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Wewelsfleth, Störort, Großwisch

1929 - Schankwirtschaft, Bäckerei und Café von Carsten Mahn

1929 Schankwirtschaft, Bäckerei und Café von Carsten Mahn in Wewelsfleth.
Charakteristisch für viele Gebäude in Wewelsfleth der damaligen Zeit ist das gestuft verbretterte und leicht nach vorne geneigte Giebeldreieck des Hauses. Die alten Häuser waren von ihren seinerzeitigen Erbauern häufig ganz bewusst mit nach vorn geneigten Giebeln ausgestattet worden. Dieses hat den Vorteil, dass sowohl der Hauseingang als auch das Mauerwerk besser vor der Witterung geschützt sind. Das war angesichts der damaligen Konservierungsmöglichkeiten ein wichtiger Umstand. Das Giebeldreieck selbst war zumeist lediglich mehrstufig verbrettert. Der nach vorne geneigte Giebel hatte überdies den Vorteil, dass bei Vorhandensein von im Giebeldreieck angeordneten Bodenluken die mittels Rollen bzw. Flaschenzug aufzuziehenden Lasten von der Hauswand frei waren.
Auf der dem Betrieb von Carsten Mahn gegenüber liegenden Straßenseite befand sich der Gasthof Wiebensohn. Über ein amüsantes Geschehnis zwischen den beiden benachbarten Wirte berichtet in plattdeutscher Sprache ein schönes Gedicht, welches mit der Datei unten aufgerufen werden kann.
Die Störkringelbäckerei von Carsten Mahn erinnern an die Störkringel – eine legendäre Spezialität aus Wewelsfleth, die lange Zeit eine Haupteinnahmequelle für das Dorf war. Störkringel sind kleine gesottene und gebackene Brezeln aus Mehl, Wasser, Rübensirup und Anis. Die auf Schnüren zu jeweils 60 Stück zum sogenannten „Busch“ aufgezogen Störkringel dienten schon im siebzehnten Jahrhundert den Schiffern und Seeleuten als Dauerproviant. Sie wurden um 1800 allein in Wewelsfleth von 8 Bäckereien insbesondere für Schiffer und Walfänger aus Hamburg und von der Niederelbe gefertigt. Nach dem bekanntesten Ort ihrer Herstellung wurden sie Störkringel genannt.

Bildrechte: nicht bekannt; sogen. Private Postkarte

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1929 - Wewelsfleth - Gasthof und Schlachterei Mahn

1929 Wewelsfleth - Gasthof und Schlachterei Mahn
Das heute nicht mehr vorhandene Gebäude des Gasthof Mahn stand an der Einmündung der Straße Deichreihe in die Dorfstraße (sh. Bild 2).
Der Gasthof verfügte einen großen Festsaal (Bild mittig) und eine Bundeskegelbahn (Bild unten), eine sogenannte Doppelbahn.
Betrieben wurde der Gasthof von dem Gastwirt und Schlachtermeister Arthur Mahn.
Nachweislich des links an dem Gebäude befestigten Reklameschild (sh. Detailvergrößerung Bild 3) befand sich bei der als Ausspann genutzten sogenannten Durchfahrt auch eine Viehwaage.
Auf der Anschriftseite der Karte wird für den Besuch der Gaststätte geworben mit den Worten: Ausflugsort Wewelsfleth, herrlich gelegen an Störmündung und Elbe – Vereinen bestens empfohlen.
Der Betrieb ging 1932 in Konkurs; im Rahmen der vom Amtsgericht Wilster angesetzten Zwangsversteigerung erwarb der Kaufmann William Böttger, Glückstadt, den Grundbesitz.

