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Wilstermarsch - Landwirtschaft

Neu! 1950 Milchtransport mit dem Pferdegespann

1950 Milchtransport mit dem Pferdegespann
So wie der Landwirt Johannes Wiese (Hof 604 gem. dem Buch "Die Bauernhöfe der Wilstermarsch im Bild") waren lange Zeit die Bauern der Wilstermarsch selbst dafür verantwortlich, die von ihren Kühen erzeugte Milch zu der für sie zuständigen Meierei zu befördern. Kühlgelegenheiten zur Aufbewahrung der Milch gab es auf den Höfen noch nicht; die gemolkene Milch mußte möglichst unmittelbar nach dem Melkvorgang zur Meierei befördert werden.
Es gab zur damaligen Zeit mehrere kleine Meiereien in den Orten der Wilstermarsch. Zum Einzugsgebiet der 1973 geschlossenen Meierei Büttel gehörte Büttel mit Kuhlen, Altenkoog, Ostermoor und Brunsbüttel-Süd, Kudensee, Landscheide und Flethsee, St. Margarethen mit Osterbünge und Heideducht.
Ob von dem unmittelbar an der Grenze zwischen den Gemeinden Kudensee und Ecklak gelegenen Gehöft Wiese die Milch möglicherweise zur näher gelegenen Meierei Ecklak befördert wurde, ist nicht ermittelt.

Bildrechte: Familie Wiese, Kudensee, Sushörn
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1957 Traktor der Marke McCormick auf einem Gehöft in Kudensee Sushörn

1957 Traktor auf einem Hof in Kudensee Sushörn
Ein Trecker der Marke McCormick Farmall auf dem Hof von Johannes Wiese (Hof 604 gem. dem Buch "Die Bauernhöfe der Wilstermarsch im Bild").
Vornehmlich zu Beginn der 1950er Jahre lösten Traktoren / Trecker auch auf den Gehöften der Wilstermarsch innerhalb weniger Jahre die als Zug- und Arbeitstiere genutzten Pferde ab.
Bald nach der Währungsreform des Jahres 1949 und dem folgenden rasanten wirtschaftlichen Aufschwung, welcher auch die Lage in der Landwirtschaft positiv beeinflußte, war die Mechanisierung voran getrieben worden. Diese vor dem Kriege bereits eingetretene Entwicklung war einige Jahre lang zum Stillstand gekommen. Viele Bauern erwarben kleine und nach heutigem Maßstab leistungsschwache Traktoren. Vielfach blieben die herkömmlichen Ackerwagen weiterhin eine Zeit lang im Gebrauch; nur die hölzernen und mit einem Reifen aus Eisen versehenen Räder wurden vielfach durch eine Gummibereifung ausgetauscht.
In der Folge wurden, zumeist auch zeitlich parallel zu den von ihrer Bewirtschaftungsfläche immer größer werdenden landwirtschaftlichen Betrieben, von den Landwirten immer leistungsfähigere Traktoren angeschafft.

Bildrechte: nicht bekannt
Anmerkung: Das Foto wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Frau Silke Wiese.

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1874 - Stier aus der Wilstermarsch

1874 Stier aus der Wilstermarsch
In den Berichten über die internationale landwirthschaftliche Ausstellung zu Bremen vom 13. bis 21. Juni 1874: Bericht über Rindvieh und Schafe, Band 2
findet sich die Abbildung des Kopfes eines Bullen aus der Wilstermarsch.
Die Wilstermarsch gilt in Deitschland seit langer Zeit als bedeutendes Viehzuchtgebiet.
Auf den Weiden der Marsch weidet heute noch häufig das für die Wilstermarsch so charakteristische rot-bunte Vieh.
Allerdings ist die ursprüngliche Rotbunte Wilstermarsch-Rasse des Niederungsviehs heute in ihrem Bestand bedroht, nachdem durch Einkreuzungen leistungsfähigere rotbunte Rinder gezogen wurden.

