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1836 - 1936 Firmenjubiläum - 1836 bis 1965 Firma Heins - Laackmann - von Osten am Kohlmarkt

1936 Firmenjubiläum - 1836 bis 1965 Firma Heins - Laackmann - von Osten am Kohlmarkt
Im Jahre 1936 feierte die am Kohlmarkt mit Landesprodukten, Dünger und Kohlen handelnde Firma von Hinrich M. Laackmann ihr hundertjähriges Bestehen.

Gründer der Firma war der aus Balje stammende Kaufmann Friedrich August Heins, der hier auf dem Grundstück Oevelgönne 601 / 602 (so hieß seinerzeit der untere Teil der heute Kohlmarkt genannten Straße) einen Gewürzhandel einrichtete und sich bald sehr erfolgreich dem Handel mit Butter widmete.
Zur Geschichte des Betriebes sowie zu genealogischen Informationen zu den jeweiligen Firmeninhabern findet sich mehr in der unten ergänzend aufrufbaren Datei.
Bild 1 zeigt das geschmückte Geschäftshaus im Jahre 1936
Bilder 2 und 3 zeigen Blumengrüße von Geschäftskunden
Bild 2 läßt aus dem Aushang links erkennen, mit welchen Produkten der Betrieb im Jubiläumsjahr vorrangig handelte; zu lesen ist u.a.: Kainit, Kalisalz, Kalk und Mergel, Kartoffeln, Knochenmehl, Kohl und Rüben, Stroh, Stickstoff, Thomasmehl, Torfstreu, Saatgetreide, Schmiedeketten,
Bild 3 verdeutlicht mit der Hakenkreuzflagge, daß auch in das Wilsteraner Geschäftsleben der damals - leider - in Deutschland vorherrschende Zeitgeist bereits eingezogen war.
Bild 4 zeigt, wie im Jahre 1868 Butter für den Versand bereitet wurde. Die zuvor im Butterfaß aus dem Rahm der Milch gestampfte Buttermasse wurde in hölzernen Mollen geknetet, um das Wasser aus der Buttermasse zu entfernen; anschließend wurde die fertige Butter zum Versand in hölzerne Fässer gefüllt.

Bildrechte:
Bild 1: nicht bekannt
Bilder 2 und 3: Heinrich Ballerstädt, Wilster
Bild 4: vermutlich Hans-Peter Mohr, Wilster
Die Informationen und Bilder für das vorgestellte Objekt wurden freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Dieter Voss, Burg in Dithmarschen.

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1936 - Geschäftshaus der Firma Hinrich M. Laackmann am Kohlmarkt

1936 Geschäftshaus der Firma Hinrich M. Laackmann am Kohlmarkt.
Im Jahre 1936 konnte die am Kohlmarkt mit Dünger und Kohlen handelnde Firma von Hinrich M. Laackmann ihr hundertjähriges Bestehen feiern. Die Jahreszahlen am Giebel sowie der Kranzschmuck weisen auf diesen Anlaß hin.
Die Vorderfront des Gebäudes ist bereits verändert gegenüber älteren Aufnahmen, welche noch die früher in Wilster häufig vorhandene Fachwerk-Bauweise zeigen.
Im Jahr 1958 bestand die Firma offenbar nicht mehr, denn sie ist in dem aus diesem Jahr stammenden Wilsteraner Adressbuch nicht mehr verzeichnet. Das Gebäude stand in den 1960er Jahren sogar eine Zeit lang leer.

Bildrechte: nicht bekannt
Das Foto wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Dieter Voß, Burg in Dithmarschen

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1868 - Verarbeitung von Butter aus der Wilstermarsch für den Handel (SF)

1868 Verarbeitung von Butter aus der Wilstermarsch für den Handel
Im Gebäude Oevelgönne 601 / 602 (heute Kohlmarkt 41) wurde ab 1836 die Butter-Handlung von Friedrich August Heins betrieben. Die Firma lieferte dieses Produkt der Wilstermarsch vorrangig nach Hamburg, aber auch nach England, Spanien und Portugal.
Wie die Abbildung zeigt, wurde in hölzernen Mollen das Wasser aus der Buttermasse geknetet und die fertige Butter dann für den Versand in hölzerne Fässer gefüllt. Die Buttermasse war zuvor im Butterfaß aus dem Rahm der Milch gestampft worden.
Der Molle genannte Trog war nicht aus einzelnen Brettern zusammengefügt, sondern aus einem halben Holzstamm gehauen. Wegen der so entstandenen runden Mule wurde das Gefäß "Molle" genannt.
Die etwa 1,00 m lang und rund 50 cm breiten Mollen wurden auch verwendet, um Brotteig vorzubereiten und zu kneten.
Hölzerne Mollen jeder Größe wurden früher häufig vielfältig gebraucht. Heute erinnert nur noch der Familienname Mollenhauer an das mit der Fertigung der Mollen befaßte alte Handwerk.

