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1825 - Sturmflut am 03. Februar - weite Teile der Wilstermarsch überschwemmt

1825 Sturmflut am 03. Februar - weite Teile der Wilstermarsch überschwemmt.
Die dramatischen Ereignisse der Sturmflut vom 16./17. Februar 1962 veranlaßten die Zeitung Norddeutsche Rundschau, Itzehoe, in ihrer Ausgabe vom 04.03.1962 mit einem Artikel an die Sturmflut des Jahres 1825 zu erinnern.
Die sogenannte Halligflut hatte insbesondere die deutsche Nordseeküste betroffen. Die Krummhörn war bis Geestrand überflutet, Durchbrüche auf Baltrum, Langeoog und Spiekeoog, in Ritzebüttel (dort 16 Tote) und Groden waren aufgetreten.
Deichbrüche an der Elbe traten auf und es kam an den steilen Deichen zu zahlreichen Kappenstürzen. Überströmung des Deiches an der Elbe und insbesondere an der Stör verursachten großflächige Überschwemmungen in der Wilstermarsch sowie der Neustadt in Itzehoe.
In dem unten aufrufbaren Bericht heißt es u.a.:
"Es kamen Alarmmeldungen aus der Wilstermarsch. Es entstanden Deichdurchbrüche, und selbst bei den Kirchdörfern Beidenfleth und Wewelsfleth wurde der Deich auf 17 Fuß tief aufgerissen.....
Alles Land von Beidenfleth, Wewelsfleth, Brokdorf, St. Margarethen, sowie Rothenmeer, Neufeld, Poßfeld, Schotten und am Rehwege bis an die Hohe Brücke war unter Wasser gesetzt. An den niedrigen Stellen stand das Wasser fünf bis sechs Fuß hoch. ....
Noch schwerer hatten die Ortschaften an der Stör zu leiden. .... In Störort zwei Häuser gänzlich zerstört.
In Wewelsfleth war das Wasser 27 Zoll höher als zur Zeit der höchsten Flut von 1792. Keine Schotten oder Stöpen sind also hoch genug gewesen. Sie wurden weggerissen und haben tiefe Löcher erhalten. Sechs Häuser sind weggespült. Fast durch alle Häuser strömte das Wasser. In der Kirche in Wewelsfleth stand das Wasser einen halben Fuß hoch auf dem Altar und auf dem Kirchhof wurden einige Särge durch die furchtbare Flut entblößt. Sogar drei Frauen sind ertrunken, wovon nur eine wiedergefunden wurde. .. Auch in Heiligenstedten brach das Wasser der Stör durch die Stöpen und tat großen Schaden. ...."

Anmerkung: beispielhafte Illustrationen
1 aus "Die Gartenlaube" 1855
2 Gemälde "auflaufende Seen kämmen über den Deich" von Hans Bohrdt
3 "Sturmflut", Gemälde von Hermann Wehrmann, Glückstadt

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1962 - Sturmflut am 16. und 17. Februar - die Wilstermarsch entgeht einer Katastrophe

1962 Sturmflut am 16. und 17. Februar - die Wilstermarsch entgeht einer Katastrophe
In der Nacht vom 16. auf den 17. Februar 1962 entging die Wilstermarsch nur infolge besonderer Umstände einer Katastrophe. Ein Versagen des Deiches an der Stör bei Groß-Kampen konnte nur mit Glück abgewendet werden.
Was war geschehen?
Eine ausgedehnte Sturmwetterlage über der Nordsee hatte zur Folge gehabt, dass am 16. Februar 1962 an der Unterelbe der Wind gegen den Ebbstrom wirkte und zum Zeitpunkt des Niedrigwassers die Wasserstände hoch und zumeist in Höhe des normalen Tidehochwassers blieben. Das über die Nordsee ziehende Orkantief „Vincinette“ drückte mit seinen ausgedehnten Windfeldern und Windgeschwindigkeiten um 130 km/h das Wasser gegen die Küste und in die Trichtermündung der Elbe. Das DHI (Deutsche Hydrographische Institut) warnte vor einer schweren Sturmflut; das Radio sendete Sturmflutwarnungen. Die zuständigen Stellen und die Bewohner auf den Inseln und an der Nordseeküste bereiteten sich auf die Sturmflut vor. Weiter ab von der Küste war man weniger besorgt, doch es sollte anders kommen. In der Elbe und ihren Nebenflüssen traten in der Nacht auf den 17. Februar zuvor nie beobachtete Wasserstände auf.
In einem Telegramm - es bestanden keine Telefonverbindungen mehr - einer Mitarbeiterin der Zeitung Norddeutsche Rundschau hieß es es Sonnabendvormittag (17. Februar) zur Situation in der Wilstermarsch: "Bericht Polizeiabteilung 7 Uhr - Stördorf drei Stellen Deich innen weggerutscht - Großkampen - Deich über Hälfte von außen weg - Wasser 50 cm unter Deichkrone zwischen Beidenfleth und Großkampen - Drei Stellen von innen weggerutscht - Fährhaus bis oben voll Wasser - Wewelsflether-Uhrendorfer Stöpe gebrochen - Katastrophenweg 15 m weg - Wewelsfleth-Brokdorf-Scheelenkuhlen-St. Margarethen leichtere Beschädigungen am Deich - 4,10m über Normal"
In der Stör wurde am Pegel Kasenort gegen 02:30 ein Wasserstand von NN +5,20 m erreicht;
am Pegel Itzehoe trat etwa eine halbe Stunde später ein Wasserstand von NN + 4,71 m auf.
Die tief gelegene Wilstermarsch war besonders gefährdet. Die größte Gefahr drohte ihr nicht vorrangig von den in der Folge der Hollandflut (1953) in vielen Strecken verstärkten Deichen an der Elbe, sondern von den Flußdeichen an der Stör. Deren Bestick mit den sehr steilen Böschungen und der schmalen Deichkrone, die zudem vielfach auch eine zu geringe Höhe hatte, sollte sich als problematisch erweisen.
Insbesondere bei Groß Kampen, wo im Mäanderbogen der Stör die Außenböschung des Deiches dem aus Nordwest stürmenden Wind und somit dem Wellenschlag ausgesetzt war, ergab sich eine äußerst beängstigende Situation. Es entstanden unterhalb der Deichkrone tiefe Ausschläge in der Deichböschung. Obwohl die Männer der Freiwilligen Feuerwehren mit Pfählen und Sandsäcken die Deichkrone zu sichern versuchten, stand ein Kappenbruch des Deiches mit verheerenden Folgen für große Teile der Wilstermarsch zu befürchten. Der Höhepunkt der Tide war noch nicht erreicht, als die Mehrzahl der Hilfskräfte vom Deich abgezogen werden mußte, zu groß war die Gefahr geworden. Der gemeinsam mit Deichbaumeister Uwe Paulsen die Situation beobachtende Oberdeichgraf Heinrich Schmidt (beide Deich- und Hauptsielverband Wilstermarsch) ging unterhalb der Deichkrone auf der Binnenböschung des Deiches auf die Knie, um laut zu beten. Andere taten es ihm nach, denn es war durch Menschenkraft nichts mehr zu bewerkstelligen. Es war eine ganz besondere Situation, als in diesem Moment ein den Wasserstand beobachtender Feuerwehrmann ein Sinken des Wasserstandes bemerkte. Wie konnte das sein, wo doch der Zeitpunkt des Tidehochwassers noch nicht erreicht war? Bei Itzehoe und linksseitig der Stör bei Heiligenstedten sowie auch bei Münsterdorf war der Deich gebrochen, große Wassermassen ergossen sich dort in die Marsch. Auch das Industriegebiet bei der Alsen Portland Zementfabrik sowie Teile der Stadt Itzehoe wurden überschwemmt. Bedingt durch die dadurch eingetretene Entlastung konnte der Deich bei Groß Kampen gehalten werden. Die Wilstermarsch war einer Katastrophe entgangen, wie sie in derselben Nacht über Hamburg Wilhelmsburg kam, wo 222 Menschen ertranken; insgesamt verloren bei der Sturmflut 315 Menschen ihr Leben.
Bild 1: Sicherung der Deichkrone mit Pfählen und Sandsäcken bei Groß Kampen
Bild 2: Böschungsrutschung mit muschelförmiger Gleitfläche auf der Deichbinnenseite bei Stördorf.
Bild 3: Sicherung der Tore der Fährstöpe Beidenfleth
Bild 4: Hafen St. Margarethen mit abgetriebenem und gestrandeten Binnenschiff nach Rückgang des Wassers.
Sturmfluten haben von jeher die Marschen an der deutschen Küste bedroht, vielfach kam es nach Versagen der Deiche zu verheerenden Überschwemmungen. Die unten aufrufbare Liste historischer schwerer Sturmfluten im Bereich der Deutschen Nordseeküste verdeutlicht die Gefahren für die Küstengebiete.

