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Hervorgehoben! Eingang zum Wilsteraner Friedhof im Bischof - Tag des Friedhofes am 13. Sept. 2020

Friedhöfe sind ganz besondere Orte - nirgendwo lebt die Erinnerung intensiver

Die Kirchengemeinde Wilster stellt
am 13. September 2020
den Friedhof und dessen Geschichte in einer interessanten und spannenden Aktion vor.
Mehr dazu kann in der unten aufrufbaren PDF Datei nachgelesen werden.


1962 Eingang zum Wilsteraner Friedhof im Bischof
.
Der ältere Teil des Friedhofs war 1859 in Benutzung genommen worden, nachdem der im städtischen Eigentum stehende sogenannte Kleine Brook sowie Flächen des Bauern Heesch im Bischof von der Kirchengemeinde Wilster erworben waren.
Das Gelände gehörte zuvor zur Gemeinde Landrecht, welche in früheren Zeiten in Duchten (Ortsteile) aufgeteilt war. Eine dieser Duchten war das bereits im Jahre 1199 urkundlich genannte Biscopescop, das heutige Bischof; der Name rührt daher, dass sich die Flächen der Ducht früher in bischöflichem Besitz befanden.
Der vorherige Wilsteraner Friedhof hatte im Bereich des 1907 angelegten heutigen Stadtparks bestanden.
Bis zum Jahre 1604 lag der Friedhof des Kirchspiels Wilster um die Kirche herum; er wurde danach auf das Gelände des heutigen Stadtparks verlegt und hier bis 1859 betrieben, in Einzelfällen auch länger.
Ein Friedhofsgebäude mit Kapelle für den Friedhof im Bischof war 1860 im Eingangsbereich an der Straße Allee errichtet worden.
Nach der 1961 erfolgten Beseitigung des Gebäudes und der Errichtung einer neuen Kapelle in der Mitte des Friedhofs war 1961 der Eingangsbereich des Friedhofs sowie der Vorplatz an der Straße Allee vollkommen umgestaltet worden.
Links vom Eingang wurde zudem ein kleiner offener Pavillon sowie eine zum Friedhofsgraben herab führende Freitreppe errichtet; an diesen Arbeiten durfte der Betreiber dieser Heimat-Seite, der spätere Bau-Ingenieur Peter von Holdt - der Begründer dieser Heimat-Seite - als Maurerlehrling mitwirken (er mauerte u.a. den Pfeiler zwischen Pforte und Tor).
Auf der Kreuzung der beiden Hauptwege des Friedhofs war 1860 das Denkmal zur Erinnerung an die Schleswig-Holsteinische Erhebung von 1848 errichtet worden;
auf dem Rondeel vor der Kapelle am Zugang von der Straße Allee wurde 1873 ein Denkmal zur Erinnerung an den Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 aufgestellt.
Beide Denkmale wurden leider Ende der 1950er Jahre beseitigt.
Das an die Schleswig-Holsteinische Erhebung von 1848 erinnernde Denkmal war von den vier heute noch vorhandenen alten und kulturhistorisch wertvollen Grabmalen umsäumt. Die Grabmale waren nach der Aufgabe des Friedhofs im heutigen Stadtpark nach hier verbracht worden. Weitere vom alten Friedhof stammende besondere Grabmale sind im Randbereich des Friedhofs wieder aufgestellt worden.

Bildrechte: Holger A. Hansen, Mülheim a. d. Ruhr

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Neu! 1920 Marschbahn - Bahnhof Burg und Hochbrücke Hochdonn am 01. Juni 1920 eingeweiht

1920 Marschbahn - Bahnhof Burg und Hochbrücke Hochdonn am 01. Juni 1920 eingeweiht

Die im benachbarten Dithmarschen gelegene Gemeinde Burg erhielt erst in Folge der Streckenverlegung der Marschbahn einen Bahnanschluß. Zuvor mußten Reisende die Strecke zwischen Burg und dem Bahnhof Wilster per Droschke zurücklegen.

Die Stadt Wilster hatte bereits 1878 einen Bahnanschluß erhalten, denn die Strecke der sogenannten Marschbahn (von Altona nach Hvidding in Nord-Schleswig) führte seinerzeit über Wilster Richtung Averlak, wo bei Taterpfahl der Kaiser-Wilhelm-Kanal mit einer Drehbrücke gekreuzt wurde und von wo die Strecke weiter bis St. Michaelisdonn führte. Der 1878 in Betrieb genommene erste Bahnhof der Stadt Wilster lag an der vormaligen Bahnhofstraße (späteren Tagg-Straße) in einem Abschnitt, der heute an die Etatsrätin-Doos-Straße angrenzt. Der Bahnhof Wilster wurde 1920 nach Fertigstellung der Bahnstrecke Hamburg - Westerland (der Marschbahn) nach seinem heutigen Standort verlegt.
Den Verlauf der Eisenbahnstrecken zeigt Bild 5 (aus wikipedia); mehr dazu siehe dort unter Marschbahn

Bereits im Jahre 1920 ist die Drehbrücke Taterpfahl wieder demontiert worden, da der Kanal in den Jahren von 1906 - 1914 verbreitert wurde. Die Marschbahn erhielt zwischen Wilster und St. Michaelisdonn eine neue Linienführung und die Querung des Kanals mit der Hochbrücke Hochdonn. Der 1913 begonnene Bahnbau verzögerte sich durch die kriegsbedingte Verzögerungen bei der Fertigstellung der Hochbrücke Hochdonn bis 1920. Die vielen beim Bau eingesetzten Kriegsgefangenen hatten den Ausfall von Fachkräften nicht ersetzen können. Am 01.06.1920 wurde die neue Bahnstrecke eingeweiht und Burg in Dithmarschen erhielt einen Bahnanschluß, welcher für den Ort erhebliche positive Änderungen bewirkte.

