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Allgemein Wilstermarsch

Vorbemerkung Wilstermarsch und Wilsterau

Wilstermarsch und Wilsterau
Da auf dieser Heimat-Seite neben Objekten aus der Stadt Wilster auch solche aus der Wilstermarsch vorgestellt werden, sollen hier die Begrenzungen des Gebietes beschrieben werden. Gemeint sind nicht die Grenzen von politischen Verwaltungseinheiten, sondern die des Landschaftsraumes Wilstermarsch (Bild 1).
Dessen Grenzen sind hier wie folgt definiert:
im Süden: von der Elbe;
im Osten: von der Stör (von deren Mündung bis Itzehoe);
im Norden: von Itzehoe dem Geestrand folgend über Oldendorf, Kleve, Nutteln, bis Vaale; von dort etwa entlang der L327 bis nach Hochdonn (also unter Einbeziehung des Vaaler Moores);
im Westen: unter Einbeziehung des Burger Feld entlang dem Fuß des Geestrandes bei Burg bis nach Kuden, von dort einer gedachten Linie in südlicher Richtung folgend bis zur Elbe.
Es wird also nicht der Nord- Ostsee Kanal, sondern vielmehr der Fuß der Dithmarscher Geest als Grenze betrachtet. Auf diese Weise wird es unter anderem auch möglich, hier thematisch die historischen Verbindungen zwischen Wilster und Burg aufzuzeigen, die insbesondere durch die längst aufgegebene und vielfach bereits in Vergessenheit geratene Schifffahrt auf Wilsterau, Burger Au (Walburgsau) und Holstenau geprägt wurden. Auch die von Büttel (Elbe) über den Kudenseer Kanal und den Kudensee zur Burger Au verlaufende Schifffahrtverbindung kann so dargestellt werden.
Für Flüsse ist es typisch, daß sie jeweils eine Quelle und eine Mündung haben. Bei der Wilsterau (Bild 2) ist dieses anders – auch deshalb ist sie ein ganz besonderer Fluß. Die "Wilsterau" hat keine eigene Quelle, denn der Fluß trägt von jeher diesen Namen erst ab dem Zusammenfluß von Burger Au (Walburgsau) und Holstenau (dem Quellfluß der Wilsterau). Von beiden Flüssen wurde die Wilsterau in der Folge der Erstellung des Kaiser-Wilhelm–Kanal (Nord-Ostsee Kanal) abgetrennt, wobei die Verbindung zur Burger Au bereits ab 1870 durch die Schleuse Bebek zumeist unterbrochen war.
Seither hat die Wilsterau an jedem ihrer Endpunkte eine Mündung. Zum einen die durch die Schleuse am Kasenort verlaufende Ausmündung in die Stör, zum anderen die durch das Entlastungsschöpfwerk (Bild 3) beim Vaaler Feld gebildete Mündung. Bild 4 zeigt die Wilsterau vor dem Schöpfwerk (dieses entwässert auch den Vaalermoor Kanal).

Bildrechte
Bilder 1 und 2: google maps
Bilder 3 und 4: Rudolf Böckmann, Burg in Dithmarschen

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1 - Marschen an der Unterelbe

Marschen an der Niederelbe.
Unterhalb von Hamburg liegen zu beiden Seiten der Unterelbe die im ursprünglichen Urstromtal des Stromes durch Sedimentation aufgewachsenen Flußmarschen.
Durch hohe Deiche sind die Marschen gegen Überflutungen geschützt; in der Wilstermarsch liegen mit NN -3,50m die tiefst gelegenen Landflächen Deutschlands.
Von Nord nach Süd liegen rechts des Stromes:
die Wilstermarsch, die Kremper Marsch, die Seestermüher Marsch und die Haseldorfer Marsch.
Nördlich der Wilstermarsch schließt sich die Seemarsch in Dithmarschen an.
Links des Stromes erstrecken sich die Marschgebiete Das Alte Land, Land Kehdingen und Land Hadeln.

