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Wilstermarsch Schöpf- und Getreidemühlen

1924 - Gehöft mit Windmühle in Osterbünge

1924 Gehöft mit Windmühle in Osterbünge
Bei dem abgebildeten eindrucksvollen Anwesen handelt es sich vermutlich um Hof 629 (gem. dem Buch "Die Bauernhäuser der Wilstermarsch im Bild") welcher seinerzeit im Eigentum von Siemon Krey (* 1868 + 1952) stand. Dessen Ehefrau Cäcie (Caecilie geb. Siemen) war von 1926 bis 1966 Vorsitzende des Landfrauenvereins Wilstermarsch; sie hat diesen 1946 nach dem während der nationalsozialistischen Diktatur zwangsweise eingetretenen Stillstand wiederbegründet. Sie wurde für ihren Einsatz mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.
So wie bei dem abgebildeten Hof, befanden sich zur damaligen Zeit bei verschiedenen Bauernhäuser in der Wilstermarsch kleinere Windmühlen. Hierbei handelte es sich nicht um Schöpfmühlen, sondern um solche zur Kraftgewinnung zum Mahlen und Schroten für den Betriebsbedarf des jeweiligen Gehöfts.

Bildrechte: Heinrich Ballerstädt, Wilster

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1925 - Hochfeld - Mühle FORTUNA

1925 Mühle "Fortuna" von Detlef Trede in Hochfeld
Die Mühle "Fortuna" im Ortsteil Hochfeld der Wilstermarsch Gemeinde Dammfleth ist im Jahre 1971 abgebrannt. Zu der Zeit erbaute der Begründer (Peter J. von Holdt als Ingenieur des DHSV) dieser Heimat-Seite das Unterschöpfwerk Klein Kampen; er war Augenzeuge des schaurig schönen Anblicks, als sich das brennende Mühlenkreuz noch einmal drehte und dann in einem Schwall von Funken und Rauch in sich zusammenstürzte.
Das abgebildete Foto (Bild 1) stammt aus der leider undatierten Festzeitung (Bild 2) zur Silberhochzeit des Mühlenbetreibers Detlef Trede und dessen Ehefrau Emma geb. Schröder.
Die Mühle "Fortuna" trug die Jahreszahl 1897 - in genanntem Jahr war sie von ihrem vorherigen Standort in Neumühlen nach Hochfeld versetzt worden.
Bild 3 zeigt die Mühle zu einem einige Jahre späteren Zeitpunkt (erkennbar an den umgestalteten Nebengebäuden) sowie die damalige zahlreiche Belegschaft (Bild 4) des Betriebes, zu welchem auch eine Schweinemästerei gehörte.

Bildrechte: nicht bekannt
Die Festzeitung befindet sich im Eigentum von Heidi und Heinz Steinbrecher, Wilster

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1928 - Schöpfmühlen - Kokermühle und Windkraftturbinen an der Neufelder Wettern

1928 Schöpfmühlen - Kokermühle und Windkraftturbinen an der Neufelder Wettern in der Gemeinde Dammfleth
In der Zeit nach 1900 war damit begonnen worden, die Kokermühlen - von denen das letzte erhaltene Exemplar in Honigfleth aufgestellt ist und als Kulturdenkmal erhalten wird - vielfach durch Windkraftturbinen zu ersetzen. Diese Schöpfanlagen sind von den Firmen Apel & Sachau, Wilster, und Köster, Heide, entwickelt und gebaut worden.
Das Foto verdeutlicht diese Entwicklung.
Zeitgleich hatten die seit alters her und nach niederländischem Vorbild in der Wilstermarsch tätigen Entwässerungskommünen/-Genossenschaften damit begonnen, Schöpfmühlen durch Dampfschöpfwerke und später dann durch elektrisch betriebene Schöpfwerke zu ersetzen und so größere Flächen zu entwässern. Die jeweiligen Entwässerungsgebiete waren entsprechend in Duchten aufgeteilt. Die zuvor nur kleinere Flächen von wenigen Hektar Größe entwässernden Schöpfmühlen wurden nicht mehr benötigt, wurden abgebaut oder verfielen.

Bildrechte: Heinrch Ballerstädt, Wilster

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1928 - Wilstermarsch Schöpf-Mühlen - Kokermühlen und eine Achtkantmühle in Dwerfeld