Das Bahnhofsgebäude einschließlich der Bahnmeisterei sowie Gebäude für Dienstwohnungen waren schon einige Jahre vor Fertigstellung der Brücke errichtet worden. Auf der Abbildung (Bild 3) von 1918 sind fertige Gebäude, Arbeiterbaracken und Arbeitswege, jedoch noch nicht die Bahnhofstraße zu erkennen.

Der Bahnhof Burg wurde am nördlichen Rand der Gemeinde errichtet, wo ein kurzes Streckensegment der Marschbahn durch das Gemeindegebiet verläuft.

Von der neuen Burger Bahnhofstraße wurde eine Verlängerung nach Brickeln gebaut und damit die Verbindung Norderende über Brickelnfeld nach Brickeln/Großenrade abgelöst.

Die im Bereich der Geest bei der Herstellung der teilweise im Einschnitt verlaufenden Bahntrasse gewonnenen Bodenmassen wurden zum Aufbau der Dammschüttung zur Hochbrücke verwendet, wohin sie per Feldbahn transportiert wurden.

Das vormalige Empfangsgebäude des Bahnhofs Burg besteht heute noch; das imposante Gebäude ist denkmalgesschützt. Das von seiner Größe her noch beeindruckendere Empfangsgebäude in Wilster ist hingegen wegen Baufälligkeit bereits In den Jahren 1959/60 in zwei Etappen wieder abgebrochen worden, da die Techniker der Reichsbahn offenbar die Tragfähigkeit des Marschbodens unzutreffend eingeschätzt hatten.


Anmerkungen: die Abbildungen stammen aus der Sammlung Rudolf Böckmann, Burg

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Neu! 1919 Deichstraße

1919 Deichstraße,
Blickrichtung Markt.
Die Straße ist mit Kopfsteinen aus Granit gepflastert, die Bürgersteige hingegen in diagonal verlegter Klinker-Pflasterung.
Auf der Fahrbahn steht eine für Wilster damals typische einachsige „Schott´sche Karre“ (eigentlich schottische Karre).
Hinter der Karre unterquert der seinerzeit noch offene Burggraben der alten Stadtgrenze die Straße, an der sich seinerzeit Haus bei Haus Geschäft an Geschäft reiht. Dieser Zustand bestand noch bis in die 1970er Jahre.
In alten Urkunden ist der "Borchgrawen" schon für die Zeit um 1400 belegt. Das Gewässer wurde wenige Jahre nach der Aufnahme verfüllt, nachdem die Stadt Wilster zuvor vor dem Oberverwaltungsgericht mit Urteil v. 20. März 1924 des III. Senats (V.B. 23/24) des I. Bezirksausschuß zu Schleswig im Streit mit dem Preußischen Staat in der Frage obsiegte, wonach letzterer für die Unterhaltung des Burggrabens zuständig sei (sh. Anm.). Der Preußische Staat hat danach offenbar die Verfüllung des Burggrabens veranlaßt.

Bildrechte: Friedrich Schlüter, Wilster

Anmerkung: Seinerzeit hatten Rat und Verwaltung der Stadt Wilster gegenüber dem Staat Preussen vor Gericht mit der Auffassung obsiegt, dass der Burggraben als Teil der Wilsterau anzusehen sei.
"Künstliche Nebenläufe eines natürlichen Wasserlaufes, die keinem selbständigen Sonderzweck dienen, teilen die rechtliche Eigenschaft des Hauptlaufes." *)
Auf einen etwaigen vormaligen Sonderzweck konnte es nicht ankommen, denn ein solcher bestand seit Jahrhunderten nicht mehr.
Deshalb lag die Zuständigkeit für die Gewässerunterhaltung des Burggrabens gleichfalls bei der für die Wilsterau verantwortlichen Preußischen Provinz Schleswig-Holstein. Vor diesem Hintergrund war es sechs Jahrzehnte später bezüglich des Gewässerteilstücks der Wilsterau am Rosengarten sehr bemerkenswert, dass Ratsmehrheit und Verwaltung der Stadt Wilster
mit einer diametral gegensätzlichen Auffassung gegenüber Gewässer-Anliegern argumentierte, diese wären künftig für die Gewässerunterhaltung zuständig, wenn sie sich gegen die Verfüllung des offenen Gewässers aussprechen würden.
Die von einem bei einer Oberen Wasserbehörde jahrzehntelang in Wasserrechtsverfahren (u.a. Plangenehmigungs- und Planfeststellungsverfahren) tätig gewesenen Diplom Ingenieur beratenen Anlieger konnten bewirken, dass der stadtgeschichtlich bedeutsame Gewässerarm der Wilsterau am Rosengarten und Helgenland erhalten wurde.

*) Das vollständige ausführliche Urteil liegt im Wortlaut in unseren Unterlagen vor.

