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Wilstermarsch - Landwirtschaft

1898 - Dampfmolkerei und Fettkäserei (Meierei) in St. Margarethen

1898 Dampfmolkerei und Fettkäserei (Meierei) von Albert Siemen in St. Margarethen.
Die Meierei wurde 1891 als Privatmolkerei auf Initiative der Bäuerin Mathilde Siemen, geb. Falck gegründet.
Die junge Frau hatte trotz ihrer Aufgabe als Bäuerin, Ehefrau und Mutter auf der Meisterschule in Kiel das Meiereihandwerk erlernt. Zur damaligen Zeit ein höchst bemerkenswerter Vorgang!
Der erste Betrieb war „auf dem Stuven“ (Straße nach Landscheide) errichtet worden und dann auf den Hof (Hof 643 in „Die Bauernhöfe der Wilstermarsch“) in St. Margarethen Dorf verlegt (Bild 2) worden.
Die junge Frau war überaus tatkräftig; Zeitgenossen sagten, sie "hat die Hosen an". Passend dazu wurde im Dorfe folgende Geschichte erzählt:
- Vor ihrem Umzug in das Dorf auf den Falck Hof (Mathildes Erbe) war das Ehepaar Albert und Mathilde auf einem Ball in Franzenburgs Gasthof. Zu später Stunde sagte der Ehemann zu seiner Frau " Ik go mol anspann´n" (um zurück auf den Stuven zu fahren), worauf Mathilde geantwortet haben soll "Bliv man sitten, Du brukst ni anspann´n, wie wohnt nu in´t Dörp".
Offenbar beschäftigte die private Meierei zeitweilig mindestens 11 Personen (Bild 3).
Trotz der Konkurrenz durch die 1902 gegründete Genossenschaftsmolkerei im benachbarten Büttel bestand die Siemen´sche Meierei bis 1922.

Bildrechte: Thomas Backens, Marne

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1901 - Viehmarkt in Wilster; Milchkuh des rotbunten Niederungs-Rindes (SF)

1901 Auf der Südseite des Marktplatzes direkt vor der Kirche findet ein Viehmarkt statt.
Die Abbildung einer Milchkuh des seinerzeit fast ausschließlich in der Wilstermarsch gehaltenen rotbunten Niederungsrindes weist auf dieses Ereignis hin. Auf die Qualität des Wilstermarsch-Rindes wird mit einem Reim hingewiesen.
Der Viehmarkt selbst ist in einer zwischen den Beinen des Tieres plazierten Miniatur dargestellt.
Das Rindvieh wurde seinerzeit durch die Straßen zum Markt getrieben - ein heute nicht mehr vorstellbares Bild.
Unter den die Bartholomäus-Kirche umsäumenden Kastanienbäumen haben die Bauern die von ihnen angebotenen Rinder zum Verkauf und zur Begutachtung durch die Aufkäufer aufgestellt.

Bildrechte: Ludwig Behning, Wilster
Anmerkung: Die Ansichtskarte befindet sich in der Sammlung Udo Urban, Wilster

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1904 - Szenen aus der Wilstermarsch - Pferde, Schweine, Rinder

1904 Szenen aus der Wilstermarsch - Vieh, Pferde, Schweine, Rinder
Verschiedene Motive aus der Wilstermarsch.
oben links: Szene beim Dreschen auf dem Görris-Hof in Diekdorf (Es handelt sich um den Hof 504 in dem Buch Die Bauernhöfe der Wilstermarsch im Bild).
oben mittig: Schöpfmühlen - sogenannte Kokermühlen - an der Wettern
oben rechts: die Kopfweiden wurden seinerzeit in der Wilstermarsch mundartlich Pollwicheln genannt.