1928 Dwerfeld - Wilstermarsch Schöpfmühlen - Kokermühlen und eine Achtkantmühle an der Dwerfelder Wettern in Rehweg.
Drei Kokermühlen und eine Achtkantmühle an der Dwerfelder Wettern.
Am Horizont ist die Silhouette der Stadt Wilster zu erkennen mit der Kirche und den Schornsteinen der Lederwerke.
Bei dem Gehöft rechts handelt es sich um den Hof 544 (gem. dem Buch "Die Bauernhöfe der Wilstermarsch im Bild"), welcher seinerzeit von Rudolf Beimgraben betrieben wurde.
Eine der seinerzeit an der Dwerfelder Wettern stehenden Koker-Schöpfmühlen kann heute in Honigfleth bewundert werden - sie ist im Bundesland Schleswig-Holstein die letzte ihrer Art.
Neben der Vielzahl der früher in der Wilstermarsch zu hunderten vorhandenen und als Schöpfmühlen verwendeten Kokermühlen wurden auch einige der leistungsfähigeren Holländerwindmühlen für diesen Zweck eingesetzt. Der auch Kappenwindmühle genannte Typ war bereits um 1500 in den Niederlanden entwickelt worden. Es handelt sich zumeist um eine hölzerne achteckige Konstruktion auf einem niedrigen festen Unterbau; diese Mühlen wurden Achtkant-Mühlen genannt. Diese Holländermühle war sehr leistungsfähig, da die Flügel im Vergleich zur Kokermühle größer waren und zudem die Drehebene höher lag.
Die obere bewegliche Kappe mit den Flügeln konnte mittels des Steert in den Wind gedreht werden. Über die Flügelwelle und die senkrechte Königswelle wurde die gewonnene Energie zum Unterbau des Gebäudes geleitet, wo bei den Schöpfmühlen über Getrieberäder eine Übertragung auf die Archimedische Schnecke erfolgte. Derartige Mühlen reichten aus, um eine etwa 40 Hektar große Fläche zu entwässern, während die Kokermühlen eine Fläche von nur 5 bis 10 Hektar abmahlten.
Alle Schöpfmühlen schöpften das Wasser mittels einer sich in einem Trog drehenden Archimedischen Schnecke aus den tiefer liegenden Entwässerungs- und Zulaufgräben in die höher gelegenen verwallten Wettern. Die Wettern führten das Wasser mittels Deichsiele in die Flüsse (Wilsterau, Stör, Elbe), wobei bis zur Installierung leistungsfähiger Mündungs-Schöpfwerke das sogenannte Räumen des Wassers aus der Wettern erst bei Niedrigwasserständen in den Flüssen mit natürlichem Gefälle gelingen konnte.
Ab den 1950er Jahren hatten elektrisch betriebene und von den Sielverbänden errichtete leistungsfähige Schöpfwerke die letzten in der Wilstermarsch noch bestehenden Schöpfmühlen abgelöst. Zudem waren an den Mündungen der Wettern leistungsfähige Mündungsschöpfwerke errichtet worden, so auch an der Ausmündung der Kampritter Wettern in die Stör am Kampritt.
Zuvor hatten bereits in den ersten Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts die Windräder der Firmen Apel & Sachau, Wilster, und Köster, Heide, viele der zuvor das Landschaftsbild der Wilstermarsch prägenden Schöpfmühlen verdrängt.
Die Dwerfelder Wettern ist der obere Abschnitt der Kampritter Wettern, welche beim Kampritt in die Stör entwässert. Der Ausbau - Vergrößerung des Querschnitts - der Dwerfelder Wettern führte 1959/60 dazu, dass die alten Mühlenstandorte beseitigt wurden. Zu den zu beseitigenden Schöpfmühlen gehörte auch eine zum Hof Schütt gehörende und in der Mitte des vorletzten Jahrhunderts gebaute Kokermühle. Diese Schöpfmühle kann heute in Honigfleth bewundert werden - sie ist in Schleswig-Holstein die letzte ihrer Art.
Diese letzte Koker-Schöpfmühle der Wilstermarsch wurde 1960 von ihrem ursprünglichen Standort an der Dwerfelder Wettern nach Honigfleth versetzt, um sie als Bau- und Kulturdenkmal zu erhalten. Der Begründer dieser Heimat-Seite hatte die Freude, als damaliger Maurer-Lehrling mit seiner ersten Arbeit an dem Wiederaufbau der Mühle in Honigfleth mitwirken zu dürfen.
Ein Förderverein hat es sich zur Aufgabe gemacht diese Schöpfmühle für die Zukunft zu erhalten.

Bildrechte: Heinrich Ballerstädt, Wilster

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1929 - Beidenfleth - Windmühle "Hoffnung"

1929 Beidenfleth - Windmühle "Hoffnung"
Die Windmühle „Hoffnung“ in der etwa 900 Einwohner zählenden Gemeinde Beidenfleth an der Stör wurde im Jahre 1813 errichtet; sie stand im Unteren Dorf in erhöhter Lage auf einer Verbreiterung des Stör Deiches.
Die Mühle stand unter Denkmalschutz und war lange Zeit nicht mehr im Betrieb. Nachdem im Jahr 2011 mit der Sanierung des einstöckigen Galerieholländers begonnen worden war, brannte das Bauwerk bei einem verheerenden Schadenfeuer am 17. April 2016 vollständig ab.
Die Mühle hatte drei Mahlwerke; der einstöckige Galerieholländer hatte eine Windrose und war zuletzt mit Segelflügeln ausgerüstet, während auf dem Foto noch die ursprünglichen Jalousieklappen-Flügel zu erkennen sind.