Bildrechte: Verlag Carl Kuskop, Wilster

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1929 - Wewelsfleth Schule

1929 Schule in Wewelsfleth
In Wewelsfleth hat bereits vor 1749 eine Schule bestanden, denn in dem Jahr wurde im Ortsteil Hollerwettern eine Nebenschule errichtet.
1929 wurde auf dem ehemaligen und von der Gemeinde eingetauschten ehemaligen Pastoratsland ein neues Schulgebäude errichtet.
In dem Gebäude wurden seinerzeit neben 4 Klassenräumen auch 4 Wohnungen für die Lehrer eingerichtet.
Im Jahre 1939 wurde der zugehörige Schulspielplatz zum Adolf-Hitler-Platz umgestaltet und umbenannt; Wewelsfleth machte wie seinerzeit alle anderen Gemeinden bei dem Personenkult um den Nazi-Diktator keine Ausnahme.

Bildrechte: Carl Kuskop, Wilster

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1930 - Bauernhof in Wewelsfleth Großwisch

ca. 1930 Bauernhof in Großwisch in der Gemeinde Wewelsfleth
Bei dem heute noch in seiner äußeren Gestalt wohltuend in der überkommenen Bauweise erhaltenen schönen Gebäude, welches auf halber Strecke zwischen den Ortslagen Wewelsfleth und Brokdorf gelegen ist, handelt es sich um den Bauernhof von Albert Reimers (Hof 54 in „Die Bauernhöfe der Wilstermarsch im Bild“) sh. Bild 2.
Die Karte wurde herausgegeben vom: Heimatverein der Wilstermarsch

Bildrechte: Karl Kuskop


Ein gleichfalls wunderschöner benachbarter Bauernhof wurde am 27.02.2010 bei einem Schadensfeuer ein Raub der Flammen

Anmerkung: Das auf der Anschriftenseite der Karte handschriftlich vermerkte Wort "Ofenkater" erinnerte den Begründer dieser Heimatseite an ein aus seinen Jugendtagen bekanntes Leibgericht, den „Ofenkater“. Zur Zubereitung wird ein Teig (dicker Hefe-Pfannkuchen-Teig) in eine mit gestreiftem Speck ausgeschlagene Steingutform gefüllt und wiederum mit Speck abgedeckt. Das Ganze wird im Backofen gebacken. Das fertige Gericht duftet himmlisch, und mit süßer roter Frucht-Soße auf den Tisch gebracht, schmeckt es auch so. Der lockere Teig, der knusprige salzige Speck und die süße Soße bilden eine einfache, aber sehr wohlschmeckende Komposition!

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1930 - Kahnfähre und Fährhaus Uhrendorf an der Stör

1930 Kahnfähre und Fährhaus Uhrendorf an der Stör.
Unterhalb der Klappbrücke Heiligenstedten bestanden früher an der Stör bis zu deren Mündung in die Elbe insgesamt 6 Fähren, welche den Personen- und Warenverkehr von einem Ufer der Stör zum anderen Ufer ermöglichten. Neben den Wagenfähren in Wewelsfleth und in Beidenfleth existierten insgesamt vier Kahnfähren. Eine dieser Fähren war die Uhrendorfer Fähre; sie verkehrte zwischen Uhrendorf und Uhrendorfer Deich (Kremper Marsch) und wurde lange Zeit von Johannes Borchert bis 1937 betrieben.
Das Gast- und Fährhaus lag zwischen Beidenfleth und Wewelsfleth im Außendeich auf einer Warft auf der Uhrendorfer Seite der Stör im Gebiet der Gemeinde Wewelsfleth. Das Gebäude wurde bei der Sturmflut 1962 so stark beschädigt, dass es in der Folge abgebrochen wurde.
Die Uhrendorfer Fähre hatte bereits seit dem 16ten Jahrhundert bestanden, die Fährgerechtigkeit lag bei der Kirche Neuenkirchen; die Kahnfähre sollte es den Uhrendorfer Bauern und deren Gesinde ermöglichen, den Gottesdienst in Neuenkirchen zu besuchen.
oben: Blick vom Uhrendorfer Fährhaus auf die Fährstelle, die Fährkähne und das jenseitige Ufer bei Uhrendorfer Deich.
unten (und Bild 2): Blick vom linksseitigen Ufer bei Neuenkirchen auf das im Uhrendorfer Außendeich gelegene Fährhaus.
Der Ausschnitt (Bild 3) aus dem Messtischblatt 739 Krempe aus dem Jahr 1896 zeigt die Lage der Fährstelle.
Weitere Kahnfähren an der Stör waren:
- Hollers Fähre. Sie querte die Stör oberhalb deren gegenüber dem Kasenort gelegenen Hodorfer Mäander und verband Stördorf und Hodorf
- von Holdts Fähre. Die zwischen Groß Kampen und Hodorf verkehrende Fähre von Nikolaus von Holdt querte die Stör am Langen Rack unterhalb des Hodorfer Mäander.
- Störorter Fähre. Die Störorter Fähre des Stördorfer Fährhauses (Betreiber u.a. E. Breckwoldt) an der Mündung der Stör verband Störort und Ivenfleth.