Bildrechte: Verlag Schöning & Co. + Gebr. Schmidt, Lübeck

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2 - Rekonstruktion eines vorgeschichtlichen Bauernhauses aus dem 3. Jahrhundert

3. Jahrhundert - vorgeschichtliches Bauernhaus
Rekonstruktion eines vorgeschichtlichen Bauernhauses (nach dem Grabungsbefund von Tofting, Eiderstedt, aus der Zeit des 3. Jahrhunderts nach Christi Geburt). Der Wohn- und Stallteil des Hauses war mit Schilfrohr und Rasenplaggen gedeckt.
Im Wohnteil des Hauses wurde ein offenes Herdfeuer betrieben, der Rauch zog durch das Dach ab. Der Wohnteil mit einem Webstuhl war zugleich weiterer Arbeitsplatz für die Hausfrau.
Links und rechts des Ständerwerks war Raum für Vorräte, Geräte und für das Vieh.
Die Konstruktion des Ständerwerks und des Dachstuhles verdeutlicht, dass aus der Weiterentwicklung dieses Haustyps das spätere für die Wilstermarsch so charakteristische Husmannshus (Niedersachsenhaus) entstanden ist.

Bildrechte: Schleswig-Holsteinisches Landesmuseum für Vor- und Frühgeschichte, Schleswig, Schloß Gottorp

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3 - Küche eines alten Bauernhauses

1908 Küche eines alten Bauernhauses
Noch bis in den Beginn des 20ten Jahrhunderts existierten - wie bereits im Mittelalter - in manchen Häusern sogenannte Schwarzküchen oder Rauchküchen, auch Bauernküchen genannt. Zum Schluß waren derartige Küchen allerdings nur noch bei den ärmeren Teilen der Bevölkerung in Gebrauch.
Über einem offenen Feuer wurde die Nahrung in den an Kesselhaken/Kesselsäge aufgehängten Töpfen erwärmt.
Die Küche befand sich am hinteren Ende der Diele bzw. Deel (von "dal" = tief) an dem sogenannten Flett. Das Flett war der gepflasterte Bereich, an dem sich der offene Herd und seitlich der Arbeitsplatz für die Bäuerin und der Eßplatz befanden. Der auf der Abbildung abgebildete Herd ist ein Schwippenbogenherd.
Die Küchen waren dunkel, verrußt und rauchig; in den Rauchabzug wurden Lebensmittel (Wurst, Schinken) zwecks Haltbarmachung gehängt.
Die Räume wurden auch als Schwarz- oder Rauchküchen bezeichnet.
In den meisten Haushalten war jedoch bereits ab dem 19ten Jahrhundert das offene Feuer durch einen Feuerherd ersetzt worden. Jedoch zogen erst Mitte des vorigen Jahrhunderts nach und nach moderne Haushaltsgeräte in die Küchen ein. Selbst Gasherde sowie elektrisch betriebene Geräte wie Bügeleisen, Mixer, Kaffee-Mühlen oder Kühlschränke waren zumeist in den 1950er Jahren noch nicht vorhanden, von Eisschränken, Waschmaschinen, Geschirrspülmaschinen, Kaffeemaschinen usw. ganz zu schweigen.

Bildrechte: M. Glückstadt & Münden, Hamburg

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4 - Modell eines Wilstermarsch Bauernhofes

1950 Modell eines Wilstermarsch Bauernhofes
Das abgebildete Modell steht im Altonaer Museum.
In der Wilstermarsch gab es bei den Bauernhöfen zwei vorherrschende Typen. Zum einen das Husmanshus mit der zentralen großen Diele in der Mitte des Hauses, viele dieser Häuser haben wie der abgebildeten Hof einen Kreuzgiebel.
Das vom niederländischen beeinflußte Barghuus oder Barghus mit seitlich angeordneter Großer Diele ähnelt mit seinem mächtigen Dach dem Eiderstedter Haubarg.

Bildrechte: Altonaer Museum

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5 - Diele in einem Husmannshus der Wilstermarsch (SF)

ca. 1920 Diele in einem holsteinischen Bauernhaus
Die zentrale große Diele in einem Husmannshus der Wilstermarsch.
Bis weit in die 1970er Jahre war der abgebildete Zustand der großen Diele noch auf vielen Höfen der Wilstermarsch zu finden.
In die zentrale große Diele der Husmannshäuser konnten die Wagen mit der Ernte - in der Wilstermarsch handelte es sich dabei in der Regel um die Heu-Ernte - einfahren, um hier unabhängig von der Witterung entladen zu werden. Der Bergeraum oder Heuboden befand sich oberhalb der Balkenlage und nahm häufig den gesamten riesigen Dachraum der Häuser ein.
Die Stallungen für das Vieh befanden sich zu beiden Seiten der großen Diele, an deren zum Wohntrakt angrenzenden Ende früher häufig die Kammern für die Knechte und Mägde lagen.