Bildrechte: vermutlich Hans-Peter Mohr, Wilster
Anmerkung: Die Ansichtskarte ist auf Fotopapier der Marke Mimosa gezogen (diese Firma war 1904 in Dresden gegründet worden; nach 1945 wurde der Betrieb Mimosa in Kiel wiederbegründet)
Die Ansichtskarte befindet sich in der Sammlung Dieter Voss, Burg in Dithmarschen

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1870 - 1870 Oevelgönne und Kohlmarkt (SF)

1870 Oevelgönne und Kohlmarkt
Blick vom heutigen unteren Kohlmarkt - der Abschnitt der Straße hieß früher Oevelgönne (över gunne = auf der anderen Seite) - stadteinwärts.
An der Brücke über den Burggraben steht eine Personengruppe vor dem im Jahre 1819 errichteten ursprünglichen Gebäude der „Wilsterschen Zeitung“ von J.P.A. Schwarck; das Gebäude mußte 1911 einem Neubau des genannten Betriebes weichen.
Vor dem im Hintergrund quer zur Straße stehenden Gebäude lag ein kleiner dreieckiger Platz, der vormals als Kohlenmarkt diente und später der gesamten Straße den Namen gab.
Ganz links steht das Geschäftshaus Oevelgönne 601 / 602 (heute Kohlmarkt 41), in welchem ab 1836 der Kaufmann Friedrich August Heins einen Gewürz- und Butterhandel eingerichtet hatte.

Bildrechte: Hans-Peter Mohr, Wilster
Die Karte befindet sich in der Sammlung Dieter Voss, Burg in Dithmarschen

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1868 - Verarbeitung von Butter aus der Wilstermarsch für den Handel

1868 Verarbeitung von Butter aus der Wilstermarsch für den Handel
Im Gebäude Oevelgönne 601 / 602 (heute Kohlmarkt 41) in Wilster wurde ab 1836 die Butter-Handlung von Friedrich August Heins betrieben. Die Firma lieferte dieses Produkt der Wilstermarsch vorrangig nach Hamburg, aber auch nach England, Spanien und Portugal.
Wie die Abbildung zeigt, wurde in hölzernen Mollen das Wasser aus der Buttermasse geknetet und die fertige Butter dann für den Versand in hölzerne Fässer gefüllt. Die Buttermasse war zuvor im Butterfaß aus dem Rahm der Milch gestampft worden.
Der Molle genannte Trog war nicht aus einzelnen Brettern zusammengefügt, sondern aus einem halben Holzstamm gehauen. Wegen der so entstandenen runden Mule wurde das Gefäß "Molle" genannt.
Die etwa 1,00 m lang und rund 50 cm breiten Mollen wurden auch verwendet, um Brotteig vorzubereiten und zu kneten.
Hölzerne Mollen jeder Größe wurden früher häufig vielfältig gebraucht. Heute erinnert nur noch der Familienname Mollenhauer an das mit der Fertigung der Mollen befaßte alte Handwerk.

Bildrechte: vermutlich Hans-Peter Mohr, Wilster
Anmerkung: Robert Friedrichs macht sich seit Jahren dadurch verdient, daß er alte Foto aus der Sammlung seines Großvaters Werner Behning als Repros alter Postkarten oder mittels des Alt-Wilster-Kalender interessierten Heimatfreunden anbietet. Wer diese oder von den Originalnegativen gezogene Fotografien erwerben möchte, den verweisen wir auf die Seite Alt-Wilster

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1960 - Textil-Kaufhaus J.P.T.Andersen Söhne

1960 Geschäftshaus der Firma J.P.T. Andersen Söhne am Markt
Das in den Jahren 1912/13 erbaute Geschäftshaus der damaligen Firma J.P.T. Andersen Söhne beherrscht auch heute noch die Südseite des Marktplatzes.
Die Firma Andersen war seinerzeit das bedeutendste Textilwaren Geschäft in Wilster; gegründet wurde die Firma an dem Standort im Jahre 1835 - sie beging 1960 ihr 125-jähriges Firmenjubiläum.
Heute besteht die Firma nicht mehr; das imposante Gebäude wird gegenwärtig (2013) vom Möbelhaus Wolfsteller, der Raiffeisenbank und dem Eis-Café Rialto genutzt.
In dem Gebäude links wurde früher der Barbier, Frisier & Haarschneidesalon von Detlef Heesch betrieben; in dem Gebäude hatte zeitweilg Werner Viergutz sein Geschäft (Uhren, Schmuck) und danach der Optiker Erwin Tiedemann.
Rechts und bereits an der Op de Göten stehend das 1896 errichtete prächtige Gebäude der vormaligen "Adler Drogerie" Meyer mit seiner aufwendigen Klinker Fassade und dem Turm-Giebel.

