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1907 - Unbekanntes Haus - vermutlich in der Hans-Prox-Straße (Ex)

1907 Unbekanntes Haus in Wilster - vermutlich an der Hans-Prox-Straße (damalige "Hinter der Stadt")
Der genaue Standort des kleinen Wohnhauses konnte noch nicht ermittelt werden.
Um Mithilfe bei der Bestimmung wird gebeten!
Hinweis: der Empfänger der Karte ist der sich seinerzeit in Schleswig in der Ausbildung befindliche Bäckerlehrling Friedrich Hagedorn, dessen Vater womöglich selbst Bäcker war. An der "Hinter der Stadt" / "Hans Prox Straße" wurde bis in die 1960er Jahre im Haus Nr. 62 eine Bäckerei betrieben, zuletzt Wilhelm Friedrich und vorher Heinrich Wilde (gem. Adressbuch 1926).

Bildrechte: Verlag L. Treichel, Altona
Anmerkung: Die Ansichtskarte befindet sich in einer externen Sammlung

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1990 - Verbindungsweg zwischen Deichstraße und Hans Prox Straße

ca. 1990 Verbindungsweg zwischen Deichstraße und Hans Prox Straße
Bis zum Bau der die Wilsterau überspannenden Brücke in Verlängerung der Etatsrat-Michaelsen-Straße im Zuge der sogenannten Nordtangente bestand zwischen Deichstraße und Hans-Prox-Straße nur eine fußläufig nutzbare Verbindung. Zwischen den Häusern führte ein schmaler Weg zu einem Steg, welcher in beträchtlicher Höhe die Wilsterau überquerte; die Höhe war erforderlich, weil das Gewässer zur Zeit der Anlegung des Steges noch von kleinen Frachtschiffen befahren wurde. Auf den Steg führte zu beiden Seiten jeweils eine steile Treppe. Dennoch war die Wegeverbindung stark frequentiert - so bildete sie u.a. für die Schulkinder vom Krumwehl und der Hans-Prox-Straße (vormalige "Hinter der Stadt") die kürzeste Wegstrecke zur Schule (Volksschule/Hauptschule).
Nach Fertigstellung der heute vorhandenen Straßenbrücke im Dezember 1994 wurde auch der damalige Fußgängersteg beseitigt.
Bild 1: Von der Hans-Prox-Straße abgehender Fußweg zur Deichstraße
Bild 2: Von der Hans-Prox-Straße abgehender Fußweg zur Deichstraße; im Hintergrund bereits jenseits der Wilsterau an der Deichstraße stehende Häuser.
Bild 3: Gärten am Verbindungsweg zwischen Deichstraße und Hans-Prox-Straße. Das rechts erkennbare kleine Haus wurde im Zusammenhang mit dem Neubau der Straßenbrücke beseitigt.
Bild 4: Hans-Prox-Straße (vormalige "Hinter der Stadt"); hinter dem weißen Gebäude mit dem davor stehenden roten PKW mündete der von der Deichstraße kommende Fußweg aus.

Bildrechte:
Bilder 1 ,2 und 4: Ralf Steffens, Luzern
Bild 3: Dennis Schäfer, Wilster

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1947 - Haus Nr. 46 Hinter der Stadt (heutige Hans-Prox-Straße)

1947 Haus Nr. 46 Hinter der Stadt (heutige Hans-Prox-Straße)
Das Haus - erste bekannte Erwähnung 1891 - gehörte früher einem Wilhelm Meier, der es an Heinrich Otto Bünger verkaufte. Zum 1. Juli 1922 kaufte dessen Sohn Bernhard Bünger sein Geburtshaus für 25.000 Mark in bar, wie es eine Urkunde des Notars Dr. jur. Hermann Voss aus Wilster belegt. Bernhard Bünger wohnte dort mit seiner Ehefrau Anna Katharina Elise Bünger bis zu ihrem Tod. Am 1. Juli 1963 überließen sie das Haus an Gerhard und Lisa Weichelt (geb. Bünger).
Die damalige Straße "Hinter der Stadt" hat ihren heutigen Namen Hans-Prox-Straße nach dem früheren Mitglied der Wilsteraner Ratsversammlung, dem Maurer Hans Prox. Der Sozialdemokrat war am 08. März 1933 kurz nach der Machtergreifung der Nazis aus politischen Gründen festgenommen und drangsaliert worden; er starb am 03. Februar 1945 im Konzentrationslager Neuengamme.
In dem Gebäude Hinter der Stadt 46 und den dazugehörigen Nebengebäuden betrieb zu Beginn der 1950er Jahre der sehr rührige Kaufmann Richard Sötje sein Geschäft. Er handelte mit Reinigungsmitteln, Ölen, Farben, Teerprodukten und Dachpappe, darüber hinaus führte er Teererei an Flachdächern aus (sh. Reklameschild Bild 2). Danach baute er unter enormen Eigenleistungen das von ihm erworbene Haus Rumflether Straße 1 (neben der damaligen Rumflether Brücke) für seine Zwecke um. Gebrauchte Mauersteine reinigte er und verwendete sie anschließend bei Umbau und Erweiterung des Gebäudes. Neben dem Ladengeschäft handelte er mit Heizöl und richtete eine Tankstelle ein, darüber hinaus betrieb er ein Mietwagenunternehmen.
Der mit seiner Schwester Lene verheiratete Schwager Peter Thomsen gründete einen eigenen Betrieb im Haus Hans-Prox-Straße 67.
Bild 3 zeigt Lisa Weichelt im Jahr 1951 mit einem Motorroller der Marke Tram vor dem Haus. Ihr Ehemann Gerhard Weichelt war seinerzeit Buchhalter der Firma Kurt Trammnitz GmbH am Steindamm, wo die ersten Motorroller dieser Marke - später bezeichnet als Vespa des Nordens - gefertigt wurden. Sh. dazu den unten aufrufbaren Zeitungsbericht.