Bildrechte: Carl Kuskop, Wilster

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1907 - Bauernhof in Hackeboe Sachsenbande; Kühe werden von Hand gemolken

1907 Bauernhof in Hackeboe
Die auf Melkschemeln sitzenden und die Kühe von Hand melkenden Personen geben einen Eindruck davon, wie anstrengend das täglich zweimalige Melken der Kühe war.
Bis zur verbreiteten Einführung der elektrischen Melkmaschinen konnten Szenen wie diese bis in die 1950er Jahre in der Wilstermarsch beobachtet werden.
Es handelt sich um den damaligen Hof (Hof 303 in dem Buch "Die Bauernhöfe der Wilstermarsch im Bild") von Johannes Junge, welcher hier gemeinsam mit seiner Ehefrau Helene und einem weiteren Helfer die Kühe von der Hand melkt.
Die in Hackeboe gelegenen und südlich der Landstraße Wilster – Burg stehenden Häuser gehören zur Gemeinde Nortorf, die nördlich davon gelegenen zur Gemeinde Neuendorf-Sachsenbande (die zuvor selbständigen Gemeinden sind seit 2003 zu einer Gemeinde vereinigt).
Ansichtskarten mit identischem Motiv wurden häufig sowohl in schwarz-weiß als auch in kolorierter Fassung herausgegeben.

Bildrechte: Carl Kuskop, Wilster

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1907 - Wilstermarsch Hof und Entwässerungsgraben

ca. 1907 Wilstermarsch Hof und tiefer Entwässerungsgraben
der Standort ist nicht bekannt (evtl. handelt es sich um eine Situation "auf der Hove" an der Hackeboer Wettern).
Die von unzähligen Entwässerungsgräben durchzogene Marsch war in früheren Zeiten bis auf die die beeindruckenden Marschhöfe der Typen Husmannshus und Barghus umstehenden Bäume weitgehend frei von Gehölzen.
Die Wasserhypothek, nämlich die Unterhaltung und der Betrieb der Entwässerungseinrichtungen, war von frühester Zeit an eine besondere Last vornehmlich für die Bauern, die von ihnen nur genossenschaftlich organisiert getragen werden konnte.

Bildrechte: Carl Kuskop, Wilster

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1909 - Milchkuh der Wilstermarsch-Rasse des rotbunten Niederungsrindes a

1909 Milchkuh der Wilstermarsch-Rasse des rotbunten Niederungsrindes.
Überall auf den Weiden der Marsch weidete früher das für die Wilstermarsch so charakteristische rot-bunte Vieh, so wie man auch dieses auch heute bereichsweise noch sehen kann. Und es muß in diesem Zusammenhang hervorgehoben werden, daß auch heute noch viele Bauern der Wilstermarsch ihrem Vieh den Weidegang gönnen und die ausschließliche Stall-Haltung noch nicht Einzug gehalten hat.
Als bedeutendes Viehzuchtgebiet ist die Wilstermarsch früh in Deutschland und darüber hinaus bekannt geworden. Da nimmt es nicht Wunder, wenn mit berechtigtem Stolz auf der Ansichtskarte hierauf hingewiesen wurde mit dem Spruch:
Dat Wilstermaschveh is bekannt
Int ganze dütsche Vaterland,
En Exemplar von disse Ort
Schick ick die op diss Ansichtskort.

Bildrechte: Ludwig Behning, Wilster

Anmerkung: Die ergänzend vorgestellte Ansichtskarte befindet sich in der Sammlung Udo Urban, Wilster

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1909 - Milchkuh der Wilstermarsch-Rasse des rotbunten Niederungsrindes b