Bildrechte: nicht bekannt

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1930 - Schöpfmühlen an der Dwerfelder Wettern

1930 Schöpfmühlen an der Dwerfelder Wettern
Die Dwerfelder Wettern, welche praktisch der Oberlauf des aus ihr, der anschließenden Neufelder Wettern und der Kampritter Wettern bestehenden Wasserzuges ist, wird gegenwärtig in Erinnerung an die vergangene Epoche der Schöpfmühlen als "Mühlenwettern" bezeichnet. Die in Honigfleth als Kulturdenkmal aufgestellte Schöpfmühle stammt ursprünglich von hier, nämlich vom Hof Schütt (Hof 510 gem. dem Buch "Die Bauernhöfe der Wilstermarsch im Bild").
Im Hintergrund ist links von der Mühle zu erkennen der heute nicht mehr vorhandene hohe Schornstein der damaligen Vacheleder-Fabrik "Ballin", zuvor Lederfabrik „Gebrüder Böhme“, in Landrecht.
In der in weiten Teilen unter dem Meeresspiegel liegenden Wilstermarsch ist damals, so wie auch noch heute, für viele Flächen eine sogenannte zweistufige Entwässerung erforderlich. Örtlich wird dabei das abzuführende Wasser mit entsprechenden Schöpfanlagen in die höher gelegenen und mit begleitenden Dämmen beuferten Wettern gehoben. Aus diesen kann das Wasser dann bei geeigneten Tidebedingungen und ausreichender Vorflut in die Flüsse Elbe, Stör oder Wilsterau natürlich gesielt werden. Bei ungünstigen Bedingungen kommen die leistungsfähigen Mündungsschöpfwerke zum Einsatz.
Beim Gewässerzug Dwerfelder Wettern/Mühlenwettern, Neufelder Wettern und Kampritter Wettern ist dieses das Mündungsschöpfwerk Kampritt am Kasenort. Anzumerken ist, dass die Kampritter Wettern ursprünglich ein natürlicher in die Stör entwässernder Priel war, was aus seiner Linienführung heute noch deutlich wird.

Bildrechte: Heinrich Ballerstädt, Wilster

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1930 - Schöpfmühlen an der Neufelder Wettern und im Burger Feld

1930 Schöpfmühlen an der Neufelder Wettern (Oberlauf der Kampritter Wettern)
Bilder 1 und 4: Zwei unterschiedliche Generationen an Schöpfmühlen der Wilstermarsch zeigen diese Aufnahmen.
Im Vordergrund links steht eine Koker-Mühle oder auch Wipp-Mühle, die in der Wilstermarsch unzutreffend Bock-Mühle genannt wird. Sie schöpft mittels einer archimedischen Schnecke das Wasser aus dem tiefer gelegenen Sammelgraben in die höher gelegene Wettern.
Mit einer entsprechenden Förderschnecke sind auch die auf der anderen Seite der Wettern stehenden Windräder bzw. Windturbinen ausgerüstet.
Ab den ersten Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts verdrängten die Windräder der Firmen Apel & Sachau, Wilster, und Köster, Heide, viele der zuvor das Landschaftsbild der Wilstermarsch prägenden Koker-Schöpfmühlen, von denen die letzte erhalten werden konnte und heute in Honigfleth zu bewundern ist.
Bild 2 zeigt an einem Standort im Burger Feld beispielhaft den Aufbau einer Windturbine als Ersatz für die kurz danach abgebrochene daneben stehende Koker-Schöpfmühle.
Leider wurde keines der Windräder erhalten, nachdem der Antrieb aller Schöpfanlagen mit elektrischem Strom sichergestellt worden war.
Im Jahre 1886 waren bei den Wilstermarsch-Mühlengilden noch 284 Mühlen versichert gewesen; im Jahre 1921 waren es noch 107 Mühlen. Heute dominieren modernen Windkraftanlagen das Landschaftsbild.
Das Foto verdeutlicht auch die für weite Teile der tief gelegenen Wilstermarsch dort erforderliche zweistufige Entwässerung. Die Entwässerung der Nutzflächen (Wiesen und Weiden) erfolgt zunächst über die Grüppen bzw. Beet-Gräben in die parallel zur Beuferung der hoch gelegenen Wettern verlaufenden Rhinschloote, von wo das Wasser dann mittels der Schöpfmühlen in die Wettern gehoben wurde. Die Wettern transportieren das Wasser weiter zu den Deichen an Elbe oder Stör, wo es dann über Siele bzw. Mündungsschöpfwerke in die Flüsse abgeführt wird.