Bildrechte: Gerhard Weichelt, Wesseln (früher Wilster)
Anmerkung: Die Fotos wurden freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Gerd Weichelt, Wilster

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1962 - Wilsterau zwischen Deichstraße/Landrecht und Hans-Prox Straße

1962 Wilsterau zwischen Deichstraße/Landrecht und Hans-Prox Straße
Blick vom damaligen Fußgängersteg zwischen Deichstraße und Hans-Prox-Straße flußaufwärts auf die Wilsterau.
Das damals noch häufig von kleinen Binnenschiffen frequentierte Gewässer wies seinerzeit eine Wassertiefe von fast 2,00 m auf und sein Profil war noch nicht von Gehölzaufwuchs eingeengt.
Rechts Gebäude der seinerzeitigen Lebensmittel-Großhandlung Walter Mußfeldt, dahinter das Haus von Fischhändler Heinrich Horn.
Bis zum Bau der die Wilsterau überspannenden Brücke in Verlängerung der Etatsrat-Michaelsen-Straße im Zuge der sogenannten Nordtangente bestand zwischen Deichstraße und Hans-Prox-Straße nur eine fußläufig nutzbare Verbindung. Zwischen den Häusern führte ein schmaler Weg zu einem Steg, welcher in beträchtlicher Höhe die Wilsterau überquerte; die Höhe war erforderlich, weil das Gewässer zur Zeit der Anlegung des Steges noch von kleinen Frachtschiffen befahren wurde. Auf den Steg führte zu beiden Seiten jeweils eine steile Treppe. Dennoch war die Wegeverbindung stark frequentiert - so bildete sie u.a. für die Schulkinder vom Krumwehl und der Hans-Prox-Straße (vormalige "Hinter der Stadt") die kürzeste Wegstrecke zur Schule (Volksschule/Hauptschule).
Nach Fertigstellung der heute vorhandenen Straßenbrücke im Dezember 1994 wurde auch der damalige Fußgängersteg beseitigt.

Bildrechte: Wolfgang Bockelmann, Krefeld,
welcher das Foto freundlicherweise zur Verfügung stellte.

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unbekanntes Gehöft b - lokalisiert in Groß Rüde in Mittel Angeln (SF)

unbekanntes Gehöft - lokalisiert in Groß Rüde in Mittelangeln in der Landschaft Angeln.
Die offenbar aus privater Veranlassung herausgegebene Ansichtskarte zeigt ein Gehöft, dessen Standort entgegen einer vorherigen Vermutung nicht in der Wilstermarsch liegt.
Auffällig ist die Trennung zwischen Wohngebäude und den Wirtschaftsgebäuden des Hofes.
Der mit reicher Ornamentik verzierte Giebel sowie die entsprechend gestaltete Veranda kennzeichnen das Wohnhaus, welches eventuell als Altenteiler-Haus in unmittelbarer Nähe des ursprünglichen Hofgebäudes errichtet wurde.
Die Bitte um Mithilfe bei der zeitlichen Einordnung und der Lokalisierung führte zu dem Hinweis auf den Standort des Hofes in der Landschaft Angeln im Landesteil Schleswig.

Bildrechte: nicht bekannt
Anmerkung: Lokalisierung erfolgte durch freundlichen Hinweis von Mathias Strufe, Breiholz, welcher als Beleg zugleich Scan der Vergleichs AK zur Verfügung stellte (Bilder 3 und 4) und an den die Ansichtskarte abgegeben wurde.

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1997 - Die Marschmenschen

Die Marschmenschen
Studie über ein unbekanntes Volk
Expedition in eine Terra incognita
In einer sich überaus herrlich pseudo-wissenschaftlich gebenden und humorvollen Weise wird der Marschmensch und sein Verhalten in seiner Umwelt untersucht und beschrieben.
Ein sehr amüsantes und lesenswertes Buch speziell für Bewohner der Wilstermarsch (und der Kremper Marsch), die es sich gefallen lassen müssen, daß ihnen auf eine ziemlich skurrile Weise der Spiegel vorgehalten wird.
Bisher Verborgenes und Unbekanntes wird plötzlich klar. So zum Beispiel, weshalb der FC Bayern nördlich nicht über den HSV hinauskommt und sich bisher geweigert hat, etwa gegen den TSV Wewelsfleth anzutreten.....
124 Seiten
Verfasser: Axel Marquard
ISBN 3-931476-09-X
erschienen im Rake Verlag, Rendsburg

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1925 - unbekanntes Gehöft in der Wilstermarsch

1925 (geschätzt) unbekanntes Gehöft in der Wilstermarsch
Der Standort des kleinen Gehöftes konnte noch nicht lokalisiert werden.
um Mithilfe wird bei der Lokalisierung wird gebeten per Mail an: info@mein-wilster.de

Bildrechte: nicht bekannt; Private Ansichtskarte

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1934 - Straße Hinter der Stadt – heutige Hans-Prox Straße

1934 Die Straße Hinter der Stadt – heutige Hans-Prox Straße – Blickrichtung Krumwehl.
Auf dem schmalen Streifen zwischen dem mit Klinkern befestigten Bürgersteig und der Fahrbahn befanden sich in vielen Bereichen Straßenbäume. Der Bereich zwischen Bürgersteig und den Häusern war nahezu durchgehend mit Feldsteinen (Katzenkopfpflaster) gepflastert.
Oberflurhydranten waren bis vor wenigen Jahren an vielen Orten der Straßen in Wilster vorhanden; sie dienten insbesondere bei Brandfällen der Entnahme von Löschwasser für die Feuerwehr.
Von der "Hinter der Stadt" führte nach links abgehend ein schmaler Fußweg zu einem die Wilsterau überbrückenden Steg – eine beliebte fußläufige Verbindung zur Deichstraße. Im Zusammenhang mit der 1992 bis 1997 vollendeten "Nordtangente" wurde eine die Etatsrat-Michaelsen-Straße bis zur Hans-Prox-Straße führende Brücke über die Wilsterau gebaut und der Steg beseitigt.
Die damalige Straße "Hinter der Stadt" hat ihren heutigen Namen nach dem früheren Mitglied der Wilsteraner Ratsversammlung, dem Maurer Hans Prox. Der Sozialdemokrat war am 08. März 1933 kurz nach der Machtergreifung der Nazis aus politischen Gründen festgenommen worden; er starb am 03. Februar 1945 im Konzentrationslager Neuengamme.

Bildrechte: nicht bekannt; Signatur: WM

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3 - Burger Au und Wilsterau - Holstenau

Grenze von Marsch und Geest
Luftbild von Burg in Dithmarschen - Übergang zwischen den Landschaftsformen
Links am Bildrand ist die Burger Au zu erkennen; sie ist ein Nebengewässer der Wilsterau, deren ursprünglicher Oberlauf die Holstenau ist!