1909 Milchkuh der Wilstermarsch-Rasse des rotbunten Niederungsrindes.
Überall auf den Weiden der Marsch weidete früher das für die Wilstermarsch so charakteristische rot-bunte Vieh, so wie man dieses auch heute bereichsweise noch sehen kann. Und es muß in diesem Zusammenhang hervorgehoben werden, daß gegenwärtig noch viele Bauern der Wilstermarsch ihrem Vieh den Weidegang gönnen und die ausschließliche Stall-Haltung noch nicht überall Einzug gehalten hat.
Als bedeutendes Viehzuchtgebiet ist die Wilstermarsch früh in Deutschland und darüber hinaus bekannt geworden. Da nimmt es nicht Wunder, wenn mit berechtigtem Stolz auf der Ansichtskarte hierauf hingewiesen wurde mit dem Spruch:
Dat Wilstermaschveh is bekannt
Int ganze dütsche Vaterland,
En Exemplar von disse Ort
Schick ick die op diss Ansichtskort.
Vermutlich wurde die Aufnahme auf einer Weide an der Neue Burgerstraße nördlich der Bahnstrecke Wilster - Brunsbüttel gemacht, denn im Hintergrund ist mit etwas Phantasie eine Lokomotive mit Güterwagen erkennbar (vgl. Detail Bild 2).

Bildrechte: Karl Kuskop, Wilster

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1910 - Bauer mit Frau und Kind in der Kutsche

1910 Bauer mit Frau und Kind in der Kutsche.
Bis in die 1950er Jahre wurden vornehmlich von den Bauern der Wilstermarsch die Ausfahrten noch mit der Kutsche unternommen.
Insbesondere die vierrädrigen (dabei die hinteren Speichenräder größer als die vorderen) Vis-à-vis Kutschen wurden zumeist zweispännig gefahren.
Der Lenker der Kutsche saß auf der hinteren Bank, Mitfahrer konnten neben ihm oder vis-à-vis (gegenüber) auf der Bank Platz nehmen.
Bei kühlerer Witterung konnten die Personen - so wie auf der vorgestellten Karte - sich mit einer Decke unterhalb der Hüften gegen die Witterung schützen; ein Verdeck war bei dieser Art Kutsche zumeist nicht vorhanden.

Bildrechte: nicht bekannt

Anmerkung: Die Karte ist abgezogen auf Photopapier der Marke Cellofix der Firma Kraft & Strudel, Fabrik für Photographische Papiere, Dresden

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1910 - Reeth Ernte in der Wilstermarsch

1910 Ernte von Reeth in der Wilstermarsch
Die als Reklamekarte konzipierte Bildpostkarte des seinerzeit mit seinem Photo-Atelier in der Schmiedestraße 28 ansässigen Wilsteraner Fotografen Friedrich Schlüter zeigt die winterliche Reeth-Ernte.
Reeth (auch: Reet, Reth, Reith, Ried, Riet, Rohr und ähnlich) ist das getrocknete Schilfrohr, mit welchem traditionell die Dächer der Höfe in der Wilstermarsch gedeckt wurden.
Das Reeth wurde im Winter von den gefrorenen Flächen aus geerntet. Der Schnitt erfolgte entweder mit der Sense oder – bei ausreichend hohem Wasserstand – mittels eines über das Eis geschobenen Messerbalkens.
Das Motiv wurde auch für in den Verkauf gelangte Ansichtskarten verwendet.

Bildrechte: Friedrich Schlüter, Wilster

Anmerkung: Die ergänzend vorgestellte postalisch gelaufene Ansichtskarte befindet sich in der Sammlung Karl Kautz, Brokdorf

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1912 - Überschwemmung in der Wilstermarsch

1912 Überschwemmung in der Wilstermarsch
Im Winterhalbjahr waren in früheren Zeiten weite Flächen der bis auf wenige Ausnahmen erheblich unter dem Meeresspiegel liegenden Wilstermarsch regelmäßig überschwemmt.
Die Entwässerungsverhältnisse waren unzureichend. Die überwiegend vom Wind getriebenen Schöpfmühlen waren nicht hinreichend leistungsfähig. Wie Halligen ragten die Gehöfte aus dem Wasser. Dieser Zustand trat noch in den Jahrzehnten nach dem II. WK auf.
Erst durch den Einsatz leistungsfähiger Pumpen konnte dieser Zustand beseitigt werden. In den 1960-70er Jahren plante und baute der Ingenieur Peter J. von Holdt vom Deich- und Hauptsielverband Wilstermarsch mehrere moderne Schöpfwerke.