Bildrechte: Hans Martens, Krempe

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1930 - Kasenort und andere Partien an der Stör in Heiligenstedten, Beidenfleth, Störort

1930 Kasenort und andere Partien an der Stör in Heiligenstedten, Beidenfleth, Störort
Mehrbildkarte
Die breit und zeitweilig träge fließende und von den Gezeiten geprägte goße Mäanderschleifen aufweisende Stör (von „store“, die „Große“ ) trennt die Wilstermarsch von der Krempermarsch. Sie war von den frühesten Zeiten an bis in die zweite Hälfte des 20zigsten Jahrhunderts ein bedeutender Wasserweg.
Die am Kasenort in die Stör mündende Wilsterau bildete über Jahrhunderte hinweg den verkehrsmäßigen Anschluß Wilsters an die Welt.
Die Karte zeigt u.a. Kasenort; Beidenflether Fährhaus; Klappbrücke in Heiligenstedten; Seglertreffen auf der Wilsterau am Brook; Schiffsverkehr auf der Stör; Störort (an der Mündung der Stör in die Elbe; Elbe bedeutet: Die Weiße oder die Helle, vgl. Elfen oder Elben)

Bildrechte: Carl Kuskop, Kunstverlag, Wilster i. Holst.


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1930 - Wewelsfleth - Fähre über die Stör

1930 Wewelsfleth - Fähre über die Stör
Bei den Abbildungen handelt es sich nicht um Ansichtskarten,
sondern um Sammelbilder aus dem 480 Bilder umfassenden Sammelband "An unserm schönen Elbstrom" des Verlages Ernst Lübbe, Wischhafen.
Bereits Jahre 1629 war die Wewelsflether Fähre eingerichtet worden – daneben bestanden im Bereich der Gemeinde Fußgänger-Fähren in Uhrendorf und Störort.
Im Hintergrund ist auf Bild 3 der unbedeichte Außendeich zwischen Wewelsfleth und der Mündung der Stör in die Elbe erkennbar sowie ganz rechts der Kran am Quai der Wewelsflether Peters Werft.
Die Wagenfähre Wewelsfleth war eine Seilfähre; an dem durch das Gewässer verlaufenden Seil wurde der Fährprahm zunächst mit Muskelkraft, später (1928) jedoch mittels eines Motors über den Fluß gezogen. Der Fährmann mußte ein Signal geben, wenn das Seil straff gezogen wurde, denn sonst bestand für die die Fährstelle passierenden Schiffe auf der Stör ein großes Gefahrenrisiko. Wegen des starken Ebb- bzw. Flutstromes der Stör hatten die Schiffe "Vorfahrt" und gaben ihrerseits rechtzeitig Signal.
Nach dem Bau des Sperrwerks an der Stör-Mündung in den Jahre 1971 bis 1974 und der Herstellung einer damit verbundenen Straßenverbindung der B 431 über die Stör verlor die Wewelsflether Fähre ihre Bedeutung und sie wurde daher 1980 eingestellt.