Bildrechte:
Bild 1: Wilhelm Köberlein, Wilster
Bild 2 u. 3: nicht bekannt

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1930 - Wilster - Gesamtansicht mit der Stadt Mühle

1930 Wilster - Gesamtansicht von Dammfleth aus betrachtet
Bei der Abbildung handelt es sich nicht um eine Ansichtskarte,
sondern um ein Sammelbild aus dem 480 Bilder umfassenden Sammelband "An unserm schönen Elbstrom" des Verlages Ernst Lübbe, Wischhafen.
Nach der heute nicht mehr vorhandenen Stadt Mühle an der nach ihr benannten Mühlenstraße ist auch die Mühlen-Brücke über die Wilsterau und gleichfalls die heutige Straße Stadtmühlen Weg benannt.
Die Stadt Mühle wurde im Jahre 1939 abgebrochen.
Die Stadt Mühle war 1545 aus der Stadt heraus an den Standort einer alten Mühlenwarft an der Mühlenstraße (im Bereich des Dodenkoper Rechts) vor die Stadt verlegt worden; zuvor stand die Stadt Mühle an der Ecke Blumenstraße und Rathausstraße (vorher Lange Straße oder Bäckerstraße).
Die Stadt Mühle war eine königlich privilegierte Mühle. König Christian III. hat gemäß einer vom 10. März 1540 datierten und in Rendsburg ausgestellten Urkunde seinem Hofmeister, Amtmann zu Steinburg und Rat Johann Rantzau, Ritter, wegen des Mangels an Windmühlen in der Wilstermarsch je eine Windmühle im Kirchspiel St. Margarethen, im Kirchspiel Beidenfleth und vor Wilster zu bauen gestattet.

Bildrechte: Verlag Ernst Lübbe, Wischhafen

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1930 - Wilstermarsch Schöpf-Mühlen - Schöpfmühlen und Windkraftturbinen

1930 Schöpfmühlen und Windkraftturbinen
Zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts hatten die seit alters her und nach niederländischem Vorbild in der Wilstermarsch tätigen Entwässerungskommünen/-Genossenschaften damit begonnen, die alten Schöpfmühlen (Koker-Mühlen) durch Dampfschöpfwerke zu ersetzen. Die jeweiligen Entwässerungsgebiete waren entsprechend in Duchten aufgeteilt.
Mit der dann nachfolgenden Einrichtung kleiner elektrisch betriebener Schöpfwerke ging parallel auch die optimierte Nutzung der Windkraft einher.
Die von den Firmen Apel & Sachau, Wilster, und Köster, Heide, entwickelten Windkraftturbinen ersetzten viele der alten Koker-Mühlen (in der Wilstermarsch fälschlich Bock-Mühlen genannt).
Bild 1: Einige Jahrzehnte lang waren in der Marsch die verschiedenen Formen der Schöpfanlagen zu bewundern, so wie auf der vorgestellten Abbildung.
Bild 2: Bis in die 1950er Jahre verrichteten die Schöpfmühlen - so wie die abgebildete Koker-Mühle - in der Wilstermarsch ihren Dienst.
Die Aufnahme wurde um 1930 im Bereich Vaalermoor aufgenommen; im Hintergrund ist die Hochbrücke Hochdonn zu erkennen. Die Mühle war aus Sachsenbande, wo sie nicht mehr benötigt wurde, an ihren neuen Standort versetzt worden. Sie war bis Ende der 1930er Jahre in Betrieb.
Bild 3: Die urtümlich wirkende und nach ihrer Bauform Achtkant-Mühle genannte Schöpfmühle war bis weit in die 1930er Jahre in Neufeld Rehweg in Betrieb.
Bild 4: zweieinhalb Jahrhunderte lang bestimmten die Koker-Schöpfmühlen das Landschaftsbild der Wilstermarsch.

Bildrechte
Bild 1: Heinrich Ballerstädt, Wilster
Die Abbildung wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Herrn Rudolf Böckmann, Burg in Dithmarschen
Bilder 2 und 3: Robert Friedrichs, Wilster - Sammlung Werner Behning
Anmerkung: Robert Friedrichs macht sich seit Jahren dadurch verdient, daß er alte Foto aus der Sammlung seines Großvaters Werner Behning als Repros alter Postkarten oder mittels des Alt-Wilster-Kalender interessierten Heimatfreunden anbietet. Wer diese oder von den Originalnegativen gezogene Fotografien erwerben möchte, den verweisen wir auf die Seite Alt-Wilster
Bild 4: Verlag Lothar Elias, Itzehoe

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1932 - Schöpfmühle in der Wilstermarsch