Bildrechte: Carl Kuskop, Ansichtskarten-Geschäft, Wilster
und 0932 AK

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1914 - Bulle der Wilstermarsch-Rasse des rotbunten Niederungsrindes

1914 Bulle der Wilstermarsch-Rasse des rotbunten Niederungsrindes.
Gruß von der Landwirtschaftlichen Ausstellung in Hannover, wo offenbar auch der Viehhändler Johannes Ruge aus Wilster vertreten war. Johannes Ruge betrieb in Wilster auch den Gasthof „Zur Börse“ (heute gehört das Gebäude zu Textil Reese) am Markt und hatte am Bartholomäus-Gang als Stallungen genutzte Gebäude – u.a. auch eine Hengst Deckstation.
Auf den Weiden der Marsch weidet heute noch häufig das für die Wilstermarsch so charakteristische rot-bunte Vieh. Und es kann hervorgehoben werden, daß die Bauern der Wilstermarsch ihrem Vieh heute noch den Weidegang gönnen und die verbreitete ausschließliche Stall-Haltung noch nicht Einzug gehalten hat.
Allerdings ist die ursprüngliche Rotbunte Wilstermarsch-Rasse des Niederungsviehs heute in ihrem Bestand bedroht, nachdem durch Einkreuzungen leistungsfähigere rotbunte Rinder gezogen wurden.

Bildrechte: nicht bekannt

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1914 - Landwirtschaft in der Wilstermarsch - Bauern bei der Heimkehr von der Feldarbeit

1914 Landwirtschaft in der Wilstermarsch - Heimkehr von der Feldarbeit.
Die Ansichtskarte zeigt zwei Bauern mit jeweils zweispännig gezogenen Gerätschaften, die leider noch nicht identifiziert werden konnten.
Auch eine Anfrage beim Heimatmuseum Molfsee brachte keine abschließende Antwort. Die Vermutung, wonach es sich um Pflüge handelt, deren Pflugbäume um 90° Grad gedreht wurden, um ihren hinteren Teil für den Transport auf kleine Slöpen legen zu können, und wonach dann die seitlich herausstehenden gekrümmten Holzteile die Sterze wären, wurde vom dortigen Bearbeiter selbst als unsicher eingeschätzt.
Um Mithilfe bei der Identifizierung wird gebeten!
sh. Detailausschnitt (Bild 2)
- Es ist weder eine Pflugschar noch ein Streichblech zu sehen, daher wohl kein Pflug
- Es sind keine Zinken zu erkennen, daher wohl auch keine Egge
- Es sind keine Schneidewerkzeuge zu erkennen, daher wohl auch kein Mähgerät
- Es ist kein Querbrett/Querbalken erkennbar, daher wohl auch kein Wegehobel
- Vorne quer auf dem Boden liegen offenbar sogenannte Ortscheite, welche bei zweispännigem Anschirren der Pferde benötigt werden.

Es war zunächst vermutet worden, die Gerätschaften wären Schlöp bzw. Slöp (Schlitten, Schleppen), wie sie in der Wilstermarsch noch bis zu Beginn der 1950er Jahre verwendet wurden. Doch solche sind ist es vermutlich nicht, denn die abgebildeten Geräte haben zwar offenbar Kufen, doch auch jeweils ein (!) Radpaar.
Zu den bis in die 1950er Jahre in der Wilstermarsch verwendeten Schlöp werden in der unten aufrufbaren Datei nähere Erläuterungen gegeben.

