Alte Postkarten aus Wilster

Aktuelle Kategorie: Wilsteraner Volksleben

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0001 Wilstermarsch - Hochzeiten

Braut und Bräutigam vor über einhundert Jahren in der Wilstermarsch
Braut und Bräutigam vor über einhundert Jahren in der Wilstermarsch
Braut und Bräutigam vor über einhundert Jahren in der Wilstermarsch
Braut und Bräutigam vor über einhundert Jahren in der Wilstermarsch

vor 100 Jahren - Hochzeitspaare aus Wilster und der Wilstermarsch
Für jede Braut und jeden Bräutigam hat seit jeher der Tag ihrer Trauung einen ganz besonderen Stellenwert, der auch durch eine besonders festliche Garderobe zum Ausdruck gebracht wird.
Während Männer ihren festlichen Anzug in der Folge auch zu anderen Ereignissen tragen können, war und ist zumeist das Hochzeitskleid der Braut nur für diesen einen Tag bestimmt.
Vor über einhundert Jahren war die Hochzeitsmode auch zugleich ein Statussymbol, denn insbesondere Bräute konnten sich ein im jungfräulichen Weiß geschneidertes aufwendiges Kleid für nur einen Tag nicht leisten. Überdies war es in früheren Zeiten praktisch unmöglich, benutzte weiße Brautkleider zu reinigen.
Die Hochzeitskleider wurden zumeist individuell für ihre Trägerinnen geschneidert. Dabei wurde der jeweilige Zeitgeschmack berücksichtigt, doch Schleier und Spitzen waren geradezu unverzichtbar.
Die Herren trugen zumeist schwarzen Gehrock und Hose, dazu einen Zylinder und häufig auch weiße Handschuhe.
In der Fotogalerie sind mit Photographien aus alter Zeit vier Brautpaare aus Wilster und der Wilstermarsch vorgestellt.
Leider sind in nahezu allen noch vorhandenen Familienalben aus längst vergangenen Jahrzehnten nur sehr selten schriftliche Angaben enthalten zu den abgebildeten Personen oder auch nur zu den kalendarischen Daten.
Bild 1 wurde gefertigt von Ludwig Behning, Wilster, Am Markt 15
Das abgebildete Paar ist leider namentlich nicht bekannt
Bild 2 wurde gefertigt von Photograph A. Martens, Itzehoe, Mühlenstraße 57
Bei den abgebildeten Personen handelt es sich gemäß einer auf der Rückseite des Fotos in Teilen erhaltenen Notiz um Grete und Detlef Schröder aus Schotten
Bild 3 Der Photograph ist nicht bekannt.
Bei dem abgebildeten Paar handelt es sich gemäß einer Notiz auf der Rückseite des Fotos um
Katarina und Alfred Speerforck
Bild 4 wurde gefertigt von Ludwig Behning, Wilster, Am Markt 15
Bei dem abgebildeten Paar handelt es sich um Cornelius Holler und dessen Frau Friedel; das Ehepaar lebte später in Hamburg (Hinweis eines Besuchers dieser Heimat Seite).

1865 Personen in der Schul-Straße - der heutigen Zingelstraße

1865 Personen in der Schul-Straße - der heutigen Zingelstraße in Wilster
1865 Personen in der Schul-Straße - der heutigen Zingelstraße in Wilster

ca. 1865 Personen in der Schul-Straße - der heutigen Zingelstraße
Wilster verdankt viele Photographien aus der zweiten Hälfte des vorletzten Jahrhunderts dem damals in Wilster ansässigen Photographen Hans-Peter Mohr.
Dieser fertigte nicht nur viele Aufnahmen von Straßen und Plätzen, sondern war auch bemüht, Personen mit auf das Bild zu bringen - angesichts der damaligen Möglichkeiten der Photographie mußten die Abgebildeten hierfür einige Disziplin aufbringen.
Die abgebildete Personengruppe steht in der heutigen Zingelstraße, die seinerzeit wegen der an ihr gelegenen Stadt-Schule noch Schulstraße hieß.
Den Namen Zingel führte nur der über den Zingel - den Burggraben - führende Bereich bei der damaligen Brücke. Der Verlauf des ehemaligen und in den 1930er Jahren verfüllten Burggraben ist an dem auf seiner Trasse angelegten und zum Stadtpark führenden Fußweg heute noch gut erkennbar.
Am unteren Ende der Straße ist das repräsentative Wohnhaus der Familie Görries erkennbar; dort wurde 1897 die heute noch vorhandene Villa des damaligen Lederfabrikanten Marcus Schütt errichtet.

Foto: Hans-Peter Mohr, Wilster
Das Foto stammt aus der Sammlung Werner Behning
Anmerkung: Robert Friedrichs macht sich seit Jahren dadurch verdient, daß er alte Foto aus der Sammlung seines Großvaters Werner Behning als Repros alter Postkarten oder mittels des Alt-Wilster-Kalender interessierten Heimatfreunden anbietet. Wer diese oder von den Originalnegativen gezogene Fotografien erwerben möchte, den verweise ich auf die Seite Alt-Wilster

1868 Markt, Stadtschule, Pastorat

1868 Stadtschule und Pastorat am Marktplatz in Wilster

1868 Markt, Stadtschule, Pastorat
Auf der nordwestlichen Seite des Marktplatzes
von rechts
- Pastorat, im Jahre 1807 erbaut
- Große Stadtschule, im Jahre 1826 erbaut;
nach Abbruch des an den Markt grenzenden Gebäudeteils wurde hier 1900 die Turnhalle errichtet, wobei der rückwärtige rechtwinklig an das Gebäude angrenzende Gebäudeflügel erhalten blieb, in dessen Obergeschoß eine Wohnung und im Erdgeschoß Umkleideräume sowie eine öffentliche Toilette eingerichtet wurden. Die Turnhalle wurde 1963 wegen Baufälligkeit wieder abgebrochen; der rückwärtige ältere Flügel wurde kurze Zeit später gleichfalls beseitigt.
- späteres Geschäftshaus des Photographen Carl Kuskop
- späteres Hotel Stücker an der Einmündung der damaligen Schulstraße (heutige Zingelstraße)

Bildrechte: nicht bekannt

1870 - 1954 Wilhelm Nagel, ein Musiker, Dirigent und Komponist aus Wilster

Musiker Wilhelm Nagel (* 19.03.1870, + 06.05.1954)
Gedenktafel zur Erinnerung an den Musiker Wilhelm Nagel (* 19.03.1870, + 06.05.1954) an seinem Geburtshaus in Averfleth in der Wilstermarsch
1895 Vom Musiker Wilhelm Nagel geschriebene Ansichtskarte an seine Ehefrau in der Stadt Wilster

ca. 1954 Musiker, Dirigent und Komponist Wilhelm Nagel aus Wilster
Der am 19. März 1870 in Averfleth geborene und in Wilster lebende Musiker und Komponist "Wilhelm Nagel" (er starb 06.05.1954) leitete zu seiner Zeit alle Chöre in Wilster und wirkte in mehreren Kapellen mit.
Er wurde über die Landesgrenzen hinaus bekannt als Leiter vieler Chor-Konzerte sowie als Komponist zahlreicher Musikstücke.
Mit seiner Ehefrau betrieb er ein Geschäft für Galanterie-Waren in der unteren Deichstraße (sh. dort die Ansichts-Karte von 1910).
Er war Mitglied der Stadtkapelle Wilster sowie einer St. Margarethener Musikkapelle, Dirigent der Wilster-Liedertafel und aller weiteren Chöre in Wilster. Er komponierte zahlreiche Musikstücke und erlangte überregionale Bekanntheit als Leiter vieler Chorkonzerte.
Weil Wilhelm Nagel sich große Verdienste um die Musik-Kultur in Wilster erworben hat, benannte die Stadt Wilster vor einigen Jahren im Neubaugebiet Billerbeck eine Straße nach ihm!
Auf dem Friedhof in Wilster befindet sich sein Ehrengrab mit einem 1991 enthüllten und aus weißem griechischen Marmor geschlagenen Gedenkstein.
An seinem Geburtshaus in Averfleth ist eine Gedenktafel für ihn angebracht. Diese Gedenktafel erinnert daran, dass hier "der hochbegabte Musiker und Komponist Karsten Wilhelm Nagel" am 19. März 1870 das Licht der Welt erblickt
Schon als junger Mann war Wilhelm Nagel in seiner Heimatstadt Wilster sehr bekannt. Es genügte die Anschrift "W. Nagel, Musiker, Wilster", um an ihn bzw. seine Ehefrau gerichtete Post sicher zuzustellen. So schrieb er selbst im Jahre 1895 von einem Besuch der ZAUBERFLÖTE in Kiel mit dieser Anschrift an seine Ehefrau "Liebes Lottchen, wir sitzen hier in guter Laune bei einem Glas Bier. Die herzlichsten Grüße Dein Wilhelm, nebst Bruder Heinrich" (Bild 3 und 4)

Bildrechte: nicht bekannt

1878 Herberge für Handwerksgesellen am Kohlmarkt

1878 Herberge für Handwerksgesellen am Kohlmarkt in der Stadt Wilster

1878 Herberge für Handwerksgesellen am Kohlmarkt
Das am unteren Ende der Straße Kohlmarkt stehende Gasthaus von Gustav Ahrens diente verschiedenen Schächten wandernder Handwerker als Herberge. Die Schilder auf der Giebelfront des Hauses verweisen auf die unterschiedlichen Gewerke der hier einkehrenden Gesellen. Seinerzeit war noch in vielen Berufen nach Absolvierung der Lehrzeit die mehrjährige Wanderschaft als Geselle eine der Voraussetzung für die Zulassung zur Meisterprüfung.
Das Gebäude wurde 1890 durch einen Neubau ersetzt, der heute noch besteht. In dem neuen Gebäude wurde über einen langen Zeitraum die Schlachterei von Richard Ahrens betrieben (später bis 1986 Tade Magnussen, welcher zuvor ab 1964 die Schlachterei von Osten am Klosterhof übernommen hatte).
Rechts von dem Gebäude hatte Gustav Ahrens auf dem Standort des im Anschnitt erkennbaren Hauses einen weiteren Neubau für seinen Gasthof errichten lassen, der unter dem Namen „Krug zum grünen Kranze“ heute noch besteht.