1932 Schöpfmühle in der Wilstermarsch - vermutlich in Honigfleth.
Noch nach der vorletzten Jahrhundertwende bestimmten weit über 100 Schöpfmühlen das Landschaftsbild der Wilstermarsch. Im Jahre 1866 hatte es in der Wilstermarsch 284 Schöpfmühlen gegeben, wovon im Jahre 1921 immer noch 107 vorhanden waren.
Diese vom Wind angetriebenen und heute in der Wilstermarsch fälschlich Bockmühlen genannten Schöpfmühlen schöpften mittels einer archimedischen Schnecke das Wasser aus den Entwässerungsgräben in die höher gelegenen Wettern. Sie hielten die unter dem Meeresspiegel liegende Marsch trocken.
Allerdings ist das Wahrzeichen der Wilstermarsch, die "Bockmühle Honigfleth", keine Bockmühle, sondern entsprechend ihrer Bauart eine Köcherwindmühle bzw. Kokerwindmühle, auch kurz Kokermühle genannt; vielfach wurde diese Mühlenart auch Wippmühle genannt.
Bockmühlen sind fast ausnahmslos immer Getreidemühlen und können bautechnisch nie Wasserschöpfmühlen sein. Die Schöpfmühlen der Wilstermarsch hatten anstelle des Bockes einen Koker bzw. Köcher, sie waren Kokermühlen.
Die letzte ihrer Art konnte erhalten werden und hat in Honigfleth einen Standort gefunden, wohin sie 1960 versetzt wurde.
Der Ausschnitt aus einem Messtischblatt aus dem Jahr 1925 zeigt die im Raum Honigfleth zu dem Zeitpunkt noch vorhandenen Standorte mit Schöpfmühlen (Bild 3).

Bildrechte: nicht bekannt
Quelle: Bildarchiv Foto Marburg

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1933 - Achtkant-Schöpfmühle und Koker-Schöpfmühlen in Dwerfeld

1933 Achtkant-Schöpfmühle und Koker-Schöpfmühlen in Dwerfeld
Bild 1: Die große Schöpfmühle entwässerte die Ländereien der Höfe Rademann und Stahl.
Neben der Vielzahl der früher in der Wilstermarsch zu hunderten vorhandenen und als Schöpfmühlen verwendeten Kokermühlen wurden auch einige Holländerwindmühlen für diesen Zweck eingesetzt. Der auch Kappenwindmühle genannte Typ war bereits um 1500 in den Niederlanden entwickelt worden. Es handelt sich zumeist um eine hölzerne achteckige Konstruktion auf einem niedrigen festen Unterbau. Die Mühle war sehr leistungsfähig, da die Flügel im Vergleich zur Kokermühle größer waren und zudem die Drehebene höher lag.
Die obere bewegliche Kappe mit den Flügeln konnte mittels des Steert in den Wind gedreht werden. Über die Flügelwelle und die senkrechte Königswelle wurde die gewonnene Energie zum Unterbau des Gebäudes geleitet, wo bei den Schöpfmühlen über Getrieberäder eine Übertragung auf die Archimedische Schnecke erfolgte.
Derartige Mühlen reichten aus, um eine etwa 40 Hektar große Fläche zu entwässern.
Aus diesem Mühlentyp entstanden die noch höheren Galerie-Holländer, die durchweg als Getreidemühlen eingesetzt wurden – so wie die heute noch bestehende schöne Rumflether Mühle AURORA
Bild 2: Das Foto zeigt neben Koker-Schöpfmühlen und Windrädern auch die Achtkant-Schöpfmühle an der Dwerfelder Wettern.
Bei der Kokermühle im Vordergrund ist sehr gut der Trog zu erkennen, in welchem die Archimedische Schnecke untergebracht ist, mit deren Hilfe das Wasser von den tiefer liegenden Entwässerungs- und Zulaufgräben in die höher gelegene verwallte Wettern gefördert wurde.

Bildrechte: nicht bekannt

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1933 - Schöpfmühle an der Neufelder Wettern

1933 Schöpfmühle an der Neufelder Wettern, dem Oberlauf der Kampritter Wettern
Noch nach der vorletzten Jahrhundertwende bestimmten Hunderte von Schöpfmühlen das Landschaftsbild der Wilstermarsch. Im Jahre 1866 hatte es in der Wilstermarsch 284 Schöpfmühlen gegeben, wovon im Jahre 1921 immer noch 107 vorhanden waren.
Bei der abgebildeten Mühle handelt es sich um eine Koker-Mühle oder auch Wipp-Mühle, die in der Wilstermarsch unzutreffend Bock-Mühle genannt wird. Sie schöpft mittels einer archimedischen Schnecke das Wasser aus dem tiefer gelegenen Sammelgraben in die höher gelegene Wettern. Die Wettern transportieren das Wasser weiter zu den Deichen an Elbe oder Stör, wo es dann über Siele bzw. Mündungsschöpfwerke in die Flüsse abgeführt wird.
Das Prinzip der archimedischen Schnecke war von dem am 28. November 1745 in Holler´s Fährhaus in Hodorf geborenen Johann Holler in die Wilstermarsch gebracht worden. Johann Holler hatte als Zimmermann in den Niederlanden gearbeitet und dort entsprechende berufliche Erfahrungen gesammelt. Im Jahre 1770 gründete er am Kohlmarkt in Wilster eine Zimmerei, wo die ersten archimedischen Schnecken für die Schöpfmühlen der Wilstermarsch hergestellt wurden. Holler war es wohl auch, der die Bauform der Koker-Mühle in der Wilstermarsch ab 1772 etablierte.
Doch bestanden bereits schon zuvor seit zweihundert Jahren vom Wind betriebene Schöpfmühlen anderer Bauart in der Wilstermarsch. Sie waren mit Schaufelrädern ausgestattet; die erste dieser Mühlen ist 1571 in Ecklak errichtet worden.
Ab den ersten Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts verdrängten die Windräder der Firmen Apel & Sachau, Wilster, und Köster, Heide, viele der zuvor das Landschaftsbild der Wilstermarsch prägenden Koker-Schöpfmühlen, von denen die letzte erhalten werden konnte und heute in Honigfleth zu bewundern ist.