Auf dem Luftbild ist der harte Übergang zwischen den Landschaften Marsch und Geest erkennbar. Neben den natürlichen landschaftlichen Elementen fällt im Vordergrund der kreisrunde Wall der Bökelnburg auf, einer aus altsächsischer Zeit stammenden und um das Jahr 800 errichteten Volksburg.
Der Blick geht von der waldreichen Geest und über den Ort Burg hinweg in die weite Marschenlandschaft, die aus mächtigen eiszeitlichen Sedimentablagerungen gebildet wurde.
Steil aus der weiten und ebenen Marsch steigt der weitgehend bewaldete Klev als Rand der Geest auf. Seine Form verrät, daß er vor Jahrtausenden (etwa vor 4000 bis 5000 Jahren) von den Gezeiten des Meeres geformt wurde, welches bis zu seinem Fuß reichte.
Parallel zum Rand des Klev fließt die Burger Au, welche lange Zeit wichtigster Zufluß der Wilsterau war und in welche sie beim Kattenstieg einmündete.
Obwohl die Burger Au mit dem Helmschen Bach zuletzt wohl mehr Wasser führte als die Holstenau, ist jedoch die letztere der eigentliche Quellfluß der Wilsterau.
Nach dem Bau des Kaiser-Wilhelm-Kanal ist die Holstenau sogar in mehrere Abschnitte zerteilt worden, die heute grabenähnliche Erscheinungsbilder aufweisen.
Im Mittelalter mündete die Burger Au nicht sehr weit entfernt von der jetzigen Landstraße in die Wilsterau, bis der Hauptlauf vermutlich aus Entwässerungsgründen zum jetzigen Kattenstieg gegraben wurde. Der alte Verlauf der Burgerau in diesem Abschnitt ist auf Luftbildern aus den Flurzuschnitten noch deutlich erkennbar. Das verlassene Gewässerbett der Burger Au wurde auch nicht verfüllt, sondern bildete sich in die Form eines Entwässerungsgraben zurück.

Weshalb die Holstenau viel älter ist als die Burger Au und sie daher der Quellfluß der Wilsterau ist, wird nachfolgend dargelegt.
Der Wasserspiegel der Elbe lag während der letzten Eiszeit wegen des unter dem Eisschild und in mächtigen Gletschern gebundenen Eises ganz erheblich tiefer als heute. Vor etwa 20.000 Jahren zum Höhepunkt der Weichseleiszeit lag gegenüber heute der Meeresspiegel 100 bis 120 m tiefer.
Die durch Ablagerungen der Eiszeit gebildete Geest wurde von vielen Rinnsalen entwässert, die in dem hier betrachteten Gebiet direkt, wenn auch in vielen Windungen, in die Ur-Elbe entwässerten. Sie wuschen das bindige Material aus und schufen so weitgehend unfruchtbare (d.h. güste Flächen; daher der Begriff "Geest") und beförderten dieses in die heutige Marsch.
Zu diesen Rinnsalen gehörten beispielsweise die später so bezeichneten Gewässer Holstenau/Wilsterau, die Bekau und auch die Stör, deren in die Geest einschneidenden Bach- bzw. Flußtäler noch heute gut in der Topographie erkennbar sind.
Die Burger Au existierte noch nicht; hangparallele Gewässer bilden sich natürlicherweise nicht. Der Fuß der Geest war gut entwässert, denn zur Elbe hin bestand ein großes Gefälle!
Die Situation änderte sich mit dem Abschmelzen des Inlandeises und mit dem damit einhergehenden beständigen Anstieg des Meeresspiegels. In der Zeit vor 7.000 Jahren erfolgte der Anstieg mit etwa 2 m im Jahrhundert relativ rasch. Danach trat eine Zeit auf, in welcher sich der Anstieg des Meeresspiegels verlangsamte, zeitweilig zum Stillstand kam und sogar Rückzugsphasen auftraten. Die vorrückende Nordsee überflutete das Gebiet und führte zu beständigen Über- und Umlagerungen. Die Ablagerungen stammten von den Gletschern im Osten und höhten das weite Urstromtal der Elbe allmählich auf. Durch Sedimentation entstand Marsch- und Schwemmland. Das Entwässerungssystem der Geestabflüsse – so auch der Holstenau/Wilsterau - blieb dabei jedoch in seinen Grundzügen erhalten. Zuletzt erreichte das Meer den das Urstromtal der Elbe begrenzenden Geestrand. Sturmfluten formten ihn durch Abrasion um und bildeten das langgestreckte steil aus der Marsch aufragende Kliff – den Klev. Die ehemalige Meeresküste ist auf Luftbildern gut zu erkennen.

Die Burger Au (Walburgsau) gab es noch nicht, sie sollte erst noch entstehen.
Vor dem nach Ansteigen des Meeresspiegels durch Abrasion infolge Sturmfluten entstandenen Kliff (dem Klev genannten bis zu 40 m hohen Steilhang der Hohen Geest) bildete das Meer mit dem vom Geestrand abgetragenen Material Strandwälle bzw. Nehrungen aus. Weil sich auf den Strandwällen Dünen bildeten, bezeichnet man sie als Donn (= Düne). Diese behinderten den Abfluß der vor dem Klev gelegenen Flächen und des von der Geest kommenden Hangdruckwassers.
In dem hier betrachteten Bereich schließt der ehemalige Strandwall bei Norderdonn an den Klev und zieht sich dann über St. Michaelisdonn, Dingerdonn, Warferdonn bis Averlak und endet bei Taterphal. Östlich von Taterphal hinderte das dort aufgewachsene und bis zur Elbe reichende hohe Moor den Abfluß aus der keilförmigen Senke zwischen Donn und Klev. Es entstand vom sich in der Senke ausbildenden Kuden-See aus in nordöstlicher Richtung ein Abflußgerinne: die Burger Au bzw. Walburgsau, die in die Holstenau/Wilsterau einmündete.
Die Moore hatten sich gebildet, nachdem in Ufernähe der Flüsse durch Sedimentation das Gelände schneller als in den flußferneren Bereichen aufwuchs und somit deren Entwässerung unterbrach. Die unterschiedlich breiten sogenannten Uferrehnen bzw. breiten Uferwälle an Elbe, Stör und auch der Wilsterau sind heute am Geländerelief noch gut erkennbar. Sie wurden in historischer Zeit zuerst besiedelt. In den in ihrem Abfluß gestörten sumpfigen Senken entstanden Moore und Blänken (z.B. der Kudensee, daneben aber auch mehrere in früheren Zeiten in der Marsch vorhandene flache Seen).

