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1928 - Kate am Audeich - Familie Bielenberg - Opfer des Nationalsozialismus

1928 Kate am Audeich - Familie Bielenberg - Opfer des Nationalsozialismus
Die zum Hof Ruge in Poßfeld zugehörige und noch heute erhaltene Kate ist uralt;
das Haus wurde bereits im Jahre 1765 erbaut (vgl. Bild 2, Hof 209 a in dem Buch "Die Bauernhöfe der Wilstermarsch im Bild").
Mieter des Gebäudes war seinerzeit Heinrich Bielenberg, der dort mit seiner Frau Tine und den 5 gemeinsamen Kindern lebte. Das Bild zeigt das Ehepaar mit den drei ältesten Kindern.
Das Ehepaar bekannte sich religiös zu den "Jehovas Zeugen", die seinerzeit auch als "Ernste Bibelforscher" bekannt waren. Das Bekenntnis des Ehepaares führte zu seiner Drangsalierung durch die Nazis. Mehrfach wurden die Familienmitglieder allein aufgrund ihres Glaubens verhaftet, verhört und bestraft.
Das Amtsgericht Wilster entzog den Eheleuten Heinrich (* 1891) und Tine Bielenberg (* 1897) Anfang 1938 sogar das Sorgerecht für ihre fünf Kinder.
Im Februar 1939 lieferte die Gestapo Heinrich Bielenberg nach Abbüßung einer 12-monatigen Haftstrafe ohne Gerichtsbeschluß in das Konzentrationslager Sachsenhausen ein, wo er am 24. Februar 1940 an den ihm zugefügten Entbehrungen und Drangsalierungen starb.
Das Schicksal dieser Wilsteraner Familie ist beständige Mahnung, immer und überall für Toleranz einzutreten! Gegenüber anderen Menschen und deren Herkommen, Rasse, Religion, sexueller Ausrichtung, politischer Einstellung, anderer Meinung und was sie sonst noch von uns oder der Mehrheitsmeinung unterscheidet!
Seit 2020 erinnern zwei von den vier im Bürgersteig vor dem Alten Rathaus eingebauten "Stolpersteine" an das Schicksal der Familie Bielenberg.

Bildrechte: Familie Bielenberg, Wilster

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