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1895 - Weiß geborene Pferde aus Wilster für die Kaiserin von Rußland

1895 Weiß geborene Pferde aus Wilster für die Kaiserin von Russland.
Ein seinerzeit in vielen Zeitungen des Deutschen Reiches berichtetes Ereignis war die Lieferung von besonderen Pferden für den Marstall des Russischen Kaiserhof in St.Petersburg.
So berichtete z.B. die Zeitung "Teltower Kreisblatt" in Berlin in ihrer Nr. 235 von Sonntag, den 6. Oktober 1895 folgendes:
"Vier weiß geborene Pferde verschickte dieser Tage der Pferdehändler Auhage in Wilster (Schleswig-Holstein) an den Kaiserlichen Marstall in St.Petersburg. Dieselben sollen schon hier einen Preis von 13.000 Mark bedingen. Der Transport ging über Lübeck nach Reval und von da per Bahn an den Bestimmungsort. Durch diese vier Pferde soll das Dutzend weiß geborene, das für das Gespann der russischen Kaiserin bestimmt ist, wieder vollzählig sein.
Bisher soll Pferdehändler Oppenheimer in Hannover die Lieferung der Pferde für den Marstall der Kaiserin besorgt haben, diesmal aber nicht im Stande gewesen sein, das Gewünschte auftreiben zu können."
Weiß geborene Pferde, sogen. dominant weiße Pferde, haben im Gegensatz zu Schimmeln ein schneeweißes Fell.
Der Bericht sowie weitere Nachrichten des "Teltower Kreisblatt" zu Ereignissen in Wilster können in der unten aufrufbaren Datei nachgelesen werden.
Kaiserin und Gemahlin des russischen Zaren Nikolaus II (*18.05.1868, + 17.07.1918) war die deutsche Prinzessin Alix von Hessen-Darmstadt (*06.06.1827, + 17.07.1918), welche nach Konversion zur russisch-orthodoxen Kirche den Namen Alexandra Fjodorowna führte. Die Heirat fand statt am oo 26.11.1894 im Winterpalast zu St.Petersburg.
Das Ehepaar mit seinen fünf Kindern wurde in Jekaterinenburg von den Bolschewiki ermordet; Bild 1 zeigt die Zaren Familie.
Der 1855 geborene und 1928 gestorbene Landwirt Heinrich Auhage war der bedeutendste Remonten-Händler Deutschlands und der größte Grundbesitzer der Wilstermarsch. Vor dem Ersten Weltkrieg belieferte er vier Kaiserreiche mit seinen Pferden - „König von Wilster“ wurde er genannt.
Haus und Stallgebäude des Hofes Auhage standen an der Neuen Burgerstraße in Wilster (Bilder 2 bis 4); die Gebäude wurden in den Jahren 1961/62 abgebrochen.

Bildrechte:
Bild 1: Boasser und Eggler, St. Petersburg, Russland (Quelle Wikipedia)
Bild 2: nicht bekannt
Bild 3: Friedrich Schlüter, Wilster
Bild 4: Carl Kuskopp, Wilster

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1900 - Heuernte in der Wilstermarsch

1900 Heuernte in der Wilstermarsch
Vor über einhundert Jahren war, wie vielfach noch bis zu Beginn der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts, auch in der Wilstermarsch die Bergung von Heu eine zeitraubende körperliche Arbeit.
Neben dem auf den Höfen der Marsch damals noch tätigen sogenannten Gesinde (Mägde und Knechte) wurde vielfach die gesamte Familie des Bauern bei der Arbeit eingesetzt. Auch Schulkinder widmeten sich der Arbeit des Zusammenrechens und -tragen des Heues.
Hoch aufgetürmt auf dem Ackerwagen, wurde das Heu mittels des über die Ladung gelegten und verzurrten Gürtelbaumes fixiert.