Die nach Zeiten erheblicher Wassersnot der Wilstermarsch von unbekannter Hand am 22. Februar 1721 gefertigte und stark verzerrte Handzeichnung (Bild 2) verdeutlicht, daß vor etwa 300 Jahren die für das Entstehen der Burger Au maßgebliche topografische Situation noch vorhanden war.
Oben am Kartenrand ist der ausgedehnte Kudensee mit seinem Abflußgerinne Burger Au zur Wilsterau/Holstenau zu erkennen. Er füllte nahezu die gesamte Senke zwischen Klev und Hochmoor aus, denn südlich des Kudensees versperrt das ausgedehnte Hochmoor wie ein Querriegel den Abfluß. Im Bereich des Schenkeldeiches (in Höhe der heutigen Schenkel-Brücke) allerdings haben zahlreiche Rinnen das Moor zerstört und bedrohen so die tief gelegene Marsch mit dem Hochwasser des seinerzeit noch sehr großflächigen Kudensees. Der Abfluß des Sees nach Westen ist versperrt durch den Donn (ehemaliger Strandwall), welcher aus Nord-Süd Richtung kommend rechtwinklig auf das Hochmoor trifft.
Als Abflußhindernisse erzwangen Hochmoor und Donn den Abfluß des Kudensees nach Osten zur Wilsterau/Holstenau.
Die beigefügten Kartenausschnitte (Bilder 3 und 4) aus der 1659 von Caspar Dankwerth herausgegebenen "Neue Landesbeschreibung der zwei Herzogtümer Schleswig und Holstein") verdeutlichen u.a. die alte Situation der Gewässer, wie sie vor der Abtorfung der Hochmoore und dem Bau des NOK vorhanden war. Insbesondere die Darstellung der Flüsse, Höhen und Moore zeigen augenscheinlich, dass die Holstenau der ursprüngliche Oberlauf der Wilsterau war und erst nach Steigen des Meeresspiegels, der Entstehung der Donns und das Aufwachsen des Hochmoores sich das Gerinne der Burger Au in östliche Richtung entwickelte.

Im Fazit ist zu dem hier behandelten Thema festzustellen, daß die Burger Au viele Jahrtausende jünger ist als die Holstenau/Wilsterau. Die Burger Au ist ursprünglich ein Nebenfluß der Holstenau/Wilsterau!

Bildrechte: nicht bekannt

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1920 - Bauernhof „Hinter der Stadt“ - heutige Hans-Prox-Straße

ca. 1920 Bauernhof „Hinter der Stadt“ - heutige Hans-Prox-Straße
Der schöne Bauernhof der Familie von Osten ist einer der wenigen innerhalb der Stadt Wilster heute noch erhaltenen alten Gehöfte (Hof 211 in „Die Bauernhöfe der Wilstermarsch im Bild“).
Er steht an der früheren Straße „Hinter der Stadt“ (heutige Hans-Prox-Straße).
Die Straße war nach dem II. WK umbenannt worden in Erinnerung an den von den Nationalsozialisten verfolgten Wilsteraner Sozialdemokraten Hans Prox – er war im Februar 1945 im Konzentrationslager Neuengamme gestorben.

Bildrechte: Carl Kuskop, Wilster

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1920 - Bauernhof in der Hans-Prox-Straße (Hinter der Stadt)

1920 Bauernhof in der Hans-Prox-Straße
Der Bauernhof (von Rudolf Nienburg) in der Straße Hinter der Stadt (heutige Hans-Prox-Straße) wurde bis Ende der 1970er betrieben. Die Hofflächen wurden im Bauland umgewandelt.
Hof 210 in dem Buch "Die Bauernhöfe der Wilstermarsch im Bild".
Die Straße war nach dem II. WK umbenannt worden in Erinnerung an den von den Nationalsozialisten verfolgten Wilsteraner Sozialdemokraten Hans Prox – er war im Februar 1945 im Konzentrationslager Neuengamme gestorben.

Bildrechte: M. Glückstadt & Münden, Hamburg

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1910 - Ecke Deichstraße/Op de Göten, Altes Rathaus, Hans-Prox Straße

1910 Ecke Deichstraße/Op de Göten, Altes Rathaus, Hans-Prox Straße
Die 3-Bild Karte zeigt im Zeitraum zwischen 1910 – 1920 aufgenommene Motive;
links das an der Ecke Deichstraße / Op de Göten (damalige Marktstraße) stehende Hotel Wilster-Marsch Haus (es wurde im II. WK schwer beschädigt und später abgebrochen);
oben rechts das 1585 im Renaissance-Stil erbaute repräsentative Alte Rathaus an der damaligen Marktstraße;
unten rechts der Bauernhof (von Rudolf Nienburg) an der Straße Hinter der Stadt (heutige Hans-Prox-Straße), die Hofflächen wurden später in Bauland umgewandelt.
Die Straße Hinter der Stadt ist nach dem II. WK umbenannt worden in Erinnerung an den von den Nationalsozialisten verfolgten Wilsteraner Sozialdemokraten Hans Prox – er war im Februar 1945 im Konzentrationslager Neuengamme gestorben.

Bildrechte: M. Glückstadt & Münden, Hamburg

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Schiffer-Gilde Die Eintracht c Stiftungsfest 1961

Umzug der Wilsteraner Schiffer-Gilde "Die Eintracht" durch die Straßen der Stadt anläßlich ihres 100 jährigen Stiftungsfestes
Bild 1 Umzug der Schiffer in der Hans-Prox-Straße (früher "Hinter der Stadt")
Damals grüßten bei festlichen Veranstaltungen in Wilster von vielen Häusern, vornehmlich von denen in der Innenstadt, die Schleswig-Holstein Flagge. Dieser schöne und der gesamten Stadt ein freundliches und festliches Gepräge gebende Brauch wird heute leider nur noch von sehr wenigen Hauseigentümern ausgeübt - das ist sehr schade!
Bild 2 Begleitet wurde jeder Umzug in der Stadt Wilster von einem mitmarschierenden Polizisten; hier begleitet der Polizist Hermann Thie den Umzug in der Hans-Prox-Straße. Links ist die Wilsterau erkennbar und ganz links die Rückseite des Gebäudes der "Adler-Lichtspiel" von Heinrich Hülsing.
Bild 3 Rückwärtig gesichert wurde der Umzug durch den "Lumpensammler"; der Umzug führt hier durch die Hans-Prox-Straße
Bild 4 Festumzug der Schiffer in der Rathausstraße

Bildrechte: nicht bekannt
Die Fotos wurden freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Frau Liane Hein, Wilster

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1927 - Colonialwaren Adolf Prox

1927 Kolonialwaren Adolf Prox
Offenbar hat der Kolonialwarenhändler Adolf Prox mit seinem kleinen einspännigen Fuhrwerk die kleinen Ortschaften der Wilstermarsch bereist, um seine Waren jeweils vor Ort zum Verkauf zu bringen. Zur damaligen Zeit erforderte für die Bevölkerung auf dem Lande der Einkauf in der Stadt wegen des Fehlens von Transportmitteln ganz erhebliche zeitliche Aufwendungen.
Das Fuhrwerk steht an der Einmündung der K13 Kathen in die K12 Kasenort. Hinter dem Kopf des Fuhrmannes kann man die 1926 errichtete Schleuse Kasenort erkennen, weshalb das Foto in dem genannten Jahr oder bald darauf entstanden ist.
Der Betrieb des Adolf Prox hatte anscheinend in Wilster keinen langen Bestand, denn bereits im Adressbuch von 1928 ist er dort nicht mehr aufgeführt.

