaus zum Kohlmarkt; es steht heute nicht mehr) verlegt,
danach in die Lange Reihe (Haus Jürgen Resag), wo vor dem Haus auch eine Tankstelle betrieben wurde.
Danach wurde das Gelände der dort seit 1909 ansässigen Firma Firma Apel & Sachau an der Straße Am Steindamm erworben und hier der Kfz.-Reparatur und Omnibus Betrieb W. Langbehn etabliert.
Offenbar nahm die Firma nach dem Abbruch der Eisenbahnbrücke Taterpfahl über den Nord- Ostsee Kanal und der in dem Zusammenhang erfolgten Verlegung der Marschbahn (über Hochdonn) den Omnibus Verkehr auf der Strecke Eddelak - Wilster - Brokdorf auf.
Bild 1 zeigt wartende Langbehn Omnibusse beim 1920 neu errichteten Bahnhofs-Empfangsgebäude an der Bahnstrecke Altona - Westerland.
Bild 2 zeigt die gesamte Familie Langbehn bei einem Ausflug mit einem der firmeneigenen Omnibusse.

Bildrechte: Familie Langbehn, Wilster
Die Fotos wurden freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Heidi und Heinz Steinbrecher, Wilster

1930 Baufirma Bredfeld & Witt, Wilster - Richtfest für einen Neubau

ca. 1930 Baufirma Bredfeld & Witt, Wilster - Richtfest für einen Neubau
ca. 1930 Baufirma Bredfeld & Witt, Wilster

ca. 1930 Baufirma Bredfeld & Witt, Wilster - Richtfest für einen Neubau.
Insgesamt fünfzehn Handwerker - Maurer und Zimmerer - haben sich für den Fotografen aufgestellt anläßlich des Richtfestes für das im Rohbau erstellte kleine Rohbau.
Nachweislich des Bauschildes (sh. Detail Foto Bild 2) wurden die Arbeiten von der in Wilster ansässigen Baufirma Bredfeld Witt durchgeführt.
Der Maurermeister August Bredfeld ist im Adressbuch von 1926 mit dem Firmensitz Rumflether Deich 32 aufgeführt; im Adressbuch von 1958 wird August Bredfeld als Rentner genannt. Seine Firma war um 1950 noch aktiv.
Der Standort des abgebildeten Gebäudes konnte noch nicht lokalisiert werden.
um Mithilfe bei der Identifizierung wird gebeten! per info@mein-wilster.de (<- einfach anklicken!)

Bildrechte: nicht bekannt

1930 Kraftfahrzeug Weinhandlung Georg Schmidt in der Schmiedestraße

1930 Kraftfahrzeug Weinhandlung Georg Schmidt in der Schmiedestraße

ca. 1930 Kraftfahrzeug Weinhandlung Georg Schmidt in der Schmiedestraße
Die Weinhandlung von Georg Schmidt wurde im Haus Schmiedestraße 32 betrieben. An der Fassade des Gebäudes machte viele Jahre eine große hängende Traube auf die Art des Betriebes aufmerksam.
Der auch in großen Korbflaschen - Demijohn - angelieferte Wein wurde auf Flaschen gezogen und vermarktet.
Der Lieferwagen der Firma Georg Schmidt steht hier in der Schmiedestraße vor dem gegenüber dem Betrieb auf der jenseitigen Straßenseite stehenden Geschäftshaus von Wilhelm Schuldt (Möbel und Dekorationsartikel, Sattlerei).

Bildrechte: nicht bekannt
Anmerkung: Das Foto wurde zur Verfügung gestellt von Ralf Steffens, Luzern, Schweiz