Bildrechte: Lothar Karstens, Brokdorf
Anmerkung: Die Fotos wurden freundlicherweise zur Verfügung gestellt durch Herrn Karl Kautz, Brokdorf

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3 - Burger Au und Wilsterau - Holstenau

Grenze von Marsch und Geest
Luftbild von Burg in Dithmarschen - Übergang zwischen den Landschaftsformen
Links am Bildrand ist die Burger Au zu erkennen; sie ist ein Nebengewässer der Wilsterau, deren ursprünglicher Oberlauf die Holstenau ist!

Auf dem Luftbild ist der harte Übergang zwischen den Landschaften Marsch und Geest erkennbar. Neben den natürlichen landschaftlichen Elementen fällt im Vordergrund der kreisrunde Wall der Bökelnburg auf, einer aus altsächsischer Zeit stammenden und um das Jahr 800 errichteten Volksburg.
Der Blick geht von der waldreichen Geest und über den Ort Burg hinweg in die weite Marschenlandschaft, die aus mächtigen eiszeitlichen Sedimentablagerungen gebildet wurde.
Steil aus der weiten und ebenen Marsch steigt der weitgehend bewaldete Klev als Rand der Geest auf. Seine Form verrät, daß er vor Jahrtausenden (etwa vor 4000 bis 5000 Jahren) von den Gezeiten des Meeres geformt wurde, welches bis zu seinem Fuß reichte.
Parallel zum Rand des Klev fließt die Burger Au, welche lange Zeit wichtigster Zufluß der Wilsterau war und in welche sie beim Kattenstieg einmündete.
Obwohl die Burger Au mit dem Helmschen Bach zuletzt wohl mehr Wasser führte als die Holstenau, ist jedoch die letztere der eigentliche Quellfluß der Wilsterau.
Nach dem Bau des Kaiser-Wilhelm-Kanal ist die Holstenau sogar in mehrere Abschnitte zerteilt worden, die heute grabenähnliche Erscheinungsbilder aufweisen.
Im Mittelalter mündete die Burger Au nicht sehr weit entfernt von der jetzigen Landstraße in die Wilsterau, bis der Hauptlauf vermutlich aus Entwässerungsgründen zum jetzigen Kattenstieg gegraben wurde. Der alte Verlauf der Burgerau in diesem Abschnitt ist auf Luftbildern aus den Flurzuschnitten noch deutlich erkennbar. Das verlassene Gewässerbett der Burger Au wurde auch nicht verfüllt, sondern bildete sich in die Form eines Entwässerungsgraben zurück.

Weshalb die Holstenau viel älter ist als die Burger Au und sie daher der Quellfluß der Wilsterau ist, wird nachfolgend dargelegt.
Der Wasserspiegel der Elbe lag während der letzten Eiszeit wegen des unter dem Eisschild und in mächtigen Gletschern gebundenen Eises ganz erheblich tiefer als heute. Vor etwa 20.000 Jahren zum Höhepunkt der Weichseleiszeit lag gegenüber heute der Meeresspiegel 100 bis 120 m tiefer.
Die durch Ablagerungen der Eiszeit gebildete Geest wurde von vielen Rinnsalen entwässert, die in dem hier betrachteten Gebiet direkt, wenn auch in vielen Windungen, in die Ur-Elbe entwässerten. Sie wuschen das bindige Material aus und schufen so weitgehend unfruchtbare (d.h. güste Flächen; daher der Begriff "Geest") und beförderten dieses in die heutige Marsch.
Zu diesen Rinnsalen gehörten beispielsweise die später so bezeichneten Gewässer Holstenau/Wilsterau, die Bekau und auch die Stör, deren in die Geest einschneidenden Bach- bzw. Flußtäler noch heute gut in der Topographie erkennbar sind.
Die Burger Au existierte noch nicht; hangparallele Gewässer bilden sich natürlicherweise nicht. Der Fuß der Geest war gut entwässert, denn zur Elbe hin bestand ein großes Gefälle!
Die Situation änderte sich mit dem Abschmelzen des Inlandeises und mit dem damit einhergehenden beständigen Anstieg des Meeresspiegels. In der Zeit vor 7.000 Jahren erfolgte der Anstieg mit etwa 2 m im Jahrhundert relativ rasch. Danach trat eine Zeit auf, in welcher sich der Anstieg des Meeresspiegels verlangsamte, zeitweilig zum Stillstand kam und sogar Rückzugsphasen auftraten. Die vorrückende Nordsee überflutete das Gebiet und führte zu beständigen Über- und Umlagerungen. Die Ablagerungen stammten von den Gletschern im Osten und höhten das weite Urstromtal der Elbe allmählich auf. Durch Sedimentation entstand Marsch- und Schwemmland. Das Entwässerungssystem der Geestabflüsse – so auch der Holstenau/Wilsterau - blieb dabei jedoch in seinen Grundzügen erhalten. Zuletzt erreichte das Meer den das Urstromtal der Elbe begrenzenden Geestrand. Sturmfluten formten ihn durch Abrasion um und bildeten das langgestreckte steil aus der Marsch aufragende Kliff – den Klev. Die ehemalige Meeresküste ist auf Luftbildern gut zu erkennen.

Die Burger Au (Walburgsau) gab es noch nicht, sie sollte erst noch entstehen.
Vor dem nach Ansteigen des Meeresspiegels durch Abrasion infolge Sturmfluten entstandenen Kliff (dem Klev genannten bis zu 40 m hohen Steilhang der Hohen Geest) bildete das Meer mit dem vom Geestrand abgetragenen Material Strandwälle bzw. Nehrungen aus. Weil sich auf den Strandwällen Dünen bildeten, bezeichnet man sie als Donn (= Düne). Diese behinderten den Abfluß der vor dem Klev gelegenen Flächen und des von der Geest kommenden Hangdruckwassers.
In dem hier betrachteten Bereich schließt der ehemalige Strandwall bei Norderdonn an den Klev und zieht sich dann über St. Michaelisdonn, Dingerdonn, Warferdonn bis Averlak und endet bei Taterphal. Östlich von Taterphal hinderte das dort aufgewachsene und bis zur Elbe reichende hohe Moor den Abfluß aus der keilförmigen Senke zwischen Donn und Klev. Es entstand vom sich in der Senke ausbildenden Kuden-See aus in nordöstlicher Richtung ein Abflußgerinne: die Burger Au bzw. Walburgsau, die in die Holstenau/Wilsterau einmündete.
Die Moore hatten sich gebildet, nachdem in Ufernähe der Flüsse durch Sedimentation das Gelände schneller als in den flußferneren Bereichen aufwuchs und somit deren Entwässerung unterbrach. Die unterschiedlich breiten sogenannten Uferrehnen bzw. breiten Uferwälle an Elbe, Stör und auch der Wilsterau sind heute am Geländerelief noch gut erkennbar. Sie wurden in historischer Zeit zuerst besiedelt. In den in ihrem Abfluß gestörten sumpfigen Senken entstanden Moore und Blänken (z.B. der Kudensee, daneben aber auch mehrere in früheren Zeiten in der Marsch vorhandene flache Seen).

Die nach Zeiten erheblicher Wassersnot der Wilstermarsch von unbekannter Hand am 22. Februar 1721 gefertigte und stark verzerrte Handzeichnung (Bild 2) verdeutlicht, daß vor etwa 300 Jahren die für das Entstehen der Burger Au maßgebliche topografische Situation noch vorhanden war.
Oben am Kartenrand ist der ausgedehnte Kudensee mit seinem Abflußgerinne Burger Au zur Wilsterau/Holstenau zu erkennen. Er füllte nahezu die gesamte Senke zwischen Klev und Hochmoor aus, denn südlich des Kudensees versperrt das ausgedehnte Hochmoor wie ein Querriegel den Abfluß. Im Bereich des Schenkeldeiches (in Höhe der heutigen Schenkel-Brücke) allerdings haben zahlreiche Rinnen das Moor zerstört und bedrohen so die tief gelegene Marsch mit dem Hochwasser des seinerzeit noch sehr großflächigen Kudensees. Der Abfluß des Sees nach Westen ist versperrt durch den Donn (ehemaliger Strandwall), welcher aus Nord-Süd Richtung kommend rechtwinklig auf das Hochmoor trifft.
Als Abflußhindernisse erzwangen Hochmoor und Donn den Abfluß des Kudensees nach Osten zur Wilsterau/Holstenau.
Die beigefügten Kartenausschnitte (Bilder 3 und 4) aus der 1659 von Caspar Dankwerth herausgegebenen "Neue Landesbeschreibung der zwei Herzogtümer Schleswig und Holstein") verdeutlichen u.a. die alte Situation der Gewässer, wie sie vor der Abtorfung der Hochmoore und dem Bau des NOK vorhanden war. Insbesondere die Darstellung der Flüsse, Höhen und Moore zeigen augenscheinlich, dass die Holstenau der ursprüngliche Oberlauf der Wilsterau war und erst nach Steigen des Meeresspiegels, der Entstehung der Donns und das Aufwachsen des Hochmoores sich das Gerinne der Burger Au in östliche Richtung entwickelte.