Bildrechte: Hans-Peter Mohr
Anmerkung: Robert Friedrichs macht sich seit Jahren dadurch verdient, daß er alte Foto aus der Sammlung seines Großvaters Werner Behning als Repros alter Postkarten oder mittels des Alt-Wilster-Kalender interessierten Heimatfreunden anbietet. Wer diese oder von den Originalnegativen gezogene Fotografien erwerben möchte, den verweise ich auf die Seite Alt-Wilster

1885 DIANA - BAD an der Rathausstraße

ca. 1885 DIANA - Bad an der Rathausstraße in Wilster

ca. 1885 DIANA - Bad an der Rathausstraße
Das an der Rathausstraße stehende Gebäude beherbergte das Diana-Bad (Wannenbäder); es bot damals für den Großteil der Bevölkerung eine der wenigen Gelegenheit, ein Reinigungsbad zu nehmen.
In dem Gebäude war später (von 1950 bis 1974) das Amtsgericht Wilster untergebracht.
Das Amtsgericht Wilster ist 1867 (nachdem Holstein preußische Provinz wurde) eingerichtet worden und bestand bis 1975.
Danach diente das Haus unterschiedlichen Zwecken, so als Jugendzentrum, Volksbücherei und Stadtarchiv.

Bildrechte: vermutlich Hans-Peter Mohr, Wilster

1888 Kampfgenossen Verein von 1848 - 51 in Wilster

1888 Kampfgenossen Verein von 1848 - 51 in Wilster
1888 Kampfgenossen Verein von 1848 - 51 in Wilster
1908 Die letzten wilsteraner Kampfgenossen aus der Erhebung im Jahre 1848 gegen Dänemark

ca. 1888 Kampfgenossen Verein von 1848 - 51 in Wilster.
Die Veteranen aus dem Befreiungskampf der Schleswig-Holsteiner gegen Dänemark sind mit ihrem Banner auf dem Marktplatz vor der Kirche angetreten.
Über Jahrhunderte hinweg war der dänische König Landesherr über die Herzogtümer Schleswig und Holstein gewesen. Am 24. März 1848 erhoben sich die deutsch sprechenden Schleswig-Holsteiner gegen Dänemark.
Über die Dauer von annähernd drei Jahren - in der Zeit von 24.03.1848 bis zum Ende der Erhebung am 01.02.1851 – war Schleswig-Holstein ein selbständiger Staat, der sich militärisch mit Dänemark auseinandersetzte.
Am 24. März 1848 kam es zur Ausrufung der provisorischen Regierung in Kiel und der Loslösung von Dänemark. Eine kriegerische Auseinandersetzung war die Folge.
Entzündet hatte sich die Erhebung der Schleswig-Holsteiner an dem Sprachenstreit und der Interpretation des Vertrages von Ripen 1460 „Op ewich ungedeelt“.
Nach dem Scheitern der Erhebung infolge der vom Deutschen Bund auf Druck der europäischen Großmächte eingestellten Unterstützung gehörten Schleswig, Holstein und Lauenburg wieder zum dänischen Gesamtstaat. Erst in der Folge des preußisch-österreichisch-dänischen Krieg von 1865 wurde Schleswig-Holstein preußische Provinz.
Danach schlossen sich in vielen Dörfern und Städten die Veteranen der Erhebung zu Kampfgenossen Vereinen zusammen und pflegten die patriotische Erinnerung an das Geschehen.
So wie auch in Wilster wurden vielerorts Denkmale zur Erinnerung an die Erhebung aufgestellt; das wilsteraner Denkmal (Bild 3) stand in der Mitte des Friedhofs in Bischof bis in die 1950er Jahre. Danach wurde es leider beseitigt. Das Bild zeigt die letzten Kampfgenossen offenbar im Jahre 1908.

Bildrechte:
Bild 1 bzw. 2: nicht bekannt
Bild 3: Carl Kuskop, Wilster
Anmerkung: Das Foto mit den angetretenen Kampfgenossen wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Ingrid Kautz, Elmshorn

1898 Brücke über die Wilsterau in Rumfleth - Fischen mit einem Senknetz

1898 Brücke über die Wilsterau in Rumfleth - Fischen mit einem Senknetz
1898 Ansichtskarte - Brücke über die Wilsterau in Rumfleth - Fischen mit einem Senknetz

1898 Brücke über die Wilsterau in Rumfleth - Fischen mit einem Senknetz.
Die alte Holzbrücke führte seinerzeit in Rumfleth (kurz vor der damaligen Ziegelei) über den Fluß. Sie stand im Eigentum einer sogenannten Brücken-Interessenschaft, welche mit dem auf der rechten Seite erkennbaren Schlagbaum die Benutzung durch unbefugte Dritte verhindern konnten. Über diesen Umstand gab für den Zeitraum mehrerer Jahrzehnte vielmalige streitige Auseinandersetzungen.
Das zu dem Zeitpunkt bereits lange für den öffentlichen Verkehr freigegebene Brückenbauwerk wurde im Jahre 1949 durch eine Stahlbeton-Brücke ersetzt.
Hinter der Brücke verläuft die Wilsterau in ihrem im Mittelalter künstlich gegrabenen schnurgeraden Verlauf in Richtung Goldbogen.
Links der Brücke führt die Straße nach Diekdorf und weiter nach Schotten, rechts Richtung Goldbogen.
Eine der Personen auf der Brücke versucht, mit einem Senknetz Fische aus der Wilsterau zu fischen, eine früher an dem Gewässer häufig zu beobachtende Methode.

Bildrechte: Friedrich Schlüter
Anmerkung: Das Photo wurde auch als Bildmotiv für eine von dem Photographen verlegte Ansichtskarte verwendet (vgl. Abbildungen 2 u. 3)

1905 Erste Hilfe Kursus in Wilster - Dr. med. Fritz Carlau Leiter des Mencke-Stift

1905 Erste Hilfe Kursus in Wilster mit dem Leiter Dr. Carlau
1905 Dr.med. Fritz Carlau, Leiter des Krankenhauses Mencke-Stift in Wilster

1905 Erste Hilfe Kursus in Wilster - Dr. med. Fritz Carlau Leiter des Mencke-Stift
Die Absolventinnen des im Jahre 1905 im Colosseum durchgeführten Erste Hilfe Kursus mit ihrem Kursleiter Dr. med. Fritz Carlau (sh. Bild 2) auf den Stufen des Trichters.
Es fällt auf, dass ausschließlich Frauen den Kurs absolvierten. Sie waren vermutlich allesamt Mitglied im 1899 gegründeten Vaterländischen Frauenverein Wilster.
Der medizinische Kursleiter Dr. Carlau war Leiter des Wilsteraner Krankenhauses, welches 1902 in Würdigung seines Gründers, des Sanitätsrates Dr. Wilhelm Mencke, den Namen "Menckestift" erhalten hatte.
Dr. Fritz Carlau führte das Haus bis zu seinem Fortzug aus Wilster im Jahre 1915. Unter seiner Leitung war das Krankenhaus 1913 um eine Krankenabteilung sowie um Wasch- und Baderäume erweitert worden. Nach der Erweiterung waren entgegen den zuvor nur 6 Krankenzimmern die doppelte Anzahl mit insgesamt 32 Betten vorhanden.

Bildrechte: nicht bekannt
Anmerkung: Das Foto wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Ralf Steffens, Luzern, Schweiz.