1930 Schlachterei Beimgraben in der Burger Straße

1930 Schlachterei Beimgraben in der Burger Straße

Schlachterei Beimgraben um 1930
Die Stadt Wilster beherbergte früher in ihren Mauern sehr viele Schlachtereinen, denn die Wilstermarsch war immer ein bedeutendes Gebiet für die Rinderzucht.
Im Hof der Schlachterei Beimgraben in der Burgerstraße haben die Schlachter mit einem Delinquenten vor dem Schlachthaus Aufstellung genommen.
Von den Personen sind folgende Namen bekannt: T. Beimgraben, A. Mohr, Kuhrt, Richard Beimgraben, G. Hüppner, Jakob Beimgraben (der damalige Inhaber), F. Quarbek, G. Torpus, Rümann.
Es gab seinerzeit in Wilster mehrere Fleischerei-Betriebe, die alle noch selbst schlachteten.
Neben der genannten Schlachterei Beimgraben (bis 1992) unter anderen noch: Richard Ahrens (später Tade Magnussen, bis 1986) am Kohlmarkt, Heinrich Schlüter (bis 1965) in der Deichstraße sowie dessen Namensvetter Albert Schlüter (und andere bis 1973) in der Schmiedestraße sowie Gebrüder Schlüter (und andere, ua. Werner Grimm, bis 1971) in der Rathausstraße, Karl Stücker (bis 1973) in der Deichstraße, Friedrich Herzog (bis ca. 1982) am Neumarkt, Nikolaus von Holdt, August und Rudolf Prehn (bis 1952) und Andreas Jacobsen (später Tade Magnussen bis 1966) am Klosterhof, Gustav Karrasch (bis 1953) im Landrecht und der Hausschlachter Gripp in der Neue Burger Straße.
Von all den aufgeführten Betrieben hat bis heute nur derjenige von Nikolaus von Holdt überdauert; der seit 1835 in Wilster bestehende Betrieb wurde jedoch bedingt durch die Stadtsanierung im Jahre 1985 nach Wellenkamp verlegt, da es der Stadt Wilster nicht gelungen war, dem Betreiber, dessen Familie bereits vor 350 Jahren in Wilster ansässig war, ein adäquates Betriebsgrundstück anzubieten.

Bildrechte: Robert Friedrichs, Wilster - Sammlung Werner Behning
Anmerkung: Robert Friedrichs macht sich seit Jahren dadurch verdient, daß er alte Foto aus der Sammlung seines Großvaters Werner Behning als Repros alter Postkarten oder mittels des Alt-Wilster-Kalender interessierten Heimatfreunden anbietet. Wer diese oder von den Originalnegativen gezogene Fotografien erwerben möchte, den verweise ich auf die Seite Alt-Wilster

1930 Vachelederwerke Ballin, Wilsterau im Landrecht

1930 Vachelederwerke Ballin an der Rumflether Straße in Wilster

1930 Vachelederwerke Ballin, Wilsterau im Landrecht
Über die Zeitraum mehrerer Jahrzehnte war Wilster ein bedeutender Standort der Lederindustrie.
Die Lederwerke von Falk & Schütt in Rumfleth sowie die Lederwerke „Gebrüder Böhme“, später Vacheleder-Fabrik "Ballin" an der Rumflether Straße bewirkten, dass Wilsters Bevölkerung in den Jahren 1890 bis 1901 von 2716 auf 5124 Einwohner wuchs.
Die Lederwerke der Gebrüder Böhme brannten 1903 ab, wonach dann die dänischen "Vachelederwerke Ballin GmbH" im Jahr 1907 die zerstörten Gebäude modernisiert wieder aufbauen ließ und den Betrieb aufnahm.
Nach dem II. Weltkrieg und dem zuvor bereits eingetretenen Niedergang der wilsteraner Lederindustrie etablierte sich 1948 in den Gebäuden die Firma Wilhelm Krause GmbH - Fabrik für elektrische Heiz und Kochgeräte. Etwa um 1952 wurde die Fabrik verlagert und gab ihren Standort in Wilster auf.
In die Gebäude der Lederwerke zog Mitte der 1950er Jahre das zunächst in Wilster als Sack-Fabrik bezeichnete Unternehmen der Zelte- und Planenfabrik von Friedrich Spies ein. Die Firma besteht unter den Nachkommen des Begründers am Standort Wilster heute noch.