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Neu! 1905 Bahnhof St. Margareten in Flethsee, Gemeinde Landscheide

1905 Bahnhof St. Margareten in Flethsee, Gemeinde Landscheide.
Der Bahnhof des Kirchortes St. Margarethen lag weit außerhalb des Dorfes bei Landscheide an der Straße nach Flethsee. Hier verlief die am 01.11.1878 eröffnete ursprüngliche Strecke der Marschbahn zwischen Wilster und Heide (Strecke von Altona nach Riepen / Ribe in Nord-Schleswig).
Der Ort Flethsee in der Gemeinde Landscheide wurde lange Zeit zumeist "St. Margarethen Bahnhof" genannt. Entsprechend begrüßte über der Eingangstür des Empfangsgebäudes ein Schild mit der Aufschrift "St. Margarethen" die Reisenden.
Die Abbildung zeigt das Empfangsgebäude des Bahnhofes sowie Bahnpersonal, Reisende, zum Versand abgestelltes Stückgut und einen Personenzug auf dem im Bahnhofsbereich zweigleisigen Bahnkörper.
Im Bahnhof war auch eine Bahnhofs-Gaststätte vorhanden. Ausweislich des Aufdrucks auf der Karte betrieb seinerzeit der Gastwirt Petersen die Bahnhofswirtschaft.
Hier arbeitete vermutlich die Absenderin der Ansichtskarte. Anna Jebens schreibt offenbar an ihren Freund, den in Liegnitz, Schlesien, in der dortigen Silberwaren Fabrik arbeitenden Silberarbeiter Paul Berthel: "Bin jetzt hier am St. Marg.(garethen) Bahnhof in Stellung. Das andere war mir viel zu langweilig und auch zu gemein. ..."
Nach der 1878 erfolgten Inbetriebnahme der durch die Wilstermarsch führenden Strecke der Marschbahn zwischen Altona und Hvidding in Nordschleswig hatten sich offensichtlich auch in Flethsee große Erwartungen an eine dadurch bewirkte Entwicklung des Ortes begründet. Zusätzlich zur Gaststätte im Bahnhofsgebäude etablierte sich noch der Gasthof "Zur Börse" bzw. "Zum Paßop" und ein "Bahnhofshotel" sowie ein Postamt. All den damit in Zusammenhang stehenden Erwartungen war nur eine kurze Zukunft beschieden.
Nach Fertigstellung der ab 1920 über die Hochbrücke Hochdonn führenden Eisenbahnstrecke verlor die über den Bahnhof St. Margarethen führende Bahnstrecke an Bedeutung. Von dem Zeitpunkt an endete die von Wilster aus über den Bahnhof St. Margarethen führende Strecke in Brunsbüttel. Der Personenverkehr auf dieser Strecke wurde 1988 eingestellt. An den vormaligen "Bahnhof St. Margarethen" erinnert heute vor Ort nur noch der Name der Bahnhofstraße.

Bildrechte: Emil Sander

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Neu! 2020 Eisenbahn Hochbrücke Hochdonn über den Nord- Ostsee Kanal

2020 Eisenbahn Hochbrücke Hochdonn über den Nord- Ostsee Kanal
Die Hochbrücke bei Hochdonn über den Nord- Ostsee Kanal wurde erbaut in den Jahren 1913 bis 1920 und ersetzte die ehemalige Drehbrücke bei Taterpfahl im Zuge der vormaligen Linienführung der Marschbahn.
Die 2.218 m lange Stahlfachwerkbrücke weist für auf dem Kanal passierende Schiffe eine Durchfahrthöhe von 42 m auf, während die maximale Höhe 56,38 m beträgt; der Pfeilerabstand des Durchfahrtssegments beträgt 143,1 m.

Bild 6 zeigt die Hochbrücke von Bebek aus in Richtung Hochdonn gesehen.
Unten links der Nuttelner Bach, geradeaus Richtung Hochdonn der Geestrandkanal und rechts der Forstbach Richtung Gribbohm.


Bildrechte: bekannt (!), die Zustimmungen zur Verwendung auf dieser Heimat-Seite liegen vor.

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Neu! 1955 Bahnhof Wilster mit der "Kaiserhalle"

1955 Bahnhof Wilster mit der "Kaiserhalle"
Bahnsteig am Bahnhof Wilster an der Strecke der Marschbahn von Hamburg-Altona nach Westerland.
Im Hintergrund das Fahrdienstleiterstellwerk Wilster Wf, hinter welchem die ursprüngliche Linienführung der Marschbahn als jetzige Nebenstrecke nach Brunsbüttel abzweigt.
Rechts im Anschnitt ist das 1920 in Betrieb genommene und bereits 1959/60 abgebrochene Empfangsgebäude des Bahnhofs zu erkennen.
Mit dem kleinen Gebäude hinter der Uhr hat es eine besondere Bewandnis. Es handelt sich um einen Teil des etwas despektierlich "Kaiserhalle" genannten Bauwerkes, welches 1897 in Brunsbüttel (seinerzeit Brunsbüttelkoog) bei der Schleuse errichtet wurde, um Kaiser Wilhelm II. und Gemahlin einen trockenen und windgeschützten Zugang von seinem Sonderzug zu der Kaiserlichen Yacht "Hohenzollern" zu ermöglichen.
Nach dem Ende der Monarchie wurde das Gebäude abgebrochen und ein Teil des langgestreckten und in Holzbauweise errichteten Bauwerks am Bahnhof Wilster wiederverwendet, wo es bis in die 1960er Jahre stand.