1906 Kraftbus-Linie Burg - Wilster

1906 Eröffnung der Kraftbus-Linie Burg - Wilster
1906 Kraftbus-Linie Burg - Wilster, Station vor Schütts Gasthof am Burger Holzmarkt
1906 Unfall einer Kraftdroschke der Kraftbus-Linie Burg - Wilster
1906 Kraftbus-Linie Burg - Wilster, Zwischenstation vor dem Gasthof Zur Linde in Aebtissinwisch

1906 Kraftbus-Linie Burg - Wilster
Einweihung der Kraftbus-Linie Burg - Wilster
Während die Stadt Wilster bereits 1878 einen Bahnanschluss erhielt, sollte dieses für den Ort Burg in Dithmarschen bis nach der 1920 erfolgten Fertigstellung der über Hochdonn führenden Strecke Hamburg-Westerland dauern. Bahnreisende mussten daher zuvor zwischen Wilster und Burg die Landstraße nutzen.
Die Verbindung von und nach Burg wurde zunächst mit Postkutschen gewährleistet. Ab dem Jahr 1906 erfolgte diese regelmäßig mittels einer Kraft-Droschke. Allerdings wurden die Burger Busse 1914 für den Kriegseinsatz konfisziert, weshalb bis zur Eröffnung des Bahnhofs Burg im Jahre 1920 wieder Pferdedroschken eingesetzt wurden.
Der erste Bahnhof der Stadt Wilster war 1878 an der heutigen Tagg-Straße (damaligen Bahnhofstraße) in Betrieb genommen worden;
die Bahnstrecke (sogenannte Marschbahn; sie querte bei Taterpfahl den Nord-Ostsee Kanal) führte von Altona über Wilster nach Heide (und später bis Ribe in Dänemark).
Die Kraftbus-Linie wurde betrieben von dem aus Gaggenau stammenden Ferdinand Bauer, welcher die Opel-Fahrzeuge von 1906 bis zu deren militärischen Konfiszierung 1914 für den Pendelverkehr Burg - Bahnhof Wilster einsetzte. Seine Söhne Bruno und Erich machten in Burg und Wilster Opel-Werkstätten mit PKW-Verkauf und Fahrschule auf.
Bild 2 zeigt die Abfahrt vor Schütts Gasthof am Burger Holzmarkt.
Bild 3 zeigt einen verunglückten Bus der Kraftbus-Linie Burg - Wilster
Bild 4 Bus bei einem Zwischenstop vor dem Gasthof "Zur Linde" in Aebtissinwisch.

Bildrechte: nicht bekannt
Anmerkung: Die Fotos wurden freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Rudolf Böckmann, Burg.

1907 Automobil Verbindung Burg - Wilster, Haltestelle Aebtissinwisch

1907 Automobil Verbindung Burg - Wilster
1908 Automobil Verbindung Burg - Wilster, Haltepunkt Aebtissinwisch
1908 Kraft-Droschke vor Schütt´s Gasthof in Burg / Dithmarschen

1907 Automobil Verbindung Burg - Wilster
Bild 1: Eine Kraft-Droschke (Omnibus) mit Fahrgästen und Personal vor dem Bahnhofsgebäude in Wilster.
Bild 2: Eine mit Girlanden geschmückte Kraft-Droschke (Omnibus) vor dem "Gasthof zur Linde" in Aebtissinwisch.
Bild 3: Kraft-Droschke vor Schütt´s Gasthof in Burg
Es handelt sich womöglich um die allererste Fahrt der Kraft-Droschke auf der Strecke Wilster - Burg.
Der erste Bahnhof der Stadt Wilster war 1878 an der heutigen Tagg-Straße (damaligen Bahnhofstraße) in Betrieb genommen worden;
die Bahnstrecke (sogenannte Marschbahn; sie querte bei Taterpfahl den Nord-Ostsee Kanal) führte von Altona über Wilster nach Heide (und später bis Ribe in Dänemark).
Der Ort Burg in Dithmarschen erhielt erst 1920 nach Fertigstellung der über Hochdonn führenden Strecke Hamburg-Westerland einen Bahnanschluß, weshalb zuvor Bahnreisende zwischen Wilster und Burg die Landstraße nutzen mußten. Während zunächst die Verbindung von und nach Burg mit Postkutschen gewährleistet wurde, erfolgte diese ab dem Jahr 1908 regelmäßig mittels einer Kraft-Droschke. Allerdings wurden die Burger Busse 1914 für den Kriegseinsatz konfisziert, weshalb bis zur Eröffnung des Bahnhofs Burg im Jahre 1920 wieder Pferdedroschken eingesetzt werden mußten.

Bildrechte:
Bild 1: Friedrich Schlüter, Wilster
Bilder 2 u. 3: nicht bekannt

1907 Pfeife rauchende Frauen

1907 Pfeife rauchende Frauen
Eine ganz besondere Eigenart wurde in der Wilstermarsch mit dem sogenannten „Tabak saufen“ ausgeübt. Sowohl Männer als auch Frauen rauchten aus Tabakspfeifen mit sehr langen Stielen und einem Pfeifenkopf aus Porzellan (dieser zumeist mit einem Deckel versehen).
Es war nicht ungewöhnlich, sich nach Feierabend zu einem gemütlichen Schwätzchen oder zum Kartenspiel bei einer Pfeife Tabak zusammen zu finden, so wie die abgebildeten alten Damen aus Kudensee.
Heute kaum nachvollziehbar, war in früheren Zeiten auch das Rauchen in ganz bestimmter Weise reglementiert. So wie beispielsweise in den "Artikuln für die Osterbünger und Wetterndorfer Gilde von 1739" in Artikel 10.
Danach sollten die Pfeifen der Männer stets "mit einem Deckel oder Doppe wohl versehen seyn. Wonach sich die Frauenspersonen, bey welchen das Tobakrauchen gemein ist, zu richten; fürnehmlich sich aber dessen bey der Flachs- und Hampfarbeit gänzlich zu enthalten haben".
Das Foto wurde in überarbeiteter und kolorierter Form auch als Motiv für eine Ansichtskarte verwendet (Bild 2 und 3)

Bildrechte: Karl Kuskop, Wilster
Das Foto stammt aus der im Eigentum von Robert Friedrichs, Wilster, stehenden Sammlung Werner Behning
Anmerkung: Robert Friedrichs macht sich seit Jahren dadurch verdient, daß er alte Foto aus der Sammlung seines Großvaters Werner Behning als Repros alter Postkarten oder mittels des Alt-Wilster-Kalender interessierten Heimatfreunden anbietet. Wer diese oder von den Originalnegativen gezogene Fotografien erwerben möchte, den verweise ich auf die Seite Alt-Wilster
Die ergänzend vorgestellte Ansichtskarte befindet sich in der Sammlung Ingrid Schröder, Burg in Dithmarschen

1908 Viehmarkt und Wochenmarkt auf dem Marktplatz

1908 Viehmarkt und Wochenmarkt auf dem Marktplatz der Stadt Wilster
1908 Viehmarkt und Wochenmarkt auf dem Marktplatz der Stadt Wilster

1908 Viehmarkt und Wochenmarkt auf dem Marktplatz
Es herrschte lebhafter Betrieb auf dem Marktplatz vor der Kirche, wenn die Bauern der Wilstermarsch dort ihre Produkte und auch Vieh anboten.
Das Rindvieh wurde durch die Straßen zum Markt getrieben - ein heute nicht mehr vorstellbares Bild.

Bildrechte: Robert Friedrichs, Wilster - Sammlung Werner Behning
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1910 Wochenmarkt in der nordwestlichen Ecke des Marktplatzes

Wochenmarkt in der nordwestlichen Ecke des Marktplatzes in Wilster

1910 Wochenmarkt auf dem Marktplatz
Bauern aus der Wilstermarsch bieten ihre Waren auf dem Marktplatz in Wilster an; es herrscht lebhafter Betrieb.
Als Transportfahrzeuge wurden seinerzeit fast ausschließlich von Pferde-Gespannen gezogene Ackerwagen genutzt. Während des Wochenmarktes wurden die Pferde abgespannt und in den Stallungen benachbarter Gasthöfe untergestellt - vorrangig in den am Bartholomäus-Gang gelegenen Stallungen des Gasthofes \"Zur Börse\" von Johannes Ruge am Markt.
Links steht das Geschäftshaus des Photographen Carl Kuskop, welcher auch einen Verlag für Ansichtskarten betrieb. Rechts an dem Gebäude führte ein schmaler Gang zu dem rückwärtig liegenden Atelier, welches von dem Photographen Ludwig Behning übernommen wurde und später von dessen Sohn Werner Behning.
Rechts von dem Gang steht die im Jahre 1900 erbaute und im Jahr 1963 abgebrochene Turnhalle.

Bildrechte: vermutlich Karl Kuskop, Wilster
Sammlung Werner Behning
Anmerkung: Robert Friedrichs macht sich seit Jahren dadurch verdient, daß er alte Foto aus der Sammlung seines Großvaters Werner Behning als Repros alter Postkarten oder mittels des Alt-Wilster-Kalender interessierten Heimatfreunden anbietet. Wer diese oder von den Originalnegativen gezogene Fotografien erwerben möchte, den verweise ich auf die Seite Alt-Wilster

1912 Reiterclub Wilster

1912 Reiterclub Wilster
In Wilster gab es in früheren Zeiten sehr viele kleinere und der Ausübung eines gemeinsamen Freizeitvergnügens und der gemütlichen Zusammenkunft dienende Vereine und Clubs.
Das Foto zeigt nachweislich der zeitgenössischen rückseitigen Beschriftung eine Zusammenkunft der zünftig gestiefelt und gespornten Herren des Reiterclub Wilster.