Im Fazit ist zu dem hier behandelten Thema festzustellen, daß die Burger Au viele Jahrtausende jünger ist als die Holstenau/Wilsterau. Die Burger Au ist ursprünglich ein Nebenfluß der Holstenau/Wilsterau!

Bildrechte: nicht bekannt

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1962 - Sturmflut am 16. und 17. Februar - Schäden am Deich bei St. Margarethen a

1962 Sturmflut am 16. und 17. Februar - Schäden am Deich bei St. Margarethen
Sturm und Sturmflut in der Nacht vom 16. auf den 17. Februar bewirkten auch in der Wilstermarsch viele Schäden. Glücklicherweise blieb es an den die Marsch schützenden Deichen bei Böschungsrutschungen, Kappenbrüche mit verheerenden Folgen blieben aus.
Über lange Zeiträume hinweg hatte sich in St. Margarethen mit den im Bestick des Deiches gebauten Häusern und aufgewachsenen Bäumen sowie den auf der Deichböschung angelegten Gärten eine aus der Sicht des Küstenschutzes völlig untragbare Situation entwickelt.
Selbst nach der Sturmflut vom 16./17. Februar 1962 und den dabei entstandenen Schäden waren keine Konsequenzen gezogen worden. Erst die Sturmflut vom Januar 1976 löste bei den Verantwortlichen für die Deichsicherheit die notwendigen Maßnahmen aus – in der Folge wurde eine Vordeichung vorgenommen und das Deichprofil von deichfremden Nutzungen frei gehalten.
Die Abbildungen zeigen bei noch hohen Wasserständen der Elbe unmittelbar nach der Sturmflut 1962 die Schäden und die Situation am Deich bei St. Margarethen.

Bildrechte: Magda und Willi Lux, St. Margarethen
Anmerkung: das Ehepaar Lux führte seinerzeit ein Lebensmittelgeschäft an der Dorfstrasse in St. Margarethen

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1922 - Überschwemmung im Gebiet des Sladensee

1922 Überschwemmung im Gebiet des Sladensee
Bis weit in die 1960er Jahre wurden Gebiete in der Wilstermarsch häufig großflächig überschwemmt.
Die Abbildung zeigt eine Überschwemmung im Bereich des früheren in der Gemeinde Nortorf gelegenen Sladensee, dessen Gebiet heute von der Straße zwischen Schotten und Nortorf durchquert wird.
An den früher vorhanden gewesenen See erinnern noch die Ortsbezeichnung für die beiden "auf dem Salat" (Slaat) gelegenen Gehöfte.
Bis weit in die zweite Hälfte des vergangenen Jahrhunderts waren weite Gebiete der Wilstermarsch in niederschlagsreichen Zeiten immer wieder großflächig überschwemmt. Die auf flachen Wurten/Warften gelegenen Gehöfte ragten dann aus der Wasserfläche wie bei Sturmfluten die Häuser auf den Halligen in der Nordsee.
Diese für die landwirtschaftliche Nutzung der Flächen misslichen Geschehnisse änderten sich entscheidend erst ab der Mitte des vergangenen Jahrhunderts. Die zu größeren Sielverbänden zusammengefassten Entwässerungsgebiete wurden schrittweise im sogenannten "Inneren Ausbau" mit leistungsfähigen Vorflutern und Unterschöpfwerken versehen, an den Mündungen der Wettern an Stör und Elbe wurden die neu errichteten Sielbauwerke mit sehr leistungsfähigen Schöpfpumpen ausgerüstet.
Der Deich- und Hauptsielverband Wilstermarsch in Wilster betrieb diese Maßnahmen über den Zeitraum von drei Jahrzehnten mit großem Nachdruck und setzte für Planung und Bauleitung eigenes Fachpersonal ein. Mit Planung und Bau der Schöpfwerke waren u.a. die Ingenieure Uwe Paulsen, Franz Kohak, Christian Garlipp und Peter von Holdt betraut. Die Baukosten wurden nur zu einem geringen Teil über die Beiträge der veranlagten Flächen aufgebracht, da große Summen öffentlicher Gelder von Bund und Land zur Verfügung gestellt wurden.

Bildrechte: Heinrich Ballerstädt, Wilster

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1717 - Weihnachtsflut 25. Dezember u. 1718 Eisflut 26. Februar - vollständiger Bericht

Verheerende Sturmfluten
Weihnachtsflut vom 25. Dezember 1717
und
Eisflut vom 26. Februar 1718
brachten unvorstellbares Elend über die Wilstermarsch.
Die damaligen Geschehnisse sind geschildert in einem zeitgenössischen Bericht,
Denk-Mahl von den hohen Wasser-Fluthen

Denkmal von den hohen Wasserfluten
verfaßt von einem damals in Wilster tätigen Pastor, dem Archidiakon Gregorio Culemann.

Der ungekürzte vollständige Bericht kann in der unten gesondert aufrufbaren Datei nachgelesen werden.

Die verheerende Weihnachtsflut riss die große Braake in Brunsbüttel, von wo das Wasser in Flächen des Kirchspiels Eddelak eindrang, den Dundendeich bzw. Dunden-Teich (den von Averlak, Donndeich, Warferdonn, Dingerdonn reichenden ehemaligen Strandwall) durchbrach und in den damals um ein vielfaches größeren Kudensee floß. Von dort strömte das Wasser über das Hohe Moor (das damalige noch in Resten bestehende Grenzmoor zwischen Dithmarschen und der Wilstermarsch) nach Ecklak und Seedorf.
Auch der Borlbom, ein zur Abkehr des vom Hochmoor abfließenden Oberwassers angelegter Binnendeich, welcher vom Audeich am Dukunder bis zum Binnendeich Winterbahn führte, wurde bei Ackenboe durchbrochen und die Wassermassen drangen weiter in die Flächen der sogenannten Neuen Seite (rechts der Wilsterau gelegene Ländereien des Kirchspiels Wilster) im Gebiet von Nortorf.
Zugleich war auch der Elbdeich bei St. Margarethen gebrochen und das Wasser strömte durch Tütermoor (dort ertranken viele Menschen, als die Wassermassen ihre Häuser zerstörten) weiter nach Büttel und von dort gleichfalls weiter nach Nortorf.
Auch in St. Margarethen und Büttel wurden Häuser zerstört.
Zwischen der Grenze zu Dithmarschen bis Wewelsfleth entstanden etwa 50 (!) weitere Einbrüche in dem Elbdeich.
In Wewelsfleth riss das mit großer Geschwindigkeit einströmende Wasser viele Särge aus der Kirchhofserde.
Das Wasser überschwemmte die Marsch bis zur Stadt Wilster.
Neben vielen weiteren Deichbrüchen an der Stör brach in Stördorf der Deich, das eindringende Wasser überschwemmte den Steindamm und drang weiter nach Sachsenbande, Neuendorf und Moorhusen.
Zugleich wurden die Flächen in Kampen, Kathen, Dammfleth, Hochfeld, Neufeld und Poßfeld überschwemmt. Praktisch alle rechts der Wilsterau gelegenen Flächen der Wilstermarsch standen zum Teil meterhoch unter Wasser.
Nach der Überflutung einsetzender starker Frost verschärfte die Situation für Mensch und Tier; er behinderte insbesondere auch die umgehend in Angriff genommenen Ausbesserungsarbeiten an den Deichen.
Eine danach bereits am 25. Februar auflaufende abermalige Sturmflut brachte weiteres unendliches Leid über die Menschen. Noch gewaltiger und ungehinderter als zuvor drang wieder das Wasser in die Wilstermarsch. Das Wasser lief so hoch auf, dass bei Seedorf Flächen des Hochmoores auftrieben und sogar riesige Moorstücke mit darauf stehenden Hütten und Häusern über hundert Meter versetzt wurden.

In dem zeitgenössischen Bericht des Gregorio Culemann sind nicht nur das Gesamtgeschehen mit seinen Auswirkungen dargestellt, sondern auch viele namentlich angeführte Einzelschicksale.
Anschaulich beschrieben sind auch die vielen und mehrfach vergeblichen Anstrengungen zur Schließung der Deiche, insbesondere der Großen Braake in Brunsbüttel.
Neben den konkreten Beschreibungen der tatsächlichen Geschehnisse, geben die frömmelnden Begründungen zu Ursache und Auswirkungen der Naturereignisse einen Einblick in den vor 300 Jahren herrschenden Zeitgeist, der darin je nach Auswirkung göttliche Strafgerichte oder Barmherzigkeit sah.