Bildrechte: Ludwig Behning, Wilster
Robert Friedrichs, Wilster - Sammlung Werner Behning
Anmerkung: Robert Friedrichs macht sich seit Jahren dadurch verdient, daß er alte Foto aus der Sammlung seines Großvaters Werner Behning als Repros alter Postkarten oder mittels des Alt-Wilster-Kalender interessierten Heimatfreunden anbietet. Wer diese oder von den Originalnegativen gezogene Fotografien erwerben möchte, den verweise ich auf die Seite Alt-Wilster

1931 Maler Fachschule Wilster

1931 Absolventen des Jahrganges 1930/31 der Maler Fachschule Wilster haben sich gemeinsam mit ihrem Lehrer und dem Zunftwappen zum Gruppenbild aufgestellt.

1931 Maler Fachschule Wilster
Absolventen des Jahrganges 1930/31 der Maler Fachschule Wilster haben sich gemeinsam mit ihrem Lehrer und dem Zunftwappen zum Gruppenbild aufgestellt.
Bildrechte: nicht bekannt

Anmerkung: Dem Betreiber von mein-wilster liegen leider keine fundierten Informationen über die Form früherer schulischer Berufsausbildung vor. Vermutlich erhielten die in ihrem Abschlußjahr stehenden Lehrlinge der jeweiligen örtlichen Handwerksberufe schulisch eine theoretische Unterrichtung, welche in Wilster nachmittäglich in Räumlichkeiten der Volksschule Wilster erfolgte.
Wer weiß mehr? Informationen erbeten!

1932 Bauunternehmen Jacob Friedrich Dethlefs - Am Steindamm

1932 Bauunternehmen Jacob Friedrich Dethlefs - Am Steindamm in Wilster

1932 Bauunternehmen Jacob Friedrich Dethlefs - Am Steindamm
Die Firma J. F. Dethlefs spezialisierte sich in der Nachkriegszeit auf Tiefbauarbeiten - der Betreiber dieser Heimatseite hat als Bau-Ingenieur des Deich- und Hauptsielverbandes Wilstermarsch in den 1960er und 1970er Jahren mit der Firma diverse Maßnahmen des Gewässerausbaues und Schöpfwerkbaues durchgeführt.
An Hochbaumaßnahmen hat die Firma J.F. Dethlefs in der Vorkriegszeit u.a. das Altersheim am Bischofer Deich und den Bahnhof an der heutigen Bahnhofsstraße in Wilster sowie danach 1950 das Wasserwerk der Stadt Wilster in Kleve erbaut.
Das Foto zeigt von der zur Straße Am Steindamm führenden Zuwegung die alten Betriebsgebäude und den Lagerplatz der Firma. Ganz rechts ist im Hintergrund neben dem Gebäude die heute nicht mehr vorhandene Bahnhofsbrücke zu erkennen, über welche Fußgänger vom Steindamm zum Bahnhof gelangen konnten.
Heute steht das Einkaufszentrum WEZ auf dem ehemaligen Areal der Firma Dethlefs, an welche hier nur noch das alte villenähnliche Wohnhaus östlich des heutigen Parkplatzes erinnert.

Bildrechte: nicht bekannt

1932 Belegschaft der Ziegelei in Rumfleth

1932 Belegschaft der Ziegelei in Rumfleth in der Gemeinde Nortorf in der Wilstermarsch
1932 Belegschaft der Ziegelei in Rumfleth in der Gemeinde Nortorf in der Wilstermarsch