Bildrechte: nicht bekannt
das Foto wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Frau Ingrid Schröder, Burg in Dithmarschen

1915 Militärische Kolonne vor dem Colosseum

1915 Militärische Kolonne vor dem Colosseum in Wilster

1915 Militärische Kolonne vor dem Colosseum
Zeit des I. Weltkrieges.
Möglicherweise aus Wilster und der Wilstermarsch zum Militärdienst eingezogene Männer marschieren mit geschulterten Gewehren hinter einer Musikkapelle mit klingendem Spiel vorbei an Trichter und Colosseum zum Platz am Colosseum.
Die Soldaten tragen noch preußische Pickelhauben, für welche im Verlaufe des Jahres 1916 Stahlhelme aus Chromnickelstahl eingeführt wurden.
Der Marsch führte vermutlich über den Colosseum-Platz zum seinerzeit noch an der heutigen Tagg-Straße gelegenen Bahnhof der Stadt.
Begleitet wird der Zug von vielen zuschauenden Kindern.
Auffällig ist die auf dem Dach des Colosseum installierte große Antennenanlage - offenbar diente das Gebäude zeitweilig militärischen Zwecken.

Carl Kuskop, Wilster

1916 Zeit des I. Weltkrieges - marschierende Soldaten am Markt

1916 Zeit des I. Weltkrieges - marschierende Soldaten am Markt in Wilster

1916 Zeit des I. Weltkrieges.
Die aus Wilster und der Wilstermarsch zum Militärdienst eingezogenen Männer marschieren am Markt hinter einer Musikkapelle mit klingendem Spiel zum Platz am Colosseum; die Soldaten tragen preußische Pickelhauben.
Die Gruppe hatte sich offenbar vor dem Hotel "Wilstermarsch-Haus" gesammelt und marschierte von dort zum Platz am Colosseum.
Links die Gaststätte „Zur Börse“ von Johannes Ruge - das Gebäude gehört seit 1957 zu dem bereits seinerzeit in dem rechts daneben stehenden Gebäude betriebenen Textil-Geschäft von Wilhelm Reese. Rechts daneben das Geschäft Martens Nachf. für Eisen, Stoffe, Kurzwaren, Colonialwaaren, Taback, Cigarren (interessant sind die damaligen Schreibweisen für die Worte Waren und Zigarren); in das Gebäude zog später die „Wilstermarsch Sparkasse“ (spätere Verbandssparkasse, jetzt Sparkasse Westholstein) ein).

Bildrechte: Carl Kuskop, Wilster

1918 Theatergruppe junger Frauen in Wilster

1918 Theatergruppe Wilster - junge Frauen
1918 Theatergruppe Wilster - junge Frauen

1918 Theatergruppe - junge Frauen
Die in Kostümen auf einer Bühne posierenden jungen Frauen gehörten offenkundig einer wilsteraner Theatergruppe an.
Über die Namen der abgebildeten Personen sowie über die Gruppe liegen noch keine Erkenntnisse vor.

Bildrechte: nicht bekannt
Anmerkung:Die Fotos wurden freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Udo Urban, Wilster

1920 Festwagen des Wirtevereins Wilster für einen Festumzug

920 Festwagen des Wirtevereins Wilster für einen Festumzug

ca. 1920 Festwagen des Wirtevereins Wilster für einen Festumzug.
Der für die Teilnahme an einem Umzug durch die Straßen der Stadt Wilster geschmückte Festwagen des damaligen "Wirthe - Verein Wilster" hat auf dem Platz am Colosseum Aufstellung genommen.
Neben dem Wagen stehen die mit Zylindern und Schärpen als solche gekennzeichneten Offiziellen des Vereins mit der Vereins-Standarte.
Leider sind weder das Jahr noch der Anlaß für den Festumzug bekannt; es wird sich jedoch um einen Zeitpunkt vor 1922 gehandelt haben, denn an dem Wagen wirbt ein Plakat für das Bier "Bavaria Bräu". - Die 1897 gegründete Altonaer Bavaria Brauerei AG fusionierte 1922 mit derHamburger Großbrauerei „Actien-Brauerei“ in Hamburg-St. Pauli und nannte sich Bavaria und St. Pauli Brauerei AG; entsprechend wurden auch ihre Biere bezeichnet.
Das "Bavaria Bräu" wurde in Wilster von der an der Deichstraße gelegenen Bierhandlung von Albin Schrödel verlegt; der Betrieb wurde danach als Wilsteraner Niederlassung der Bavaria und St. Pauli Brauerei ausgebaut, wozu 1934 ein völliger baulicher Umbau der Betriebsgebäude erfolgte, von denen heute jedoch nur noch das Wohnhaus besteht.

Bildrechte: nicht bekannt
Anmerkung: Das Foto wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Udo Urban, Wilster

1920 Uniformierte Personen mit Reichskriegsflagge des Kaiserreichs

1920 Uniformierte Personen mit Reichskriegsflagge

(geschätzt) 1920 Uniformierte Personen mit Reichskriegsflagge des kaiserreichs.
Die Flagge zeigt in der Gösch das Eiserne Kreuz auf den Farben Schwarz Weiß Rot sowie auf weißem Grund das schwarze Deutschordenskreuz.
Bei den abgebildeten Personen befindet sich auf dem Koppelschloß eine Kaiserkrone (bei den Uniformen der Deutschen Soldaten im I. Weltkrieg war dies umschrieben mit den Worten "Gott mit uns").
Es handelt sich bei der Gruppe wahrscheinlich um Mitglieder des Militärverein Wilster. Dieser war 1883 gegründet worden.
Militär- oder Kriegervereine waren in der Zeit nach der Gründung des Deutschen Reiches in der Folge des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 an vielen Orten in Deutschland entstanden.
Es waren pariotische Vereinigungen, in denen vaterländische Gedanken gepflegt wurden.
Ihre Mitglieder waren zumeist Veteranen, die an den Kriegen teilgenommen hatten, beispielsweise an der Schleswig-Holsteinischen Erhebung von 1848 gegen Dänemark, am Österreichisch und Preußischen Krieg 1964 gegen Dänemark oder dem bereits genannten Krieg 1870/71 sowie auch am I. Weltkrieg.
Der Wilsteraner Verein hat mindestens bis 1933 bestanden, denn in dem Jahr beging er sein 50jährliches Stiftungsfest.
Ob möglicherweise der für Wilster auch genannte Kriegerverein ein Vorläufer des Militärvereins oder für diesen nur eine andere Bezeichnung darstellt, ist nicht bekannt.

Bildrechte: nicht bekannt

1920 Wochenmarkt auf dem Marktplatz

1920 Wochenmarkt auf dem Marktplatz
Bauern aus der Wilstermarsch bieten ihre Waren auf dem Marktplatz in Wilster an; es herrscht lebhafter Betrieb.
Als Transportfahrzeuge wurden seinerzeit fast ausschließlich von Pferde-Gespannen gezogene Ackerwagen genutzt. Während des Wochenmarktes wurden die Pferde abgespannt und in den Stallungen benachbarter Gasthöfe untergestellt - vorrangig in den am Bartholomäus-Gang gelegenen Stallungen des Gasthofes "Zur Börse" von Johannes Ruge am Markt.
Das 1912/13 an der Ecke des Marktes zur Marktstraße (der späteren Op de Göten) erbaute Geschäftshaus von J.P.T.Andersen dominiert die Häuserzeile.

Bildrechte: Robert Friedrichs, Wilster - Sammlung Werner Behning
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1923 Gedenkfeier für die Gefallenen in der Turnhalle des MTV Wilster

1923 Gedenkfeier für die Gefallenen in der Turnhalle des MTV Wilster

1923 Gedenkfeier für die Gefallenen in der am Marktplatz stehendenTurnhalle des MTV Wilster.
Die Bewegung der Turner waren von Beginn an patriotisch gesinnt gewesen. So ist es kein Zufall, dass viele Turner sich aktiv 1848 an der Erhebung gegen Dänemark beteiligten, die letztendlich zur Loslösung des Landes Schleswig-Holstein von diesem führte.
1923 ehrten die Turner in der Turnhalle mit einer Feierstunde zur Einweihung einer Gedenktafel die Gefallenen des I. Weltkrieges.
Der ursprünglich als Männer-Turnverein gegründete MTV Wilster besteht seit dem Jahre 1880.
Bereits Ende der 1850er Jahre war es in Wilster zur Gründung eines Turnvereins gekommen, welchem bald (1861) durch eine weitere Gründung ein konkurrierender Wilsteraner Turnverein entgegen stand. Beide Vereine existierten jedoch nur wenige Jahre.
Am 04. Dezember 1868 kam es zu einer Neugründung, welche sich aber mit Ausbruch des Deutsch-Französischen Krieges 1870 wieder auflöste.
Der MTV Wilster wurde am 30. Mai 1880 gegründet; er gehört heute zu den ältesten Sportvereinen im Kreis Steinburg.
Infolge einer Bekanntmachung im Kreisblatt hatten sich bereits zuvor am 22. Mai 1880 im Gasthof von Martin Göttsche junge Leute zwecks Gründung eines Turnvereins versammelt. Nach kurzer Vorbereitung , insbesondere zur Erarbeitung der Statuten, erfolgte der Gründungsakt eine Woche später.
Der erste Übungsabend der Turner wurde am 12. Juni 1880 durchgeführt.
Die ersten Gau-Turnfeste richtete der junge Verein in den Jahren 1882, 1887 und 1895 aus.
Informationen über den heutigen MTV Wilster gibt es hier.
Die vorwiegend dem MTV Wilster dienende Halle war im Jahre 1900 erbaut worden; im Jahre 1963 ist sie wegen Baufälligkeit abgebrochen worden, wonach an ihrem Platz die Sonninstraße und 1975 ein Geschäftshaus entstand.