Bildrechte: Werner Behning, Wilster
Anmerkung: Robert Friedrichs macht sich seit Jahren dadurch verdient, daß er alte Foto aus der Sammlung seines Großvaters Werner Behning als Repros alter Postkarten oder mittels des Alt-Wilster-Kalender interessierten Heimatfreunden anbietet. Wer diese oder von den Originalnegativen gezogene Fotografien erwerben möchte, den verweisen wir auf die Seite Alt-Wilster

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HERTHA - AXEL von WILSTER - MATHILDE c

HERTHA - AXEL von WILSTER - MATHILDE
Die jetzt in Wilster beheimatete HERTHA wurde im Jahre 1966 abermals vergrößert. Auf der Johann-Brockmüller Werft in Glückstadt wurde sie auf insgesamt 33,5 Meter Länge gebracht, wonach sie eine Tragfähigkeit von 154 t hatte. Die ursprüngliche Länge des Schiffes war somit fast verdoppelt.
Aus HERTHA wurde zu diesem Zeitpunkt die „AXEL von WILSTER“.
Das Bild 1 zeigt die AXEL von WILSTER ex HERTHA im Jahr 1967 inmitten eines Päckchens weiterer Binnenmotorschiffe vor der Geesteschleuse; die Geeste war wegen eines verunglückten Fischdampfers gesperrt.
Von der Geeste ging es weiter im Verlaufe des Elbe-Weser-Schifffahrtsweges über den Hadelner Kanal zur Elbe bei Otterndorf.
- In der vorderen Reihe liegen (von links nach rechts):
"URSULA" - Wilster - (ex "VENUS") von Johannes Suhl, Wilster, Bj. 1905, Fack - Itzehoe
"ADOLPH" - Hamburg von Hermann Mink aus Drochtersen. Bj. 1901 - Hoogezand
"AXEL" - Wilster (ex "HERTHA") von Karl Hugo Hein, Wilster. Bj. 1914, Junge -Wewelsfleth
"MIGNON" von Erich Block, Wewelsfleth
"LISA II" (ex "STADENSIA") von Schiffer Braak aus Grünendeich
- In der mittleren Reihe liegen (von links nach rechts):
"BRITTA" (ex "GERTRUD", ex "BERTTHA") von Günther Raap aus Freiburg. Bj.1906, Johs. Thormählen - Elmshorn
"DORA" - Freiburg von Georg Raap aus Freiburg. Bj. 1910, Lucas Mulder - Martenshoek
- unbekannt -
"JOHANNA" - Glückstadt von J. Junge aus Glückstadt. Bj. 1908, Jacobs - Moorrege
- hintere Reihe mittig:
Die spätere "ROLF-JÖRG" von Hermann Mink aus Drochtersen
Bild 2 zeigt die ebenfalls in Wilster beheimatete URSULA von Schiffer Suhl an den Dalben.
Im Jahre 1968 wurde die AXEL von WILSTER ex HERTHA an den Mühlenbesitzer Hans Reimers in Kellinghusen verkauft, für den sie mit Setzschiffern besetzt bis 1982 fuhr. Danach wurde sie wegen mangelnder Wirtschaftlichkeit und nachteiliger Veränderungen des Fahrwassers der Stör aufgelegt. Zur damaligen Zeit wurden fast alle alten Ewer abgewrackt.
Der AXEL von WILSTER ex HERTHA blieb dieses Schicksal erspart, sie wurde privat erworben und von dem neuen Eigner fast original in ihren ursprünglichen Zustand zurück gebaut. Nach dem auf der Werft von Günter Muche an der Dove-Elbe bei Hamburg Allermöhe durchgeführten Rückbau wies sie mit 18,5 x 4,2 x 1,35 Meter nahezu wieder ihre alten Maße auf, zudem wurde sie wieder als Besan-Ewer aufgeriggt. Es versteht sich von selbst, daß gleichzeitig das Schiffsinnere zeitgemäß und wohnlich umgestaltet wurde. Genau ein dreiviertel Jahrhundert nach ihrem ersten Stapellauf wurde der wundervoll wieder hergerichtete alte Ewer wieder seinem Element übergeben. Sie wurde umbenannt in MATHILDE
Seit 1993 ist der Heimathafen der MATHILDE ex AXEL von WILSTER ex HERTHA der Museumshafen Lübeck. Wenn sie nicht gerade in den Küstengebieten von Nord- und Ostsee unterwegs ist, kann sie dort in neuer alter Pracht bewundert werden (Bilder 3 und 4)
Bild 4 zeigt den Begründer dieser Heimat-Seite vor der in Lübeck liegenden MATHILDE