Bildrechte: Robert Friedrichs, Wilster - Sammlung Werner Behning
Anmerkung: Robert Friedrichs macht sich seit Jahren dadurch verdient, daß er alte Foto aus der Sammlung seines Großvaters Werner Behning als Repros alter Postkarten oder mittels des Alt-Wilster-Kalender interessierten Heimatfreunden anbietet. Wer diese oder von den Originalnegativen gezogene Fotografien erwerben möchte, den verweisen wir auf die Seite Alt-Wilster

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1912 - Schloten - Aufreinigen eines Grabens in Tütermoor

1912 Schloten - Aufreinigen eines Grabens in Tütermoor in der Gemeinde Büttel
In früheren Zeiten und vor Einführung des Maschineneinsatzes war das Aufreinigen, Schloten und Kleien der Gräben und Grüppen in der Wilstermarsch eine arbeitsintensive und körperlich anstrengende Handarbeit.
Das Foto zeigt einen Bauern im Tütermoor beim Aufreinigen eines Entwässerungsgrabens.
Das Tütermoor in der Gemeinde Büttel war erst in den Jahren nach der Sturmflut des Jahres 1717 kultiviert worden. Es bildete mit den weiteren Bezirken Altenkoog, Büttel Dorf, Kuhlen und Nordbüttel die Gemeinde Büttel und in ihm bestanden nur eine Handvoll kleiner Landstellen. Heute erinnert in der von der Industrieansiedlung überformten Landschaft kaum noch etwas an die früher vorhanden gewesene Situation. Namen und Örtlichkeit der ehemaligen Gemeindebezirke sind in neuzeitlichen Kartenwerken nicht mehr auffindbar. Es gereicht der Stadt Wilster zur Ehre, dass sie in ihrem Neubaugebiet an der Neuen Burgerstraße mehrere Wohnstraßen nach den ehemaligen Bütteler Gemeindbezirken benannte - so führt eine der Straßen den Namen Tütermoor.
Als "kleien" oder "schloten" wurde die Arbeit des Aushebens von Erde und schlammigen Sediment aus den Gräben und Grüppen bezeichnet. Dieses geschah mit Spaten und Leit (gebogene bzw. abgewinkelte Grabenschaufel).
Beim Aufreinigen der Gräben wurde der Bewuchs aus den Gewässern entfernt. Der Bewuchs wurde mit der abgewinkelten Grabenforke aus den Gräben befördert. Zuvor wurde häufig der an den Böschungen überwachsende Bewuchs mit dem Grabenmesser (einem schwertähnlichen langen Messer mit langem Griff) abgeschnitten.
Die Abbildung zeigt anschaulich, wie besonders arbeitsaufwendig und mühevoll noch vor wenigen Jahrzehnten die in Handarbeit vorzunehmende Unterhaltung und Aufreinigung der Entwässerungseinrichtungen der Wilstermarsch war.
Dort, wo heute noch Grüppen vorhanden sind, werden diese nahezu ausschließlich durch den Einsatz von Maschinen (Tellerrandfräse, Schneckenfräse) aufgereinigt. Es liegt auf der Hand, dass diese - aus ökonomischen Zwängen notwendige - Art der Gewässerunterhaltung große Nachteile für Flora und Fauna in der Marsch hat. So haben z.B. die dramatischen Rückgänge bei Leitarten wie dem Weißstorch hierin eine ihrer entscheidenden Ursachen.

Bildrechte: Amandus Dohrn, Büttel

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1919 - Dreschdampfer bei der Verarbeitung der Getreideernte

1919 Dreschdampfer bei der Verarbeitung der Getreideernte.
Die Aufnahme wurde gefertigt auf dem Hof von Peter Witt (Hof 108 gem. dem Buch "Die Bauernhöfe der Wilstermarsch mit ihren Familien") in Beidenflether Uhrendorf.
Die in niederdeutscher Sprache auch Döschdamper genannten Maschinen wurden ab der Zeit um 1900 vermehrt auch in der Wilstermarsch beim Dreschen des Getreides eingesetzt. Eine Dampfmaschine trieb über Transmissionsriemen den Dreschkasten, das Schnitzelwerk und den Häcksler an.
Die im Eigentum von Lohnunternehmen oder auch einem Zusammenschluss (Maschinenring) von Landwirten befindlichen schweren Maschinen wurden zumeist von Pferden zu ihrem Einsatzort auf die Hofstellen der Bauern gezogen worden. Ein Einsatz auf den Äckern erfolgte zumeist nicht.
Wenn auch die Döschdamper die Arbeit des Dreschens erleichterten, war doch der Einsatz vieler Arbeitkräfte erforderlich. Auf dem Foto können zwei Dutzend Personen neben der Maschine gezählt werden. Die Erntehelfer waren vielfach Wanderarbeiter, sogenannte "Monarchen", welche sich jeweils für kurzzeitige Arbeitseinsätze verdingten.
In den 1950er Jahren fand der Einsatz der bis dahin weiter entwickelten Döschdamper rasch sein Ende, nachdem modernere Maschinen zur Verfügung standen.