Bildrechte: Ludwig Behning, Wilster
Sammlung Werner Behning
Anmerkung: Robert Friedrichs macht sich seit Jahren dadurch verdient, daß er alte Foto aus der Sammlung seines Großvaters Werner Behning als Repros alter Postkarten oder mittels des Alt-Wilster-Kalender interessierten Heimatfreunden anbietet. Wer diese oder von den Originalnegativen gezogene Fotografien erwerben möchte, den verweise ich auf die Seite Alt-Wilster

1925 adventliche Stimmung auf dem Marktplatz in Wilster

1925 adventliche Stimmung auf dem Marktplatz der Stadt Wilster

1925 adventliche Stimmung auf dem Marktplatz
Blick vom Vorplatz der St. Bartholomäus Kirche auf die Einmündung der Deichstraße in den Marktplatz, auf welchen ein zur Advendszeit aufgestellter Tannenbaum von Schnee bestäubt ist.
Im Vordergrund rechts steht einer der aus Granitstein bestehenden Poller, welche mit ihren dazwischen gespannten schmiedeeisernen Ketten die gesamte Kirche umlaufend gegen den übrigen Marktplatz abgrenzten. Poller und Ketten wurden leider Anfang der 1960er Jahre beseitigt.
In dem links erkennbaren Fachwerk Traufenhaus wurde seinerzeit von Wilhelm Jacobs das „Wilstermarsch-Haus“ betrieben, welches das größte Hotel in Wilster war.
Bei dem Luftangriff auf Wilster am 15.Juni 1944 wurde das Wilstermarsch-Haus stark beschädigt. Das in der Folge behelfsweise für Wohnzwecke genutzte Gebäude wurde 1952 abgebrochen.
Auf der rechten Seite der Deichstraße steht das „Warenhaus“ von Christian (Krischan) Haack, ein Geschäft mit bis heute erhaltenem ganz besonderem Flair; es wird von den Wilsteranern liebevoll "Klein-Karstadt" genannt.

Bildrechte: vermutlich Werner Behning, Wilster
Anmerkung: Robert Friedrichs macht sich seit Jahren dadurch verdient, daß er alte Foto aus der Sammlung seines Großvaters Werner Behning als Repros alter Postkarten oder mittels des Alt-Wilster-Kalender interessierten Heimatfreunden anbietet. Wer diese oder von den Originalnegativen gezogene Fotografien erwerben möchte, den verweise ich auf die Seite Alt-Wilster
Der Alt-Wilster Kalender kann allen mit der Stadt Wilster verbundenen Menschen als besonderes Geschenk zu Weihnachten und zum Jahreswechsel nur nachdrücklich empfohlen werden!

1925 Gauturnfest des MTV Wilster auf dem Colosseum-Platz

1925 Gauturnfest des MTV Wilster auf dem Colosseum-Platz in Wilster

1925 Gauturnfest des MTV Wilster auf dem Colosseum-Platz
Der ursprünglich als Männer-Turnverein gegründete MTV Wilster besteht seit dem Jahre 1880.
Bereits Ende der 1850er Jahre war es in Wilster zur Gründung eines Turnvereins gekommen, welchem bald (1861) durch eine weitere Gründung ein konkurrierender Wilsteraner Turnverein entgegen stand. Beide Vereine existierten jedoch nur wenige Jahre.
Am 04. Dezember 1868 kam es zu einer Neugründung, welche sich aber mit Ausbruch des Deutsch-Französischen Krieges 1870 wieder auflöste.
Der MTV Wilster wurde am 30. Mai 1880 gegründet; er gehört heute zu den ältesten Sportvereinen im Kreis Steinburg.
Der erste Übungsabend der Turner wurde am 12. Juni 1880 durchgeführt.
Informationen über den heutigen MTV Wilster gibt es hier.
Nachdem der junge Verein bereits in den Jahren 1882, 1887 und 1895 Gau-Turnfeste ausgerichtet hatte, lud er in der Folge zu weiteren derartigen Großveranstaltungen ein.
Das Foto zeigt Darbietungen der Turner auf dem Platz beim Colosseum. Hinter den Baumreihen im Hintergrund sind die Rückseiten der Häuser an der Burgerstraße erkennbar.
Sowohl unter der Baumreihe als auch im Vordergrund beobachten viele Zuschauer das Geschehen, bei dem neben in der Mehrzahl männlichen Aktiven auch viele Frauen teilnehmen.
Im Vordergrund ist eine Musikkapelle angetreten, unter deren Führung die Turner offenbar zuvor zum Sportplatz marschiert waren.

Bildrechte: Ludwig Behning, Wilster
Sammlung Werner Behning
Anmerkung: Robert Friedrichs macht sich seit Jahren dadurch verdient, daß er alte Foto aus der Sammlung seines Großvaters Werner Behning als Repros alter Postkarten oder mittels des Alt-Wilster-Kalender interessierten Heimatfreunden anbietet. Wer diese oder von den Originalnegativen gezogene Fotografien erwerben möchte, den verweise ich auf die Seite Alt-Wilster

1927 Kellinghusen - Fahrzeuge Gütertransportgesellschaft Wilster, Mühlenbetrieb Volkery

1927 Fahrzeuge der Gütertransportgesellschaft Wilster, Mühlenbetrieb Volkery beim Stadtfest in Kellinghusen

1927 Kellinghusen - Fahrzeuge Gütertransportgesellschaft Wilster, Mühlenbetrieb Volkery aus Wilster
Offenbar anläßlich der Feiern zur Begehung des Jubiläums 50 Jahre Stadtrechte Kellinghusen - der Flecken war 1877 zur Stadt erhoben worden - war eine große Delegation aus Wilster in die Nachbarstadt gefahren.
In Kellinghusen Am Markt vor dem Hotel "Stadt Hamburg" (Wirt: A.F. Fiedler) haben mit vielen Gästen beladene Fahrzeuge der Firmen
- Gütertransportgesellschaft Wilster
- Mühlenbetrieb Heinrich Volkery
Aufstellung bezogen.
Es konnte noch nicht ermittelt, ob es sich bei der Gütertransportgesellschaft Wilster um einen Zusammenschluß örtlicher Fuhrunternehmer handelt. Im Adressbuch 1926 sind folgende aufgeführt:
August Engelke-Stock, Deichstraße 31
Heinrich Klingforth, Rumfletherstraße 20
Johannes Münster, Burgerstraße 9
Bernhard Schelig, Hinter der Stadt 38 (heutige Hans-Prox-Straße)
Klaus Schwarck, Schulstraße 14 (heutige Zingelstraße)
In dem auf dem abgebildeten Fahrzeug der Gütertransportgesellschaft als Adresse genannten Haus Schmiedestraße 24 wohnte seinerzeit der Kaufmann Johannes Rademann.

Bildrechte: Johannes Claudius Weyh, Wilster
Das Foto wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Martin Weyh

1927 Rats-Glocke oder Kökschen Klock am Alten Rathaus, Einläuten des Jahrmarktes

1927 Rats-Glocke oder Kökschen Klock am Alten Rathaus in Wilster

1927 Rats-Glocke oder Kökschen Klock am Alten Rathaus - sie erklang zum Einläuten des Jahrmarktes.
Viele ältere Wilsteraner werden sich noch daran erinnern, dass in früheren Jahren zur Zeremonie des Einläutens des Wilster Jahrmarktes am Alten Rathaus die an dessen Giebelspitze hängende und zumeist "Kökschen Klock" genannte Glocke geläutet wurde.
Diese auf dem Dachreiter des Südgiebels befindliche kleine historische Glocke war dort seit alters her vorhanden gewesen, bis sie im I. Weltkrieg abgenommen und zur Verwendung in der Waffenproduktion eingeschmolzen wurde.
Dieser bedauerliche Umstand veranlaßte im Jahr 1927 sechs Wilsteraner dazu, ihrer Heimatstadt eine neue Glocke zu stiften.
Die sich bereits 1921 zu einem Club "Jahrmarktsglocke" zusammen gefunden habenden Stifter, nämlich
Heinrich Auhage
Christian Dethlefsen
Rudolf Dolling
Dr. Johannes Eggers
Heinrich Pruter
Peter Springer
hatten sich seither regelmäßig zum Zeitpunkt des Einläutens des Wilster Jahrmarkt in der Veranda des dem Alten Rathaus gegenüber gelegenen Gasthaus "Holsteinisches Haus" getroffen, um der Zeremonie beizuwohnen. Dort war auch die Idee zur Stiftung der neuen Glocke geboren worden, welche in einem feierlichen Akt 1927 der Stadt Wilster übergeben wurde.
Die Inschrift der Glocke lautet:
"Für meine Schwester, die im Kriege geopfert wurde, stifteten mich im Jahre 1927 sechs Bürger der Stadt Wilster.
H. u. D. Ohlsen in Lübeck gossen mich"
Noch zu Beginn der 1950er Jahre trafen sich Mitglieder der sogenannten Glockenrunde zum Einläuten des Jahrmarktes.
Weitere Informationen sowie ein Artikel der Wilsterschen Zeitung können in der nachstehend aufrufbaren Datei nachgelesen werden.
Es ist sehr zu wünschen, dass die Glocke noch sehr lange verwendet werden kann, um den Wilster Jahrmarkt einzuläuten und dessen Bestand gesichert wird!