Bildrechte: Wilhelm Döring, Brunsbüttelhafen

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1916 - Landwirtschaft in der Wilstermarsch

1916 Landwirtschaft in der Wilstermarsch
Die zu Hunderten an den Wettern stehenden zur Entwässerung der Wilstermarsch eingesetzten Schöpfmühlen gaben früher der Wilstermarsch ein ganz besonderes Gepräge.
Die zumeist dreimalige Heu Ernte im Jahr war mit erheblichem Arbeitsaufwand für die Bauern verbunden. Das Gras wurde geschnitten, zur Unterstützung seiner Trocknung in Wind und Sonne mehrfach gewendet, zusammengeharkt, in schnurgerade aufgestellten Hümpen aufgestellt und dann als Heu mittels Muskelkraft auf dem Ackerwagen aufgehäuft und in der Scheune oder auf dem Heuboden gelagert. Über das hoch aufgetürmte Heu auf dem Wagen wurde zu seiner Fixierung der Gürtelbaum gelegt (wer kennt diesen Ausdruck noch?).
Die für die Wilstermarsch typischen rot-bunten Rinder waren im Sommerhalbjahr Farbpunkte in der weiten baumlosen Landschaft. Bäume säumten nur die Höfe.
Der herbe Charme der Landschaft – der Himmel war damals unverstellt höher als heute – war noch nicht durch Windräder, Strommasten, Baumalleen und hoch gelegte Straßen für immer verändert.

Bildrechte: Carl Kuskop, Wilster

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1916 - Militärfahrzeug - vermutlich im Bartholomäus Gang

1916 Militärfahrzeug - vermutlich im Bartholomäus Gang - die Insassen waren im Hotel Stadt Hamburg einquartiert.
Es handelt sich bei dem abgebildeten Militärfahrzeug offenbar um einen von der Firma Opel in den Jahren von 1916 bis 1920 gebauten viersitzigen Typ mit einem 1,5-Liter-Motor mit einer Leistung von 14,5 PS bei 1800/min.
Siehe dazu mehr bei Opel 16 PS
Das abgebildete Fahrzeug wurde eingesetzt vom Landsturm Infanterie Ersatz Bataillon 41, dessen Offiziere offenbar in Wilster im damaligen „Hotel Stadt Hamburg“ untergebracht waren. Die Mannschaften hatten möglicherweise im Colosseum Quartier erhalten.
Das Fahrzeug könnte im Bartholomäus Gang abgelichtet worden sein oder auf einem Hof der Wilstermarsch, wo seinerzeit viele Pferde für das Militär eingekauft wurden.
Damals war der Landwirt Heinrich Auhage der bedeutendste Remonten-Händler Deutschlands und der größte Grundbesitzer der Wilstermarsch. Vor dem Ersten Weltkrieg belieferte er vier Kaiserreiche mit seinen Pferden - „König von Wilster“ wurde er genannt.

Bildrechte: nicht bekannt
Reg. mein-wilster_0666 AK

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1918 - Landleben in der Stadt

1918 Landleben in der Stadt.
Auf den Ländereien am Audeich werden Kühe gemolken. Vor jeder der Kühe sitzt auf einem Melkschemel ein Melker bzw. eine Melkerin, denn damals, wie bis noch in die 1960er Jahre des vergangenen Jahrhunderts, wurden auch in Deutschland die Tiere zweimal am Tag noch von Hand gemolken.
Der kleine Junge, welcher die „wichtige“ Aufgabe des Kuhschwanzfesthaltens wahrnimmt, ist der spätere Wilsteraner Tischlermeister und Bootsbauer Peter Klaus Heinrich von Holdt.