Bildrechte: Heinrich Ballerstädt, Wilster
Anmerkung: Die alte Aufnahme stammt aus einem vom damaligen Gemeindeverein St. Margarethen dem scheidenden langjährigen Hauptpastor D. Dr. Wilhelm Jensen (von 1910 bist 1933) anläßlich einer Abschiedsfeier am 24. September 1933 als Ehrengabe überreichten Album, welches Fotografien aus dem Kirchspiel St. Margarethen enthält.
Das Album wurde großzügigerweise von Frau Sigrid Malz, Karlruhe, mit Zustimmung der Nachkommen des D.Dr. Wilhelm Jensen für die Heimat-Seite mein-wilster zur Verfügung gestellt.

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1934 - Neufeld - Schöpf-Mühlen, Windräder, Holländermühle

1934 Wilstermarsch Schöpf-Mühlen, Windräder, Kornwindmühle Neufeld
Die in Wilster an der Straße Am Steindamm ansässige Maschinenfabrik Apel & Sachau hat in den ersten Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts in der Wilstermarsch eine Vielzahl an Windrädern bzw. Windturbinen als Schöpf-Mühlen errichtet.
Diese von den Landwirten betriebenen Anlagen ersetzten nach und nach viele der zuvor in Gebrauch gewesenen Koker-Mühlen.
Während von den Koker-Mühlen die fälschlich so genannte "Bockmühle Honigfleth" als Baudenkmal für die Nachwelt erhalten werden konnte, sind die Windräder in der Wilstermarsch seit Ende der 1950er Jahre völlig verschwunden.
Das Foto zeigt Windräder in Neufeld; vorne links in dem abgedeckten schrägen Trog befand sich die der Förderung des Wassers dienende Archimedische Schnecke.
Im Hintergrund - an der Einmündung der Neufelder Straße in die alte Bundesstraße B5 - ist die ebenfalls schon sehr lange der Vergangenheit angehörende Korn-Windmühle - eine Holländer Mühle -  von Gustav Lass zu erkennen.

Bildrechte: Fritz Scheffler, Wilster, (früher Neufeld)

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1934 - Spinnkopf-Mühle bei einem Gehöft in Stördorf

1934 Spinnkopf-Mühle bei einem Gehöft in Stördorf.
Spinnkopf-Mühlen sind kleine Varianten (7 bis 12 m Flügelraddurchmesser) der Koker-Windmühle (Köcherwindmühle, kurz Kokermühle); auch Wippmühle oder Holländische Jungfer genannt.
Derartige Spinnkopfmühlen wurden zumeist zur Energiegewinnung für den Antrieb kleiner Mahlwerke genutzt.
Nachdem 1853 der Mühlenzwang und mit ihm die Mahlbezirke für die privilegierten Getreidemühlen in Schleswig-Holstein aufgehoben war, fanden auf vielen Höfen die kleinen Spinnkopfmühlen Verwendung. Sie wurden zum Mahlen und Schroten von Getreide sowie als Senfmühlen eingesetzt.
Die letzte Spinnkopfmühle der Wilstermarsch stand früher auf einem Gehöft in Fockendorf bei Beidenfleth. Diese um 1850 erbaute Mühle wurde im Jahre 1966 abgebaut, restauriert und im Freilichtmuseum Molfsee wieder aufgebaut (Bilder 2 und 3). Sie ist die einzige in Schleswig-Holstein erhaltene derartige Mühle, deren bauliche Konstruktion der Schnitt zeigt (Bild 4).
Im Gegensatz zu diesem Mühlentyp kamen in der Wilstermarsch in früheren Zeiten (ab Ende des 18.Jhdts bis in die 1950er Jahre) als Schöpfmühlen zumeist Kokermühlen zum Einsatz; die letzte dieser Kokermühlen wurde 1960 in Honigfleth an einem historischen Mühlenstandort als Baudenkmal aufgestellt.