Bildrechte: nicht bekannt

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Neu! 1988 Bahnhof Wilster an der Marschbahn

1988 Bahnhof Wilster an der Marschbahn
Das erste Empfangsgebäude des Bahnhof Wilster an der Strecke Hamburg-Westerland war am 01.06.1920 in Betrieb genommen worden. Der Neubau stand im Zusammenhang mit der seinerzeitigen Verlegung der Linienführung der Marschbahn auf die heutige über die Hochbrücke Hochdonn führende Strecke; schon in den Jahren 1959/60 wurde das Gebäude in zwei Etappen wieder abgebrochen. Als Ersatz war zuvor das heute noch vorhandene, jedoch als Empfangsgebäude nicht mehr genutzte Gebäude im Stil eines Bungalows errichtet worden.
Die vom neuen Bahnhof aus in Richtung Brunsbüttel führende Nebenstrecke (diese ist die vormalige Hauptstrecke der Marschbahn) hatte im Bereich des Wilsteraner Bahnhofs mehrere Gleise, denn hier lag auch der Güterbahnhof der Stadt mit den Verladerampen für Vieh.
Für Fußgänger war ein Queren der Bahnanlagen über die lange Fußgängerbrücke möglich, von welcher ein Fußweg zur Straße Steindamm führte; die Brücke wurde im Jahre 2001 beseitigt.
Bild 1: Über die Strecke Hamburg - Westerland ankommende Reisende mit dem Ziel Brunsbüttel mußten in Wilster umsteigen. Das Hinweisschild verweist auf den Bahnsteig an der gegenüber liegenden Seite des Empfangsgebäudes.
Bild 2: Gleise des Güterbahnhofs und der Nebenstrecke Richtung Brunsbüttel
Hinter dem Fahrdienstleiterstellwerk Wilster Wf im Hintergrund führt die Hauptstrecke der Marschbahn Richtung Hochbrücke Hochdonn.
Bild 3: Diesel-Lokomotive auf dem Nebengleis;
oberhalb der Lok ist die hinter dem Stellwerk - Fahrdienstleiterstellwerk Wilster Wf - abzweigende zweigleisige Hauptstrecke der Marschbahn erkennbar.
Bilder 4 und 5: Schienenbus auf der Nebenstrecke nach Brunsbüttel.
Der Schienenbus (sogenannter "Uerdinger Schienenbus“) der Baureihe VT 798 war bis zum 27.05.1988 für den Personenverkehr auf der Strecke zwischen Wilster und Brunsbüttel eingesetzt; zu genanntem Datum wurde auf der Strecke der Personenverkehr eingestellt. Seither dient die eingleisige Strecke nur noch dem Güterverkehr.
Bild 6: Die Fußgängerbrücke überquert die Gleise der Nebenstrecke nach Brunsbüttel und des Güterbahnhof. Die 2001 beseitigte Brücke ermöglichte eine kurze fußläufige Verbindung vom Steindamm zur Bahnhofstraße.
Bild 7: Stellwerk Ww (Wilster West) am beschrankten Bahnübergang an der Querung von Nebenstrecke nach Brunsbüttel und der Neue Burger Straße.
Bild 8: Haltepunkt Rumfleth an der Kreuzung mit der Rumflether Straße

Bildrechte: leider nicht bekannt, vermutlich Axel Spille, Norderstedt,
welcher die nicht nur für ausgewiesene Freunde der Eisenbahn hoch interessante Seite Eisenbahnfotograf für Reisende im Internet anbietet.
Bild Quelle: Archiv Kreis Stormarn

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Neu! Tierwelt in und am Rand der Wilstermarsch - Feldhase

Tierwelt in und am Rand der Wilstermarsch - Feldhase
Der Bestand der Feldhasen ist in den vergangenen Jahrzehnten, so wie auch anderenorts, auch in der Wilstermarsch dramatisch zurückgegangen.
Während vor vielen Jahrzehnten noch bei Treibjagden der örtlichen Jägerschaft - Heranwachsende aus Stadt und Marsch beteiligten sich als Treiber an dem Geschehen - an einem einzigen Tag in die Wilstermarsch bis zu 200 Feldhasen erlegt wurden, sind derartige Zahlen seit langem als völlig utopisch anzusehen. Vielerorts wird in den Revieren die Jagd auf den Feldhasen nur sehr eingeschränkt wahrgenommen, in manchen Jahren sogar ausgesetzt.

Bildrechte
Bild 1 - 2: Christa Mantel, Lunden
Bild 3 - 4: Hartwig Mohr, Burg in Dithmarschen
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Neu! Tierwelt in und am Rand der Wilstermarsch - Kiebitz

Tierwelt in und am Rand der Wilstermarsch - Kiebitz
Der Kiebitz - er gehört zu den Regenpfeifern - war bis vor wenigen Jahrzehnten der für die Wilstermarsch charakteristischste Vogel.
In großer Zahl brüteten die geselligen Kiebitze auf den noch nicht mit landwirtschaftlichen Großgeräten bearbeiteten kurzrasigen Weiden, deren Wasserhaushalt zudem ein anderer war als in der gegenwärtigen Zeit. Insbesondere sein akrobatischer schaukelnder Balzflug und das in vielen Variationen gerufene laute "kie-wit" waren allerorts zu beobachten.