Bildrechte: Carl Kuskop, Wilster
Anmerkung: Die Ansichtskarte befindet sich in der Sammlung von Frau Silke Brenner, Freiburg

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1895 - Kaiser-Wilhelm-Kanal

1895 Szenen am Kaiser-Wilhelm-Kanal
Der am 21.06.1895 nach achtjähriger Bauzeit eingeweihte Kaiser-Wilhelm-Kanal, nach 1948 Nord-Ostsee-Kanal (NOK) oder Kiel-Canal genannt, bildet seither für den Bereich der Wilstermarsch eine optisch wahrnehmbare Grenze zu Dithmarschen, wenn auch der Landschaftsraum Wilstermarsch bis an den Klev bei Burg reicht und die politische Grenze von ihm abweicht und teilweise sogar über den Kanal hinweg pendelt.
Nach seiner Fertigstellung war der Kanal 67 m breit und 9 m tief. Bereits in den Jahren von 1907 bis 1914 wurde der Kanal auf 102 m Breite und 11 m Tiefe ausgebaut. Seit 1965 wird er beständig erweitert und soll eine durchgehende Breite von 162 erhalten.
Die durch den Bau des Kanals durchschnittenen Verbindungen der Verkehrswege werden durch Brücken und Fähren aufrecht erhalten. Weil bestehende Verbindungen zerschnitten wurden, wird von den Nutzern der Kanal-Fähren kein Fährgeld erhoben; bei der Nutzung von Fluß-Fähren ist das bekanntlich anders.

Bildrechte: nicht bekannt

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1905 - Elbe im Bereich der Wilstermarsch

1905 Elbe im Bereich der Wilstermarsch
Die im Bereich der Wilstermarsch fast 4 km breite Elbe ist der größte Strom, dessen Mündung in Deutschland liegt.
Der mächtige Strom hat mit seinen Ablagerungen die Landschaft der Wilstermarsch erst entstehen lassen, welche dann von den frühen Siedlern nach ihren Wünschen entwässert und gestaltet wurde.
Seit über achthundert Jahren schützen Deiche die Marsch vor den Gefahren der Elbe.
Die 1091 km lange Elbe entspringt in Tschechien, wo sie Labe genannt wird. Die Bedeutung des Wortes entspricht der bei uns verwendeten Bezeichnung, denn das von Albia bzw. Albis stammende Wort Elbe bedeutet „die Weiße“ oder „die Helle“, ein Name, dessen Bedeutung man aus der Abbildung gut nachvollziehen kann.
Auch den etwa am Deich in Brokdorf oder am Störort stehenden Betrachtern erschließt sich bei klarer Witterung dieser Name, wenn die Elbe hell glänzend vor ihnen liegt.

Bildrechte: W. Wilcke, Hamburg; Verlag Knackstedt & Näther

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1912 - Überschwemmung in der Wilstermarsch

1912 Überschwemmung in der Wilstermarsch
Im Winterhalbjahr waren in früheren Zeiten weite Flächen der bis auf wenige Ausnahmen erheblich unter dem Meeresspiegel liegenden Wilstermarsch regelmäßig überschwemmt.
Die Entwässerungsverhältnisse waren unzureichend. Die überwiegend vom Wind getriebenen Schöpfmühlen waren nicht hinreichend leistungsfähig. Wie Halligen ragten die Gehöfte aus dem Wasser. Dieser Zustand trat noch in den Jahrzehnten nach dem II. WK auf.
Erst durch den Einsatz leistungsfähiger Pumpen konnte dieser Zustand beseitigt werden. In den 1960-70er Jahren plante und baute der Ingenieur Peter J. von Holdt vom Deich- und Hauptsielverband Wilstermarsch mehrere moderne Schöpfwerke.