ca. 1932 Belegschaft der Ziegelei in Rumfleth
Die im zur Gemeinde Nortorf gehörenden Ortsteil Rumfleth gelegene Ziegelei bestand bis zum Jahr 1969.
Die Dampfziegelei Springer & Dethlefs war 1907 in Betrieb gegangen; 1927 war die Familie Dethlefs alleinige Eigentümerin geworden.
Der Ton für die Ziegelherstellung wurde von den in der alten Mäanderschleife "Goldbogen" der Wilsterau gelegenen Ländereien abgeziegelt und mittels einer am Deich entlang führenden Feldbahn mit Loren zur Ziegelei transportiert.
Die Belegschaft arbeitete zumeist nur saisonal und bestand je nach Arbeitsanfall aus etwa 15 bis 30 Personen.
Die Aufnahmen sind vermutlich im Jahre 1932 aus Anlaß des 25jährigen Firmenjubiläums gefertigt worden.
Bild 1: Belegschaft der Ziegelei auf dem rückwärtigen Firmengelände vor den Trockenhallen (Die Ziegel-Rohlinge wurden vor dem Brennen getrocknet); ganz links ist der im Jahr 1970 gesprengte hohe Schornstein erkennbar.
Bild 2: Belegschaft mit dem Firmeninhaber Albert Dethlefs (links mit weißer Jacke); ganz rechts der Ziegelmeister Adolf Mensendieck jun.
Nachdem noch im Jahre 1960 für die Ziegelei neue Trockenhallen gebaut wurden (der Betreiber von mein-wilster wirkte seinerzeit als Maurerlehrling hieran mit), stellte die Ziegelei 1969 ihren Betrieb ein; der noch zur Verfügung stehende Ton erfüllte qualitativ nicht mehr den Ansprüchen.

Bildrechte: nicht bekannt
Die Fotos wurden freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Frau Ingrid Schröder, Burg in Dithmarschen

1932 Personal der Genossenschafts Meierei Wilster

Personal der Genossenschafts-Meierei Wilster
1932 Kontoristin Annemarie Kuhrt der Genossenschaft-Meierei Wilster an ihrem Arbeitsplatz.
1930 Der Vorstand der Genossenschafts-Meierei Wilster vor dem Eingangsbereich des Verwaltungstraktes der Meierei. stehend von links: Gustav Dunker, Markus Vollmert, Johannes Thumann, Hemann Krey, Johannes Harder, Martin Dreier sitzend von links: Johannes Rohwedder, August Cordts (Betriebsleiter), Heinrich Egge, Heinrich Reimers

ca. 1932 Das Personal der im Jahre 1928 gegründeten Genossenschafts-Meierei Wilster.
Die Betriebs-, Verwaltungs- und Wohngebäude der Meierei waren an der heutigen Tagg-Straße in unmittelbarer Nähe zum ehemaligen ersten Bahnhof der Stadt Wilster errichtet worden.
Bild 1: Neben den männlichen Mitarbeiter steht die Kontoristin Annemarie Kuhrt, welche später den Wilsteraner Tischlermeister Heinrich von Holdt heiratete.
Bild 2: Kontoristin Annemarie Kuhrt an ihrem Arbeitsplatz in der Genossenschaft-Meierei Wilster. Es ist heute kaum nachvollziehbar, wie spartanisch noch vor achtzig Jahren die Büroeinrichtung eines zu der Zeit modernen Betriebes war.
Bild 3: Der Vorstand der Genossenschafts-Meierei Wilster vor dem Eingangsbereich des Verwaltungstraktes der Meierei.
stehend von links: Gustav Dunker, Markus Vollmert, Johannes Thumann, Hemann Krey, Johannes Harder, Martin Dreier
sitzend von links: Johannes Rohwedder, August Cordts (Betriebsleiter), Heinrich Egge, Heinrich Reimers