Bildrechte: Club "Jahrmarktsglocke" Wilster
Anmerkung: Die Informationen wurden für diese Heimat-Seite und für den Rathausverein freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Herrn Dr. Boie Eggers, Wilster

Hier finden Sie noch weitere Informationen (als Datei)

1928 Kate am Audeich, Familie Bielenberg - Opfer des Nationalsozialismus

1928 Kate am Audeich, Familie Heinrich und Tine Bielenberg - Opfer des Nationalsozialismus
1925 Kate am Audeich in Wilster

1928 Uralte Kate am Audeich
Die zum Hof Ruge in Possfeld zugehörige und noch heute erhaltene Kate ist uralt;
das Haus wurde bereits im Jahre 1765 erbaut (vgl. Bild 2, Hof 209 a in dem Buch "Die Bauernhöfe der Wilstermarsch im Bild").
Mieter des Gebäudes war seinerzeit Heinrich Bielenberg, der dort mit seiner Frau Tine und den 5 gemeinsamen Kindern lebte. Das Bild zeigt das Ehepaar mit den drei ältesten Kindern.
Das Ehepaar bekannte sich religiös zu den "Jehovas Zeugen", die seinerzeit auch als "Ernste Bibelforscher" bekannt waren. Das Bekenntnis des Ehepaares führte zu seiner Drangsalierung durch die Nazis. Mehrfach wurden die Familienmitglieder allein aufgrund ihres Glaubens verhaftet, verhört und bestraft.
Das Amtsgericht Wilster entzog den Eheleuten Heinrich und Tine Bielenberg Anfang 1938 sogar das Sorgerecht für die fünf Kinder.
Im Februar 1939 lieferte die Gestapo Heinrich Bielenberg nach Abbüßung einer 12-monatigen Haftstrafe ohne Gerichtsbeschluß in das Konzentrationslager Sachsenhausen ein, wo er am 24. Februar 1940 starb.
Das Schicksal dieser Wilsteraner Familie ist beständige Mahnung, immer für Toleranz einzutreten! Gegenüber anderen Menschen und deren Herkommen, Rasse, Religion, sexueller Ausrichtung, politischer Einstellung, anderer Meinung und was sie sonst noch von uns unterscheidet!

Bildrechte: Familie Bielenberg, Wilster

1930 Abfischen des Karpfen Teichs

ca. 1930 Abfischen des Karpfenteichs
Der Karpfen Teich lag hinter den Gebäuden der vormaligen Brauerei Gebrüder Lübbe in der Neustadt und gegenüber dem Audeich.
Er ist zu Zeiten der Dampf-Brauerei Lübbe zur Gewinnung von Natureis für Kühlzwecke angelegt worden - noch bis in die 1950er Jahre nutzte die in der Deichstraße gelegene damalige Niederlage der Hamburger Bavaria & St. Pauli Brauerei den Teich für entsprechende Zwecke.
Als Sekundärnutzung wurden in dem Teich Karpfen gezogen.
Das spätherbstliche Abfischen des Teiches war offenbar eine sowohl äußerlich als auch innerlich feuchte Angelegenheit. Honorige Männer in dunklen Anzügen und mit Schlips und Kragen, jedoch mit Gummistiefeln bewehrt, machten sich an das Abfischen der glitschigen Beute.
Die Arbeit scheint anstrengend gewesen zu sein, denn man mußte sich dabei mit geistigen Getränken stärken.

Bildrechte: nicht bekannt
Das Foto wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Heidi und Heinz Steinbrecher, Wilster

1930 Badespaß in der Wilsterau

1930 Badespaß in der Wilsterau
Es müssen schon harte und gesunde junge Männer gewesen sein, die sich 1930 in Rumfleth bei der Lederfabrik im Wasser der Wilsterau vergnügten.
Die Wasserqualität der Wilsterau ließ seinerzeit - nicht zuletzt bedingt durch ungeklärte Einleitungen aus der Lederfabrik, den zahlreichen Schlachtereien und anderer Gewerbebetriebe sehr zu wünschen übrig. Aus heutiger Sicht war die Wasserqualität absolut ungenügend.

Bildrechte: nicht bekannt

1930 Konfirmandinnen vor der St. Bartholomäus Kirche

1930 Konfirmandinnen vor der St. Bartholomäus Kirche
1930 Konfirmandin mit ihren Gästen - allesamt gut behütet

ca. 1930 Konfirmandinnen vor der St. Bartholomäus Kirche
Bild 1 - Recht damenhaft gekleidet hat sich eine große Gruppe Konfirmandinnen - vermutlich nach der Konfirmanden Prüfung - vor dem Portal der St. Bartholomäus Kirche in Wilster zum Gruppenbild aufgestellt.
Besonders auffällig ist, dass fast alle jungen Damen lange Zöpfe tragen! Eine Haartracht, die seit Jahrzehnten aus der Mode gekommen ist.
Leider konnte - bisher - keine der abgebildeten Personen namentlich benannt werden. Um Mithilfe wird daher gebeten!
Bild 2 - Nach der kirchlichen Zeremonie erfolgte im privaten Kreis eine Feier, bei der zumeist Mitglieder der Familie der jeweiligen Konfirmandin zusammen kamen, so wie hier bei "Olli´s Konfirmation" am 30. März 1930 in Wilster. (gem. Notiz auf der Rückseite des Fotos).
Auffällig ist, dass sowohl Männer als auch Frauen einschließlich der Konfirmandin jeweils einen Hut nach der damaligen Mode trugen.

Bildrechte: nicht bekannt

1931 Einweihung des Neubaues der Städtischen Sparkasse

24.01.1931 Einweihung des Neubaues der Städtischen Sparkasse Wilster
1931 Neubau der Städtischen Sparkasse Wilster am Kohlmarkt
1927 Gebäude der Städtischen Sparkasse Wilster am Kohlmarkt

Städtische Sparkasse an der Straße Kohlmarkt
Am 24. Januar 1931 wurde das im Jahr zuvor erbaute Gebäude der Städtischen Sparkasse Wilster in Anwesenheit vieler Gäste, darunter wilsteraner Honoratioren eingeweiht (Bild 1).
Die Fassade des am Kohlmarkt stehenden Gebäudes erinnert sehr gewollt an die Fassade des Neuen Rathaus – sowohl Dachform als auch Anordnung der Fenster und der Tür sowie die Gliederung sind identisch (Bild 2).
Zuvor war die Sparkasse in dem gegenüber auf der anderen Straßenseite liegenden Gebäudes untergebracht gewesen (Bild 3)
1968 fusionierten Städtische Sparkasse und die Wilstermarsch Sparkasse zur Verbandssparkasse Wilstermarsch.

Bildrechte:
Bild 1: nicht bekannt
Bild 2: Heinrich Ballerstädt
Bild 3: Ludwig Behning
Anmerkung: Das Foto Bild 1 wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Manfred Bauch, Wilster

1931 Festumzug der Kindergilde zieht über Marktplatz und Op de Göten

1931 Festumzug der Kindergilde zieht über den Marktplatz der Stadt Wilster
1931 Festumzug der Kindergilde zieht durch die Marktstraße (Op de Göten) der Stadt Wilster