Bildrechte: EKA

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1920 - Heuernte in der Wilstermarsch

1920 Heuernte in der Wilstermarsch.
Die seit Jahrhunderten in bestimmter Weise betriebene Heu Ernte wurde auch im ersten Jahrzehnt nach dem II. WK nur mit geringen Veränderungen so durchgeführt. Die danach zunehmende Mechanisierung in der Landwirtschaft veränderte vieles.
Doch was auf der Abbildung so danach ausschaut, war keine Idylle, sondern harte Arbeit.
Die zumeist dreimalige Heu Ernte war mit erheblichem Arbeitsaufwand für die Bauern verbunden. Das Gras wurde geschnitten, zur Unterstützung seiner Trocknung in Wind und Sonne mehrfach gewendet, zusammengeharkt, in schnurgerade aufgestellten Hümpen aufgestellt und dann als Heu mit Muskelkraft auf dem von Pferden gezogenen Ackerwagen aufgehäuft und in der Scheune oder auf dem Heuboden gelagert.
Über das hoch aufgetürmte Heu auf dem Wagen wurde zu seiner Fixierung der Gürtelbaum gelegt (wer kennt diesen Ausdruck noch?).
Die für die Wilstermarsch typischen rot-bunten Rinder wurden im Winterhalbjahr noch mit Heu gefüttert. Bis in die 1980er Jahre lag während der Heu-Ernte ein wundervoller Geruch von frischem Heu über der Wilstermarsch.

Bildrechte: W. Döring, Brunsbüttel Hafen

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1920 - Schöpfmühle, Ernte in der Wilstermarsch

ca. 1920 Schöpfmühle in der Wilstermarsch
Repro einer alten Ansichtskarte
Mehrere Hundert der in den Wind drehbaren Kokermühlen sicherten vor 100 Jahren die Entwässerung der Wilstermarsch; sie pumpten das Wasser aus den Sammelgräben in die hoch gelegenen Wettern.
Bei der Ernte wurde das Getreide bis in die 1950er Jahre nach dem Schnitt zum Trocknen in sogenannte Hocken aufgestellt. Zuvor wurde das frisch gemähte Getreide von Hand gebündelt und verknotet; die so entstandenen Garben wurden mit den Ähren nach oben in Hocken aufgestellt. Eine Roggenhocke bestand aus 18 Garben, eine Haferhocke aus 14 Garben. Erst nach einigen Tagen Trocknungszeit wurde das Getreide zu der am Bauernhof stationierten Dreschmaschine gebracht.

Bildrechte: Robert Friedrichs, Wilster
Sammlung Werner Behning

Anmerkung:
Robert Friedrichs macht sich seit Jahren dadurch verdient, daß er alte Foto aus der Sammlung seines Großvaters Werner Behning als Repros alter Postkarten oder mittels des Alt-Wilster-Kalender interessierten Heimatfreunden anbietet. Wer diese oder Fotos von den Originalnegativen erwerben möchte, den verweisen wir auf die Seite Alt-Wilster

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1924 - Bulle der Wilstermarsch-Rasse des rotbunten Niederungsrindes

1924 Bulle der Wilstermarsch-Rasse des rotbunten Niederungsrindes.
Überall auf den Weiden der Marsch weidete früher das für die Wilstermarsch so charakteristische rot-bunte Vieh, so wie man auch dieses auch heute bereichsweise noch sehen kann. Und es muß in diesem Zusammenhang hervorgehoben werden, daß auch heute noch viele Bauern der Wilstermarsch ihrem Vieh den Weidegang gönnen und die ausschließliche Stall-Haltung noch nicht Einzug gehalten hat.
Als bedeutendes Viehzuchtgebiet ist die Wilstermarsch früh in Deutschland und darüber hinaus bekannt geworden. Da nimmt es nicht Wunder, wenn mit berechtigtem Stolz auf der Ansichtskarte hierauf hingewiesen wurde mit dem Spruch:
Dat schöne Maschveh is bekannt
Int ganze dütsche Vaterland,
En Exemplar von disse Ort
Schick ick die op diss Ansichtskort.