Bildrechte: nicht bekannt

1933 Niederlassung der Bavaria & St. Pauli Brauerei

1933 Die Gebäude der Niederlassung Wilster der Hamburger Bavaria & St. Pauli Brauerei wurden in der Deichstraße errichtet – als letztes wurde das zugehörige Wohngebäude Deichstraße 72 fertiggestellt (Bild 1).
Zuvor war im Gebäude Deichstraße 71 die Bier Handlung von Albin Schrödel betrieben worden.
In dem Keller links war im II. Weltkrieg ein provisorischer Luftschutzbunker eingerichtet, in welchen alle Nachbarn aus den umliegenden Häusern flohen, wenn ein Flieger-Angriff drohte. So verbrachte auch Peter von Holdt als kleiner Junge während des Terror-Angriffs auf Wilster am 15. Juni 1944 die Zeit in diesem Keller.
In dem kleinen Gebäude links war in dem hier sichtbaren Teil eine Stallung für zwei Zug-Pferde für die Bierkutsche eingerichtet; im hinteren Teil des Gebäudes war auf einer Rampe das Lager für die leeren Bierfässer und das Leergut.
Der Wilsteraner Polizist (Wachtmeister sagte man damals) Frischkorn inspiziert die Baustelle (Bild 2).
Im Hintergrund ist das danach noch erweiterte Gebäude für das Getränkelager mit den darin befindlichen Eiskellern bereits fertig gestellt. Rechts grenzen die etwa gleich hohen Stallungen des damals noch in der Stadt liegenden Landwirtschaftlichen Betriebes von Walter Ruge (am Bartholomäus-Gang) an. Das hohe Gebäude links wurde abgebrochen, um dem Neubau des Wohnhauses, der Zufahrt und eines Betriebsgebäudes Platz zu machen. (Bild 3).
Die rückwärtige Zufahrt zum Betrieb erfolgte direkt zur Wende (Bild 4); erst etwa 1948 wurde die Ausfahrt großzügiger gestaltet und die Zufahrt im kurzen Bogen über den vorderen Teil des Stadtparks geführt.
Im Hintergrund ist die Waffenhalle sowie das Geschäftshaus der Schlachterei von Heinrich Schlüter zu sehen.

Bildrechte: Wilhelm Köberlein

1933 Niederlassung der Hamburger Bavaria & St. Pauli Brauerei

1933 Niederlassung Wilster der Hamburger Bavaria & St. Pauli Brauerei

1933 Die Gebäude der Niederlassung Wilster der Hamburger Bavaria & St. Pauli Brauerei wurden in der Deichstraße errichtet – als letztes wurde das zugehörige Wohngebäude Deichstraße 72 fertiggestellt (Bild 1).
Zuvor war im Gebäude Deichstraße 71 die Bier Handlung von Albin Schrödel betrieben worden.
Betriebsleiter in Wilster war der Braumeister Willy (Wilhelm) Köberlein; er war ein überaus freundlicher Mann, bei dem die Kinder aus der Nachbarschaft viele Freiheiten hatten, weshalb sie ihn und seine Ehefrau Irma überaus schätzten.
Herr Köberlein steht hier neben dem Polizisten mit dem Tschako. Der Wilsteraner Polizist (Wachtmeister sagte man damals) Otto Frischkorn inspiziert die Baustelle (Bild 2)
Polizist Frischkorn hatte den Spitznamen „Fiedam“ und wenn sein Tschako irgendwo auftauchte, hieß es „ Fiedam kummt!“ Dabei war er ein sehr angenehmer Vertreter seiner Zunft, der auch einmal augenzwinkernd für Ordnung sorgen konnte. Die Wache war seinerzeit im Spritzenhaus am Neumarkt untergebracht.
Das Bier wurde seinerzeit in hölzernen Fässern transportiert; mittel eines Fuhrwerk wurden die Bierfässer sowie die Kohlensäure-Flaschen zu den Gaststätten befördert.
Der Haushalt der Niederlassung wurde von Irma Köberlein geführt, die hier mit ihrer Schwiegermutter Lina Köberlein auf dem rückwärtigen Teil des Anwesens steht (Bild 3).
Hinter den aufgestapelten Fässern ist das an der Wende stehende Haus der Hutmacherin Tamara Siebeneicher zu sehen, rechts sind Bäume des Stadtparks sowie Gebäude der Schlachterei Schlüter zu erkennen.
Das Fuhrwerk der Niederlassung fährt hier über die Wende; hinter dem Gespann ein Gebäude der Schlachterei Schlüter (Bild 4).
Weil aber auch Gaststätten im Umland von Wilster zu versorgen waren, wurde bald ein dreirädriges Kraftfahrzeug der Marke „Goliath“ angeschafft.