Bildrechte Bilder 1 und 2: nicht bekannt
Bilder und Informationen wurden freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Frau Liane Hein, Wilster
und Herrn Andre Konietzko, Elmshorn.
Bildrechte Bilder 3 und 4: Traute von Holdt, Tungeln

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1909 - Schmiede Jurzyk am Krumwehl

1909 Schmiedebetrieb Jurzyk am Krumwehl
Die Schmiede wurde von W. Jurzyk um 1900 gegründet; der Sohn Karl Jurzyk erweiterte später den Betrieb um eine Schlosserei und führte ihn bis 1962.
Werner von Osten, der den Betrieb bis 1966 geführt hatte, übernahm ihn und erweiterte ihn kontinuierlich.
Leider konnte die Stadt Wilster dem Betrieb kein Gelände mit der notwendigen Entwicklungsmöglichkeit anbieten, weshalb 1993 eine Auslagerung des Betriebes Metall-, Maschinen- und Stahlbau in die Gemeinde Büttel erfolgte.
Weitere Infos und alte Bilder gibt es hier über den Betrieb von Osten

Bild 1: Bildrechte nicht bekannt
das Foto wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von der Firma Werner von Osten, Büttel
Bild 2: Bildrechte: Robert Friedrichs, Wilster - Sammlung Werner Behning
Anmerkung: Robert Friedrichs macht sich seit Jahren dadurch verdient, daß er alte Fotos aus der Sammlung seines Großvaters Werner Behning als Repros alter Postkarten oder mittels des Alt-Wilster-Kalender interessierten Heimatfreunden anbietet. Wer diese oder von den Originalnegativen gezogene Fotografien erwerben möchte, den verweisen wir auf die Seite Alt-Wilster

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03 - Wilsterau - Holstenau und Burger Au

Grenze von Marsch und Geest
Luftbild von Burg in Dithmarschen - Übergang zwischen den Landschaftsformen
Links am Bildrand ist die Burger Au zu erkennen; sie ist ein Nebengewässer der Wilsterau, deren ursprünglicher Oberlauf die Holstenau ist!

Auf dem Luftbild ist der harte Übergang zwischen den Landschaften Marsch und Geest erkennbar. Neben den natürlichen landschaftlichen Elementen fällt im Vordergrund der kreisrunde Wall der Bökelnburg auf, einer aus altsächsischer Zeit stammenden und um das Jahr 800 errichteten Volksburg.
Der Blick geht von der waldreichen Geest und über den Ort Burg hinweg in die weite Marschenlandschaft, die aus mächtigen eiszeitlichen Sedimentablagerungen gebildet wurde.
Steil aus der weiten und ebenen Marsch steigt der weitgehend bewaldete Klev als Rand der Geest auf. Seine Form verrät, daß er vor Jahrtausenden (etwa vor 4000 bis 5000 Jahren) von den Gezeiten des Meeres geformt wurde, welches bis zu seinem Fuß reichte.
Parallel zum Rand des Klev fließt die Burger Au, welche lange Zeit wichtigster Zufluß der Wilsterau war und in welche sie beim Kattenstieg einmündete.
Obwohl die Burger Au mit dem Helmschen Bach zuletzt wohl mehr Wasser führte als die Holstenau, ist jedoch die letztere der eigentliche Quellfluß der Wilsterau.
Nach dem Bau des Kaiser-Wilhelm-Kanal ist die Holstenau sogar in mehrere Abschnitte zerteilt worden, die heute grabenähnliche Erscheinungsbilder aufweisen.
Im Mittelalter mündete die Burger Au nicht sehr weit entfernt von der jetzigen Landstraße in die Wilsterau, bis der Hauptlauf vermutlich aus Entwässerungsgründen zum jetzigen Kattenstieg gegraben wurde. Der alte Verlauf der Burgerau in diesem Abschnitt ist auf Luftbildern aus den Flurzuschnitten noch deutlich erkennbar. Das verlassene Gewässerbett der Burger Au wurde auch nicht verfüllt, sondern bildete sich in die Form eines Entwässerungsgraben zurück.