Bildrechte: nicht bekannt

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1955 - Haus an der Hans-Prox-Straße

Haus 47-48 an der Hans-Prox-Straße
Das Haus gehörte seinerzeit dem Schiffer Willy Jürgens, Ältermann der Wilsteraner Schiffergilde. Bild 2 zeigt Willy Jürgens und Frau Frieda im Jahr 1975.
Die Schiffergilde "Die Eintracht" war eine im Jahre 1861 von den Wilsteraner Schiffern gegründete Versicherung auf Gegenseitigkeit.
Die Straße hieß bis in die erste Zeit nach dem II. Weltkrieg "Hinter der Stadt"; sie wurde umbenannt zur Erinnerung an den von den Nationalsozialisten ermordeten Arbeiter Hans Prox.

Bildrechte
Bild: 1 Nicht bekannt
das Foto wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Herrn Sönke Jürgens, Wilster
Bild 2: Gerhard Weichelt, Wilster
das Foto wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Herrn Gerd Weichelt, Wilster

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1904 - „Hinter der Stadt“, heutige Hans-Prox-Straße

1904 Straße „Hinter der Stadt“ (heutige Hans-Prox-Straße);
die Straße ist nach dem II. Weltkrieg umbenannt worden in Erinnerung an den von den Nationalsozialisten verfolgten Wilsteraner Sozialdemokraten Hans Prox – er war im Februar 1945 im Konzentrationslager Neuengamme umgekommen.
Von Beginn der Einmündung in den Krumwehl bis zu den Häusern im Hintergrund waren die Flächen an der gesamten linken Straßenseite bis in die 1960er Jahre landwirtschaftlich genutzt.

Bildrechte: Ludwig Behning, Wilster

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1964 - Hof Rademann an der Hans-Prox-Straße

1964 Bauernhaus Rademann an der "Hans-Prox-Straße", der vormaligen Straße "Hinter der Stadt"
Das stattliche Kreuzhaus, ein Husmannshus mit gestuften Brettergiebeln, vermittelte in eindrucksvoller Weise die ursprüngliche Hausform der Wilstermarsch-Gehöfte.
Leider besteht das 1714 erbaute beeindruckende Gebäude mit dem mächtigen Dach heute nicht mehr.
Das Husmannshus mit seiner mittleren Einfahrt und der zentralen großen Diele ist neben dem Barghus mit der seitlich angeordneten großen Einfahrt der vorherrschende landwirtschaftliche Haustyp in der Wilstermarsch. Ein Husmann oder Hausmann war früher ein großer freier Bauer.
Es handelt sich um den Hof 212 (Gerd Rademann) entsprechend dem Buch „Die Bauernhöfe der Wilstermarsch im Bild“ (sh. Bild 3).
Zum Zeitpunkt der Aufnahme wurde der Hof bewirtschaftet von seinem Eigentümer Walter Rademann, der ihn 1942 von seinem in dem Jahr verstorbenen Vater Jürgen Rademann übernommen hatte.
Das Hausgrundstück des Hofes Rademann hatte in seinem rückwärtigen Bereich einen sehr breiten Hofgraben, welcher von schädlichen Sickerwasserzuflüssen frei war, weshalb aus ihm jeweils in den Wintern der Jahre von 1933 bis Mitte der 1950er Natureis für die Wilsteraner Niederlage der Bavaria & St. Pauli Brauerei gewonnen wurde. In den an der Deichstraße gelegenen Eiskellern war immer soviel Eis vorhanden, um über einen Zeitraum von zwei Jahren die Wilsteraner Wirte damit versorgen zu können. Erst mit dem Aufkommen elektrischer Kühlaggregate wurde Mitte der 1950er Jahre die Gewinnung von Natureis eingestellt.

Bildrechte: Landesamt für Denkmalpflege, Kiel
Quelle: Bildarchiv Foto Marburg

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1990 - Etatsrat-Michaelsen-Straße, Landrecht, Deichstraße

ca. 1990 Etatsrat-Michaelsen-Straße, Landrecht, Deichstraße
Die Bilder zeigen die Einmündung der Etatsrat-Michaelsen-Straße in Deichstraße und Landrecht, wie sie vor dem Ausbau des Straßenverlaufs der Nordtangente genannten Verbindung vorhanden war. Im Rahmen des zur Entlastung des innerstädtischen Verkehrs in den Jahren 1992 bis 1997 vollendeten "Nordtangente" wurde die Etatsrat-Michaelsen-Straße bis zur Hans-Prox-Straße verlängert und hierfür eine Brücke über die Wilsterau gebaut, welche im Dezember 1994 eingeweiht wurde.
Bild 1: Zentral sind die seinerzeit vom Betrieb Bernd Nütz genutzten Gebäude der vormaligen Lebensmittel-Großhandlung Walter Mußfeldt zu sehen; diese Gebäude mußten im Rahmen des Brückenbaues beseitigt werden. Nach Fertigstellung der Brücke wurde auch der damalige Fußgängersteg beseitigt, welcher etwas unterhalb des Standortes der heutigen Brücke die Wilsterau überquerte; der Steg war eine beliebte fußläufige Verbindung zwischen Deichstraße und Hans-Prox-Straße.
In dem giebelständigen Gebäude betrieb lange Zeit der Fischhändler Heinrich Horn sein Ladengeschäft (Landrecht 3). In dem im Anschnitt rechts erkennbaren Gebäude (Landrecht 54) wohnte u.a. der Polizeibeamte Otto Hortian.
Bild 2: Blick vom Landrecht in die Deichstraße (rechts) und Etatsrat-Michaelsen-Straße (links). An der Ecke das vormalige Wohnhaus Mußfeld, eingerahmt vom Geschäftshaus der vormaligen Tischlerei Hans Güßfeldt (an der Deichstraße) und deren zugehörigen Werkstatt-Gebäude (an der Etatsrat-Michaelsen-Straße)
Bild 3: Gebäude der vormaligen Lebensmittel-Großhandlung Walter Mußfeldt am Übergang von Deichstraße und Landrecht in Wilster
Bild 4: Blick in die Etatsrat-Michaelsen-Straße mit ihren in den 1950er Jahren entstandenen Mehrfamilienhäusern.