1931 Festumzug der Kindergilde zieht über den Marktplatz und die Op de Göten
Bild 1: Von der Straße Kohlmarkt kommend, sowie begleitet und beobachtet von zahlreichen Zuschauern, zieht der Umzug der Schüler über den Marktplatz.
Von links nach rechts sind folgende Gebääude zu erkennen: Marschkrug, Schwan Apotheke, Haus des Organisten Heesch, Wilstermarsch Spar- und Leihkasse (später Volksbank), Café Egge, Bäckerei Starck.
Bild 2: Vom Markt kommend zieht der Umzug der Kindergilde durch die Marktstraße (Op de Göten).
Rechts die Gebäude J.P.T. Andersen und Drogerie Meyer.
An der Spitze des Umzuges ein Knabe mit einer Flagge; er wird von zwei Polizisten flankiert, welche jeweils einen Tschako tragen. Der Polizist (Wachtmeister sagte man damals) links scheint Otto Frischkorn zu sein. Er hatte den Spitznamen „Fiedam“ und wenn sein Tschako irgendwo auftauchte, hieß es „ Fiedam kummt!“ Dabei war er ein sehr respektierter und angenehmer Vertreter seiner Zunft, der auch einmal augenzwinkernd für Ordnung sorgen konnte. Die Wache war seinerzeit im Spritzenhaus am Neumarkt untergebracht.
Das Fest der Kindergilde war für die Schüler der Wilsteraner Schulen ein ganz herausragendes Ereignis eines jeden Schuljahres.
Es wurden Wettspiele veranstaltet, Majestäten gekürt und jedes Kind erhielt einen Gewinn.
Am Nachmittag führte ein festlicher Umzug der Kinder durch die sich im Fahnenschmuck zeigenden Straßen der Stadt; anschließend fanden auf den Sälen der Stadt Tanzvergnügungen statt.
Der Festumzug wurde begleitet von mehreren marschierenden Musikkapellen.
Die Mädchen trugen während des Umzuges einen mit Blumen und Girlanden geschmückten Bogen, die Knaben häufig eine Flagge. Von den Häusern grüßten unzählige Schleswig-Holstein Flaggen und abertausende Blüten waren von der Bevölkerung auf dem Pflaster des Marschweges ausgebreitet worden.
Die Kinder-Gilde war das Fest der Kinder! Und alle Erwachsenen gönnten es ihnen!
Anfang der 1970er Jahre bereitete das fehlende Engagement der damaligen Lehrer Generation dem schönen uralten Brauch ein Ende.

Bildrechte: nicht bekannt
Anmerkung: Die Fotos wurden freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Frau Ursula Mäding, Oberhausen

1932 Aufmarsch der SA in der Burger Straße

13. Juli 1932 marschierende SA in der Burger Straße in Wilster
13. Juli 1932 marschierende SA in der Burger Straße in Wilster
13. Juli 1932 marschierende SA in der Burger Straße in Wilster
13. Juli 1932 marschierende SA in der Burger Straße in Wilster

1932 marschierende SA in der Burger Straße
In unglaublich großer Anzahl ziehen Mitglieder der nationalsozialistischen Organisation von der Neue Burger Straße kommend und den Bahnübergang überquerend in die Burger Straße Richtung Marktplatz.
Es handelt sich offenbar um den von der nationalsozialistischen Organisation SA am 13. Juli 1932 in Wilster veranstalteten Propagandamarsch.
Seinerzeit durften die Mitglieder der SA in der Öffentlichkeit nicht in Uniform auftreten, weshalb die marschierenden Personen weiße Hemden tragen. Bereits 1930 war die Nazi Organisation in Wilster öffentlichkeitswirksam aufgetreten, als am 14.12.1930 von den Nationalsozialisten mit 320 Mitgliedern und weiteren 200 Teilnehmern auf dem Platz am Colosseum eine sogenannte Fahnenweihe durchgeführt wurde.
Hinter dem Bahnübergang mündet von rechts kommend die Bahnhofstraße ein. Vor dem Bahnübergang ist die nach rechts führende Zuwegung zum Güterbahnhof Wilster erkennbar - die erst in den 1950er Jahren gebaute spätere "Stichstraße" existierte noch nicht.
Links im Vordergrund ist die sogenannte Durchfahrt des Gasthofes Bahnhofshotel zu erkennen.
Anmerkung: Aus heutiger Sicht und dem Wissen um das von den Nationalsozialisten verübte Unrecht und ihrer in der Dimension kaum begreifbaren unmenschlichen Verbrechen ist es schwer nachzuvollziehen, weshalb sich von ihrer Ideologie so viele Menschen haben vereinnahmen lassen.
In Wilster und der Wilstermarsch haben es offenbar die zum Ende der Weimarer Republik in Stadt und Land auch in Folge der Weltwirtschaftskrise ganz besonders schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse - nämlich Verschuldung der Landwirte, enorm hohe Arbeitslosigkeit in der Arbeiterschaft, Verarmung des Bürgertums - mitbewirkt, schon recht früh den Nationalsozialisten eine breite Anhängerschaft zu bescheren.
Bereits bei der Wahl im Jahre 1930 erreichte in Wilster die NSDAP 27,6 % der gültigen Stimmen. Nach der Machtübernahme Hitlers nach der Reichstagswahl 1933 waren dann - fast - alle Dämme gebrochen. In Wilster hatten die Nazis 53,0 % der abgegebenen Stimmen erhalten. Kaum jemand konnte sich danach dem Sog und wohl häufig genug auch dem Druck der gegenüber Andersdenkenden mit massiver Intoleranz herrschenden Partei entziehen.

Bildrechte: nicht bekannt

1932 Kundinnen vor dem Eingang zum Tabakladen Peter Haase an der Wende

1932 Kundinnen vor dem Eingang zum Tabakladen Peter Haase
1932 Wende und Deichstraße in der Stadt Wilster

1932 Kundinnen vor dem Eingang zum Tabakladen Peter Haase.
Das kleine Wohn- und Geschäftshaus des Zigarrendrehers Peter Haase, welcher mit vielerlei Tabakwaren handelte, stand an der Deichstraße an der Ecke zur Wende (der platzartigen Aufweitung vor dem Zugang zum Stadtpark).
Das Haus wurde zu Beginn der 1950er abgebrochen; zuletzt wohnte in ihm die zu der Zeit allein erziehende Anne Mikolajczyk mit ihren Kindern.
Heute befindet sich auf der Fläche Stellplätze für Kraftfahrzeuge.
Die damalige Situation zeigt das ergänzend vorgestellte und 1926 aufgenommene Foto (Bild 2).

Bildrechte: Robert Friedrichs, Wilster - Sammlung Werner Behning
Anmerkung: Robert Friedrichs macht sich seit Jahren dadurch verdient, daß er alte Foto aus der Sammlung seines Großvaters Werner Behning als Repros alter Postkarten oder mittels des Alt-Wilster-Kalender interessierten Heimatfreunden anbietet. Wer diese oder von den Originalnegativen gezogene Fotografien erwerben möchte, den verweise ich auf die Seite Alt-Wilster

1932 marschierende SA in der Straße Rumflether Deich

1932 marschierende SA in der Straße Rumflether Deich in der Stadt Wilster

1932 marschierende SA in der Straße Rumflether Deich
Nachdem die nationalsozialistische Organisation SA bereits am 13. Juli 1932 in Wilster mit sehr großer Teilnehmerzahl einen Propagandamarsch durchgeführt hatte, erfolgte offenbar bereits am 20. Oktober desselben Jahres in Wilster ein weiterer Ummarsch der SA durch die Straßen der Stadt. Es entsprach dem seinerzeitig vorherrschenden Zeitgeist und auch dem Kalkül der NSDAP, mit martialischen Aufmärschen die eigene Schlagkraft zu demonstrieren und zugleich Andersdenkende einzuschüchtern.
Seinerzeit jedoch durften die Mitglieder der SA in der Öffentlichkeit nicht in Uniform auftreten, weshalb die marschierenden Personen weiße Hemden tragen. Bereits 1930 war die Nazi Organisation in Wilster öffentlichkeitswirksam aufgetreten, als am 14.12.1930 von den Nationalsozialisten mit 320 Mitgliedern und weiteren 200 Teilnehmern auf dem Platz am Colosseum eine sogenannte Fahnenweihe durchgeführt wurde.
Anmerkung: Aus heutiger Sicht und dem Wissen um das von den Nationalsozialisten verübte Unrecht und ihrer in der Dimension unfaßbaren unmenschlichen Verbrechen ist es schwer nachzuvollziehen, weshalb sich von ihrer Ideologie so viele Menschen haben vereinnahmen lassen.
In Wilster und der Wilstermarsch haben es offenbar die zum Ende der Weimarer Republik in Stadt und Land auch in Folge der Weltwirtschaftskrise ganz besonders schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse - nämlich Verschuldung der Landwirte, enorm hohe Arbeitslosigkeit in der Arbeiterschaft, Verarmung des Bürgertums - mitbewirkt, schon recht früh den Nationalsozialisten eine breite Anhängerschaft zu bescheren.
Bereits bei der Wahl im Jahre 1930 erreichte in Wilster die NSDAP 27,6 % der gültigen Stimmen. Nach der Machtübernahme Hitlers nach der Reichstagswahl 1933 waren dann - fast - alle Dämme gebrochen. In Wilster hatten die Nazis 53,0 % der abgegebenen Stimmen erhalten. Kaum jemand konnte sich danach dem Sog und wohl häufig genug auch dem Druck der gegenüber Andersdenkenden mit massiver Intoleranz herrschenden Partei entziehen.