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1962 - Sturmflut am 16. und 17. Februar - Schäden am Deich bei St. Margarethen c

1962 Sturmflut am 16. und 17. Februar - Reparaturen am Deich bei St. Margarethen
Sturm und Sturmflut in der Nacht vom 16. auf den 17. Februar bewirkten auch in der Wilstermarsch viele Schäden. Glücklicherweise blieb es an den die Marsch schützenden Deichen bei Böschungsrutschungen, Kappenbrüche mit verheerenden Folgen blieben aus.
Trotz - und zugleich wegen - der ungünstigen Witterungsverhältnisse mußten Reparaturen und Sicherungen am Deich bei St. Margarethen unverzüglich vorgenommen werden.
Bild 4 zeigt eine einige Jahre vor 1962 vorhandene Situation (am Hafen ist das Silo der Firma Behrends noch nicht errichtet) derjenigen nach der Sturmflut (Bild 3) gegenüber.

Bildrechte: Magda und Willi Lux, St. Margarethen
Anmerkung: das Ehepaar Lux führte seinerzeit ein Lebensmittelgeschäft an der Dorfstrasse in St. Margarethen

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1900 - Mühle am Kasenort

1900 Mühle am Kasenort
Kolorierte Karte
Mühle RENATA von H. Meifort am Kasenort,
die ehemals könglich privilegierte Kornwindmühle wurde in den 1920er Jahren beseitigt;
im Vordergrund der alte Mündungsarm der Wilsterau;
links im Hintergrund der Deich an der Stör.
Die Mündung der Wilsterau wurde 1925 im Zusammenhang mit der Errichtung der Schleuse verlegt; der Neubau war erforderlich geworden, weil 1920 in der alten Schleuse bei auflaufender Flut eine Segelschute stecken geblieben war, die Schleusentore nicht geschlossen werden konnten und daraufhin weite Teile der Marsch überschwemmt wurden.

Bildrechte: Friedrich Schlüter, Wilster

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1900 - Mühle RENATA am Kasenort

1900 Mühle RENATA am Kasenort
Die ehemals könglich privilegierte Kornwindmühle RENATA von Henning Meifort wurde in den 1920er Jahren beseitigt;
im Vordergrund der alte Mündungsarm der Wilsterau;
links im Hintergrund der Deich an der Stör.
Die Mündung der Wilsterau wurde 1925 im Zusammenhang mit der Errichtung der Schleuse verlegt; der Neubau war erforderlich geworden, weil 1920 in der alten Schleuse bei auflaufender Flut eine Segelschute stecken geblieben war, die Schleusentore nicht geschlossen werden konnten und daraufhin weite Teile der Marsch überschwemmt wurden.

Bildrechte: Friedrich Schlüter, Wilster

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Neu! 1976 Sturmflut am 03. Januar - Situation am Deich der Elbe bei Hollerwettern

1976 Sturmflut am 03. Januar - Situation am Deich der Elbe bei Hollerwettern
Der sogenannte Capella Orkan - so nachträglich benannt nach dem bei Borkum mit 11 Mann Besatzung gesunkenen Rostocker Küstenmotorschiff CAPELLA - war im Bereich der Deutschen Bucht einer der stärksten Orkane des 20. Jahrhunderts. Die durch ihn ausgelöste Sturmflut führte im Elbegebiet zu Hochtidewasserständen, welche die Extremwerte der Sturmflut von 1962 an vielen Pegeln deutlich überschritten.
Am Deich der Elbe bei Brokdorf und bei Hollerwettern kam es zu gefährlichen Situationen. Der hohe Außenwasserstand und die Durchnässung des Deiches hatten zu streckenweisen Abrutschungen seiner Binnenböschung sowie zu tiefen Ausschlägen an seiner Aussenböschung geführt, wonach das Auftreten eines Kappensturzes und das Vollversagen des Deiches zu befürchten war. Hierzu ist es glücklicherweise nicht gekommen! Eine Verschärfung der Gefahr durch häufige überschlagende Wellen, wie sie am Siel Hollerwettern auftraten, hatte die Gefahr erheblich erhöht. Es war ein hilfreicher Umstand, dass die damaligen und mit zu steilen Böschungen ausgestatteten Deiche vollständig aus Klei aufgebaut waren.
Insbesondere im Bereich des Schöpfwerkes und Sielbauwerkes Hollerwettern traten erhebliche Schäden am Deich auf.
Unmittelbar nach Rückgang der Scheitelwasserstände wurden die Deichböschungen provisorisch mit Pfählen und Sandsäcken gesichert.
Die nicht ausreichend hohen und mit zu steilen Böschungen ausgestatteten Deiche an der Stör hätten wahrscheinlich die Sturmflutwasserstände nicht kehren können. Es muss als glückliche Fügung angesehen werden, dass das in den Jahren 1971 bis 1974 gebaute Mündungssperrwerk an der Stör am 03.01.1976 bereits in Betrieb war und das Einlaufen der Sturmflut in die Stör verhinderte.
1991 wurde der Brokdorf, Hollerwetter und die gesamte Wilstermarsch schützende Deich an der Elbe verstärkt auf die Bestickhöhe NN + 8,40 m.

Bildrechte: Erwin Kappelau, Brokdorf
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1957 - Überschwemmung in der Wilstermarsch

ca. 1957 Überschwemmung in der Wilstermarsch
Bis zur hauptsächlich in den ersten Nachkriegs-Jahrzehnten erfolgten Errichtung leistungsfähiger Haupt- und Unterschöpfwerke durch den Deich- und Hauptsielverband Wilstermarsch waren insbesondere im Winterhalbjahr häufig ausgedehnte Flächen der Marsch überschwemmt. Dann lagen die auf leicht erhöhtem Grund errichteten Gehöfte wie Halligen bei Sturmflut in der Wasserwüste.
Straßen und Wege lagen zumeist etwas erhöht und wurden daher seltener überschwemmt.
Bild 1 zeigt den für die in Wilster ansässige Firma Erich Bauer fast vier Jahrzehnte tätig gewesenen Kfz.-Meister Walter Klüver bei der Fahrt mit einem Fahrzeug der Marke Opel Blitz auf überschwemmter Straße.
Bild 2 zeigt großflächige Überschwemmungen im Raum Vaalermoor.

Bildrechte: nicht bekannt

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2 - Die Holstenau ist der ursprüngliche Oberlauf der Wilsterau!

Die Holstenau ist der ursprüngliche Oberlauf der Wilsterau!
Die Burger Au ist ein sehr viel später entstandener Quellfluß der Wilsterau - genau genommen nur das größte Nebengewässer der Holstenau/Wilsterau.
Die Bilder zeigen Reststrecken der Ende des vorletzten Jahrhunderts durch den Bau des Nord- Ostsee Kanals mehrmals durchschnittenen Holstenau im Vaalerfeld oberhalb des Entlastungsschöpfwerkes am Kanal. Das ehemalige Fließgewässer hat heute nur noch die Funktion eines breiten Entwässerungsgraben.
Bild 1 Einmündung der Holstenau in den Vaalermoorer Moorkanal.
Bild 2 Holstenau oberhalb der Einmündung in den Vaalermoorer Moorkanal; Blickrichtung Norden
Bild 3 Der Bereich innerhalb des von der Holstenau geformten Mäanders (Bogen) oberhalb der Einmündung gehört politisch zu Burg in Dithmarschen. Der leer stehende und verfallende Vaalermoorhof gehört(e) dem Vorstandsvorsitzenden des Gruner & Jahr Verlages
Bild 4 Abgedämmtes Ende der Holstenau.