Bildrechte: nicht bekannt
Anmerkung: Das alte Foto wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Ernst Witt, Hollenstedt.

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1922 - Überschwemmung im Gebiet des Sladensee

1922 Überschwemmung im Gebiet des Sladensee
Bis weit in die 1960er Jahre wurden Gebiete in der Wilstermarsch häufig großflächig überschwemmt.
Die Abbildung zeigt eine Überschwemmung im Bereich des früheren in der Gemeinde Nortorf gelegenen Sladensee, dessen Gebiet heute von der Straße zwischen Schotten und Nortorf durchquert wird.
An den früher vorhanden gewesenen See erinnern noch die Ortsbezeichnung für die beiden "auf dem Salat" (Slaat) gelegenen Gehöfte.
Bis weit in die zweite Hälfte des vergangenen Jahrhunderts waren weite Gebiete der Wilstermarsch in niederschlagsreichen Zeiten immer wieder großflächig überschwemmt. Die auf flachen Wurten/Warften gelegenen Gehöfte ragten dann aus der Wasserfläche wie bei Sturmfluten die Häuser auf den Halligen in der Nordsee.
Diese für die landwirtschaftliche Nutzung der Flächen misslichen Geschehnisse änderten sich entscheidend erst ab der Mitte des vergangenen Jahrhunderts. Die zu größeren Sielverbänden zusammengefassten Entwässerungsgebiete wurden schrittweise im sogenannten "Inneren Ausbau" mit leistungsfähigen Vorflutern und Unterschöpfwerken versehen, an den Mündungen der Wettern an Stör und Elbe wurden die neu errichteten Sielbauwerke mit sehr leistungsfähigen Schöpfpumpen ausgerüstet.
Der Deich- und Hauptsielverband Wilstermarsch in Wilster betrieb diese Maßnahmen über den Zeitraum von drei Jahrzehnten mit großem Nachdruck und setzte für Planung und Bauleitung eigenes Fachpersonal ein. Mit Planung und Bau der Schöpfwerke waren u.a. die Ingenieure Uwe Paulsen, Franz Kohak, Christian Garlipp und Peter von Holdt betraut. Die Baukosten wurden nur zu einem geringen Teil über die Beiträge der veranlagten Flächen aufgebracht, da große Summen öffentlicher Gelder von Bund und Land zur Verfügung gestellt wurden.

Bildrechte: Heinrich Ballerstädt, Wilster

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1925 - Bulle Alphons54 - Bulle der Wilstermarsch-Rasse des rotbunten Niederungsrindes

1925 Bulle Alphons54
Farbdruck nach einem Originalgemälde des Tiermalers Karl Wagner
aus Deutsche Landwirtschaftliche Presse (2 Mappen): Landwirtschaftliche Tierrassen, Berlin, 1925.
Blattgröße 31 x 21 cm
Größe des Druckes 23 x 15,5 cm.
Auf den Weiden der Marsch weidet heute noch häufig das für die Wilstermarsch so charakteristische rot-bunte Vieh. Und es kann hervorgehoben werden, daß die Bauern der Wilstermarsch ihrem Vieh heute noch den Weidegang gönnen und die verbreitete ausschließliche Stall-Haltung noch nicht Einzug gehalten hat.
Allerdings ist die ursprüngliche Rotbunte Wilstermarsch-Rasse des Niederungsviehs heute in ihrem Bestand bedroht, nachdem durch Einkreuzungen leistungsfähigere rotbunte Rinder gezogen wurden.