Bildrechte: Verlag Ernst Lübbe, Wischhafen

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1931 - Wewelsfleth - Humsterdorf, Dorfstraße, Ehrenmal

1931 Wewelsfleth - Humsterdorf, Dorfstraße, Ehrenmal
oben: Wohnhäuser an der Straße Humsterdorf, deren Name an das ehemalige Dorf erinnert, an dessen Standort das danach in der Elbe versunkene Alt-Wewelsfleth (Weuelesflethe ) um 1500 planmäßig verlegt wurde.
mittig (Bild 2): Geschäftshaus Kolonialwaren H. Kröger Söhne an der Dorfstraße; das helle rechts davon stehende Gebäude ist die ehemalige Kirchspielsvogtei.
unten: Das an die aus der Gemeinde stammenden und namentlich aufgeführten Gefallenen des I. Weltkrieges erinnernde Ehrenmal auf der dreieckigen Fläche zwischen der Straße Humsterdorf und der heutigen Schulstraße. Das Denkmal wurde nach dem II. WK erweitert, um auch der Opfer dieses Krieges zu gedenken, wobei auch hier die Namen aufgeführt sind.
Die steinerne Stele zeigt unter einem Kreuz und zwei schlafenden Löwen im Relief in sehr ansprechender Darstellung eine Doppel-Eiche als Symbol für das Land Schleswig-Holstein sowie ein Husmannshus und einen aufgeslippten sowie einen segelnden Ewer für das Dorf.
Die Inschrift auf dem Ehrenmal lautet:
De Krieg hett se reeten vun Heimat un Herd
Se geven ehr Lewen ünner dat Swert.
Veel is hier weent de Jammer weer groot.
De Steen de schall tügen vun Leev u. vun Not,
Vun Dankborkeit seggen un trösten schall he.
Dat gifft noch een Heimat för uns u. för se.
DE GEMEEN WEWELSFLETH

Bildrechte: Carl Kuskop, Wilster

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1931 - Wewelsfleth - Kaffee Holstein

1931 Wewelsfleth - Café Holstein
Das Kaffee Holstein bzw. Café Dunkel von Markus Dunkel wurde betrieben in dem Gebäude an der Dorfstraße gegenüber der Einmündung der Straße Deichreihe und der weiterführenden Straße Humsterdorf; der Name der letzteren erinnert an das ehemalige gleichnamige Dorf.
Ausweislich der Beschriftung auf der Karte wurden in dem Gebäude überdies eine Gemischtwarenhandlung sowie eine Autovermietung betrieben.
Das mehrere Jahrhunderte alte Gebäude wurde im Frühjahr 1970 abgebrochen, um an seinem Platz das Kaufhaus Szymanski zu errichten.
Auffällig ist, dass der Ortsname sowohl auf der Bildseite als auch auf der Schriftseite fehlerhaft geschrieben ist!
Wewelsfleth wäre richtig gewesen, falsch hingegen ist Wewelsfleht.

Bildrechte: J. Waldemar Jacobsen, Hamburg

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1932 - Wewelsfleth - Dorfstraße, Deichreihe, Trinitatis Kirche

1932 Wewelsfleth - Dorfstraße, Deichreihe, Trinitatis Kirche
oben links: Die Dorfmitte, links die ehemalige Kirchspielvogtei, dann das Wohnhaus Junge und das Café Holstein an der Dorfstraße.
oben rechts (Bild 2): Einmündung der Deichreihe in die Dorfstraße mit dem Gasthof von Arthur Mahn.
mittig: Die nach der Reformation Trinitatis Kirche (vorher Willihardus Kirche) genannte Kirche wurde 1503 fertiggestellt; ihre 1238 urkundlich bezeugte Vorgängerin lag im heutigen Vorland im damaligen und danach untergegangenen Weuelesfleth; wegen der Gefahr durch die sich verlagernde Elbe wurde um 1500 das Dorf und mit ihm die Kirche an den heutigen Standort verlegt.
unten (Bild 3): Straße Deichreihe.