Eine alte Beschreibung der Gewässer Holsteins, und damit auch der Wilsterau und der Burger Au, finden wir im 1833 von Leopold v. Zedlitz-Neukirch verfaßten "Neues hydrographisches Lexikon für die deutschen Staaten".
Dort heißt es u.a.:
"Die WILSTER im Herzogtum Holstein. Dieser Fluß entspringt in der Nähe von Hademarsch, und verstärkt durch die Mackenbeck kommt derselbe nach Großbornhövet, Kleinbornhövet, und Hohenhorn; in dieser Gegend wird die WILSTER die Sprant genannt, sie erhält den Namen WILSTER nach der bey Bökelnburg erfolgten Mündung der Wolburgsau, und nun geht sie an Achterhorn, Bordethorn, Averfleth, Goldhagen, Rumfleth, Diksdorf, zur Stadt Wilster, wo sie beim Dörfchen Kasenort in die Stör fällt."
und weiter:
"Die WOLBURGSAU; sie gehört zum Gebiet der WILSTER, der sie bei Bökelnburg ihr Gewässer zuführt."
Wolburgsau = Burger Au
Wilster = Wilsterau
Bökelnburg = Burg in Dithmarschen

Für Flüsse ist es typisch, daß sie jeweils eine Quelle und eine Mündung haben. Bei der Wilsterau ist dieses völlig anders – auch deshalb ist sie ein ganz besonderer Fluß.
Die Wilsterau (jedenfalls der entsprechend genannte Abschnitt des Gewässers) hatte niemals eine eigene Quelle, denn diesen Namen führte der Fluß historisch erst ab seinem Eintritt in die Wilstermarsch (zum Ampte Steinborg gehörig). Der oberhalb gelegene Flußabschnitt bis zum Zusammenfluß von Burger Au (Walburgsau, Wolburgsau) und Holstenau wurde wie die letztere zumeist noch als Holstenau bezeichnet.
Von ihren Zuflüssen Holstenau und Burger Au wurde die Wilsterau in der Folge der Erstellung des Kaiser-Wilhelm–Kanal (Nord-Ostsee Kanal) abgetrennt, wobei bereits durch den 1870 fertiggestellten Bau der Schleuse Bebek der Zufluss von der Burger Au zumeist unterbrochen war. Die Holstenau genannte Strecke wurde sogar mehrfach durchschnitten. Seither hat die Wilsterau an jedem ihrer Endpunkte eine Mündung. Zum einen die durch die Schleuse am Kasenort verlaufende Ausmündung in die Stör, zum anderen die durch das Entlastungsschöpfwerk beim Vaaler Feld gebildete Mündung in den Nord- Ostsee Kanal.
Die ursprüngliche Quelle des Flusses (unserer Wilsterau) ist die nördlich von Aasbüttel entspringende Holstenau (in Bereichen regional auch als Mackenbeck bezeichnet), welche mit vielen anderen Rinnsalen die von den Gletschern der Eiszeit stammenden Sandablagerungen – die Geest – entwässerte. Dieses ist auch heute noch am Geländerelief gut ablesbar. Östlich und nördlich von Hochdonn ist die durch den Bau des Kaiser-Wilhelm-Kanal (Nord- Ostsee Kanal) überformte und in die Geest einschneidende Flußniederung der Holstenau und ihrer Nebengewässer noch gut erkennbar.
Die Burger Au (Walburgsau) ist erst Jahrtausende später entstanden. Vor dem nach Ansteigen des Meeresspiegels durch Abrasion entstandenen Kliff (dem Klev genannten Steilhang der Hohen Geest) bildete das Meer Strandwälle (Nehrungen) aus. Weil sich auf den Strandwällen Dünen bildeten, bezeichnet man sie als Donn. Diese behinderten den Abfluß der vor dem Klev gelegenen tiefen Flächen und des dort sich sammelnden Hangdruckwassers von der Geest.
In dem hier betrachteten Bereich grenzt der ehemalige Strandwall bei Norderdonn an den Klev und zieht sich dann über St. Michaelisdonn, Dingerdonn, Warferdonn bis Averlak und endet bei Taterphal. Der Abfluß aus der keilförmigen Senke zwischen Donn und Klev war behindert. Es entstand vom sich in der Senke ausbildenden Kuden-See ausgehend in nordöstlicher Richtung ein Abflußgerinne: die Burger Au bzw. Walburgsau. Diese war über lange Zeiträume der wichtigste Zufluß der Wilsterau und führte ihr mehr Wasser zu als ihr Holstenau genannter eigentliche Oberlauf. Mit dem Bau der Schleuse Bebek in 1869/70 war bereits der gewöhnliche Zufluss von der Burger Au zur Wilsterau unterbrochen worden, wenn auch bei Hochwassersituationen doch wieder durch Öffnung der Schleuse Wasser in die Wilsterau abgeleitet wurde. Mit dem Bau des Kaiser-Wilhelm-Kanals war auch diese Möglichkeit endgültig beseitigt.

Bildrechte: Rudolf Böckmann, Burg in Dithmarschen
Aufnahmen aus Juli 2010

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1962 - Sturmflut am 16. und 17. Februar - Schäden am Deich bei St. Margarethen b

1962 Sturmflut am 16. und 17. Februar - Schäden am Deich bei St. Margarethen
Sturm und Sturmflut in der Nacht vom 16. auf den 17. Februar bewirkten auch in der Wilstermarsch viele Schäden. Glücklicherweise blieb es an den die Marsch schützenden Deichen bei Böschungsrutschungen, Kappenbrüche mit verheerenden Folgen blieben aus.
In St. Margarethen wurde das Motorboot "Forelle" des Eigners Gustav Gummerlich losgerissen, bewirkte Zerstörungen an den Steganlagen und wurde von den Fluten mitgerissen. Es trieb einige hundert Meter über das hoch überflutete Vorland und strandete letztlich an der Außenböschung des Deiches (Bild 1)
Die Abbildungen 2 bis 3 zeigen die provisorische Sicherung der von den Wellen an der steilen Außenböschung des Deiches bewirkten Ausschläge und Abbrüche mit Pfählen, Faschinen und Sandsäcken.

Bildrechte: Magda und Willi Lux, St. Margarethen
Anmerkung: das Ehepaar Lux führte seinerzeit ein Lebensmittelgeschäft an der Dorfstrasse in St. Margarethen

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1962 - Sturmflut am 16. und 17. Februar - Fähre Wewelsfleth

1962 Sturmflut am 16. und 17. Februar - Fähre Wewelsfleth.
Vor der Zeit der Fertigstellung des in den Jahren 1971 bis 1974 an der Mündung der Stör errichteten Sperrwerks drangen Sturmfluten ungehindert bis über Itzehoe hinaus in den Fluß ein.
Bei hoch einlaufenden Fluten mußten die Deichstöpen (die durch den Deich führenden Scharte) geschlossen werden; die Fähre stellte ihren Verkehr ein.
Die Abbildungen zeigen die Situation bei auflaufender Sturmflut. Während auf der Wewelsflether Seite ein LKW mit der Fahrt durch das bereits zu seinen Achsen reichende Wasser auf den Fährprahm fährt, mühen sich auf der gegenüber liegenden Seite zwei Radfahrer, noch rechtzeitig zu deren letzten Tour die Fähre zu erreichen.
Auf Bild 1 ist ganz rechts das bis 1971 gültige blau/rote Stoppschild mit der Aufschrift "Halt" zu erkennen, welches danach durch das heute noch gültige achteckige Schild mit der weißen Aufschrift "Stop" abgelöst wurde.
Die Wewelsflether Fähre hatte viereinhalb Jahrhunderte lang eine wichtige Verkehrsverbindung zwischen der Wilstermarsch und der Kremper Marsch gebildet, bis sie wegen der mit dem Bau des Sperrwerkes verbundenen Herstellung einer Straßenverbindung wegen Unrentabilität im Jahre 1980 eingestellt wurde.
Die Wagenfähre war eine Seilfähre, welche an dem durch das Gewässer verlaufenden Seil über den Fluß gezogen wurde.

Bildrechte: nicht bekannt
vermutlich Richard Peters (Schifffahrtskorrespondent), Wilster

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1924 - Besan-Schute TYRA im Hafen St. Margarethen

1924 Besan-Schute TYRA im Hafen St. Margarethen - Hafen, Priel, Vorland, Deichhäuser.
Die Fracht-Segelschute TYRA liegt vertäut im St. Margarethener Hafenpriel.
Im Hintergrund das Panorama des Ortes mit den sogenannten Deichhäusern auf dem Deich der Elbe. Zu der ungewöhnlichen deichfremden Nutzung einer Bebauung des Deiches war es im 17. Jht. nach einer zuvorigen Vordeichung gekommen, welche ihn zeitweilig zu einem Schlafdeich machte, der jedoch nach Aufgabe der Vordeichung 1686 wieder reaktiviert werden mußte.
Erst in der Folge der Sturmflut des Jahres 1976 wurde die aus Gründen der Deichsicherheit untragbare Situation beseitigt, indem der Deich in neuem Bestick verlegt wurde.