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1930 - Bauernkinder reiten gemeinsam auf einem Pferd

1930 Bauernkinder reiten gemeinsam auf einem Pferd
Bis weit in die 1950er Jahre waren fast auf jedem Bauernhof der Wilstermarsch noch Pferde vorhanden. Wenn auch die Pferde vorrangig als Arbeitstiere gehalten wurden, so dienten sie doch auch als Reittiere – seinerzeit lernte fast jedes Bauernkind das Reiten.
Im Gebrauch waren unterschiedliche Pferderassen; schwere kräftige Tiere als Zugtiere für die Feldarbeit, leichtere Rassen zum Reiten und vor den einspännigen Kutschen.
Da auf den tiefliegenden schweren Böden der Wilstermarsch von den Bauern als vorrangiger Erwerbszweig weitgehend reine Rinderhaltung (Milch- und Fleischvieh) betrieben wurde, war die Anzahl der auf den Höfen gehaltenen Pferde relativ gering; bei Ackerwirtschaft auf den schweren Böden wären vier oder gar sechs Zugpferde vor dem Pflug erforderlich und somit das Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag sehr ungünstig gewesen. Dennoch gab es in der Wilstermarsch Höfe, welche zehn Pferde vorhielten.

Bildrechte: nicht bekannt
Anmerkung: Der Zeitpunkt ist geschätzt;
der Standort der Aufnahme nicht bekannt.

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1935 - Getreide Ernte in der Wilstermarsch

1935 Getreide Ernte in der Wilstermarsch
Obwohl in der Wilstermarsch auf Grund der schweren Böden von jeher überwiegend Grünlandwirtschaft betrieben wurde, gab es in kleinerem Umfange auch Getreideanbau.
Mit einem Mähbinder (ein landwirtschaftliches Gerät) wurde bis Ende der 1960er Jahre das Getreide geerntet. Der Mähbinder mähte das Getreide und bündelte die Getreidehalme zu sogenannten Garben. Anfangs wurden die Garben ungebunden auf dem Feld abgelegt, an weiterentwickelten Geräten wurden die Garben auch gebunden.
Zum späteren Ausdreschen der Körner wurden die Garben auf dem Feld in Hocken getrocknet und danach in der Dreschmaschine gedroschen. Heute führen weiter entwickelte Maschinen alle Arbeitsgänge in einem Durchgang aus.

Bildrechte: nicht bekannt
Das Foto wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Rudolf Böckmann, Burg/Dithmarschen

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1936 - Aufreinigen von Gräben in der Wilstermarsch

1936 Aufreinigen von Gräben in Landscheide Nordbünge in der Wilstermarsch .
Gegenüber der heutigen Zeit war noch vor einigen Jahrzehnten das Aufreinigen, Schloten und Kleien der Gräben und Grüppen in der Wilstermarsch eine arbeitsintensive und körperlich anstrengende Handarbeit.
Das Foto zeigt Albert Schmidt beim Aufreinigen eines Entwässerungsgrabens auf den Ländereien eines Hofes in Landscheide Nordbünge (Hof Nr. 564 gem. dem Buch "Die Bauernhöfe der Wilstermarsch").
Als "kleien" oder "schloten" wurde die Arbeit des Aushebens von Erde und schlammigen Sediment aus den Gräben und Grüppen bezeichnet. Dieses geschah mit Spaten und Leit (gebogene bzw. abgewinkelte Grabenschaufel).
Beim Aufreinigen der Gräben wurde der Bewuchs aus den Gewässern entfernt. Der Bewuchs wurde mit der abgewinkelten Grabenforke aus den Gräben befördert. Zuvor wurde häufig der an den Böschungen überwachsende Bewuchs mit dem Grabenmesser (einem schwertähnlichen langen Messer mit langem Griff) abgeschnitten.
Die Abbildung zeigt anschaulich, wie besonders arbeitsaufwendig und mühevoll noch vor wenigen Jahrzehnten die in Handarbeit vorzunehmende Unterhaltung und Aufreinigung der Entwässerungseinrichtungen der Wilstermarsch war.
Die Marsch weist im Gegensatz zu nahezu allen anderen nicht urbanen Landschaften die Besonderheit auf, dass sie praktisch vollkommen vom Menschen gestaltet ist. Die Marschbeetstruktur mit den vielen kleinen die einzelnen Beete voneinander trennenden und sie entwässernden Grüppen (kleine Gräben) entstand zu der Zeit, als die ersten Kolonisten die Marsch urbar machten.
Die Marschbeete sind in der Kleimarsch (mit an Ton reichen Böden, dem Klei) leicht gewölbt und haben zumeist eine Breite von 16 m bis 22 m; die Beete der Moormarsch (z.B. im Bereich Vaalermoor) sind zumeist deutlich schmaler und in aller Regel eben. In den letzten Jahrzehnten wurden im Interesse einer Optimierung der Bewirtschaftung der Flächen viele Grüppen durch gedeckte Drain-Systeme beseitigt.
Anmerkung: Es sollte Auftrag der örtlichen kommunalen Stellen sein, die Erhaltung besonders anschaulicher Beispiele der ursprünglichen Marschbeetstruktur durch geeignete administrative Festlegung zu bewirken!
Dort, wo heute noch Grüppen vorhanden sind, werden diese nahezu ausschließlich durch den Einsatz von Maschinen (Tellerrandfräse, Schneckenfräse) aufgereinigt. Es liegt auf der Hand, dass diese - aus ökonomischen Zwängen notwendige - Art der Gewässerunterhaltung große Nachteile für Flora und Fauna in der Marsch hat. So haben z.B. die dramatischen Rückgänge bei Leitarten wie dem Weißstorch hierin eine ihrer entscheidenden Ursachen.