Bildrechte: Wilhelm Köberlein

1934 Gewinnung von Natureis für die Niederlage Wilster der Bavaria & St. Pauli Brauerei

1934/35 Gewinnung von Natureis für die in der Deichstraße gelegene Niederlassung der Hamburger Bavaria & St. Pauli Brauerei.
Der Betriebsleiter, Braumeister Wilhelm Köberlein – ein Franke, wenn man ihn einen Bayern nannte, konnte er ungehalten werden – organisierte in jedem Winter das Abfischen von Eis vom Karpfenteich (Bild 1) in der Neustadt und vom Hofgraben des Hofes Rademann in „Hinter der Stadt“.
Damals kühlten sowohl die Brauerei als auch die Wirte in Wilster ihre Getränke noch mit Natureis.
Das Eis wurde in großen Schollen abgefischt und grob zerkleinert (Bild 2), dann mit Fuhrwerken zum Elevator-Turm an der Deichstraße gebracht, wo es weiter zerkleinert wurde (Bild 3).
Der Elevator förderte das Eis im Turm in die Höhe, von wo es dann mittels einer Rutsche durch eine Luke im Dach in den jeweiligen Eiskeller abgeworfen wurde (Bild 4).
Die Wände der Eiskeller waren zweischalig und der Hohlraum dazwischen zwecks Isolierung mit Torfmull gefüllt. Das Eis schmolz daher nur sehr langsam und es war immer soviel Eis vorhanden, um über einen Zeitraum von zwei Jahren die Wilsteraner Wirte damit versorgen zu können.
Erst mit dem Aufkommen elektrischer Kühlaggregate wurde Mitte der 1950er Jahre die Gewinnung von Natureis eingestellt. Die Fotos zeigen die Eisgewinnung, wie sie 1934/35 vorgenommen wurde.

Bildrechte: Wilhelm Köberlein

1934 Meierei und Totale von Wilster - kolorierte Zeichnungen auf einer Urkunde

1934 Urkunde mit kolorierten Zeichnungen: Wappen von Wilster und von der Wilstermarsch, Meierei und Totale von Wilster
1934 Urkunde mit kolorierten Zeichnungen: Wappen von Wilster und von der Wilstermarsch, Meierei und Totale von Wilster
1932:Kontoristin Annemarie Kuhrt an ihrem Arbeitsplatz in der Genossenschaft-Meierei Wilste
1932: Vorstand der Genossenschafts-Meierei Wilster vor dem Eingangsbereich des Verwaltungstraktes der Meierei. stehend von links: Gustav Dunker, Markus Vollmert, Johannes Thumann, Hemann Krey, Johannes Harder, Martin Dreier sitzend von links: Johannes Rohwedder, August Cordts (Betriebsleiter), Heinrich Egge, Heinrich Reimers.

1934 kolorierte Zeichnung: Meierei, Totale von Wilster und Wappen auf einer Urkunde
Die 1934 ausgestellte Urkunde zeigt
das Wappen der Stadt Wilster und das der Wilstermarsch
Wilster in der Totale
das Gebäude der Genossenschaftsmeierei Wilster.
Die Meierei der 1928 gegründeten Genossenschaft lag an der Tagg-Straße. Das Gebäude stand unmittelbar an der Bahnstrecke (alte Marschenbahn) Wilster – Brunsbüttel; es hatte ein eigenes Anschlußgleis an einer dem Bahnkörper zugewandten Rampe.
Heute steht nur noch der Verwaltungs- und Bürotrakt.
Ausgestellt ist die Urkunde für Annemarie Kuhrt, die erste Kontoristin der Genossenschaft. Sie war von 1929 bis 1934 für den Betrieb tätig. Es ist erstaunlich, dass einer jungen Frau (sie war zu dem Zeitpunkt 22 Jahre alt) die mit der Urkunde zum Ausdruck gebrachte Anerkennung entgegen gebracht wurde.
Die am 29. Oktober 1934 ausgestellte Urkunde ist original unterzeichnet von den Vorstandsmitgliedern Heinrich Egge und Johannes Rohwedder, dem Aufsichtsrat Heinrich Reimers und dem Betriebsleiter August Cordts.
Bild 3: Kontoristin Annemarie Kuhrt an ihrem Arbeitsplatz in der Genossenschaft-Meierei Wilster. Es ist heute kaum nachvollziehbar, wie spartanisch noch vor achtzig Jahren die Büroeinrichtung eines zu der Zeit modernen Betriebes war.
Bild 4: Der Vorstand der Genossenschafts-Meierei Wilster vor dem Eingangsbereich des Verwaltungstraktes der Meierei.
stehend von links: Gustav Dunker, Markus Vollmert, Johannes Thumann, Hemann Krey, Johannes Harder, Martin Dreier
sitzend von links: Johannes Rohwedder, August Cordts (Betriebsleiter), Heinrich Egge, Heinrich Reimers.