Bildrechte: Carl Kuskop, Wilster

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1924 - Tierschau in Wilster - Rindvieh und Pferde aus der Wilstermarsch (SF)

1924 Tierschau in Wilster - Rindvieh und Pferde aus der Wilstermarsch
Die nach der Stadt Wilster so bezeichnete Wilstermarsch gilt als eines der wichtigsten Viehzuchtgebiete Deutschlands.
In früheren Jahrzehnten - bis in die 1970er Jahre - wurde in der Wilstermarsch nahezu ausschließlich das rotbunte Niederungsrind gehalten.
Da nimmt es nicht Wunder, wenn früher Ansichtskarten auch den Rindern gewidmet waren, denn auf diese war zum großen Teil der Wohlstand der Wilstermarsch gegründet.
Jährlich fand eine große Viehschau statt - so auch im Jahre 1924 - und die besonders herausragenden Tiere (Rinder und Pferde) wurden auf einer Ansichtskarte verewigt.

Bildrechte: Ludwig Behning, Wilster
Die Ansichtskarte befindet sich in der Sammlung von Frau Ingrid Schröder, Burg in Dithmarschen

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1925 - Grüppen Kleien in der Wilstermarsch (SF)

1925 Grüppen Kleien oder Schloten in der Wilstermarsch
(als "kleien" oder "schloten" wurde die Arbeit des Ausheben von Erde und Sediment aus den Gräben und Grüppen bezeichnet).
Das Aufreinigen von Grüppen bei St. Margarethen.
Die Abbildung zeigt anschaulich, wie besonders arbeitsaufwendig und mühevoll noch vor wenigen Jahrzehnten die in Handarbeit vorzunehmende Unterhaltung und Aufreinigung der Entwässerungseinrichtungen der Wilstermarsch war.
Die Marsch weist im Gegensatz zu nahezu allen anderen nicht urbanen Landschaften die Besonderheit auf, dass sie praktisch vollkommen vom Menschen gestaltet ist. Die Marschbeetstruktur mit den vielen kleinen die einzelnen Beete voneinander trennenden und sie entwässernden Grüppen (kleine Gräben) entstand zu der Zeit, als die ersten Kolonisten die Marsch urbar machten.
Die Marschbeete sind in der Kleimarsch (mit an Ton reichen Böden, dem Klei) leicht gewölbt und haben zumeist eine Breite von 16 m bis 22 m; die Beete der Moormarsch (z.B. im Bereich Vaalermoor) sind zumeist deutlich schmaler und in aller Regel eben. In den letzten Jahrzehnten wurden im Interesse einer Optimierung der Bewirtschaftung der Flächen viele Grüppen durch gedeckte Drain-Systeme beseitigt.
Anmerkung: Es sollte Auftrag der örtlichen kommunalen Stellen sein, die Erhaltung besonders anschaulicher Beispiele der ursprünglichen Marschbeetstruktur durch geeignete administrative Festlegung zu bewirken!
Dort, wo heute noch Grüppen vorhanden sind, werden diese nahezu ausschließlich durch den Einsatz von Maschinen (Tellerrandfräse, Schneckenfräse) aufgereinigt. Es liegt auf der Hand, dass diese - aus ökonomischen Zwängen notwendige - Art der Gewässerunterhaltung große Nachteile für Flora und Fauna in der Marsch hat. So haben z.B. die dramatischen Rückgänge bei Leitarten wie dem Weißstorch hierin eine ihrer entscheidenden Ursachen.
Bei der maschinellen Reinigung sollten schonende Systeme verwendet werden, bei denen mit möglichst geringer Drehzahl der Grüppenaushub aufgenommen und abgelegt wird. Ein gutes Beispiel für eine derartige Maschine ist die von der Firma von Osten entwickelte Grabenfräse, welche mehrere Fotos und ein Video im Einsatz zeigt.

Bildrechte Ansichtskarte: nicht bekannt
Anmerkung: Die Karte befindet sich in der Sammlung Ulf Steinhauer, Krempe

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