Bildrechte: nicht bekannt

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1938 - Pferde als Arbeits-, Zug- und Reittiere in der Wilstermarsch

1938 Pferde in der Wilstermarsch als Arbeits-, Zug- und Reittiere
Auf allen Bauernhöfen in der Wilstermarsch wurden in der Zeit bis zu Beginn der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts Pferde gehalten. Je nach Größe des Betriebes konnten das ein bis acht Pferde sein.
Alle Bewohner der Höfe verstanden sich in dem Umgang mit den Pferden und konnten diese lenken und auch reiten.
Die Bilder zeigen, wie auf dem Gehöft von Johannes Schade in Kathen, Gemeinde Stördorf, die Pferde eingesetzt wurden.
Bild 1: Einspännige Kutsche auf der geklinkerten Straße in Kathen.
Bild 2: Einspännige Kutsche bei der sonntäglichen Ausfahrt.
Besonders bemerkenswert an der fünfsitzigen Kutsche ist, dass der Kutscher offenbar auf der hinteren Bank sitzt. Der Name für einen derartigen Kutschentyp ist leider nicht bekannt. Wer kann helfen?
Bild 3: Bei Familienfesten wurden gerne die eigenen Reitkünste auch von den Frauen posierend vorgestellt.
Bild 4: Das Pflügen des schweren Marschbodens erfordert vier Pferde als Zugtiere

Bildrechte: Privatfotos Familien Schade und Lefevre, Kathen Gemeinde Stördorf

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1939 - Pflügen mit vier vor den Pflug gespannten Pferden

1939 Pflügen mit vier vor den Pflug gespannten Pferden
Der in der Wilstermarsch anstehende schwere Boden - der sogenannte Klei - machte es vielfach erforderlich, vierspännig zu pflügen.
Das Foto zeigt die Arbeit auf dem Hof Schade in Kathen, Gemeinde Stördorf. Während ein Landwirt als Reiter beim Lenken des Gespanns behilflich ist, führt ein weitere den Pflug.
Der Klei der Wilstermarsch ist ein bindiger und aus ehemaligen Schlicksedimenten entstandener sehr fruchtbarer, aber schwer zu bearbeitender Boden. Dieser Umstand wird schon aus seiner Bezeichnung deutlich, denn Klei kommt von "kleben", was jeder nur bestätigen kann, der in der Wilstermarsch schon einmal über ein frisch gepflügtes Feld gelaufen ist.