Weshalb die Holstenau viel älter ist als die Burger Au und sie daher der Quellfluß der Wilsterau ist, wird nachfolgend dargelegt.
Der Wasserspiegel der Elbe lag während der letzten Eiszeit wegen des unter dem Eisschild und in mächtigen Gletschern gebundenen Eises ganz erheblich tiefer als heute. Vor etwa 20.000 Jahren zum Höhepunkt der Weichseleiszeit lag gegenüber heute der Meeresspiegel 100 bis 120 m tiefer.
Die durch Ablagerungen der Eiszeit gebildete Geest wurde von vielen Rinnsalen entwässert, die in dem hier betrachteten Gebiet direkt, wenn auch in vielen Windungen, in die Ur-Elbe entwässerten. Sie wuschen das bindige Material aus und schufen so weitgehend unfruchtbare (d.h. güste Flächen; daher der Begriff "Geest") und beförderten dieses in die heutige Marsch.
Zu diesen Rinnsalen gehörten beispielsweise die später so bezeichneten Gewässer Holstenau/Wilsterau, die Bekau und auch die Stör, deren in die Geest einschneidenden Bach- bzw. Flußtäler noch heute gut in der Topographie erkennbar sind.
Die Burger Au existierte noch nicht; hangparallele Gewässer bilden sich natürlicherweise nicht. Der Fuß der Geest war gut entwässert, denn zur Elbe hin bestand ein großes Gefälle!
Die Situation änderte sich mit dem Abschmelzen des Inlandeises und mit dem damit einhergehenden beständigen Anstieg des Meeresspiegels. In der Zeit vor 7.000 Jahren erfolgte der Anstieg mit etwa 2 m im Jahrhundert relativ rasch. Danach trat eine Zeit auf, in welcher sich der Anstieg des Meeresspiegels verlangsamte, zeitweilig zum Stillstand kam und sogar Rückzugsphasen auftraten. Die vorrückende Nordsee überflutete das Gebiet und führte zu beständigen Über- und Umlagerungen. Die Ablagerungen stammten von den Gletschern im Osten und höhten das weite Urstromtal der Elbe allmählich auf. Durch Sedimentation entstand Marsch- und Schwemmland. Das Entwässerungssystem der Geestabflüsse – so auch der Holstenau/Wilsterau - blieb dabei jedoch in seinen Grundzügen erhalten. Zuletzt erreichte das Meer den das Urstromtal der Elbe begrenzenden Geestrand. Sturmfluten formten ihn durch Abrasion um und bildeten das langgestreckte steil aus der Marsch aufragende Kliff – den Klev. Die ehemalige Meeresküste ist auf Luftbildern gut zu erkennen.

Die Burger Au (Walburgsau) gab es noch nicht, sie sollte erst noch entstehen.
Vor dem nach Ansteigen des Meeresspiegels durch Abrasion infolge Sturmfluten entstandenen Kliff (dem Klev genannten bis zu 40 m hohen Steilhang der Hohen Geest) bildete das Meer mit dem vom Geestrand abgetragenen Material Strandwälle bzw. Nehrungen aus. Weil sich auf den Strandwällen Dünen bildeten, bezeichnet man sie als Donn (= Düne). Diese behinderten den Abfluß der vor dem Klev gelegenen Flächen und des von der Geest kommenden Hangdruckwassers.
In dem hier betrachteten Bereich schließt der ehemalige Strandwall bei Norderdonn an den Klev und zieht sich dann über St. Michaelisdonn, Dingerdonn, Warferdonn bis Averlak und endet bei Taterphal. Östlich von Taterphal hinderte das dort aufgewachsene und bis zur Elbe reichende hohe Moor den Abfluß aus der keilförmigen Senke zwischen Donn und Klev. Es entstand vom sich in der Senke ausbildenden Kuden-See aus in nordöstlicher Richtung ein Abflußgerinne: die Burger Au bzw. Walburgsau, die in die Holstenau/Wilsterau einmündete.
Die Moore hatten sich gebildet, nachdem in Ufernähe der Flüsse durch Sedimentation das Gelände schneller als in den flußferneren Bereichen aufwuchs und somit deren Entwässerung unterbrach. Die unterschiedlich breiten sogenannten Uferrehnen bzw. breiten Uferwälle an Elbe, Stör und auch der Wilsterau sind heute am Geländerelief noch gut erkennbar. Sie wurden in historischer Zeit zuerst besiedelt. In den in ihrem Abfluß gestörten sumpfigen Senken entstanden Moore und Blänken (z.B. der Kudensee, daneben aber auch mehrere in früheren Zeiten in der Marsch vorhandene flache Seen).