Bildrechte:
Bild 1 - 2: Christa Mantel, Lunden
Bild 3 - 4: Hartwig Mohr, Burg in Dithmarschen
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Neu! Tierwelt in und am Rand der Wilstermarsch - Buntspecht, Mittelspecht, Kleinspecht

Tierwelt in und am Rand der Wilstermarsch - Buntspecht, Mittelspecht, Kleinspecht
Der Buntspecht kommt nicht nur in Wäldern, sondern auch in Parkanlagen und in mit viel Großgrün ausgestatteten Siedlungen vor.
Neben ihm können auch die verwandten Arten Mittelspecht (dieser mit einem roten Scheitel) und seltener der Kleinspecht (Größe eines Sperling) beobachtet werden.

Bildrechte:
Bild 1 - 3: Andreas Requard, Burg in Dithmarschen
Bild 4: Hartwig Mohr, Burg in Dithmarschen
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Neu! 1958 Reeth Ernte auf der Brake in Landscheide

1958 Reeth Ernte auf der Brake in Landscheide
Mit Reeth (Reet, Riet, Schilfrohr) gedeckte Bauernhäuser waren früher in der Wilstermarsch die Regel. Diese Art der Eindeckung mußte alle 30 bis 50 Jahre erneuert bzw. grundlegend repariert werden.
Das Reeth wurde im Winter geerntet von den gefrorenen Flächen der größeren Gewässer, welche flache und mit Riethbewuchs bestandene Uferpartien aufwiesen. Der Schnitt erfolgte entweder mit der Sense oder – bei ausreichend hohem Wasserstand – mittels eines über das Eis geschobenen Messerbalken.
Das Reeth wurde in Bündeln geschnürt. Das so geliefert Reeth konnte dann beim Eindecken der Dächer von den Dachdeckern auf der Lattung verteilt und so verschoben, daß die unteren Enden des Bündels eine durchgehend geneigte Fläche bildeten. Sie wurde zumeist mit einer Drahtbindung oder starken Schnüren am Dach fixiert und dann mit dem Klopfbrett in Form gebracht. Lage für Lage wurde so das Reeth bis zum Erreichen des Dachfirsts aufgebracht.
Ein besonders lohnender Bereich für die schwere und arbeitsintensive Ernte des Reeth war die Brake in der Gemeinde Landscheide. Dieser Flachsee, welcher gegenüber dem heutigen Zustand früher wesentlich ausgedehnter war, ist in der Neujahrsflut in der Nacht vom 31.12.1720 auf den 01.01.1721 entstanden. Die nach der Flutkatatrophe des  Jahres 1717 zerstörten und beschädigten Deiche an der Elbe waren noch nicht wieder wehrfähig geschlossen worden, weshalb die Sturmflut auf der Dithmarscher Seite weit in das Land eindrang und beim Überströmen des damals auf der Grenze zwischen den beiden Landschaften noch vorhandenen Hohen Moor die Brake aufriss.
Seither ist die Fläche des Gewässer jedoch infolge Verlandung und Intensivierung der Entwässerung deutlich geringer geworden (sh. Abbildungen 5 und 6).
Bild 1: Arbeitspause bei der Reeth Ernte
von rechts: Kurt Schmidt, Richard Schmidt, Hermann Wiese (die beiden anderen Personen sind gegenwärtig noch nicht namentlich bekannt - um Mithilfe bei der Benennung wird gebeten)
Bild 2: Reeth Ernte auf der Brake mit dem über die Eisfläche geschobenen Messerbalken
Bild 3 und 4: Transport des in Bündel geschnürten Reeth mit dem Prahm und weiter mit Fuhrwerken
Abbildung 5: Ausdehnung der Brake im Jahr 1912 (Quelle: Website der Gemeinde Landscheide)
Abbildung 6: Ausdehnung der Brake im Jahr 2020 (Quelle: google maps)
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Neu! 1923 -Bienenwirtschaftlicher Verein Wilstermarsch mit 66 organisierten Imkern

Vor einhundert Jahren gab es in der Wilstermarsch 66 Imker, welche sich im Bienenwirtschaftliche Verein für die Wilstermarsch organisiert hatten.

1923 berichtete die Dithmarscher Landeszeitung über die Mitgliederversammlung des Vereins

Wilster, 4. April 1923
Der bienenwirtschaftliche Verein für die Wilstermarsch
hat in seiner ordentlichen Mitgliederversammlung beschlossen, die Nachtragsumlage des Landesvereins gestaffelt in Höhe von 800, 1200 und 1400 Mark zu hebenund den Vereinsbeitrag um 100 Mark zu erhöhen.
Dem Verein gehörten bis Jahresschluß 62 Mitglieder mit rund 1240 Völkern an.
Neu eingetreten sind vier Imker.
Empfohlen wurde, bei Verkauf von Honig den zur Zeit der bezahlung gültigen Preis zu nehmen.
Der hohe Zuckerpreis drückt stark auf die Großimker. Für manche ist es in Zukunft unmöglich, sich den für die Einwinterung erforderlichen Honig zu beschaffen, und man muß wieder auf die Honigauffütterung der alten Zeit zurückgreifen.
In den Vorstand wurde als Kassenführer Postsekretär Rönnau gewählt.