Bildrechte: Privatfotos Familien Schade und Lefevre, Kathen

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1940 - Ernte auf einem Hof in Kathen - Kriegsgefangene und Deportierte

1940 Ernte auf einem Hof in Kathen - Kriegsgefangene und Deportierte
In früheren Jahrzehnten beinhaltete die Arbeit auf den Bauernhöfen der Wilstermarsch sehr viel Handarbeit.
Während der Zeit des II. Weltkrieges waren Söhne und auch Knechte (so sagte man seinerzeit zu landwirtschaftlichen Gehilfen) zum Militärdienst eingezogen. Den Bauern wurden daher Kriegsgefangene und Zwangs-Deportierte als Helfer zugewiesen.
Auf dem Hof von Johannes Schade in Kathen mußten bei der Ernte zwei französische Kriegsgefangene sowie eine zwangsdeportierte Polin helfen.
Es muß an dieser Stelle angemerkt werden, daß auch genannter Hof noch ganz furchtbar unter den Folgen des Krieges leiden sollte, denn alle drei Söhne (Walter + 1942; Wilhelm + 1943; Herbert + 1944) des Eignerpaares fielen!

Bildrechte: Privatfotos Familie Schade, Kathen

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1940 - Mahd des Getreides mit einem von drei Pferden gezogenen Mähbinder

1940 Mahd des Getreides mit einem von drei Pferden gezogenen Mähbinder
In der Zeit während des II. Weltkrieges und davor wurden in der Landwirtschaft der Wilstermarsch für die Mahd des Getreides zwei bis vier Pferde vor den Mähbinder gespannt.
Der Mähbinder oder Bindemäher schnitt nicht nur das Getreide, sondern führte auch das Bündeln und Binden der Getreidehalme zu Garben durch. Die Garben (Bündel aus Getreidehalmen, bei denen die Ähren allesamt nach einem Ende ausgerichtet sind) legte die von Pferden oder einem Traktor gezogene Maschine auf dem Feld ab.
Die Bilder zeigen die Mahd des Getreides mit einem von drei Pferden gezogenen Mähbinder auf einem Getreidefeld des Hofes Dibbern in Honigfleth

Bildrechte: Privatfotos Familie Dibbern, Honigfleth, Gemeide Stördorf

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1940 - Mahd und Bergung des Getreides

1940 Mahd und Bergung des Getreides
Das mit dem Mähbinder (Bild 2) geschnittene Getreide wurde von diesem automatisch in Garben (Bündel von Getreibehalmen mit einseitig ausgerichteten Ähren) auf dem Feld abgelegt.
Die abgelegten Garben sind auf Bild 1 rechts zu erkennen. Die Garben wurden sodann in Handarbeit zu in langen Reihen aufgereihten Hocken zum weiteren Abtrocknen aufgestellt (sh. links auf Bild 1).
Nach dem Trocknen der Hocken wurden diese in Handarbeit auf von Pferden gezogene Ackerwagen (Bild 3) aufgeschichtet und zum späteren Dreschen zum Gehöft transportiert (Bild 4).
Bei den Arbeiten auf den Gehöften waren insbesondere während der Zeit des II. Weltkrieges die Frauen auf den Gehöften in besonderer Weise mit der Arbeit belastet, denn viele Männer waren zum Militärdienst eingezogen.

Bildrechte: Privatfotos Familie Dibbern, Honigfleth, Gemeide Stördorf

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1940 - Transporte in Kathen bei Eis und Schnee mit Schlitten, Rad und Schlöp

1940 Transporte bei Eis und Schnee mit Schlitten, Schlöp und Rad .
Die Witterungsverhältnisse im Winter machten erfinderisch.
Verschiedene Möglichkeiten fanden die Bewohner des Hofes Schade in Kathen, um trotz mißlicher Witterungsverhältnisse ihre Besorgungen zu erledigen.
Bild 1: 1940 Auch Frauen - selbstverständlich - konnten mit dem von einem Pferd gezogenen Pferdeschlitten umgehen.
Bild 2: 1940 Der in Wilster vorgenommene Einkauf konnte auch auf dem geschobenen Fahrrad transportiert werden.
Bilder 3 und 4: 1940 Auf einer Schlöp bzw. Slöp wurde über die zugefrorene Wilsterau Getreide zum Schroten zur Rumflether Mühle hin und zurück gezogen.
Ein bzw. eine "Schlöp" ist ein aus zwei Kufen und darüber genagelten Bohlen bestehender flacher Schlitten. Derartige "Schlöp" wurden seit vielen Jahrhunderten in der Wilstermarsch auf den landwirtschaftlich genutzten Flächen zum Transport von schweren Lasten eingesetzt und zumeist von Pferden gezogen. Seit Mitte der 1950er Jahre sind im Zusammenhang mit der Mechanisierung in der Landwirtschaft derartige urtümliche Gerätschaften nicht mehr im Gebrauch.