Bildrechte: Carl Kuskop, Ansichtskarten-Geschäft, Wilster
und 0932 AK

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1915 - Torfkahn auf dem Kudensee

1915 Torfkahn auf dem Kudensee
In früheren Zeiten verkehrten im Gebiet der Wilstermarsch auf größeren Gewässern, vornehmlich auf dem Kudensee und dem ab 1765 gegrabenen Burg-Kudenseer Kanal, sowie auf den Gewässern Walburgsau (Burger Au), Wilsterau und Holstenau viele plattbodige Fahrzeuge. Sie wurden als Fracht- und Arbeitsboote eingesetzt. Insbesondere wurden sie bei der Abtorfung der Hoch- und Niedermoore verwendet. Eine frühe Form der Abtorfung war die Gewinnung von Baggertorf aus der Sohle offener Gewässer.

Bildrechte: nicht bekannt; Signatur: BAR 41
Reg. mein-wilster. 1410 AK
Anmerkung: Mehr über die Gewinnung von Baggertorf ist in einer um 1785 verfassten Beschreibung nachzulesen - dazu die Datei unten aufrufen.

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1920 - Elbe im Bereich der Wilstermarsch

1920 Elbe im Bereich der Wilstermarsch
Die im Bereich der Wilstermarsch fast 4 km breite Elbe ist der größte Strom, dessen Mündung in Deutschland liegt.
Mächtige Deiche schützen die in weiten Bereichen unter dem mittleren Meersesspiegel gelegene Wilstermarsch vor den Gefahren, die von der Elbe ausgehen, und der sie dennoch ihre Existenz verdankt.
Die 1091 km lange Elbe entspringt in Tschechien, wo sie Labe genannt wird. Die Bedeutung des Wortes entspricht der hier verwendeten Bezeichnung, denn das von Albia bzw. Albis stammende Wort Elbe bedeutet „die Weiße“ oder „die Helle“, ein Name, dessen Bedeutung nachvollziehen kann, wer die Elbe im Licht von Sonne oder Mond vor sich glänzen sieht.

Bildrechte: Friedrich Schlüter, Wilster

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1920 - Gehöft in der Wilstermarsch - Wappen der Wilstermarsch

1920 Gehöft in der Wilstermarsch.
Die Künstlerkarte wurde kreiert für die Jugendspende Nordschleswig vom „Verein für das Deutschtum im Auslande – Landesverband Schleswig-Holstein“. Die Aktion erfolgte vermutlich in Folge des am 10.02.1920 in zwei Abstimmungszonen durchgeführten Plebiszits, mit welchem der Landesteil Nordschleswig (Gebiet zwischen der Stadt Flensburg und der Königsau südlich von Kolding) völkerrechtlich an Dänemark fiel, zur Unterstützung der dortigen großen deutschen Sprachgemeinschaft.
Der 1881 gegründete „Allgemeine Deutsche Schulverein zur Erhaltung des Deutschtums im Auslande“ hatte 1908 seinen Namen verkürzt; er war zunächst im wesentlich unpolitisch und widmete sich der Kulturpflege. Unter dem Einfluß der Nationalsozialisten kamen später andere Aspekte hinzu.
Auf der Anschriftseite (Bilder 2 und 3) der Karte befindet sich das Wappen der Wilstermarsch mit der Figur des Segnenden Christus (Salvator mundi = Retter der Welt), welcher die Weltkugel in seiner linken Hand trägt. Das Motiv des segnenden Christus geht zurück auf das 1607 zuerst belegte Siegel der alten Wilstermarsch-Kommüne, die Ende des 19. Jahrhunderts aufgehoben wurde.
Das Wappen ist heute noch Symbol des Amtes Wilstermarsch. Die leicht veränderte Figur ist wie folgt beschrieben: „In Blau der golden nimbierte, silbern und golden gekleidete Christus, die rechte Hand zum Segen erhoben, in der linken die rote Weltkugel mit goldenem Kreuz haltend.“

Bildrechte: nicht bekannt

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1922 - Überschwemmung der Wilstermarsch in Nortorf (Ex)