Bildrechte: Carl Kuskop, Wilster

Anmerkung: Dem damaligen Zeitgeist geschuldet beendet der Schreiber der Karte seine Mitteilung mit „ein herzl. Heil Hitler“ (sh. Anschriftseite, Bild 4))

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1932 - Wewelsfleth - Gasthof Mahn

1932 Wewelsfleth - Gasthof Mahn
Gasthof von Arthur Mahn an der Einmündung der Deichreihe in die Dorfstraße. Die Gebäude (Bild 2) sind heute nicht mehr vorhanden.
Der Gasthof verfügte einen großen Festsaal (Bild 3) und eine Bundeskegelbahn, eine sogenannte Doppelbahn.
In dem zum Wirtshaus zugehörigen Garten befanden sich Lauben; auf der Bildunterschrift auf der Karte wird geworben mit den Worten: Garten mit schattigen Lauben.
Auf der Schriftseite der Karte findet sich der Werbe-Aufdruck: Ausflugsort Wewelsfleth, herrlich gelegen an Störmündung und Elbe – Vereinen bestens empfohlen.
Der Betrieb ging 1932 in Konkurs; im Rahmen der vom Amtsgericht Wilster angesetzten Zwangsversteigerung erwarb der Kaufmann William Böttger, Glückstadt, den Grundbesitz. (sh. dazu die in der unten aufrufbaren Datei enthaltenen Schreiben des Amtsgericht Wilster).

Bildrechte: J. Waldemar Jacobsen, Hamburg 5, Steindamm 51

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1932 - Wewelsfleth, Denkmal, Werft, Pastorat, Gastwirtschaft

1932 Wewelsfleth, Denkmal, Werft, Pastorat, Gastwirtschaft
Mehrbildkarte
Zentral ein Krieger-Denkmal;
oben links Häuser in der Dorfstraße;
oben rechts das Pastorat;
unten links eine Schiffswerft (wohl die Junge Werft) an dem in die Stör einmündenden Priel im Deichvorland, Werften gab es etwa ab 1760 in Wewelsfleth;
unten rechts die Gastwirtschaft von Sternberg am Ortsausgang Richtung Dammducht.

Bildrechte: Carl Kuskop, Wilster

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1933 - Wewelsfleth Störort, ehemaliges Fährhaus

1933 Störort mit der ehemaligen Zollstation und dem Alten Fährhaus (Fähre von Störort nach Ivenfleth auf der Kremper Seite).
Die beeindruckenden Häuser standen bis Ende der 1960er Jahre am Störort auf Warften vor dem Deich in dem damals weitab vom Verkehr gelegenen Winkel des Wewelsflether Außendeich zwischen der Elbe und der Mündung der Stör.
mittig und unten das ehemalige Fährhaus auf Störort. Das untere Foto mit dem ehemaligen Fährhaus stammt aus der Zeit um 1908.
Die Häuser mußten dem im Jahre 1971 begonnenen und 1975 vollendeten Bau des Stör-Sperrwerks weichen.
Die Landschaft hatte hier zuvor ein seltsam entrücktes Gepräge, weshalb sich hier zeitweilig auch sehr exzentrische Menschen ansiedelten – so der bekannte Maler Karl Leipold, welcher die vorgestellte Ansichtskarte eigenhändig geschrieben hat;
oder der Schriftsteller, Regisseur und Drehbuchautor Richard Schneider-Edenkoben. Letzterer hatte sich in der Nazi-Diktatur politisch verstrickt und lebte nach deren Ende hier sehr abgeschieden – er war zeitweilig mit der Tochter Ellinor des bekannten und gleichfalls politisch umstrittenen norwegischen Schriftsteller Knut Hamsun verheiratet gewesen. In einschlägigen Nachschlagewerken wird Schneider-Edenkoben als seit 1943 verschollen angeführt - er lebte jedoch nach 1946 auf Störort in dem von ihm 1938 gekauften alten Fährhaus und erwarb nach dessen Abriß ein Anwesen im Wald bei Hohenwestedt; am 23.09.1986 ist er gestorben.