Bildrechte: Ralf Steffens, Luzern (Schweiz)

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2 - Die Holstenau ist der ursprüngliche Oberlauf der Wilsterau!

Die Holstenau ist der ursprüngliche Oberlauf der Wilsterau!
Die Burger Au ist ein sehr viel später entstandener Quellfluß der Wilsterau - genau genommen nur das größte Nebengewässer der Holstenau/Wilsterau.
Die Bilder zeigen Reststrecken der Ende des vorletzten Jahrhunderts durch den Bau des Nord- Ostsee Kanals mehrmals durchschnittenen Holstenau im Vaalerfeld oberhalb des Entlastungsschöpfwerkes am Kanal. Das ehemalige Fließgewässer hat heute nur noch die Funktion eines breiten Entwässerungsgraben.
Bild 1 Einmündung der Holstenau in den Vaalermoorer Moorkanal.
Bild 2 Holstenau oberhalb der Einmündung in den Vaalermoorer Moorkanal; Blickrichtung Norden
Bild 3 Der Bereich innerhalb des von der Holstenau geformten Mäanders (Bogen) oberhalb der Einmündung gehört politisch zu Burg in Dithmarschen. Der leer stehende und verfallende Vaalermoorhof gehört(e) dem Vorstandsvorsitzenden des Gruner & Jahr Verlages
Bild 4 Abgedämmtes Ende der Holstenau.

Eine alte Beschreibung der Gewässer Holsteins, und damit auch der Wilsterau und der Burger Au, finden wir im 1833 von Leopold v. Zedlitz-Neukirch verfaßten "Neues hydrographisches Lexikon für die deutschen Staaten".
Dort heißt es u.a.:
"Die WILSTER im Herzogtum Holstein. Dieser Fluß entspringt in der Nähe von Hademarsch, und verstärkt durch die Mackenbeck kommt derselbe nach Großbornhövet, Kleinbornhövet, und Hohenhorn; in dieser Gegend wird die WILSTER die Sprant genannt, sie erhält den Namen WILSTER nach der bey Bökelnburg erfolgten Mündung der Wolburgsau, und nun geht sie an Achterhorn, Bordethorn, Averfleth, Goldhagen, Rumfleth, Diksdorf, zur Stadt Wilster, wo sie beim Dörfchen Kasenort in die Stör fällt."
und weiter:
"Die WOLBURGSAU; sie gehört zum Gebiet der WILSTER, der sie bei Bökelnburg ihr Gewässer zuführt."
Wolburgsau = Burger Au
Wilster = Wilsterau
Bökelnburg = Burg in Dithmarschen

Für Flüsse ist es typisch, daß sie jeweils eine Quelle und eine Mündung haben. Bei der Wilsterau ist dieses völlig anders – auch deshalb ist sie ein ganz besonderer Fluß.
Die Wilsterau (jedenfalls der entsprechend genannte Abschnitt des Gewässers) hatte niemals eine eigene Quelle, denn diesen Namen führte der Fluß historisch erst ab seinem Eintritt in die Wilstermarsch (zum Ampte Steinborg gehörig). Der oberhalb gelegene Flußabschnitt bis zum Zusammenfluß von Burger Au (Walburgsau, Wolburgsau) und Holstenau wurde wie die letztere zumeist noch als Holstenau bezeichnet.
Von ihren Zuflüssen Holstenau und Burger Au wurde die Wilsterau in der Folge der Erstellung des Kaiser-Wilhelm–Kanal (Nord-Ostsee Kanal) abgetrennt, wobei bereits durch den 1870 fertiggestellten Bau der Schleuse Bebek der Zufluss von der Burger Au zumeist unterbrochen war. Die Holstenau genannte Strecke wurde sogar mehrfach durchschnitten. Seither hat die Wilsterau an jedem ihrer Endpunkte eine Mündung. Zum einen die durch die Schleuse am Kasenort verlaufende Ausmündung in die Stör, zum anderen die durch das Entlastungsschöpfwerk beim Vaaler Feld gebildete Mündung in den Nord- Ostsee Kanal.
Die ursprüngliche Quelle des Flusses (unserer Wilsterau) ist die nördlich von Aasbüttel entspringende Holstenau (in Bereichen regional auch als Mackenbeck bezeichnet), welche mit vielen anderen Rinnsalen die von den Gletschern der Eiszeit stammenden Sandablagerungen – die Geest – entwässerte. Dieses ist auch heute noch am Geländerelief gut ablesbar. Östlich und nördlich von Hochdonn ist die durch den Bau des Kaiser-Wilhelm-Kanal (Nord- Ostsee Kanal) überformte und in die Geest einschneidende Flußniederung der Holstenau und ihrer Nebengewässer noch gut erkennbar.
Die Burger Au (Walburgsau) ist erst Jahrtausende später entstanden. Vor dem nach Ansteigen des Meeresspiegels durch Abrasion entstandenen Kliff (dem Klev genannten Steilhang der Hohen Geest) bildete das Meer Strandwälle (Nehrungen) aus. Weil sich auf den Strandwällen Dünen bildeten, bezeichnet man sie als Donn. Diese behinderten den Abfluß der vor dem Klev gelegenen tiefen Flächen und des dort sich sammelnden Hangdruckwassers von der Geest.
In dem hier betrachteten Bereich grenzt der ehemalige Strandwall bei Norderdonn an den Klev und zieht sich dann über St. Michaelisdonn, Dingerdonn, Warferdonn bis Averlak und endet bei Taterphal. Der Abfluß aus der keilförmigen Senke zwischen Donn und Klev war behindert. Es entstand vom sich in der Senke ausbildenden Kuden-See ausgehend in nordöstlicher Richtung ein Abflußgerinne: die Burger Au bzw. Walburgsau. Diese war über lange Zeiträume der wichtigste Zufluß der Wilsterau und führte ihr mehr Wasser zu als ihr Holstenau genannter eigentliche Oberlauf. Mit dem Bau der Schleuse Bebek in 1869/70 war bereits der gewöhnliche Zufluss von der Burger Au zur Wilsterau unterbrochen worden, wenn auch bei Hochwassersituationen doch wieder durch Öffnung der Schleuse Wasser in die Wilsterau abgeleitet wurde. Mit dem Bau des Kaiser-Wilhelm-Kanals war auch diese Möglichkeit endgültig beseitigt.