Die nach Zeiten erheblicher Wassersnot der Wilstermarsch von unbekannter Hand am 22. Februar 1721 gefertigte und stark verzerrte Handzeichnung (Bild 2) verdeutlicht, daß vor etwa 300 Jahren die für das Entstehen der Burger Au maßgebliche topografische Situation noch vorhanden war.
Oben am Kartenrand ist der ausgedehnte Kudensee mit seinem Abflußgerinne Burger Au zur Wilsterau/Holstenau zu erkennen. Er füllte nahezu die gesamte Senke zwischen Klev und Hochmoor aus, denn südlich des Kudensees versperrt das ausgedehnte Hochmoor wie ein Querriegel den Abfluß. Im Bereich des Schenkeldeiches (in Höhe der heutigen Schenkel-Brücke) allerdings haben zahlreiche Rinnen das Moor zerstört und bedrohen so die tief gelegene Marsch mit dem Hochwasser des seinerzeit noch sehr großflächigen Kudensees. Der Abfluß des Sees nach Westen ist versperrt durch den Donn (ehemaliger Strandwall), welcher aus Nord-Süd Richtung kommend rechtwinklig auf das Hochmoor trifft.
Als Abflußhindernisse erzwangen Hochmoor und Donn den Abfluß des Kudensees nach Osten zur Wilsterau/Holstenau.
Die beigefügten Kartenausschnitte (Bilder 3 und 4) aus der 1659 von Caspar Dankwerth herausgegebenen "Neue Landesbeschreibung der zwei Herzogtümer Schleswig und Holstein") verdeutlichen u.a. die alte Situation der Gewässer, wie sie vor der Abtorfung der Hochmoore und dem Bau des NOK vorhanden war. Insbesondere die Darstellung der Flüsse, Höhen und Moore zeigen augenscheinlich, dass die Holstenau der ursprüngliche Oberlauf der Wilsterau war und erst nach Steigen des Meeresspiegels, der Entstehung der Donns und das Aufwachsen des Hochmoores sich das Gerinne der Burger Au in östliche Richtung entwickelte.

Im Fazit ist zu dem hier behandelten Thema festzustellen, daß die Burger Au viele Jahrtausende jünger ist als die Holstenau/Wilsterau.
Die Burger Au ist ursprünglich ein Nebenfluß der Holstenau/Wilsterau!

Bildrechte: nicht bekannt

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1952 - St. Margarethen - Kirche, Dorfstraße, Hauptstraße, Hafen

1952 St. Margarethen - Kirche, Dorfstraße, Hauptstraße, Hafen

oben links: Die der Heiligen Margaretha geweihte Kirche, die dem Ort den Namen gab.
oben rechts: Marktplatz an der Einmündung der Poststraße in die Dorfstraße. Links Kolonialwarenladen im Gebäude Dorfstraße 15; das Gebäude ist um 1914 nach den Plänen des bekannten örtlichen Baumeisters Johannes Wiekhorst aufgestockt worden. Rechts das heute unter Denkmalschutz stehende Haus „von Osten“, es beherbergte die erste Poststelle des Dorfes. In ihm bestand langeZeit der Gasthof „Zur Traube“ von Martin von Osten.
unten links: Einmündung der Dorfstraße in die Hauptstraße; rechts die Drogerie; in dem Gebäude wurde zeitweilig auch die Pension Matthiessen betrieben.
unten rechts: Der Hafen St. Margarethen wurde bis vor wenigen Jahrzehnten noch von kleinen Frachtschiffen angefahren, welche ihn über den durch das breite Vorland führenden Priel erreichen konnten.

Am Hafen St. Margarethen, welcher vor dem Deich im Außentief des Nortorf-Neuenhafener-Kanals lag, hatten sich seinerzeit drei Mühlenbetriebe angesiedelt (Walter Siemen, Claus von Bloh, Gustav Bols), deren Mühlen von Dampfmaschinen angetrieben wurden. Das Getreide wurde per Schiff angeliefert bzw. weiter transportiert und durch Sauganlagen oder mittels einer „Sackhebeanlage“ gefördert. Die Mühlen Bols und Siemen waren bis in die 1950er Jahre in Betrieb. Die Firma Siemens wurde von der Firma Behrens übernommen, welche am Hafen ein Hoch-Silo errichten ließ.
Mit der Verstärkung des Elbe-Deiches im Jahre 1980 endete der Hafenbetrieb.