Hinweis: Die Höhe der genannten Geldbeträge sowie die geschilderten Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Zucker verdeutlichen die Zeit der deutschen Inflation von 1914 bis November 1923

Bemerkung: Den alten Zeitungsartikel erhielten wir freundlicherweise von Nils Paustian, Brickeln

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Neu! 1920 Wilstermarschkäse - eine weit bekannte Spezialität aus der Wilstermarsch

1920 Wilstermarschkäse - eine weit bekannte Spezialität aus der Wilstermarsch
In der Dithmarscher Landeszeitung wurde für die aus der benachbarten Wilstermarsch stammende Käse-Spezialität geworben. Die Werbung hat vermutlich ein in Heide ansässiger Händler geschaltet.
Deutschlandweit ist der Käse mit der Markenbezeichnung Wilstermarschkäse noch einhundert Jahre später weithin bekannt, auch wenn er nicht mehr in seiner Ursprungsregion gefertigt wird.

Bemerkung: Die alte Annonce wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Nils Paustian, Brickeln
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Neu! 1892 Bau des Kaiser-Wilhelm-Kanal - Sandaufschüttungen und Verdrängung des Moorbodens

1892 Bau des Kaiser-Wilhelm Kanals - Sandaufschüttungen und Verdrängung des Moorbodens
In der Burg-Kudenseer Niederung hatten sich große Schwierigkeiten ergeben beim Aufbau standfester Beuferungen (Deiche) für den zu bauenden Kaiser-Wilhelm Kanal (Nord- Ostsee Kanal). In den moorigen und anmoorigen Bereichen wurden sehr grosse Mengen Sand und Kies benötigt. Sie dienten der durch ihre Auflast bewirkten  Verdrängung der weichen Bodenschichten, um eine Standfestigkeit für die den Kanal begleitenden Deiche zu erreichen.
Das alte Foto zeigt den mit Feldbahnen erfolgten Transport der zum Aufbau der Beuferungen erforderlichen Sandmengen. Beiderseits der Aufschüttung sind die infolge der Moorverdrängung entstandenen Aufbrüche des anstehenden Geländs zu erkennen.
Die dramatisch anmutende Baumethode veranlaßte den Hamburger Künstler Hermann Haase (* 1862, + 1934), die Szene als Vorlage zu verwenden für eine von ihm gefertigte Tuschezeichnung auf Karton (Bild 2).

Bildrechte: nicht bekannt; vermutlich Kaiserliche Kanalverwaltung
Bemerkung: Den Hinweis auf das alte Foto und die Tusche-Zeichnung erhielten wir freundlicherweise von Rudolf Böckmann, Burg
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Neu! 2020 Ein optisch beeindruckender Schweifstern am Nachthimmel über dem Norden

2020 Ein optisch beeindruckender Schweifstern am Nachthimmel über dem Norden

Komet NEOWISE - wissenschaftlich bezeichnet als: C/2020 F3

Im Juli 2020 war der Komet NEOWISE der Erde so nahe, dass er mit bloßem Auge am nördlichen Nachthimmel zu sehen war, zuletzt unter dem Sternenbild "Großer Wagen". Selbstverständlich boten technische Geräte wie Fernrohr oder Kamera bessere Möglichkeiten, diese besondere Erscheinung eines Schweifsterns am nächtlichen Himmel zu betrachten.

Vielfache Beobachtungstipps ermöglichten das optische Auffinden des Kometen.

Der Komet flog in einem Abstand von "nur" 103,5 Millionen Kilometern an der Erde vorbei. Der charakteristische Schweif eines Kometen ist am ausgeprägtesten, wenn sein Abstand zur Sonne am geringsten ist. Dann verdampft Material auf dem mehrere Kilometer großen Himmelskörper und Gase sowie Staub bilden den nur in entsprechender Sonnennähe entstehenden Schweif. Seine geringste Entfernung zur Sonne durchlief der Komet am 3. Juli 2020, da war er 44,1 Mio km von der Sonne entfernt. Wenn er auf seiner langgestreckten elliptischen Umlaufbahn in den Tiefen des Weltraums bis zum äußeren Rand unseres Sonnensystems verschwunden ist, wird es nach Einschätzung der Astronomen etwa 5.000 bis 7.000 Jahre dauern, bis er wieder in Sonnennähe kommt und von der Erde aus wieder zu sehen sein wird.


Bildrechte:
Bild 1: Naturschutzgesellschaft Schutzstation Wattenmeer

Bild 2: Mark Kruse Eddelak

Bild 3: Ulrike Jens, Brunsbüttel

Bild 4: Spektrum



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Neu! 1964 St. Margarethen - Dorfstraße, Hauptstraße, Leuchtturm Scheelenkuhlen, Kirche

1964 St. Margarethen - Dorfstraße, Hauptstraße, Kirche, Leuchtturm Scheelenkuhlen
oben links: Kaufhaus Herbert Oesau.
oben mittig: Die erste Kirche des Kirchspiels stand in dem vor 500 Jahren in der Elbe vor Schelenkuhlen versunkenen Dorf Elredefleth; die Kirche wurde etwa im Jahre 1500 abgetragen und im heutigen Dorf St. Margarethen wieder aufgebaut und am Margarethen-Tag (20. Juli) eingeweiht. Nach der Kirche erhielt das Dorf seinen Namen.
oben rechts: Der auf dem Deich der Elbe stehende Leuchtturm Scheelenkuhlen wurde 1897 aus Ziegeln erbaut und wurde erst 1920 rot angestrichen; im Jahr 1928 erhielt er den mittleren breiten Streifen und sah so aus bis zu seiner Beseitigung im Jahr 1980.
unten links: Blick durch die Dorfstraße
unten rechts: Blick von der Einmündung der Dorfstraße durch die Hauptstraße auf das Silogebäude der Firma Otto Behrens Lagerhäuser.