Bildrechte: nicht bekannt

1932 Mitglieder des Trommler und Pfeifer Korps in der Rathausstraße

1932 Mitglieder des Trommler und Pfeifer Korps in der Stadt Wilster

1932 Mitglieder des Trommler und Pfeifer Korps
Offenbar auf dem Weg zu einem Übungstreffen laufen begleitet von Freunden zwei Trommler mit ihren Instrumenten durch die obere Rathausstraße.
Bereits in den 1920er Jahren hatte an der Volksschule Wilster ein Spielmannszug bestanden, der insbesondere auch als Spielmannszug der Kindergilde auftrat. Es spielten ausschließlich Jungen in dieser auch Trommler und Pfeifer Korps genannten Gruppe.
Anfang der 1950er Jahre wurde auf Veranlassung des damaligen Schul-Rektors Adolf Sievers die Tradition einer schulischen Musikgruppe wieder aufgenommen. Während auch dort zunächst nur Jungen musizierten, kamen bald auch Mädchen als Spielleute hinzu.

Bildrechte: Robert Friedrichs, Wilster - Sammlung Werner Behning
Anmerkung: Robert Friedrichs macht sich seit Jahren dadurch verdient, daß er alte Foto aus der Sammlung seines Großvaters Werner Behning als Repros alter Postkarten oder mittels des Alt-Wilster-Kalender interessierten Heimatfreunden anbietet. Wer diese oder von den Originalnegativen gezogene Fotografien erwerben möchte, den verweise ich auf die Seite Alt-Wilster

1932 Spaziergang über die Marktstraße (heutige Op de Göten)

1932 Spaziergang über die Marktstraße (heutige Op de Göten) in der Stadt Wilster

1932 Spaziergang über die Op de Göten (damalige Marktstraße).
Die beiden Frauen mit dem Kinderwagen laufen über den breiten Bürgersteig, der mit Klinkersteinen im Diagonalverband befestigt ist, wie er damals für die Straßen in Wilster typisch war. Links von den Personen ist im Anschnitt die hölzerne Veranda vor dem Gasthof "Holsteinisches Haus" von "Hanne" Johannes Holm zu erkennen. Mit der Veranda ist die dort zuvor zur Wilsterau herab führende Rampe überbaut worden. Seinerzeit war der durch die Stadt führende ursprüngliche natürliche Verlauf der Wilsterau noch offen. Die Wilsterau unterquerte vor dem rechts stehenden Alten Rathaus die Straße.
Das repräsentative Alte Rathaus war 1585 im Renaissance-Stil auf der sogenannten „Neuen Seite“ der Wilsterau errichtet worden als Ersatz für seinen 1545 auf dem gegenüber liegenden Ufer ("Alte Seite") erbauten und bald baufällig gewordenen Vorgänger.
Das hinter dem Alten Rathaus an der Ecke zur Schmiedestraße stehende Alte Balkenhaus bildete mit dem Alten Rathaus und dem dahinter liegenden „Alten Speicher“ ein harmonisches und das Stadtbild prägendes Ensemble. Sein Fachwerk nahm in gelungener Harmonie Elemente des „Alten Rathauses“ auf. Besonders auffällig war seine im Untergeschoß zurückspringende Ecke.
In dem Gebäude war nach dem II. Weltkrieg und bis zur Errichtung eines Neubaues an der Straße Am Steindamm das Polizei-Revier Wilster untergebracht.
Wilsters Stadtväter versäumten die Erhaltung des Alten Balkenhauses, welches leider 1960 ersatzlos abgebrochen wurde. Eine den Bestand erhaltende Sanierung des baugeschichtlich interessanten und das Stadtbild prägenden Gebäudes wurde nicht verfolgt. Der Begriff Bestandssanierung war weitgehend unbekannt, schon gar nicht wurde er bedacht. Zu Beginn der 1970er Jahre erntete beispielsweise der Begründer der Heimat-Seite mein-wilster weitgehendes Unverständnis, als er in der damaligen Wilsterschen Zeitung mit einem Leserbrief die in Wilster um sich greifende "Klinkerites" beklage, welcher viele schöne alte ausdrucksvolle Putzfassaden der im Stadtkern stehenden Gebäude zum Opfer fielen. Ein Prozess, der leider in Wilster bis in die Gegenwart zu beklagen ist.
Das zentrale Gebäude ist die in der Schmiedestraße stehende Westholsteinische Bank, spätere „Schleswig-Holsteinische Westbank“;
es wurde auf dem Standort eines abgebrochenen Gebäudes im Jahr 1909 neu errichtet. Seine Fassadengestaltung mit dem schönen Fachwerk orientierte sich an dem historischen Alten Rathaus und dem alten Balkenhaus.
Das links stehende Haus des Juweliers Mohr steht heute ebenfalls nicht mehr, es wurde 1983 im Zuge der Stadtsanierung abgebrochen.

Bildrechte: Werner Behning
Anmerkung: Robert Friedrichs macht sich seit Jahren dadurch verdient, daß er alte Foto aus der Sammlung seines Großvaters Werner Behning als Repros alter Postkarten oder mittels des Alt-Wilster-Kalender interessierten Heimatfreunden anbietet. Wer diese oder von den Originalnegativen gezogene Fotografien erwerben möchte, den verweise ich auf die Seite Alt-Wilster

1933 Segler und Schiffer spielen Fußball

1933 Fußballspiel auf dem Platz am Colosseum
Die "harten" Jungs der Segler Vereinigung Wilster betätigten sich auch außerhalb der Segelsaison sportlich.
So maßen sie sich mit ihren Kontrahenten von den Wilsteraner Binnenschiffern bei winterlichem Wetter beim Fußballspiel auf dem Platz am Colosseum vor zahlreichen Zuschauern.
Beide Mannschaften waren zünftig gekleidet - die Schiffer in Arbeitsmontur und Schiffermütze, die Segler mit weißen Rollkragen-Pullovern und Pudelmützen. Wie das Spiel ausging, ist unbekannt und auch absolut unwichtig.
Nach dem Spiel ging es angeführt von einem Vereinsstander-Träger und begleitet von Schifferklavier Spielern im Umzug vom Colosseum Platz über den Markt zum Aufwärmen in eine Gaststätte.
Die Seglervereinigung Wilster war von Heinrich von HoIdt (er war viele Jahre ihr Vorsitzender) mit initiiert und am 16.01. Januar 1932 in der Gaststätte „Goldener Anker“- von Heinrich Krumm - [Bei der Schott-Brücke] gegründet worden.

Bildrechte: nicht bekannt

1933 Stiftungsfest des Militär Vereins; Umzug in der Rathausstraße

1933 Stiftungsfest des Militär Vereins; Umzug in der Rathausstraße

1933 Fest-Umzug vor dem Neuen Rathaus
Zum 50-jährlichen Stiftungsfest des 1883 gegründeten Militärvereins Wilster zieht der Festumzug am neuen Rathaus vorbei.
Mit in dem Umzug ein Marschblock der SA (Sturm-Abteilung), einer Massenorganisation der nationalsozialistischen Partei.
Die angrenzenden Häusern im Schmuck der Schleswig-Holstein Flagge sowie der Stadt-Flagge und nicht mit dem Nazi-Symbol.
Vor dem Rathaus bestand seinerzeit noch keine platzartige Erweiterung der Straße.
Die hier noch zu sehende mit neugotischen Stilelementen völlig verschandelte Front des Rathauses wurde 1938 in vorbildlicher Weise entsprechend dem klassischen Zustand restauriert.

Bildrechte: Werner Behning, Wilster, aus dessen Sammlung die Aufnahme stammt

1933 Stiftungsfest des Militärvereins - Gedenkfeier am Ehrenmal

1933 Stiftungsfest des Militärvereins Wilster - Gedenkfeier am Ehrenmal

1933 Stiftungsfest des Militärvereins - Gedenkfeier am 11. Juni 1933 am Ehrenmal im Stadtpark.
Das am 15.09.1929 eingeweihte Ehrenmal für die im I. Weltkrieg Gefallenen der Kirchengemeinde Wilster war in der Mitte des Ende des 19. Jahrhunderts zum Stadtpark umgestalteten zweiten Friedhofs der Stadt Wilster errichtet worden.
Militär- oder Kriegervereine entstanden in der Zeit nach der Gründung des Deutschen Reiches in der Folge des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 an vielen Orten in Deutschland.
Sie waren patriotische Vereinigungen, in denen vaterländische Gedanken gepflegt wurden.
Ihre Mitglieder waren zumeist Veteranen, die an den Kriegen teilgenommen hatten, beispielsweise an der Schleswig-Holsteinischen Erhebung von 1848 gegen Dänemark, am Österreichisch und Preußischen Krieg 1964 gegen Dänemark oder den bereits genannten Krieg 1870/71 sowie am I. Weltkrieg. Ihre Tradition beruht somit nicht auf der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland.
Wie lange der Wilsteraner Verein Bestand hatte, wurde von mir noch nicht ermittelt.

Bildrechte: Werner Behning, Wilster
Anmerkung: Robert Friedrichs macht sich seit Jahren dadurch verdient, daß er alte Foto aus der Sammlung seines Großvaters Werner Behning als Repros alter Postkarten oder mittels des Alt-Wilster-Kalender interessierten Heimatfreunden anbietet. Wer diese oder von den Originalnegativen gezogene Fotografien erwerben möchte, den verweise ich auf die Seite Alt-Wilster

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