Informationen zur TYRA aus der Facebookgruppe "Deutsche Kleinschiffahrt" (André Konietzko, Elmshorn)
Biographie der Besanschute TYRA ex JOHANNA
Im August 1904 lieferte die Elmshorner Schiffswerft D.W. Kremer & Sohn eine stählerne Besanschute (Besanewer mit steilem Vorsteven) an den ebenfalls in Elmshorn ansässigen Schiffer Nikolaus Viirtheer, der den Neubau im SSR Altona mit dem Heimathafen Elmshorn und dem Unterscheidungssignal LGNF eintragen ließ und ihn JOHANNA benannte. Die Abmessungen betrugen 21,4 x 5,04 x 1,54 m. Vermessen war das Schiff zu 52,40 BRT, bzw. 39,98 NRT.
Fahrtgebiet war die Revier- und kleine Küstenfahrt. Im April 1919 verkaufte Schiffer Vietheer die Segelschute an Peter Oltmann aus Dornbusch, der seiner Neuerwerbung den Namen "TYRA" gab und den Heimathafen nach Dornbusch verlegte. Diesen Namen sollte der kleine Segler Zeit seines langen Lebens behalten. 1922 wurde die erste Maschine, ein HMG Glühkopfmotor mit 35 PS Leistung eingebaut. Gleichzeitig wurde das Schiff auf den Motorenfabrikanten Robert Puls aus Hamburg übertragen. Anscheinend konnte Schiffer Oltmann sich finanziell nicht freifahren, denn 1924 wurde der Mühlenbesitzer Willy von Loh und später Claus von Loh, beide aus St. Margarethen, Eigentümer der TYRA. Der Heimathafen lautete nun St. Margarethen. Ende der 30er Jahre wechselte erneut der Besitzer.
Neuer Eigentümer wurde nun die Firma J.H.W. Runge, Kaisermühle GmbH in Wittenbergen an der oberen Stör. Wie schon der Vorbesitzer von Loh, setzte auch die Kaisemühle die TYRA im werkseigenen Verkehr ein. 1939 erfolgte der Einbau eines 2 Takt Motors der Firma Callesen mit 30 PS Leistung.
1957 erfolgte die Umschreibung ins Binnenschiffsregister. Bei dieser Gelegenheit wurde auch der Heimathafen nach Wittenbergen verlegt. Die Tragfähigkeit betrug zu diesem Zeitpunkt 85 tdw.
Kurz darauf wurde das Binnenschiff verlängert und ein neuer Motor mit 105 PS Leistung eingebaut.
Zwei weitere Verlängerungen folgten und auch das Achterschiff wurde komplett erneuert. Die letzte Verlängerung um 5 Meter erfolgte 1985 in Wewelsfleth, dabei wurde auch der Bug modernisiert.
Inzwischen betrug die Tragfähigkeit der TYRA weit über 200 tdw. Seit 1974 sorgte ein 205 PS leistender MAN Motor für den Antrieb des Schiffes.
Durch die zunehmende Versandung der Stör wurde der Betrieb des Schiffes unrentabel, so dass man sich 1996 dazu entschloss, das Schiff zum Abbruch zu verkaufen, der bei der Firma Neumann in Hamburg vollzogen wurde.
Quellen: SSR Altona / BSR Hamburg
Verschiedene Handbücher
Deutsche Segelschiffe, Register über den Restbestand 1980-1986 von Joachim Kaiser
Mündliche Mitteilungen von Max Böge (+), Wewelsfleth

Das ergänzend vorgestellte Foto (Bild 2) zeigt die TYRA an der Kaisermühle in Wittenbergen an der oberen Stör (Quelle wie oben).
Hier liegen die 3 Frachtmotorschiffe TYRA
(Bj. 1904 Kremer, Elmshorn),
FAVORIT (Bj. 1906 Junge, Wewelsfleth) und
"KAISERMÜHLE I (Bj. 1911 Gebr. van Diepen, Waterhuizen) .
Alle drei Schiffe wurden ursprünglich als Ewer gebaut.
Die Aufnahme entstand am 2. Dez. 1990.
Die TYRA wurde 1996 abgewrackt.
Das Achterschiff der FAVORIT fährt noch heute als Privatyacht "Klabund", während der Rest des Schiffes noch einige Jahre als Schubleichter in Fahrt war.
Der Verbleib der "KAISERMÜHLE I" ist mir derzeit nicht bekannt. Wahrscheinlich ist dieses stets gut gepflegte Fahrzeug in den 90er Jahren zum Abbruch gegangen.
Bild 3: Die TYRA liegt im März 1994 im Glückstädter Binnenhafen bei Brockmüller auf Slip. Zwei Jahre später trat das Schiff dann seine letzte Reise zum Abwracker nach Hamburg an.
Fotos Bild 2 und 3: André Konietzko

An die TYRA erinnert sich der Begründer (Peter J. von Holdt) von mein-wilster besonders gerne. Sie hat Anfang der 1960er Jahre ihn mit der Wilsteraner Segeljacht ANKE III zweimal durch den NOK geschleppt. Als sogenannter Tag-Freifahrer machte die TYRA dabei jeweils in Rendsburg Station. Da gab es dann gemeinsam mit dem Schiffer einen Lütten zur Brust - vielleicht auch ein paar mehr!

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1976 - Sturmflut am 03. Januar - Situation am Deich bei St. Margarethen

1976 Sturmflut am 03. Januar - Situation am Deich bei St. Margarethen
In St. Margarethen wurden Häuser an der Deichreihe stark beschädigt. Dort bestand mit den auf dem Deich und wasserseitig der Deichkappe stehenden Häusern eine außergewöhnliche Situation.
Die über lange Zeiträume hinweg sich entwickelt habende Situation mit den im Bestick des Deiches gebauten Häusern und aufgewachsenen Bäumen sowie den auf der Deichböschung angelegten Gärten kennzeichnete eine aus der Sicht des Küstenschutzes völlig untragbare Situation. Selbst nach der Sturmflut vom 16./17. Februar 1962 und den dabei entstandenen Schäden waren keine Konsequenzen gezogen worden. Erst die Sturmflut vom Januar 1976 löste bei den Verantwortlichen für die Deichsicherheit die notwendigen Maßnahmen aus – in der Folge wurde eine Vordeichung vorgenommen und das Deichprofil von deichfremden Nutzungen frei gehalten.
Die 1976 vom Außendeich aus gemachten Fotos (Bilder 1 bis 3) von den Häusern der Deichreihe verdeutlichen den überfälligen Handlungsbedarf.
Bild 4 zeigt den gegenwärtigen nach der erfolgten Vordeichung bestehenden Zustand, welcher für die Häuser der Deichreihe einen vollständigen Schutz bewirkte.
Das sehr anheimelnd wirkende und mit Reeth/Reith gedeckte Haus der Deichreihe kann als Feriendomizil erlebt werden als Haus Stöpe. Besucher erfahren hier auch detailliert, wie es überhaupt dazu kam, dass die Häuser der Deichreihe im Bestick des Deiches standen.

Bildrechte: nicht bekannt
Anmerkung: Die Bilder wurden freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Tord Siemen, Wilster

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1976 - Sturmflut am 3. Januar 1976 - Belastungsprobe für das Störsperrwerk

1976 Broschüre Sturmflut
Sturmflut am 3. Januar 1976 - Belastungsprobe für das Störsperrwerk.
Die Sturmflut am 3. Januar 1976 war an der deutschen Küste die gefährlichste Orkan-Flut seit der Katastrophe von 1962. Im Hamburg lief die Flut noch 75 cm höher auf als bei der Katastrophe von 1962 und es entstanden große Schäden.
Die kleine sehr interessante und informative Broschüre widmet sich vornehmlich den Auswirkungen der Sturmflut 1976 auf Nordfriesland, wo erhebliche Schäden zu beklagen waren.
Die Deiche an der Wilstermarsch hielten der Belastung stand, auch wenn es insbesondere im Bereich der Deiche bei St. Margarethen zu gefährlichen Situationen mit starken Ausschlägen an den Deichen kam und erhebliche Schäden an den sogenannten Deichhäusern entstanden.
Das im Jahr zuvor errichtete Sperrwerk an der Mündung der Stör bestand die Belastungsprobe - die schwachen Deiche an der Stör wären hochgradig gefährdet gewesen.