Anmerkung: Annemarie Kuhrt war die Ehefrau des Tischlermeisters und Bootsbauers Heinrich von Holdt, sie ist die Mutter des Betreibers dieser Heimat-Seite

1934 Schlachterei Ahrens am Kohlmarkt

1934 Schlachterei Richard Ahrens am Kohlmarkt in Wilster

ca. 1934 Schlachterei und Wurstmacherei von Richard Ahrens am Kohlmarkt in Wilster.
Richard Ahrens ist vermutlich ein Sohn des Gastwirtes Gustav Ahrens, welcher zuvor in dem rechts angrenzenden Haus eine Gaststätte/Herberge betrieb, die später den Namen „Krug zum grünen Kranze“ erhielt und von Otto Busch übernommen wurde (danach dessen Witwe Magda Busch und nachfolgend vom Sohn Werner Busch).
Die Schlachterei von Richard Ahrens stand in Konkurrenz zu seinerzeit mehreren derartigen Betrieben in Wilster und konnte durch ihre Qualität überzeugen.
Nach Richard Ahrens übernahm der Fleischermeister Tade Magnussen den Betrieb und führte diesen bis 1986.

Bildrechte: nicht bekannt
Anmerkung: Das Foto wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Günter Schott und Ulla Diedrichsen, Wilster.

1935 Deichstraße, Schuster Scheel

ca. 1935 Deichstraße 76
In dem Haus Deichstraße 76 - das heute noch fast unveränderte Gebäude steht unmittelbar am ehemaligen Burggraben - betrieb der Schuhmachermeister Johannes Scheel bis etwa 1950 seine Werkstatt und sein kleines Ladengeschäft.
Johannes Scheel ist hier im Eingang seines Geschäftes stehend abgebildet.

Bildrechte: nicht bekannt
Die Abbildung wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Herrn Reinhard Sötje

1936 - 1950 Firma W. Langbehn Inh. K. Trammnitz Am Steindamm b

1936 Firma W. Langbehn Inh. K. Trammnitz Am Steindamm
Der Autoschlosser-Meister Kurt Trammnitz hatte 1936 den Kfz.-Reparatur Betrieb W. Langbehn von seinem Schwiegervater übernommen; W. Langbehn starb im Jahre 1940.
Auf dem Gelände betrieb der neue Inhaber mit seinem Bruder einen Auto-Reparatur Betrieb, welcher zunächst unter dem alten Firmennamen weiter geführt wurde.
Als gesonderte Firma betrieb Kurt Trammnitz auch einen Omnibus Betrieb;
auch eine Fahrschule wurde eingerichtet.
Die an der Straße vor dem Betriebsgebäude befindliche Tankstelle erhielt um 1948 eine Überdachung.

Bildrechte: Familie Langbehn
Die Fotos wurden freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Heidi und Heinz Steinbrecher, Wilster

1936 - 1950 Firma W. Langbehn Inh. K. Trammnitz Am Steindamm - a

1936 - 1950 Firma W. Langbehn Inh. K. Trammnitz Am Steindamm in Wilster
1936 - 1950 Firma W. Langbehn Inh. K. Trammnitz Am Steindamm in Wilster

1936 Firma W. Langbehn Inh. K. Trammnitz Am Steindamm
1936 übernahm der Autoschlosser-Meister Kurt Trammnitz den Kfz.-Reparatur Betrieb W. Langbehn an der Straße Am Steindamm;
er war ein Schwiegersohn des vorherigen Firmeneigners.
Auf dem Gelände betrieb der neue Inhaber mit seinem Bruder einen Auto-Reparatur Betrieb, welcher zunächst unter dem alten Firmennamen weiter geführt wurde.
Als gesonderte Firma betrieb Kurt Trammnitz auch einen Omnibus Betrieb.
An der Straße war vor dem Betriebsgebäude eine zunächst noch unbedachte Tankstelle eingerichtet.