Bildrechte: Ansichtskartenverlag Walter Jappe, Lübeck

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Neu! 1940 Büttel an der Elbe - Deichstraße am Fuß des Elbdeiches

1940 Büttel an der Elbe - Deichstraße am Fuß des Elbdeiches.
Deichstraße mit den Wohn- und Geschäftsgebäuden Haack, Kolonialwaren Prüß, Dohrn-Mehlert und von Malermeister Baumann.
Der historische Ort Büttel (an der Elbe) wurde in den 1970er Jahren der im Wirtschaftsraum Brunsbüttel initiierten Industrieansiedlung geopfert. Von seinem am Bütteler Kanal gelegenen Hafen, dem diesen mit der Elbe verbindenden Siel, den zahlreichen Gehöften, den alten Wohnhäusern, den alten Gebäuden der gewerblichen Infrastruktur wie Meierei, Warengenossenschaft, Korn-Windmühle, Gastwirtschaft blieb fast nichts. Die meisten Bewohner wurden umgesiedelt.
Wohl gibt es noch die Gemeinde Büttel an der Elbe, jedoch der alte historische Ort hat aufgehört zu existieren, nachdem seit Mitte der 1970er von ursprünglich 200 Häusern alle bis 17 abgebrochen und die Bewohner umgesiedelt wurden.

Bildrechte: Carl (Karl) Kuskop, Wilster

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Neu! 1809 Warentransport über die Wilsterau - Holstenau zur Eider

1809 Warentransport über die Wilsterau - Holstenau zur Eider
Beim Blick auf vergangene und vor einem Jahrhundert und noch weiter zurück in unserer Region abgelaufene Geschehnisse wird bewußt, daß das enge Netz der größeren Gewässer unserer näheren Heimat früher die bevorzugten Verkehrswege bildete.
Die uns heute so schmal und unscheinbar erscheinenden Flüsse Wilsterau - Holstenau und Burger Au erfüllten nicht nur Funktionen für die Entwässerung, sondern ganz entscheidend die von Lebensadern für Handel und Verkehr. Die Wilsterau - Holstenau war etwa bis Schafstedt schiffbar, die Burger Au (Wolburgsau) bis in den Kuden See.
In einer Phase der Kontinentalsperre im Rahmen des Konfliktes zwischen Frankreich unter Napoleon einerseits und Großbritannien andererseits, erlangte der Warentransport von Gütern aus Hamburg und Altona über Elbe und Stör, sodann auf der Wilsterau - Holstenau aufwärts, eine besondere Bedeutung. Vermutlich wurden die Güter bis Dückerswisch transportiert, dort auf Fuhrwerke umgeschlagen und zur Eider befördert, von wo sie dann wiederum mit Lastkähnen nach Tönning, Friedrichstadt und Rendsburg weiter transportiert wurden. Eventuell erfolgte der Transport per Fuhrwerk sogar nur über die hier nur etwa 6 km breite Wasserscheide bis zur Gieselau südlich von Albersdorf, von wo über dieses Nebengewässer der Eider dieser gut schiffbare Fluß erreicht werden konnte

Transporteure aus der Stadt Wilster boten 1809 die genannte Wegestrecke für den Warentransport an und betonen dabei, dass diese Route schon "vormahls sehr berücksichtigt wurde."
In der
Staats- und Gelehrte Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen CORRESPONDENTEN
vom 29. Juli 1809 heißt es:

Bekanntmachung.
Bey der jetzt abermals eingetretenen Sperre der directen Fahrt von der Elbe über die Wadden nach der Eider haben Unterzeichnete die Ehre, das geehrte commercirende Publicum auf die beste, sicherste und wohlfeilste Art der Güter Beförderung von Hamburg und Altona über die Wilster (Wilsterau) nach Tönning, Friedrichstadt und Rendsburg aufmerksam zu machen.
Von diesem Wege, der schon vormahls sehr berücksichtigt wurde, hat die Erfahrung gelehrt, daß solcher jedem anderen vorzuziehen ist.
Wir übernehmen den ganzen Transport und die Herren Kaufleute, welche sich dieses Weges bedienen wollen, werden ersucht, sich dieserwegen directe an uns selbst, oder auch an den Herrn Ernst Flügge (?) Große Elbstraße No. 72 in Altona, der die Verladung der Güter besorgen wird, gefälligst zu wenden, wo die nähern Bedingungen zu erfahren sind.