1922 Überschwemmung der Wilstermarsch in Nortorf
Bis weit in die zweite Hälfte des vergangenen Jahrhunderts waren weite Gebiete der Wilstermarsch in niederschlagsreichen Zeiten immer wieder großflächig überschwemmt. Die auf flachen Wurten/Warften gelegenen Gehöfte ragten dann aus der Wasserfläche wie bei Sturmfluten die Halligen in der Nordsee.
Die Karte zeigt eine derartige Situation um 1922 im Bereich des früheren in der Gemeinde Nortorf gelegenen Sladensee, dessen Gebiet heute von der Straße zwischen Schotten und Nortorf durchquert wird.
An den früher vorhanden gewesenen See erinnern noch die Ortsbezeichnung für die beiden "auf dem Salat" (Slaat) gelegenen Gehöfte.
Diese für die landwirtschaftliche Nutzung der Flächen misslichen Geschehnisse änderten sich entscheidend erst ab der Mitte des vergangenen Jahrhunderts. Die zu größeren Sielverbänden zusammengefassten Entwässerungsgebiete wurden schrittweise im sogenannten "Inneren Ausbau" mit leistungsfähigen Vorflutern und Unterschöpfwerken versehen, an den Mündungen der Wettern an Stör und Elbe wurden die neu errichteten Sielbauwerke mit sehr leistungsfähigen Schöpfpumpen ausgerüstet.
Der Deich- und Hauptsielverband Wilstermarsch in Wilster betrieb diese Maßnahmen über den Zeitraum von drei Jahrzehnten mit großem Nachdruck und setzte für Planung und Bauleitung eigenes Fachpersonal ein. Die Baukosten wurden nur zu einem geringen Teil über die Beiträge der veranlagten Flächen aufgebracht, da große Summen öffentlicher Gelder von Bund und Land zur Verfügung gestellt wurden.

Bildrechte: Heinrich Ballerstädt, Wilster
Anmerkung: Die Karte befindet sich in einer externen Sammlung

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1922 - Überschwemmung im Gebiet des Sladensee

1922 Überschwemmung im Gebiet des Sladensee
Bis weit in die 1960er Jahre wurden Gebiete in der Wilstermarsch häufig großflächig überschwemmt.
Erst die vom Deich- und Hauptsielverband Wilstermarsch für die einzelnen Sielverbände errichteten leistungsfähigen Schöpfwerke machten diesen für die Landwirte mißlichen Ereignissen ein Ende. Mit Planung und Bau der Schöpfwerke waren u.a. die Ingenieure Uwe Paulsen, Franz Kohak, Christian Garlipp und Peter von Holdt betraut.
Die Abbildung zeigt eine Überschwemmung im Bereich des früheren in der Gemeinde Nortorf gelegenen Sladensee, dessen Gebiet heute von der Straße zwischen Schotten und Nortorf durchquert wird.
An den früher vorhanden gewesenen See erinnern noch die Ortsbezeichnung für die beiden "auf dem Salat" (Slaat) gelegenen Gehöfte.
Die Ansichtskarte wurde verausgabt vom Verlag. J. J. Augustin in Glückstadt und Hamburg
um für das von ihm verlegte "Heimatbuch des Kreises Steinburg" in 3 Bänden zu werben (sh. Bild 2).

Bildrechte: Ballerstädt, Wilster

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1925 - Torfgewinnung in der Wilstermarsch

1925 Torfgewinnung in der Wilstermarsch.
In den zwischen der durch die Flüsse höher aufgeschlickten Marsch und dem Rand der Geest tiefer gelegenen Senken waren in den letzten Jahrtausenden Moore entstanden, welche seit dem achtzehnten Jahrhundert sukzessive abgebaut wurden.
In der Wilstermarsch waren das zuletzt insbesondere die Gebiete Vaalermoor und um den Kudensee.
Die abgebildete Szene von der körperlich harten Arbeit des Torfstechens könnte am Kudensee entstanden sein.

Bildrechte: A. Hübner, Itzehoe.

