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1906 Eisenbahn-Atlaskarte - Marschbahn Altona - Wilster - Nordfriesland

1906 Eisenbahn-Atlaskarte  - Marschbahn Altona - Wilster - Nordfriesland
Nr. 7 Deutsches Reich Section 7 (Ausschnitt)
aus dem "Eisenbahn- und Verkehrs-Atlas von Europa"
begründet von Dr. W. Koch und C. Opitz,
Verlag von J. J. Arnd in Leipzig, 1906
Die Karte zeigt u.a. den  damaligen Verlauf der am 01.11.1878 eröffneten ursprünglichen Strecke der Marschbahn, welche von Altona über Wilster nach Heide und weiter Richtung Norden führt. Die Strecke ist bezeichnet mit Ziff. 9a der Preussischen Staatsbahnen. Ihre Trasse querte seinerzeit bei Taterpfahl mit einer Drehbrücke die in den Jahren 1887 bis 1895 gebaute und heute Nord- Ostsee Kanal bzw. international Kiel-Kanal genannte künstliche Wasserstraße.
Infolge der schwierigen Bodenverhältnisse und der damaligen baulichen Möglichkeiten hatte die Errichtung einer Hochbrücke im Verlauf der Bahnstrecke für die Querung des Kanals nicht realisiert werden können. 
Bei Taterphal sh. Bem.1) wurde eine einspurige Drehbrücke gebaut; sie wurde entbehrlich und beseitigt, nachdem die Linienführung der Marschbahn in diesem Abschnitt mit der Inbetriebnahme der Hochbrücke Hochdonn am 30.06.1920 auf die heute bestehende Linienführung Wilster - Burg - St.Michaelisdonn verändert wurde.
Die ehemalige Querungsstelle bei Kudensee und Taterpfahl ist auf Luftbildern auch heute noch deutlich zu erkennen (vgl. Abbildung 3; aus google maps)

Bemerkung 1): Die Ortsbezeichnung Taterpfahl verweist auf den vormals hier vorhanden gewesenen Taternpfahl oder Zigeunerpfahl. Der sogenannte Taterpfahl stand an der Dithmarscher Grenze am südlichen Ende des Averlaker Donn.
An diesem an der Amts- oder Zuständigkeitsgrenze aufgestellten Rechtszeichen mußte früher das Landfahrende Volk drei Tage rasten, bis ihm gegebenenfalls von einem Vertreter der Obrigkeit der Weiterzug gestattet wurde. Im 18ten Jahrhundert sollten die Taterpfähle die sogenannten Zigeuner abhalten, das Gebiet zu betreten und die Obrigkeit verfolgte sie allein schon wegen ihrer ethnischen Zugehörigkeit in unmenschlicher Weise.
Die Bezeichnung Tatern wurde früher in Norddeutschland und in Skandinavien für Zigeuner gebraucht - heute bezeichnet man Angehörige dieser Volksgruppe richtigerweise als Roma oder Sinti. Tatern leitete sich von Tataren her, für welche man diese Menschen zeitweilg hielt.
Hinweis: Die auf Dithmarschen-Wiki gegebene wortgleiche Erläuterung ist übernommen aus mein-wilster

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