Bildrechte: Verlag Heinrich C. Otto, Kiel

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1915 - St. Margarethen - Postamt, Marktplatz, Hafen

1915 St. Margarethen - Postamt, Marktplatz, Hafen.
oben (Bild 2): Dorfstraße mit dem Kaiserlichen Postamt.
mittig: Marktplatz an der Einmündung der Poststraße in die Dorfstraße.
Links Kolonialwarenladen im Gebäude Dorfstraße 15; das Gebäude war kurze Zeit zuvor nach den Plänen des bekannten örtlichen Baumeisters Johannes Wiekhorst aufgestockt worden.
Rechts das heute unter Denkmalschutz stehende Haus „von Osten“, es beherbergte die erste Poststelle des Dorfes. Zum Zeitpunkt der Aufnahme bestand in ihm der Gasthof „Zur Traube“ von Martin von Osten.
unten (Bild 3): Der Hafen von St. Margarethen befand sich vor dem Deich im Außentief des Nortorf-Neuenhafener-Kanals. An dem Standort hatten sich seinerzeit drei Mühlenbetriebe angesiedelt (Walter Siemen, Claus von Loh, Gustav Bols), deren Mühlen von Dampfmaschinen angetrieben wurden.
Viele der Produkte für die Mühlenbetriebe wurden per Schiff transportiert und durch Sauganlagen oder mittels einer „Sackhebeanlage“ gefördert.
Die Mühlen Bols und Siemen waren bis in die 1950er Jahre in Betrieb. Die Firma Siemens wurde von der Firma Behrens übernommen, welche am Hafen ein Hoch-Silo errichten ließ.
Mit der Verstärkung des Elbe-Deiches im Jahre 1980 endete der Hafenbetrieb.

Bildrechte: C.K.W. (Karl Kuskop, Wilster)

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PETER ex CATHARINA

Binnenschiff PETER ex CATHARINA im Hafen am Brook
Das Schiff war im niederländischen Hoogezand auf der Werft von J. van der Werff im Jahre 1898 als 31 BRT große stählerne Tjalk erbaut worden. Für ihren Auftraggeber, den Schiffer Johann Laackmann, ging sie als CATHARINA auf Fahrt. Das in St. Margarethen (Elbe) beheimatete Schiff war 15,43 m lang und 4,13 m breit; es hatte einen Tiefgang von 1,67 m. Bis 1903 in St. Margarethen beheimatet ging sie dann nach Neufeld.
Nachdem die CATHARINA durch die Hände verschiedener Eigner gegangen war, wurde das Schiff am 14.02.1919 von dem Wilsteraner Schiffer Johannes Brandt erworben.
Die in ihren ersten Jahrzehnten als reiner Segler fahrende Tjalk wurde 1927 motorisiert und verlängert. Das Schiff wurde danach mehrfach, so in den Jahren 1949, 1955, 1966 und 1970 verlängert, 1953 auch erhöht, und erhielt auch leistungsfähigere Maschinen.
Im Jahre 1962 wurde die CATHARINA umbenannt in PETER. Nachdem das Schiff im Jahre 1962 auch völlig neue Enden erhalten hatte, erinnerte nichts mehr an seine frühere Gestalt. Aber die Schiffer pflegten natürlich ihre Schiffe nicht aus Nostalgie, sondern sie waren gezwungen, sie immer wieder den sich ändernden wirtschaftlichen Anforderungen anzupassen. Die PETER des Wilsteraner Schiffers Peter Brandt hatte zuletzt eine Tragfähigkeit von 338 Ladetonnen. Im Jahr 1984 wurde sie verkauft an August Husen, Schiffer aus Drochtersen, der den Heimathafen nach Hamburg verlegte. Zu dieser Zeit war die Fracht-Kleinschifffahrt im raschen Niedergang begriffen. Um 1994 wurde das Schiff in den Niederlanden abgewrackt.
Zuletzt waren von den Wilsteraner Schiffern nur noch Peter Brandt (Enkel des Johannes Brand) mit seinem Sohn Thorge aktiv, denn ihnen gelang der Umstieg auf die Personenschifffahrt. Dieses nicht nur mit dem die Wilsterau befahrenden AUKIEKER, sondern bis 2013 mit den von Brunsbüttel aus fahrenden Schiffen GERMANIA und NORDSTERN, welche danach veräußert wurden.