Bildrechte: Karl Kuskop, Wilster

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1933 - Wewelsfleth Störort, Getreideernte

1933 Wewelsfleth Störort, Getreideernte.
Bei der Ernte wurde bis in die 1950er Jahre das Getreide nach dem Schnitt zum Trocknen in sogenannten Hocken aufgestellt. Zuvor wurde das frisch gemähte Getreide von Hand gebündelt und verknotet. Die so entstandenen und zunächst abgelegten Garben wurden sodann mit den Ähren nach oben in Handarbeit zu in langen Reihen aufgereihten Hocken zum weiteren Abtrocknen aufgestellt. Eine Roggenhocke bestand aus 18 Garben, eine Haferhocke aus 14 Garben. Erst nach einigen Tagen Trocknungszeit wurde das Getreide wiederum in Handarbeit auf von Pferden gezogene Ackerwagen aufgeschichtet und zu der am Bauernhof stationierten Dreschmaschine gebracht. Diese aufwändige Art der Getreideernte endete erst mit dem Aufkommen immer leistungsfähiger gewordenen Erntemaschinen.
Das abgebildete Gehöft ist heute nicht mehr existent.
Die an der Mündung der Stör in die Elbe stehenden Häuser mußten dem im Jahre 1971 begonnenen und 1975 vollendeten Bau des Stör-Sperrwerks weichen.
Die Landschaft hatte hier zuvor ein seltsam entrücktes Gepräge, weshalb sich hier zeitweilig auch sehr exzentrische Menschen ansiedelten – so der bekannte Maler Karl Leipold, welcher die vorgestellte Ansichtskarte eigenhändig geschrieben hat.

Bildrechte: nicht bekannt; das Foto wurde jedoch vom wilsteraner Ansichtskartenverlag Carl Kuskop im selben Jahr für eine Mehrbildkarte verwendet.

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1933 - Wewelsfleth, Kirche, Gasthöfe Neues Fährhaus und Altes Fährhaus, Kornwindmühle

1933 Wewelsfleth, Kirche, Gasthöfe Neues Fährhaus und Altes Fährhaus, Kornwindmühle
oben links (sh. Bild 2): Deichreihe mit den Gaststätten „Neues Fährhaus“ und „Altes Fährhaus“ gegenüber der Zufahrt zur Fährstelle.
Davor ein Fahnenmast mit der vom seinerzeitigen Regime der Nationalsozialisten eingeführten Flagge mit dem Hakenkreuz. Sie bezeugt sowohl das auch bei der Bevölkerung in den Orten der Wilstermarsch Einzug gehaltene Nationalsozialistische Gedankengut als auch die aus Furcht vor Repressionen bedingte Anpassung an die Zeitumstände.
oben rechts (sh. Bild 3): Kornwindmühle; sie bestand bis in die 1930er Jahre.
mittig: Trinitatis Kirche. Die Trinitatis Kirche wurde 1238 erstmals urkundlich erwähnt, doch lag der Vorgänger der heutigen Kirche damals wie auch der zugehörige Ort im heutigen Vorland der Elbe. Das Dorf wurde wegen der Gefahr durch die sich ständig verlagernde Elbe um 1500 planmäßig verlegt.
unten links: Wewelsflether Pastorat an der heutigen Schulstraße (die Wewelsflether Schule ist 1929 auf dem ehemaligen Pastoratsland erbaut worden).
unten rechts: Dorfstraße.