Bildrechte: Rudolf Böckmann, Burg in Dithmarschen
Aufnahmen aus Juli 2010

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1912 - Haus in der Straße Hinter der Stadt - heutige Hans-Prox Straße (SF)

1912 Haus in der Straße Hinter der Stadt - heutige Hans-Prox Straße
Das Foto der privaten Ansichtskarte wurde nachweislich der auf ihr vermerkten zeitgenössischen Notiz am 11. September 1912 aufgenommen.
Es handelt sich offenbar um das kleine Wohn- und Geschäftshaus des Malerbetriebes von Otto Söhrens; Hausnummer und Name sind mit einiger Mühe aus der Ausschnittsvergrößerung entzifferbar (Bild 2).
Das Adressbuch von Wilster aus dem Jahr 1926 weist den Maler Betrieb und seinen Eigentümer noch aus; interessanter Weise bestand zu der Zeit in dem benachbarten Haus Hinter der Stadt 56 gleichfalls ein Maler Betrieb, nämlich derjenige von Ferdinand Büttner.
Das Foto zeigt vor dem Haus links im Bild die "Meisterin" (die Ehefrau des Otto Söhrens) und rechts daneben deren Tochter Emma. Rechts der Schreiber der Karte, Fritz Wannagat aus Neumünster, welcher offenbar seinerzeit in Wilster als Lehrling das Malerhandwerk erlernte.

Bildrechte: nicht bekannt
Anmerkung: Scan der Karte wurden zur Verfügung gestellt von Rudolf Böckmann, Burg in Dithmarschen

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1910 - unbekanntes ländliches Wohnhaus

1910 Personen vor einem ländlichen Wohnhaus.
Das ländliche eingeschossige Wohnhaus mit kleinem Vorgarten, welcher links zum seitlichen Gelände mit einem Staketenzaun abgetrennt ist, stand/steht vermutlich in einem Ort der Wilstermarsch.
Um Mithilfe bei der Identifizierung wird gebeten!
Die Zeitbestimmung erfolgte entsprechend der Kleidung der abgebildeten Personen

Bildrechte: nicht bekannt; sogen. Private Postkarte

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1962 - Sturmflut am 16. und 17. Februar - die Wilstermarsch entgeht einer Katastrophe

1962 Sturmflut am 16. und 17. Februar - die Wilstermarsch entgeht einer Katastrophe
In der Nacht vom 16. auf den 17. Februar 1962 entging die Wilstermarsch nur infolge besonderer Umstände einer Katastrophe. Ein Versagen des Deiches an der Stör bei Groß-Kampen konnte nur mit Glück abgewendet werden.
Was war geschehen?
Eine ausgedehnte Sturmwetterlage über der Nordsee hatte zur Folge gehabt, dass am 16. Februar 1962 an der Unterelbe der Wind gegen den Ebbstrom wirkte und zum Zeitpunkt des Niedrigwassers die Wasserstände hoch und zumeist in Höhe des normalen Tidehochwassers blieben. Das über die Nordsee ziehende Orkantief „Vincinette“ drückte mit seinen ausgedehnten Windfeldern und Windgeschwindigkeiten um 130 km/h das Wasser gegen die Küste und in die Trichtermündung der Elbe. Das DHI (Deutsche Hydrographische Institut) warnte vor einer schweren Sturmflut; das Radio sendete Sturmflutwarnungen. Die zuständigen Stellen und die Bewohner auf den Inseln und an der Nordseeküste bereiteten sich auf die Sturmflut vor. Weiter ab von der Küste war man weniger besorgt, doch es sollte anders kommen. In der Elbe und ihren Nebenflüssen traten in der Nacht auf den 17. Februar zuvor nie beobachtete Wasserstände auf.
In einem Telegramm - es bestanden keine Telefonverbindungen mehr - einer Mitarbeiterin der Zeitung Norddeutsche Rundschau hieß es es Sonnabendvormittag (17. Februar) zur Situation in der Wilstermarsch: "Bericht Polizeiabteilung 7 Uhr - Stördorf drei Stellen Deich innen weggerutscht - Großkampen - Deich über Hälfte von außen weg - Wasser 50 cm unter Deichkrone zwischen Beidenfleth und Großkampen - Drei Stellen von innen weggerutscht - Fährhaus bis oben voll Wasser - Wewelsflether-Uhrendorfer Stöpe gebrochen - Katastrophenweg 15 m weg - Wewelsfleth-Brokdorf-Scheelenkuhlen-St. Margarethen leichtere Beschädigungen am Deich - 4,10m über Normal"
In der Stör wurde am Pegel Kasenort gegen 02:30 ein Wasserstand von NN +5,20 m erreicht;
am Pegel Itzehoe trat etwa eine halbe Stunde später ein Wasserstand von NN + 4,71 m auf.
Die tief gelegene Wilstermarsch war besonders gefährdet. Die größte Gefahr drohte ihr nicht vorrangig von den in der Folge der Hollandflut (1953) in vielen Strecken verstärkten Deichen an der Elbe, sondern von den Flußdeichen an der Stör. Deren Bestick mit den sehr steilen Böschungen und der schmalen Deichkrone, die zudem vielfach auch eine zu geringe Höhe hatte, sollte sich als problematisch erweisen.
Insbesondere bei Groß Kampen, wo im Mäanderbogen der Stör die Außenböschung des Deiches dem aus Nordwest stürmenden Wind und somit dem Wellenschlag ausgesetzt war, ergab sich eine äußerst beängstigende Situation. Es entstanden unterhalb der Deichkrone tiefe Ausschläge in der Deichböschung. Obwohl die Männer der Freiwilligen Feuerwehren mit Pfählen und Sandsäcken die Deichkrone zu sichern versuchten, stand ein Kappenbruch des Deiches mit verheerenden Folgen für große Teile der Wilstermarsch zu befürchten. Der Höhepunkt der Tide war noch nicht erreicht, als die Mehrzahl der Hilfskräfte vom Deich abgezogen werden mußte, zu groß war die Gefahr geworden. Der gemeinsam mit Deichbaumeister Uwe Paulsen die Situation beobachtende Oberdeichgraf Heinrich Schmidt (beide Deich- und Hauptsielverband Wilstermarsch) ging unterhalb der Deichkrone auf der Binnenböschung des Deiches auf die Knie, um laut zu beten. Andere taten es ihm nach, denn es war durch Menschenkraft nichts mehr zu bewerkstelligen. Es war eine ganz besondere Situation, als in diesem Moment ein den Wasserstand beobachtender Feuerwehrmann ein Sinken des Wasserstandes bemerkte. Wie konnte das sein, wo doch der Zeitpunkt des Tidehochwassers noch nicht erreicht war? Bei Itzehoe und linksseitig der Stör bei Heiligenstedten sowie auch bei Münsterdorf war der Deich gebrochen, große Wassermassen ergossen sich in die Marsch. Auch das Industriegebiet bei der Alsen Portland Zementfabrik sowie Teile der Stadt Itzehoe wurden überschwemmt. Bedingt durch die dadurch eingetretene Entlastung konnte der Deich bei Groß Kampen gehalten werden. Die Wilstermarsch war einer Katastrophe entgangen, wie sie in derselben Nacht über Hamburg Wilhelmsburg kam, wo 222 Menschen ertranken; insgesamt verloren bei der Sturmflut 315 Menschen ihr Leben.
Bild 1: Sicherung der Deichkrone mit Pfählen und Sandsäcken bei Groß Kampen
Bild 2: Böschungsrutschung mit muschelförmiger Gleitfläche auf der Deichbinnenseite bei Stördorf.
Bild 3: Sicherung der Tore der Fährstöpe Beidenfleth
Bild 4: Hafen St. Margarethen mit abgetriebenem und gestrandeten Binnenschiff nach Rückgang des Wassers.
Sturmfluten haben von jeher die Marschen an der deutschen Küste bedroht, vielfach kam es nach Versagen der Deiche zu verheerenden Überschwemmungen. Die unten aufrufbare Liste historischer schwerer Sturmfluten im Bereich der Deutschen Nordseeküste verdeutlicht die Gefahren für die Küstengebiete.