Bildrechte:
Bild 1: nicht bekannt
Bild 2: Otto Vollert, Kiel
Bild 3: Klaus Wätzel, Horst
Bild 4: Hans Finck, Kiel

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1934 - Windräder, Kornwindmühle AURORA in Neufeld

1934 Windkraftturbinen und Kornwindmühle Neufeld, Gemeinde Dammfleth.
Abgebildet ist die Mühle Neufeld und Gehöfte mit Windmühlen an der Straße Neufeld (aufgenommen von der alten B5 im Bereich Dwerfeld).
Zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts hatten die seit alters her und nach niederländischem Vorbild in der Wilstermarsch tätigen Entwässerungskommünen/-Genossenschaften damit begonnen, die alten Schöpfmühlen (Koker-Mühlen) durch Dampfschöpfwerke zu ersetzen. Die jeweiligen Entwässerungsgebiete waren entsprechend in Duchten aufgeteilt. Daneben betrieben jedoch sehr viele Landwirte eigene Schöpfanlagen, was zum Teil zu erbitterten Nachbarschaftsstreitigkeiten führte.
Mit der nachfolgenden Einrichtung kleiner elektrisch betriebener Schöpfwerke ging parallel auch die optimierte Nutzung der Windkraft einher.
Die von den Firmen Apel & Sachau, Wilster, und Köster, Heide, entwickelten Windkraftturbinen ersetzten viele der alten Koker-Mühlen (in der Wilstermarsch fälschlich Bock-Mühlen genannt); einige Jahrzehnte lang waren in der Marsch die verschiedenen Formen der Schöpfanlagen nebeneinander zu bewundern - auf der Abbildung sind mehrere Windkraftturbinen zu entdecken.
Bei der linken Mühle handelt es sich jedoch um eine Kornwindmühle in Neufeld. Es ist der 1850 bis 1852 erbaute Galerieholländer "Aurora", welcher jedoch nur knapp hundert Jahre Bestand hatte.

Bildrechte: nicht bekannt;
es handelt sich um ein Sammel-Bild, welches vom Nationalsozialistischen Gauverlag Schleswig-Holstein GmbH, Kiel, herausgegeben wurde

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1935 - Nortorf - Schöpfmühlen an der Dwerfelder Wettern

1935 Schöpfmühlen an der Dwerfelder Wettern
Zwei unterschiedliche Generationen an Schöpfmühlen der Wilstermarsch zeigt diese Aufnahme.
Im Vordergrund steht eine Wipp-Mühle, die in der Wilstermarsch unzutreffend Bock-Mühle genannt wird. Sie schöpft mittels einer archimedischen Schnecke das Wasser aus dem tiefer gelegenen Sammelgraben in die höher gelegene Wettern.
Mit einer entsprechenden Förderschnecke ist auch das dahinter auf der anderen Seite der Wettern stehende Windrad ausgerüstet.
Windräder ersetzten in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts in der Wilstermarsch viele der Wipp-Mühlen, von denen die letzte erhalten werden konnte und heute in Honigfleth zu bewundern ist. Leider wurde keines der Windräder erhalten, nachdem der Antrieb aller Schöpfanlagen mit elektrischem Strom sichergestellt worden war.
Im Jahre 1886 waren bei den Wilstermarsch-Mühlengilden noch 284 Mühlen versichert gewesen; im Jahre 1921 waren es noch 107 Mühlen. Heute dominieren modernen Windkraftanlagen das Landschaftsbild.

Bildrechte: Werner Behning, Wilster

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1935 - Schöpfmühlen an der Wettern in der Wilstermarsch

ca. 1935 Schöpfmühlen in der Wilstermarsch
Bei der abgebildeten Wettern handelt es sich vermutlich um die Dwerfelder Wettern.
Über Jahrhunderte hinweg bestimmten die Wasser-Schöpfmühlen, die nach ihrer Bauart so genannten Kokermühlen - heute vielfach fälschlich Bockmühlen genannt - das Landschaftsbild der Wilstermarsch. Sie schöpften durch Windkraft getrieben mittels einer archimedischen Schnecke das Wasser aus den Entwässerungsgräben in die höher gelegenen Wettern.
Im Jahre 1866 hatte es in der Wilstermarsch 284 Schöpfmühlen gegeben, wovon im Jahre 1921 immer noch 107 vorhanden waren.
Die Mühlen wurden in der ersten Hälfte des 20ten Jahrhunderts zunächst durch die eisernen Windräder ersetzt, deren Zeit jedoch ebenfalls ab den 1950er Jahren vorbei war.

Bildrechte: Ludwig Behning, Wilster
Anmerkung: Das Foto stammt aus dem Buch Haus und Hof deutscher Bauern - I. Band: Schleswig-Holstein