Bildrechte: Privatfotos Familie Schade, Kathen

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1941 - dreispänniges Pflügen und Aussaat aus der Hand

1941 dreispänniges Pflügen und Aussaat aus der Hand.
Der in der Wilstermarsch anstehende schwere Boden - der sogenannte Klei - machte es vielfach erforderlich, mehrspännig zu pflügen.
Das Foto (Bild 1) zeigt die Arbeit des Pflügens auf dem Hof Dibbern in Honigfleth, Gemeinde Stördorf. Drei Pferde sind vor den Pflug gespannt. Im Hintergrund ist die Chaussee (heutige L 327) zwischen der Büchsenkate und Krummendiek erkennbar.
Der Klei der Wilstermarsch ist ein bindiger und aus ehemaligen Schlicksedimenten entstandener sehr fruchtbarer, aber schwer zu bearbeitender Boden. Dieser Umstand wird schon aus seiner Bezeichnung deutlich, denn Klei kommt von "kleben", was jeder nur bestätigen kann, der in der Wilstermarsch schon einmal über ein frisch gepflügtes Feld gelaufen ist.
Der Kleiboden ist ein sogenannter Minutenboden, bei welchem die Schritte zur Bearbeitung je nach Abtrocknung nur in einem engen Zeitfenster möglich ist.
Bilder 2 und 3 zeigen die Aussaat von Hand, wie sie seinerzeit zumeist vorgenommen wurde. Der mit gleichmäßigen Schritten über das Feld schreitende Sämann warf die Saatkörner mit der Hand breitwürfig aus. Neben einer gleichmäßigen Kornmenge pro Wurf waren auch gleichmäßige Wurfbreite und Schrittlänge des Sämannes Voraussetzung für die optimale Ausbringung der Saat.

Bildrechte: Privatfotos Familie Dibbern, Honigfleth, Gemeinde Stördorf

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1941 - Fohlen auf dem Hof Dibbern in Honigfleth

1941 Fohlen auf dem Hof Dibbern in Honigfleth
Bis Ende der 1950er Jahre wurden auf vielen Bauernhöfen der Wilstermarsch noch Pferde gehalten; die meisten Bauern züchteten ihre Pferde selbst.
Bild 1: Franz Dibbern (er fiel 1944 im II. Weltkrieg) mit einem Hengst-Fohlen auf der Koppel hinter dem Gehöft. Im Hintergrund rechts sind Gebäude erkennbar, die zum Gasthof "Büchsenkathe" gehörten.
Bild 2: Stute und Fohlen auf der Weide. Im Hintergrund jenseits der damaligen Reichsstraße 5 (spätere B 5) das Gehöft Dibbern. Ganz rechts das Gasthaus "Büchsenkathe" an der Einmündung der von Krummendiek kommenden Chaussee (jetzige L 135)
Bild 3: Stute mit Fohlen auf der Koppel am Hof Dibbern in Honigfleth. Jenseits der von Krummendiek kommenden Landstraße ist der an deren Einmündung in die damalige Reichsstraße 5 (spätere B5) gelegene Gasthof "Büchsenkathe" zu erkennen.
Bild 4: Stute mit Fohlen auf der Weide gegenüber dem Hof Dibbern in Honigfleth. Im Hintergrund der Deich der Bekau sowie die Richtung Heiligenstedten führende Chaussee (damalige Reichsstraße 5, spätere B5).

Bildrechte: Privatfotos Familie Dibbern, Honigfleth

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