Bildrechte: Lothar Karstens, Brokdorf
Anmerkung: Die Fotos wurden freundlicherweise zur Verfügung gestellt durch Herrn Karl Kautz, Brokdorf

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1940 - Wilsterau zwischen Deichstraße und Helgenland

1940 Wilsterau zwischen Deichstraße und Helgenland
Blick von der Fußgängerbrücke am Rosengarten auf den zwischen Helgenland (links) und den Häusern (rechts) an der Deichstraße gelegenen Stadtarm der Wilsterau, welcher seinerzeit noch seine ursprüngliche Breite hatte.
Im Hintergrund ist die Einmündung des Stadtarmes (ursprünglicher Lauf der Wilsterau) in den Hauptarm zu erkennen. Die jenseits des Hauptarmes zu sehenden Gebäude stehen an der Hans-Prox-Straße, der seinerzeitigen "Hinter der Stadt".
Das Helgenland war in früherer Zeit Standort der Wilsteraner Werften.
Gegenwärtig ist das Gewässerbett des Stadtarmes der Wilsterau durch Vorverlegung des linksseitigen Ufers erheblich eingeengt. Überdies versperrt der an der Böschung unkontrolliert aufgewachsene ungepflegte Gehölzbewuchs den Blick auf das Gewässer, welches früher für die Handelsschifffahrt der Zugang zum historischen Wilsteraner Hafen am Rosengarten war. Der historische Begründungszusammenhang zwischen dem Gewässer und dem Entstehen der Stadt Wilster an ihm, läßt sich für den Betrachter nicht mehr nachvollziehen.
Auf dem Foto ist rechts der direkt an der Wilsterau stehende Speicher des Kaufmanns Hans Kloppenburg zu erkennen, dessen Geschäft (Eisenwaren und Kolonialwaren) sich an der Wende befand.
Am linken Ufer liegen mehrere Ruderboote, welche seinerzeit Wilsteraner Anglern und Sportfischern gehörten.

Zu dem abgebildeten Abschnitt der Wilsterau hat der Begründer der Heimatseite "mein-wilster", Peter J. von Holdt, eine ganz besondere emotionale Bindung. In seiner Grundschulzeit hatte er sich als Kleiner König der Wilsterau gefühlt, wenn er diese ausgehend von dem abgebildeten Gewässerabschnitt mit seinem eigenen kleinen Ruderboot - einem Dinghi - befuhr.
In der unten aufrufbaren Datei kann aus seinen Jugenderinnerungen der Abschnitt "Der Kleine König der Wilsterau" nachgelesen werden.

Bildrechte: Werner Behning, Wilster
Anmerkung: Robert Friedrichs macht sich seit Jahren dadurch verdient, daß er alte Foto aus der Sammlung seines Großvaters Werner Behning als Repros alter Postkarten oder mittels des Alt-Wilster-Kalender interessierten Heimatfreunden anbietet. Wer diese oder von den Originalnegativen gezogene Fotografien erwerben möchte, den verweisen wir auf die Seite Alt-Wilster

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1986 - Spaziergang entlang der Wilsterau m - Wilsterau an Deichstraße und Landrecht

1986 Spaziergang entlang der Wilsterau m - Wilsterau an Deichstraße und Landrecht
Die Wilsterau, ein schiffbares Gewässer I. Ordnung, hatte bis Ende der 1950er Jahre als Wasserweg Bedeutung. Das schmale Gewässer wurde von kleinen Frachtschiffen - Ewern - durchfahren, welche Ladung von und zu der Futtermittelfabrik an der Rumflether Straße transportierten.
Bild 1: Blick stadtauswärts vom (heute nicht mehr vorhandenen und Deichstraße und Hans-Prox-Straße verbindenden) Fußgängersteg auf die Wilsterau.
Bild 2: Blick stadteinwärts vom (heute nicht mehr vorhandenen und Deichstraße und Hans-Prox-Straße verbindenden) Fußgängersteg auf die Wilsterau. Links im Hintergrund mündet der vom Rosengarten kommende Gewässerarm ein.
Bild 3: Einmündung des vom Rosengarten kommenden Gewässerarm in den Hauptarm der Wilsterau. An der Spitze des zwischen den beiden Auarmen gelegenen Helgenlandes (historischer Platz der Wilsteraner Werften) steht noch der Bootsschuppen, in welchem der Tischlermeister Heinrich von Holdt mehrere hölzerne Segeljachten erbaute.
Bild 4: Blick in den sich in einem völlig verwahrlosten Unterhaltungszustand befindlichen Arm der Wilsterau.

Bildrechte: Udo Urban, Wilster

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1914 - Haus in der Straße Hinter der Stadt - heutige Hans-Prox Straße

1914 Haus in der Straße „Hinter der Stadt“, der heutigen Hans-Prox Straße.
Die Fassade des Hauses ist vor einigen Jahren im Rahmen einer Modernisierung neu verklinkert worden, wobei jedoch in ansprechender Weise die gesamte Aufteilung der Tür- und der Fensteröffnungen erhalten wurde. (Bild 2)
Die schöne Gestaltung der Fassade mit den flachen Bögen über den Fenstern, den Gesimsen und Ausfachungen ging dabei jedoch verloren.
Wie die alte Fassade vorher wirkte, ist an dem schräg gegenüber stehenden und sehr ähnlichen Haus heute noch gut erlebbar. (Bild 3)

Bildrechte Ansichtskarte: nicht bekannt

Bilder 2 und 3: Andreas Reinke, Wilster

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