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1935 - Stadt Mühle und Meierei an der Mühlenstraße

ca. 1935 Stadt Mühle und Meierei an der Mühlenstraße
Blick über den Hofgraben des Hofes Kloppenburg in Dammfleth und die Wiesen bis zur jenseits der Wilsterau gelegenen Stadt Mühle und die benachbarte Meierei;
die Land-Zufahrt zu den Gebäuden erfolgte von der heute noch so bezeichneten Mühlenstraße.
Die Stadt Mühle wurde als Windmühle und als Dampfmühle betrieben. Dem Betrieb war neben einer Meierei und Fettkäserei auch eine Mästerei sowie eine Schlachterei und Wurstfabrik angegliedert.
Als besonderes Produkt fertigte der Betrieb den Wilstermarsch Käse.
Um 1920 hatte Emil Bahmert von Wilhelm Wulf den Betrieb übernommen, aus welchem er bald darauf die Mühle an August Hennings verkaufte.
Die Stadt Mühle - die Straße Stadtmühlen Weg erhielt später nach ihr den Namen - wurde 1939 abgebrochen. In den Gebäuden wurde danach von 1943 bis 1952 die Konservenfabrik VITAMO betrieben.
Die Stadt Mühle war ursprünglich eine königlich privilegierte Mühle. König Christian III. hat gemäß einer vom 10. März 1540 datierten und in Rendsburg ausgestellten Urkunde seinem Hofmeister, Amtmann zu Steinburg und Rat Johann Rantzau, Ritter, wegen des Mangels an Windmühlen in der Wilstermarsch je eine Windmühle im Kirchspiel St. Margarethen, im Kirchspiel Beidenfleth und vor Wilster zu bauen gestattet. Gleichzeitig hat er verboten, neben diese Mühlen andere zu bauen, "dewile wy genanten dre molen gnediklik den wint vorgunnet hebben und de molengeste ehn nicht schollen vorbaden werden." Absolute Herrscher verfügten damals auch über den Wind!

Bildrechte: Privatfoto, Familie Steffens, Wilster

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1935 - Wilstermarsch Schöpf-Mühlen - Bau einer Archimedischen Schnecke

1935 Bau einer Archimedischen Schnecke für eine Schöpfmühle.
Die Arbeiten wurden von der Zimmerei Sievers in Krummendiek durchgeführt.
Eichene Brettchen wurden spindelförmig in einen als Welle geformten Schaft gesteckt.
Das Prinzip der archimedischen Schnecke war von dem am 28. November 1745 in Holler´s Fährhaus in Hodorf geborenen Johann Holler in die Wilstermarsch gebracht worden. Johann Holler hatte als Zimmermann in den Niederlanden gearbeitet und dort entsprechende berufliche Erfahrungen gesammelt. Im Jahre 1770 gründete er am Kohlmarkt in Wilster eine Zimmerei, wo die ersten archimedischen Schnecken für die Schöpfmühlen der Wilstermarsch hergestellt wurden. Holler war es wohl auch, der die Bauform der Koker-Mühle in der Wilstermarsch ab 1772 etablierte.
Doch bestanden bereits schon zuvor seit zweihundert Jahren vom Wind betriebene Schöpfmühlen anderer Bauart in der Wilstermarsch. Sie waren mit Schaufelrädern ausgestattet; die erste dieser Mühlen ist 1571 in Ecklak errichtet worden.
Der Riß (Bild 2) einer Koker-Mühle entspricht dem der vormaligen Schöpfmühle der Höfe Mehlert und Brandt in Flethsee.
Gut erkennbar ist, wie durch zwei Kammräder die Kraft des Windes auf die Schnecke übertragen wird. Die sich um ihre Mittelachse drehende Schnecke befindet sich in einem eng angepassten Trog. Schnecke und Trog bilden eine Folge von Kammern. Durch die Rotation der Schnecke bewegen sich alle Kammern in Richtung des Schneckenendes und fördern so das in ihnen befindliche Wasser nach oben, während am Schneckenanfang gleichzeitig immer wieder eine neue mit Wasser gefüllte Kammer entsteht.

Im Jahr 2010 wurde von der Zimmerei Sönke Sievers in Krummendiek eine archimedische Schnecke gebaut, welche in die letzte und in Honigfleth stehende Schöpfwindmühle der Wilstermarsch eingebaut wurde. Die Einweihung erfolgte am "Mühlentag", zweiter Pfingst-Feiertag am 25. Mai 2010.

Bildrechte: Bild 1 Werner Sievers, Huje
Zeichnung Bild 2 Carsten Schütt, Flethsee

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1935 - Wilstermarsch Schöpfmühle - Kokermühle

1935 Schöpfmühle - Kokermühle - in der Wilstermarsch
Noch zu Anfang des vergangenen Jahrhunderts bestimmten über Hunderte Schöpfmühlen das Landschaftsbild der Wilstermarsch.
Diese vom Wind angetriebenen und heute in der Wilstermarsch fälschlich Bockmühlen genannten Schöpfmühlen schöpften mittels einer archimedischen Schnecke das Wasser aus den Entwässerungsgräben in die höher gelegenen Wettern. Sie hielten die unter dem Meeresspiegel liegende Marsch trocken.
Die abgebildete Mühle stand offenbar an der Kampritter Wettern; im Hintergrund sind schwach die beiden riesigen und heute nicht mehr vorhandenen Hochspannungsmasten erkennbar, die am Langen Rack an der Stör standen.
Die letzte Schöpfmühle ihrer Art konnte erhalten werden und hat in Honigfleth einen Standort gefunden, wohin sie 1960 versetzt wurde.

Bildrechte: nicht bekannt

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