Herausgeber: Verlag Hansen & Hansen, Münsterdorf

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1717 - Geographische Darstellung der Weihnachtsflut

1717 Geographische Darstellung der Weihnachtsflut
Die Weihnachtsflut vom 25. Dezember 1717 war eine der verheerendsten Sturmfluten an der deutschen Nordseeküste.
Das Wasser überraschte die Menschen völlig. Der Wind hatte einige Tage aus Südwest geweht, flaute dann am Heiligen Abend ab und drehte auf Nordwest. Mitten in der Christnacht aber nahm der Wind wieder zu und blies mit großer Macht das Wasser gegen die Küsten und Deiche sowie in die Mündungen der Flüsse.
Das Wasser stieg so hoch, wie es die Menschen bis dahin noch nie erlebt hatten. Es kam zu unzähligen Deichbrüchen und die Marschen wurden so hoch überschwemmt, dass teilweise nur noch Bäume und Dächer von Häusern aus den Fluten herausschauten.
Wohl über 12.000 Menschen sowie sehr viel Vieh ertranken. Tagelang saßen die Überlebenden auf den Dächern ihrer Häuser inmitten der tobenden Wellen.
Auch nachdem die Wasserstände allmählich fielen, war die Versorgung von Mensch und Vieh schwierig. Lebensmittel und Getreide waren fortgeschwemmt. Die Wege waren unpassierbar.
Auch in der Folgezeit litten die Menschen große Not, denn das Meerwasser hatte die Böden versalzen und deren Fruchtbarkeit beeinträchtigt.
Einen Eindruck von der Katastrophe vermittelt die vorgestellte Karte
"Geographische Vorstellung der jämmerlichen Wasser-Flut in Nieder-Teutschland, welche den 25. Dec. A° 1717, in der heiligen Christ-Nacht, mit unzählichen Schaden, und Verlust vieler tausend Menschen, einen großen theil derer Hertzogth. Holstein und Bremen, die Grafsch. Oldenburg, Frislandt, Gröningen und Nort-Holland überschwemet hat."
edirt von Ioh. Bapt. Homann Der Röm. Keis. Mai. Geogr. in Nürnberg.
Die bereits 1718 gestochene Karte zeigt die Küstenregion der Nordsee von Dokkum in der niederländischen Provinz Friesland bis zur Nordfriesischen Inseln Föhr.
Oben links zeigt eine Nebenkarte die Gebiete im Bereich der Zuiderzee in Nord-Holland.
Die bei der infernalischen Katastrophe überfluteten Gebiete sind grün koloriert. Eingezeichnet sind Deiche und einige der Deichbruchstellen sowie besonders spektakuläre Geschehnisse.
Rechts befindet sich in einer Kartusche ein Bericht von dem Geschehen; dieser Bericht kann in der unten aufrufbaren Datei nachgelesen werden.
Zentral stellt die Karte in eindringlicher Weise das Geschehen dar.
Zürnende Götter verwüsten das Land. Der Meeresgott Poseidon mit seinen wasserspeienden „Seepferden“ verkörpert die Gewalt, hinter ihm überzieht Boreas, der Gott des Nordwindes, Meer und Land mit Gewitter, Schnee- und Regenstürmen.
Nur noch Dächer der Häuser und Kirchtürme ragen aus den Fluten, in denen Menschen ertrinken.
Rechts am Bildrand trauert die Göttin Tyche um die Toten und das verwüstete Land.
Am unteren Rand der Karte zeigen Einschübe technische Details.
- Darstellung eines Deichbruchs
„Vorstellung einer Bracke oder Durch-Bruch eines Damms dadurch daß Landt von innen überschwemmet wird.“
- Darstellung einer Schöpfmühle
„Eine Wassermühle durch welche vermittelst des Windts das Wasser auß dem Landt durch die Schleussen gemahlet wird.“ (Anm. Die abgebildete Konstruktion ist phantastisch und nicht verwendungsfähig)
- Darstellung eines Sieles, der Sieltore und der hochgelegten zwischen Dämmen geführten Wettern
„a Eine Schleuse von Innen,
b zwey Thieren, so sich bey gefaltenen Wasser durch das von Innen gesammelte Wasser von sich selbsten Eröffnen,
c ein erhöhter Graben“ (Anm. Eine Wettern)
„1 Eine Schleuse oder Sylle von Aussen.
2 Die zwei Thüren, so vom hohen Wasser oder Fluth
3. Zugeschoben wird“

Anmerkung: Das in Bild 3 vorgestellte Exemplar der Karte ist Eigentum des Begründers dieser Heimat Seite

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1922 - Überschwemmung der Wilstermarsch in Nortorf (Ex)

1922 Überschwemmung der Wilstermarsch in Nortorf
Bis weit in die zweite Hälfte des vergangenen Jahrhunderts waren weite Gebiete der Wilstermarsch in niederschlagsreichen Zeiten immer wieder großflächig überschwemmt. Die auf flachen Wurten/Warften gelegenen Gehöfte ragten dann aus der Wasserfläche wie bei Sturmfluten die Halligen in der Nordsee.
Die Karte zeigt eine derartige Situation um 1922 im Bereich des früheren in der Gemeinde Nortorf gelegenen Sladensee, dessen Gebiet heute von der Straße zwischen Schotten und Nortorf durchquert wird.
An den früher vorhanden gewesenen See erinnern noch die Ortsbezeichnung für die beiden "auf dem Salat" (Slaat) gelegenen Gehöfte.
Diese für die landwirtschaftliche Nutzung der Flächen misslichen Geschehnisse änderten sich entscheidend erst ab der Mitte des vergangenen Jahrhunderts. Die zu größeren Sielverbänden zusammengefassten Entwässerungsgebiete wurden schrittweise im sogenannten "Inneren Ausbau" mit leistungsfähigen Vorflutern und Unterschöpfwerken versehen, an den Mündungen der Wettern an Stör und Elbe wurden die neu errichteten Sielbauwerke mit sehr leistungsfähigen Schöpfpumpen ausgerüstet.
Der Deich- und Hauptsielverband Wilstermarsch in Wilster betrieb diese Maßnahmen über den Zeitraum von drei Jahrzehnten mit großem Nachdruck und setzte für Planung und Bauleitung eigenes Fachpersonal ein. Die Baukosten wurden nur zu einem geringen Teil über die Beiträge der veranlagten Flächen aufgebracht, da große Summen öffentlicher Gelder von Bund und Land zur Verfügung gestellt wurden.

Bildrechte: Heinrich Ballerstädt, Wilster
Anmerkung: Die Karte befindet sich in einer externen Sammlung

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1962 - Sturmflut am 16. und 17. Februar - Motorkutter FORELLE landet am Deich

1962 Sturmflut am 16. und 17. Februar - Motorboot FORELLE landet am Deich
Sturm und Sturmflut in der Nacht vom 16. auf den 17. Februar bewirkten auch in der Wilstermarsch viele Schäden. Glücklicherweise blieb es an den die Marsch schützenden Deichen bei Böschungsrutschungen, Kappenbrüche mit verheerenden Folgen blieben aus.
In St. Margarethen wurde das Motorboot "Forelle" des Eigners Gustav Gummerlich losgerissen, bewirkte Zerstörungen an den Steganlagen und wurde von den Fluten mitgerissen. Es trieb einige hundert Meter über das hoch überflutete Vorland und strandete letztlich an der Außenböschung des Deiches.
Die Abbildung zeigen die Bergung und Transport der "Forelle" über den gefrorenen Boden des Vorlandes, um dem Schiff wieder Wasser unter dem Kiel zu verschaffen.

Bildrechte: Magda und Willi Lux, St. Margarethen
Anmerkung: das Ehepaar Lux führte seinerzeit ein Lebensmittelgeschäft an der Dorfstrasse in St. Margarethen

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1967 - Überflutung im Wewelsflether Außendeich bei Sturmflut

1967 Überflutung im Wewelsflether Außendeich während einer Sturmflut im Frühjahr.
Blick aus dem Bereich der damaligen Totenstöpe (Deichschart im Deich im Verlauf des Straßenzuges Hollerwettern-Dammducht) auf das Gelände im Außendeich. Links ist der damalige Hauptdeich zu erkennen.
Bis zur Fertigstellung der 1971 begonnenen und 1975 vollendeten Arbeiten für das Sperrwerk an der Mündung der Stör und der zeitgleich errichteten neuen Deichlinie waren die Flächen im damaligen Wewelsflether Außendeich bereits bei mittleren Sturmfluten überschwemmt worden.
Der Außendeich und insbesondere der Störort war Jahrhunderte lang ein abgelegener Winkel gewesen, in welchem auf hohen Warften an der Mündung der Stör drei Gebäude standen; die Häuser mußten Ende der 1960er Jahre dem im Jahre 1971 begonnenen und 1975 vollendeten Bau des Stör-Sperrwerks weichen.