Wilster, den 25sten Julit 1809
Joh. et Hinr. Meyer


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Neu! 1919 Auf dem Bahnhof Wilster wurde eine Eiersendung beschlagnahmt

1919 Auf dem Bahnhof Wilster wurde eine Eiersendung beschlagnahmt
In der heutigen Zeit mit übervollen Supermärkten ist es kaum vorstellbar, dass die Beschaffung von Lebensmitteln in Perioden der Vergangenheit für viele Menschen schwierig und problematisch war.
Der vorgestellte kurze Zeitungsbericht mutet daher aus heutiger Sicht eher amüsant an.
Die Dithmarscher Landeszeitung schrieb:

Burg, 09. Juli 1919 - Eine Eiersendung beschlagnahmt.
Auf Veranlassung eines hiesigen Einwohners wurde die Beschlagnahmung größerer Eiersendungen veranlaßt.
Die Sendungen sollten nach Mannheim und Wandsbek gehen, wurden aber im Bahnhof Wilster nicht zugelassen. Von Wilster aus erfuhr der betr. Einwohner von der Sache und konnte zur rechten Zeit die Beschlagnahmung veranlassen.
Die Eier kommen hier zur Verteilung. Es sind höchst bedauerliche Zustände, wenn man bedenkt, dass wöchentlich eine große Menge Eier zu Wucherpreisen unerlaubt von hier ausgeführt werden und die Einwohner schon seit Wochen kein einziges Ei zugewiesen erhalten haben.

Anmerkung: Den alten Zeitungsausschnitt erhielten wir freundlicherweise von Nils Paustian, Brickeln

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Neu! 1805 - Taterpfähle an der Grenze zwischen der Wilstermarsch und Dithmarschen

Taterpfähle an der Grenze zwischen der Wilstermarsch und Dithmarschen
Im 18. Jhdt. standen an allen Grenzen der Territorien im damals in viele Kleinstaaten zersplitterten Deutschland sogenannte Taterpfähle.
Die Bezeichnung Tatern wurde früher in Norddeutschland und in Skandinavien für Zigeuner gebraucht - heute bezeichnet man Angehörige dieser Volksgruppe richtigerweise als Roma oder Sinti. Tatern leitete sich von Tataren her, für welche man diese Menschen zeitweilig hielt.
Die Taterpfähle sollten insbesondere die sogenannten Zigeuner abhalten, das Gebiet zu betreten und die Obrigkeit verfolgte diese Menschen allein schon wegen ihrer ethnischen Zugehörigkeit in menschenverachtender Weise.
An der Grenze zwischen der Wilstermarsch und Süder-Dithmarschen befanden sich zwei derartige Taterpfähle, welche in anderen Regionen auch u.a. als Vagabundenpfähle, Heidenstöcke oder Zigeunerpfähle bezeichnet wurden.
An den Pfählen befand sich jeweils eine Hinweistafel, auf welcher mit sehr drastischen Darstellungen angedrohter Strafen vor einem unbefugten Übertreten der Grenze gewarnt wurde. Insbesondere sollte "herrenloses Gesindel" von einem Betreten des Landes abgeschreckt werden. Hierunter verstand man die nicht in einem Territorium als "Untertanen" fest ansässigen Menschen, die regional unterschiedlich als Tatern, Vagabunden, Heiden oder Zigeuner bezeichnet wurden.
An dem an den Zuständigkeitsgrenzen als Taterpfähle aufgestellten Rechtszeichen mußte früher das Landfahrende Volk drei Tage rasten, bis ihm gegebenenfalls von einem Vertreter der Obrigkeit der Weiterzug gestattet wurde.
Zu den an der Grenze zwischen Süder-Dithmarschen und der Wilstermarsch vorhanden gewesenen beiden Standorten, an denen Taterpfähle aufgestellt waren, muss darauf hingewiesen werden, dass seinerzeit Wegeverbindungen zwischen diesen beiden Landschaften nur sehr eingeschränkt bestanden. Das seinerzeit in weiten Teilen noch erhaltene Hochmoor in der Burg-Kudenseer Niederung, die nicht passierbaren Niederungen von Burgerau (Walburgsau) und Wilsterau-Holstenau verhinderten den Verkehr (vgl. Abbildung 3).
Es bestanden neben dem Zugang am Deich der Elbe entlang zum einen nur von Flethsee aus der Weg über das Hohe Moor, um den Averlaker Donn zu erreichen. An dessen Südende war an der Grenze zwischen Dithmarschen und der Wilstermarsch ein Taterpfahl aufgestellt. Noch heute erinnert die dort gebräuchliche Örtlichkeitsbezeichnung daran.
Ein weiterer Zugang bestand auf dem Uferwall der Wilsterau entlang bis zur damaligen Landesgrenze zu Dithmarschen oberhalb von dem Obersten Wehr. Auch hier war ein Taterpfahl aufgestellt.
Die beiden vorgestellten Detailausschnitte (Abbildungen 1 und 2) aus über zwei Jahrhunderte alten Landkarten zeigen die Standorte der Taterpfähle. Zusätzlich sind die ungefähren Standorte in einer alten Übersichtskarte (Abbildung 3) und in einem aktuelleren Luftbild (Abbildung 4, aus google maps) gekennzeichnet.
Ergänzend ist das Original eines historischen Warnschildes aus dem Jahr 1765 vorgestellt (Abbildung 5). 
Es droht "Zugeiner und zusammengerotteter Vagabonten Straffe" an mit der Darstellung von Erhängen, Rädern, Auspeitschen und Zwangsarbeit.

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