Bildrechte: Familie Langbehn
Die Fotos wurden freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Heidi und Heinz Steinbrecher, Wilster

1936 - 1950 Firma W. Langbehn Inh. K. Trammnitz Am Steindamm - c

1936 - 1950 Firma W. Langbehn Inh. K. Trammnitz Am Steindamm in Wilster
1936 - 1950 Firma W. Langbehn Inh. K. Trammnitz Am Steindamm in Wilster
1936 - 1950 Firma W. Langbehn Inh. K. Trammnitz Am Steindamm in Wilster

1936 - 1950 Firma W. Langbehn Inh. K. Trammnitz Am Steindamm
ca. 1948 Die Straße Am Steindamm, abgebildet auf dem unteren Bild einer Mehrbild-Ansichtskarte.
Bild 1 Ausschnitt
Bild 2 Mehrbild-Ansichtskarte (oben: Bahnhof; mittig: Ostland Siedlung; unten: Am Steindamm)
Bild 3 Teil des Betriebshofes der Firma Trammnitz
Bild 4 Wohngebäude der Familien Langbehn und Trammnitz
Der Autoschlosser-Meister Kurt Trammnitz hatte 1936 den Kfz.-Reparatur Betrieb W. Langbehn von seinem Schwiegervater übernommen; W. Langbehn starb im Jahre 1940.
Auf dem Gelände betrieb der neue Inhaber mit seinem Bruder einen Auto-Reparatur Betrieb, welcher zunächst unter dem alten Firmennamen weiter geführt wurde.
Als gesonderte Firma betrieb Kurt Trammnitz auch einen Omnibus Betrieb;
auch eine Fahrschule wurde eingerichtet
und an der Straße vor dem Betriebsgebäude eine Tankstelle.

Bildrechte: Familie Langbehn
Die Fotos wurden freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Heidi und Heinz Steinbrecher, Wilster

1936 - 1950 Firma W. Langbehn Inh. K. Trammnitz Am Steindamm - d

1936 - 1950 Firma W. Langbehn Inh. K. Trammnitz Am Steindamm in Wilster
1936 - 1950 Firma W. Langbehn Inh. K. Trammnitz Am Steindamm in Wilster
1936 - 1950 Firma W. Langbehn Inh. K. Trammnitz Am Steindamm in Wilster

1936 übernahm der Autoschlosser-Meister Kurt Trammnitz den Kfz.-Reparatur Betrieb W. Langbehn an der Straße Am Steindamm;
er war ein Schwiegersohn des vorherigen Firmeneigners.
Auf dem Gelände betrieb der neue Eigner mit seinem Bruder einen Auto-Reparatur Betrieb; gleichzeitig handelte er mit Kraftfahrzeugreifen, wofür er 1938 von der „Überwachungsstelle für Kautschuk und Asbest (Berlin W 50, Augsburger Straße 38) die Zulassung erhalten hatte.
Als gesonderte Firma führte Kurt Trammnitz auch einen Omnibus Betrieb.
Ab Mai 1945 wurde das zugehörige Wohnhaus und ab September 1945 die Werkstatt von englischen Truppen beschlagnahmt.
Aus dem angefügten Zeitungsartikel (Bild 4) der Wilsterschen Zeitung vom 17.03.1950 erfahren wir, daß die Brüder Trammnitz zum 01.04.1950 ihren um neue Innovationen (Entwicklung und Fertigung von Wohnwagen und Motor-Rollern) erweiterten Betrieb nach Itzehoe verlegten. Dort allerdings mußten die Firmeneigner bereits 1951 Insolvenz anmelden.
Die vorgestellten Fotos stammen aus der Zeit um 1948

Bildrechte: Familie Langbehn, Wilster
Die Fotos wurden freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Heidi und Heinz Steinbrecher, Wilster

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