Bildrechte: nicht bekannt

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1910 - Denkmale - Erinnerungen an die S-H Erhebung und den Krieg mit Dänemark

1910 Denkmale - Erinnerungen an die Schleswig-Holsteinische Erhebung und die Kriege mit Dänemark
- Dänisches Denkmal.
Das 1910 am Busdorfer Teich in Schleswig im Bereich der ehemaligen Friedrichsschanze errichtete Dänische Denkmal erinnert an die in der Zeit vom 01. August bis 01. Februar 1851 während der Schleswig- Holsteinischen Erhebung gefallenen Dänen.
- Chemnitz Bellmann Denkmal.
Das Denkmal wurde in der Stadt Schleswig errichtet zu Ehren des Komponisten der Melodie des Schleswig-Holstein Liedes, Carl Gottlieb Bellmann, und Matthäus Friedrich Chemnitz als Dichter des Liedertextes "Schleswig-Holstein meerumschlungen"
- Reventow – Beseler Denkmal.
Das 1891 eingeweihte und vor dem Königlichen Amtsgericht in Schleswig errichtete Denkmal erinnert an zwei Exponenten der Provisorischen Regierung Schleswig-Holsteins in der Zeit der Schleswig-Holsteinischen Erhebung.
Der Rechtanwalt Wilhelm Beseler vertrat mit seinem Berufskollegen Jürgen Bremer die nationalliberale schleswig-holsteinische Bewegung, während der konservative Graf Reventlow-Preetz den Adel vertrat und sich gegen liberale Reformen wandte, so wie auch der als Prinz von Noer bekannte Prinz Frederik von Augustenburg.
- Düppel Denkmal.
Nach dem Sieg der Preussen und Österreicher gegen Dänemark im Schleswig-Holsteinischen Krieg wurde bereits 1865 der Grundstein für das Siegesdenkmal bei Düppel gelegt. Erst nach der Reichsgründung erfolgte die Einweihung des Denkmals 30. September 1872. Acht Tage nach dem II. Weltkrieg sprengten Dänen das Denkmal.
- Lornsen Denkmal.
Das Denkmal erinnert an Uwe Jens Lornsen, der 1830 Landvogt auf Sylt wurde und durch seine Schrift "Über das Verfassungswerk in Schleswigholstein" den Anstoß gab für ein Bestreben für ein vereintes und von Dänemark weniger abhängiges Schleswig-Holstein. Es wurde in Rendsburg, der vormals größten Garnison im Dänischen Reich, im Jahre 1878 auf dem Paradeplatz errichtet.
- Denkmal in Wellspang für die gefallenen Österreicher.
Das Österreicher Denkmal in Welspang in der Gemeinde Süderfahrenstedt bei Schleswig erinnert an das von Österreichischen Truppen geführte siegreiche Gefecht am 06. Februar 1864 bei Oeversee gegen die Dänen im Deutsch – Dänischen Krieg.
- Idstedt Denkmal.
Das Denkmal wurde 1869 auf dem ehemaligen Schlachtfeld eingeweiht. Bei der am 25. Juli 1850 geschlagenen Schlacht trafen die 26.000 Mann zählende schleswig-holsteinische Armee auf die die dänische Arme mit 37.000 Soldaten. In der Schlacht starben 1.455 Menschen, mehr als 5.000 wurden verwundet oder verstümmelt. Das Dorf Idstedt brannte fast vollständig nieder. Die Schlacht entschied letztlich das Scheitern der Schleswig-Holsteinischen Erhebung; sie war seit Menschengedenken die größte Schlacht nördlich der Elbe.
- Denkmal Königshügel bei Schleswig.
Auf dem aus der Wikingerzeit stammenden Könighügel am Ortseingang von Selk ist die Gedenkstätte eingerichtet für die bei dem Gefecht am 03. Februar 1864 dort gefallenen österreichischen Soldaten im Schleswig-Holsteinischen Krieg von 1864 zwischen Preussen und Österreich gegen Dänemark von 1864.

Bildrechte: Phot. u. Verlag G. J. Koch, Hofphotograph, Schleswig

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1976 - Sturmflut am 03. Januar - Situation am Deich der Elbe bei Brokdorf a

1976 Sturmflut am 03. Januar - Situation am Deich der Elbe bei Brokdorf
Der sogenannte Capella Orkan - so benannt nach dem bei Borkum mit 11 Mann Besatzung gesunkenen Rostocker Küstenmotorschiff CAPELLA - war im Bereich der Deutschen Bucht einer der stärksten Orkane des 20. Jahrhunderts. Die durch ihn ausgelöste Sturmflut führte im Elbegebiet zu Hochtidewasserständen, welche die Extremwerte der Sturmflut von 1962 teilweise deutlich überschritten.
Am Deich der Elbe bei Brokdorf kam es durch streckenweise Abrutschung der binnenseitigen Deichböschung zu einer gefährlichen Situation.
Bild 1: Unmengen an Treibsel werden auf die Deichböschung und teilweise durch überlaufende Brecher über die Deichkrone gespült.
Bild 2: Brecher und Gischt
Bild 3: Sturmflutscheitel am Pegelhaus Brokdorf
Bild 4: auflaufende Brecher am Deich der Elbe bei der Strandhalle in Brokdorf.
1991 wurde der Brokdorf und die Wilstermarsch schützende Deich an der Elbe verstärkt auf die bestickhöhe NN + 8,40 m.

Bildrechte: Karl Kautz, Brokdorf

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1976 - Sturmflut am 03. Januar - Schäden an Deich und Häusern in St. Margarethen a

1976 Sturmflut am 03. Januar - Schäden am Deich und Häusern in St. Margarethen
Einer der stärksten im Bereich der Deutschen Bucht bisher beobachteten Orkane führte in der Elbe zu einer Sturmflut mit zuvor nicht erreichten Wasserständen.
Während das im Jahr zuvor an der Mündung der Stör fertiggestellte Sperrwerk deren Tidegebiet schützte, kam es an mehreren anderen Orten insbesondere an den Deichen der Elbe zu ganz erheblichen Schäden.
In St. Margarethen wurden Häuser an der Deichreihe stark beschädigt. Dort bestand mit den auf dem Deich und wasserseitig der Deichkappe stehenden Häusern eine außergewöhnliche - aus Gründen des Sturmflutschutzes untragbare - Situation.
Bild 1 zeigt einen Blick von der Dorfstraße auf die Deichreihe und die hinter(!!!) der Deichkappe stehenden Häuser.
Bilder 2 und 3 zeigen einen Blick von der Deichkappe auf wasserseitig von ihr stehende Häuser, die bei der Sturmflut am 03.01.1976 erheblich beschädigt wurden.
Bild 4 zeigt die wasserseitige Rückfront eines Gebäudes und die dort aufgetreten Schäden. In den Gebäuden hatte das einströmende Wasser zu Verwüstungen geführt. Mauerwerk, sowie Fenster und Türen waren durch auflaufende Brecher und von diesen wie Rammböcke mitgeführte Balken und Dalben zerstört worden.

Bildrechte: nicht bekannt
Anmerkung: Die Bilder wurden freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Tord Siemen, Wilster

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1930 - Schöpfmühlen an der Neufelder Wettern und im Burger Feld

1930 Schöpfmühlen an der Neufelder Wettern (Oberlauf der Kampritter Wettern)
Bilder 1 und 4: Zwei unterschiedliche Generationen an Schöpfmühlen der Wilstermarsch zeigen diese Aufnahmen.
Im Vordergrund links steht eine Koker-Mühle oder auch Wipp-Mühle, die in der Wilstermarsch unzutreffend Bock-Mühle genannt wird. Sie schöpft mittels einer archimedischen Schnecke das Wasser aus dem tiefer gelegenen Sammelgraben in die höher gelegene Wettern.
Mit einer entsprechenden Förderschnecke sind auch die auf der anderen Seite der Wettern stehenden Windräder bzw. Windturbinen ausgerüstet.
Ab den ersten Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts verdrängten die Windräder der Firmen Apel & Sachau, Wilster, und Köster, Heide, viele der zuvor das Landschaftsbild der Wilstermarsch prägenden Koker-Schöpfmühlen, von denen die letzte erhalten werden konnte und heute in Honigfleth zu bewundern ist.
Bild 2 zeigt an einem Standort im Burger Feld beispielhaft den Aufbau einer Windturbine als Ersatz für die kurz danach abgebrochene daneben stehende Koker-Schöpfmühle.
Leider wurde keines der Windräder erhalten, nachdem der Antrieb aller Schöpfanlagen mit elektrischem Strom sichergestellt worden war.
Im Jahre 1886 waren bei den Wilstermarsch-Mühlengilden noch 284 Mühlen versichert gewesen; im Jahre 1921 waren es noch 107 Mühlen. Heute dominieren modernen Windkraftanlagen das Landschaftsbild.
Das Foto verdeutlicht auch die für weite Teile der tief gelegenen Wilstermarsch dort erforderliche zweistufige Entwässerung. Die Entwässerung der Nutzflächen (Wiesen und Weiden) erfolgt zunächst über die Grüppen bzw. Beet-Gräben in die parallel zur Beuferung der hoch gelegenen Wettern verlaufenden Rhinschloote, von wo das Wasser dann mittels der Schöpfmühlen in die Wettern gehoben wurde. Die Wettern transportieren das Wasser weiter zu den Deichen an Elbe oder Stör, wo es dann über Siele bzw. Mündungsschöpfwerke in die Flüsse abgeführt wird.

Bildrechte:
Bild 1: Wilhelm Köberlein, Wilster
Bild 2 u. 3: nicht bekannt

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