Die Ansichtskarte wurde verausgabt vom Verlag. J. J. Augustin in Glückstadt und Hamburg um für das von ihm verlegte "Heimatbuch des Kreises Steinburg" in 3 Bänden zu werben

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1925 - Torfkähne auf den Gewässern

1925 Torfkähne auf den Gewässern
Die uns heute so schmal und unscheinbar erscheinenden Flüsse Wilsterau, Burger Au und Holstenau sowie die kleinen künstlich gegrabenen Kanäle wie der Burg-Kudenseer-Kanal erfüllten früher nicht nur Funktionen für die Entwässerung, sondern waren auch Lebensadern für Handel und Verkehr. So beherbergte früher nicht nur die Stadt Wilster eine große Anzahl an Schiffern und Kahnfahrern mit jeweils eigenen Schiffen, sondern auch das am Rande der Wilstermarsch am Hang des Dithmarscher Kleve liegende Burg war bereits in den ersten Jahrzehnten nach 1800 wohl Heimat von bis zu 40 dort ansässigen Schiffern und Kahnfahrern. So nimmt es kein Wunder, daß die aus der Wilstermarsch in den Ort Burg führende Straße noch heute Hafenstraße heißt, eine weitere Straße "Am Hafen".
Wie die Wilsteraner Schiffer transportierten seinerzeit die Burger Schiffer und Kahnfahrer neben allen möglichen Produkten des Bedarfs und der damaligen im Land erzeugten Waren in ganz erheblichem Umfang auch Torf als Brennmaterial nach Wilster, Glückstadt, Altona und Hamburg. Bereits um 1760 gab es Torf-Stapelplätze an Wilsterau, Holstenau und Burger Au.
Der Burg-Kudenseer-Kanal wurde um 1765 gegraben, um den Kudensee mit der Elbe zu verbinden und so das Wasser des Sees und des angrenzenden Niederungsgebietes besser abführen zu können, da die rückwärtige Abführung über Burger Au und Wilsterau mit erheblichen Problemen verbunden war.
Der Burg-Kudenseer Kanal führte nach Büttel und entwässerte über die dortige Deichschleuse. Er machte auch die sich rasch vollziehende Abtorfung des die Landschaften Dithmarschen und Wilstermarsch trennenden Grenzmoores möglich. Das Grenzmoor (die vom Kudensee ausgehende sogenannte "Seebank" reichte ursprünglich bis zur Elbe) galt zuvor aus Verteidigungsgründen als auch aus Gründen des Sturmflutschutzes lange Zeit als unantastbar.
Über den Burg-Kudensee-Kanal fuhren bis in die 1930er Jahre sehr viele mit Torf für Hamburg beladene Lastkähne; in Hochzeiten wurden jährlich bis zu 2.000 Kahnladungen Torf aus der am Hochmoor vorgenommenen Abtorfung über den Kanal abtransportiert.

Bildrechte: Graph. Kunstverlag H. Lukow, Hannover

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1930 - Blick vom Aussichtsturm Burg über die Wilstermarsch (SF)

1930 Blick vom Aussichtsturm Burg über die Wilstermarsch
Vom Aussichtsturm in Burg hat man einen wundervollen Blick über die Ortschaft und weiter über den Rand des Klev hinaus auf das Burger Feld, den die Marsch durchschneidenden Kaiser-Wilhelm-Kanal (Nord- Ostsee- Kanal), die weite ebene Wilstermarsch und bis zur Elbe mit deren jenseitigen Ufer.
Der 21 m hohe Aussichtsturm steht auf dem 66 m hohen Wulfsboom, der zweithöchsten Erhebung Dithmarschens.
In den zum Aussichtsturm gehörenden Gebäuden befindet sich heute das Waldmuseum Burg , in welchem die heimische Tier- und Pflanzenwelt erlebt werden kann.
Rechts ist auf dem heute noch so benannten Mühlenberg am Rand des Klev die lange schon verschwundene Windmühle erkennbar.
Das weiße Gebäude im Vordergrund ist die seinerzeitige Mosterei von Adam Schmidt, welche sich heute zu einem weit über Burg hinaus bekannten Getränkehandel entwickelt hat. Noch heute lassen in dem Betrieb auch viele Steinburger ihre Äpfel zu Saft vermosten.