Bildrechte: Carl Kuskop, Wilster

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1935 - Wewelsfleth - Dorfstraße, Schulhaus, Störwerft an der Stör

1935 Wewelsfleth - Dorfstraße, Schulhaus, Störwerft.
oben (Bild 2): Dorfstraße mit im Vordergrund dem Geschäfthaus „H. Kröger Söhne – Kolonial- und Eisenwaren“; dahinter das Gasthaus "Zur guten Hoffnung", welhes leider am 28. Januar 1973 vollständig abbrannte.
mittig (Bild 3): Bei Niedrigwasser auf dem Schlick der Stör trocken gefallene Dampfschiffe am Quai und der Anlegebrücke der Stör-Werft.
Die zuvor bestehende Werft von Claus Witt war 1919 von der Firma Friedrich Sternemann & Co. aus Hamburg gekauft worden, welche zugleich auch die benachbarte Werft von Gustav Junge erwarb und beide Werften zur Störwerft zusammen führte. Die Werft ging 1927 in Konkurs und der Betrieb ruhte danach bis zur Wiederbegründung im Jahr 1938.
unten: Das 1929 wurde auf dem ehemaligen und von der Gemeinde eingetauschten ehemaligen Pastoratsland errichtete neue Schulgebäude mit 4 Klassenräumen aund 4 Wohnungen für die Lehrer.
Im Jahre 1939 wurde der zugehörige Schulspielplatz zum Adolf-Hitler-Platz umgestaltet und umbenannt; Wewelsfleth machte seinerzeit, wie alle anderen Gemeinden, bei dem z.T. zwangsverordneten Personenkult um den Nazi-Diktator keine Ausnahme.

Bildrechte: Carl Kuskop, Wilster

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1935 - Wewelsfleth - Schiffswerft, Gasthaus "Zur guten Hoffnung", Fracht-Ewer am Quai

1935 Wewelsfleth - Schiffswerft, Gasthaus "Zur guten Hoffnung", Fracht-Ewer am Quai 
- oben: Schiffswerft.
Die Lage des Dorfes Wewelsfleth an der Stör nahe von deren Mündung in die Elbe prädestinierte es als Wohnsitz für Schiffer und als Standort von Werften.
Seit zweieinhalb Jahrhunderten sind für Wewelsfleth Schiffszimmerplätze bezeugt. Lange war die Werft der Gebrüder Junge die bedeutendste von ihnen. Heute wird die Tradition des Wewelsflether Schiffbaues von der Peters-Werft weiter getragen.
- mittig: Dorfstraße mit dem Gasthaus "Zur guten Hoffnung".
Das sehr interessante Gebäude, in welchem eine Gastwirtschaft mit Festsaal betrieben wurde, besteht heute leider nicht mehr; das Haus brannte am 28. Januar 1973 vollständig ab.
- unten: Östlich der Fährstelle gelegener Quai, an welchem der Frachtewer AMANDA festgemacht hat. Der Betrieb der Wewelsflether Grundseilfähre wurde 1980 eingestellt.

Bildrechte: Verlag Carl Kuskop, Wilster

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1935 - Wewelsfleth – Stör, Fähre, Gaststätte Fährhaus..

1935 Wewelsfleth – Stör, Fähre, Gaststätte Fährhaus
Die Wewelsflether Fähre war eine Wagenfähre, welche die Stör überquert nahe von deren Mündung in die Elbe. Sie war nach einem vom 26.11.1629 stammenden Privileg eingerichtet worden. Seit dem Jahr 1980 ist die Fähre jedoch stillgelegt, da über das in den Jahren zuvor gebaute Stör-Sperrwerk im Zuge der B431 eine Straßenbrücke geführt wurde. Bevor die Seilfähre im Jahr 1928 mit einem Motor ausgestattet wurde, mußte der Fährprahm vom Fährmann an dem Grundseil über den Fluß gezogen werden.
Das gegenüber der Zufahrt zur Fährstöpe stehende Gasthaus „Zum Fährhaus“ wurde seinerzeit von A. Dierks betrieben.
In dem Ort kehrten früher gerne die Wilsteraner und Itzehoer Segler ein, wenn sie mit ihren nicht mit Motoren ausgerüsteten Booten gegen den Ebbstrom nicht mehr ihre Heimathäfen erreichen konnten.