Bildrechte: nicht bekannt
Die Abbildungen der Ansichtskarte wurden freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Rudolf Böckmann, Burg in Dithmarschen

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1930 - Schöpfmühle in der Wilstermarsch

ca. 1930 Schöpfmühle in der Wilstermarsch
Bei der Abbildung handelt es sich nicht um eine Ansichtskarte, sondern um ein Sammel-Bild
Noch nach der vorletzten Jahrhundertwende bestimmten Hunderte von Schöpfmühlen das Landschaftsbild der Wilstermarsch.
Im Jahre 1866 hatte es in der Wilstermarsch 284 Schöpfmühlen gegeben, wovon im Jahre 1921 immer noch 107 vorhanden waren.
Diese vom Wind angetriebenen und heute in der Wilstermarsch fälschlich Bockmühlen genannten Schöpfmühlen schöpften mittels einer archimedischen Schnecke das Wasser aus den Entwässerungsgräben in die höher gelegenen Wettern. Sie hielten die unter dem Meeresspiegel liegende Marsch trocken.
Die seit 1960 bei Honigfleth als Baudenkmal aufgestellte und als Wahrzeichen der Wilstermarsch dienende „Bockmühle Honigfleth“ ist keine Bockmühle, sondern entsprechend ihrer Bauart eine Köcherwindmühle bzw. Kokerwindmühle, auch kurz Kokermühle genannt; vielfach wurde diese Mühlenart auch Wippmühle genannt.

Bildrechte: Verlag Ernst Lübbe, Wischhafen

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1937 - Bestickungsarbeiten an den Deichen

1937 Bestickungsarbeiten an den Deichen.
Seit dem 12. Jahrhundert wird die weitgehend unter dem mittleren Meeresspiegel liegende Wilstermarsch durch Deiche geschützt. Diese immer wieder den Bedrohungen durch Sturmfluten angepaßten Deiche bedingen einen hohen Unterhaltungsaufwand, welcher zunächst gemäß dem Spadelandsbrief („Keen nich will dieken, de mutt wieken") von den jeweiligen Deichpflichtigen zu erfüllen war. Später erfolgte die Deichunterhaltung auf genossenschaftlicher Basis durch die Deichverbände; heute hat das Land Schleswig-Holstein die Aufgabe zur Erhaltung und Unterhaltung der Landesschutzdeiche übernommen.
Die Abbildung zeigt Bestickungsarbeiten an einem Deichfuß; dabei werden bei einem neu angelegten Deich bzw. bei einer erforderlich gewordenen Neuandeckung von Grassoden diese mit Reeth oder Stroh bis zum Anwachsen gesichert. Mittels der sogenannten Deichnadel werden quer zur Lagerichtung der ausgebreiteten Abdeckung Strohseile in den Boden gedrückt.

Bildrechte: Verlag Husumer Postkarten-Vereinigung

Anmerkung: Der „Spade-Land-Brief“ von 1438 für die Wilstermarsch ist eine der ältesten überlieferten Regelungen für die Pflicht zur Deichunterhaltung. Er war in seiner Konsequenz überaus drastisch. Konnte ein Besitzer eines zur Deichlast verpflichteten Grundstückes seinen Pflichten nicht nachkommen, wurde in seinem Deichabschnitt ein Spaten in den Deich gesteckt. Wer den Spaten heraus zog, übernahm die Deichpflicht und erhielt dafür das deichpflichtige Grundstück. Der vorherige Eigentümer verlor somit seinen Besitz!
Die Härte der Regelung war dadurch begründet, dass der Schutz der tiefliegenden Wilstermarsch von der Wehrfähigkeit des schwächsten Deichabschnittes abhängig war.

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1965 - Blick über den Luftkurort Burg, den NOK und die Wilstermarsch (SF)

1965 Blick über den Luftkurort Burg, den Nord-Ostsee-Kanal und die Wilstermarsch
Das Luftbild zeigt einen Blick über Burg in Dithmarschen weiter über den Rand des Klev hinaus auf das Burger Feld, den die Marsch durchschneidenden Kaiser-Wilhelm-Kanal (Nord- Ostsee- Kanal), die weite ebene Wilstermarsch und bis zur Elbe mit deren jenseitigen Ufer.
Der Nord-Ostsee-Kanal ist noch nicht von den heute vorhandenen Windschutzpflanzungen gesäumt.
Jenseits des Kanals liegen die von Bäumen umstandenen Gehöfte wie Inseln in der ebenen Marsch.

Bildrechte: Maschke Zimmer, Inh. R. Schneider, Burg in Dithmarschen
Die Abbildungen der Ansichtskarte wurden freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Rudolf Böckmann, Burg in Dithmarschen

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