Bildrechte: nicht bekannt
Anmerkung: Die alte Ansichtskarte wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Reiner Rehberg, Oldendorf, welcher eine umfangreiche Sammlung von Ansichtskarten mit Motiven aus Itzehoe besitzt.

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1936 - Wewelsfleth - Gasthaus, Kirche, Arzt-Praxis, Kornmühle

1936 Wewelsfleth - Gasthaus, Kirche, Arzt-Praxis, Kornmühle.
oben links: Gasthaus "Zur guten Hoffnung" an der Dorfstraße; das sehr interessante Gebäude, in welchem auch ein Festsaal betrieben wurde, besteht heute leider nicht mehr, denn es brannte am 28. Januar 1973 vollständig ab.
Das dahinter erkennbare alte Fachwerkhaus ist die ehemalige Kirchspielvogtei Wewelsfleth. Das Gebäude wurde 1970 von dem Schriftsteller Günter Grass erworben und im Jahre 1985 der Berliner Akademie der Künste als Stipendiaten-Haus überlassen und führt seither den Namen Alfred-Döblin-Haus.
oben rechts:: Trinitatis Kirche.
Die Kirche ist 1503 fertiggestellt worden; sie führte bis zur Reformation den Namen Willihardus-Kirche (nach Willehard, dem Missionar der Friesen). Nach der Reformation wurde die Kirche der Dreieinigkeit (Einheit von Gott Vater, Sohn und Heiligem Geist) geweiht und trägt seither ihren heutigen Namen.
unten links (Bild 2): Gebäude einer Arzpraxis an der damaligen Mühlenstraße, der heutigen Straße Humsterdorf. In dem Haus wird auch heute noch eine Praxis betrieben.
Auf der Netzseite der Arztpraxis Wewelsfleth heißt es dazu:
„Arztsitz seit langer Zeit. Sanitätsrat Göttsche zog noch mit Pferd und Wagen über die Lande. Anschließende Praxisinhaber waren Dr. med. Pohlenz und Dr. med. Baade. Im Jahre 1991 übernahm der Allgemeinarzt Tino Reimers die Praxis, seit 1995 besteht eine Gemeinschaftspraxis mit dem Allgemeinmediziner Holger Jürchott. Von 2007 bis zu ihrem Ausscheiden in den Ruhestand 2014 verstärkte die Allgemeinärztin Katharina Boerma das Ärzteteam.“
unten rechts (Bild 3): Kornwindmühle an der damaligen Mühlenstraße (heute Straße Humsterdorf). Die Mühle, eine sogenannte Holländermühle, bestand bis in die 1930er Jahre. Heute erinnert im benachbarten Baugebiet der Straßenname Mühlenweide an den alten Mühlenstandort.

Bildrechte: nicht bekannt

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1937 - Probefahrt des MS Gertrud III auf der Stör SF

1937 Probefahrt des MS Gertrud III auf der Stör
Das 1935 auf der ehemaligen Werft Flender-Werke in Lübeck erbaute Motorschiff MS GERTRUD III wurde bereits 1937 auf der Werft Hugo Peters in Wewelsfleth verlängert.
Die Ansichtskarte zeigt die MS GERTRUD III im Oktober 1937 bei der Probefahrt auf der Stör.

Bildrechte: Nicht bekannt
Anmerkung: Die Ansichtskarte befindet sich in der Sammlung Rudolf Böckmann, Burg in Dithmarschen

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