Bildrechte: André Konietzko, Elmshorn, der die Fotos freundlicherweise für diese Heimat-Seite zur Verfügung stellte

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1903 - Nortorf, Gehöfte in Schotten, Gastwirtschaft

1913 Nortorf, Gehöfte in Schotten, Gastwirtschaft "Zur Wartburg"
Mehrbildkarte aus Schotten.
Der Name des Ortes ist allen Führerschein-Neulingen bekannt, ziert er doch das amtliche Beispiel einer Ortstafel der Deutschen Verkehrsschilder.
oben: Bei dem Hof handelt es sich vermutlich um den Hof 518 (Kurt Ramm) in dem Buch „Die Bauernhöfe der Wilstermarsch“.
mittig: Die Gastwirtschaft „Zur Wartburg“ (Inhaber Claus Laackmann) wurde um 1903 von Daniel Wessel erbaut. Das Anwesen beinhaltete auch einen Ausspann für Fuhrwerke. Die Gastwirtschaft wurde zuletzt, bis 1965, von Hans Harder betrieben.
unten: es handelt sich möglicherweise um den Hof von Lucht, welcher m.W. Anfang der 1960er Jahre abbrannte.

Bildrechte: Carl Kuskop, Wilster

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1825 - Walfänger Brigg DIE HARMONIE VON BEIDENFLETH

1825 Walfänger Brigg DIE HARMONIE VON BEIDENFLETH
Gemälde in Deckfarbenmalerei, 34,7 x 53,8 cm
Signatur: L. Busch, 1825. pinx
Inschrift am Heck des Schiffes: DIE HARMONIE VON BEIDENFLETH
Der Danebrog am Heck des Schiffes erinnert daran, das Holstein - mithin auch Wilster - bis 1865 zum Gesamtstaat Dänemark gehörte.
Vor 200 Jahren und davor wurden u.a. von Altona, Beidenfleth, Brunsbüttel, Itzehoe, Glückstadt, Kollmar, Uetersen Schiffe zum Wal-Fang und Robbenschlag in das Eismeer im Nordatlantik ausgesandt.
In den Jahren 1818 bis 1825 ging von Beidenfleth aus die Brigg DIE HARMONIE VON BEIDENFLETH regelmäßig auf Walfang.
Besondere originale Erinnerungsstücke an diese Zeit sind längst (etwa ab 1875) verschwunden, z.B. die aus den Kiefernknochen der Wale gebildete Tore - jeweils zwei standen in Wewelsfleth am südlichen Deich bei der Störmündung sowie in Beidenfleth hinter der Mühle und eines weiter nach Hodorf zu.
Am Mühlenhörn an der Grenze der Kirchspiele Wewelsfleth und Beidenfleth stand bis Mitte des 19ten Jahrhunderts eine Transiederei. Sie wurde u.a. auch von dem von Beidenfleth ausgesandten Grönlandfahrer DIE HARMONIE VON BEIDENFLETH beliefert. Sie fuhr von 1818 bis 1823 unter dem Kommandeur P. Sommer und danach unter dem Kommandeur J. Voß.
1819 mußte die HARMONIE "wegen gebrochenen Ruders Grönland am 12. Juny verlassen". Überhaupt waren die Reisen überaus gefährlich und es waren Verluste an Schiffen und Mannschaften zu beklagen.
In den Beidenflether Kirchenbüchern finden sich auch Einträge von Grönlandfahrern aus früherer Zeit.
Im Totenregister ist u.a. unter dem 02.Oktober 1780 vermerkt, dass der Sohn "des nach Grönland Fahrenden Joh. Stammer" gestorben sei.
Am 14.September 1819 wird Johann Friedrich Wulf als "Faßbinder auf dem hiesigen Grönlandfahrer" genannt (beim Tode seines Sohnes).
Ein besonders tragisches Geschehen ist am 08.August 1820 dokumentiert mit "Hinrich Wichmann, ehel. Sohn des Webers zu Hohenfelde Emke Wichmann und Abel geb. Münster. Er diente als Matrose auf dem hiesigen Grönlandfahrer. Kam hier an seinem Todestage glücklich von seiner gefahrvollen Reise an und ertrank etwa eine Stunde nachher, indem er vom Schiffe in die Challuppe herabspringen wollte und das Boot verfehlte. Er war 19 Jahre alt und wurde stille beerdigt."
Auch auf den von anderen Häfen der Region ausgehenden Schiffen fuhren Männer aus den Orten der Wilstermarsch und aus Wilster mit; so z.B. 1820 auf der "EINIGKEIT VON BRUNSBÜTTEL" der Speckschneider Maat Michel Rohweder, der Partfahrer Hinrich Bielenberg und die Matrosen Claus Böther und Hinrich Ahmling. Dabei war auch der damals siebzehnjährige Matrose Peter von Holdt, welcher später zum Stammvater der heute in Nordfriesland und auf den Nordfriesischen Inseln lebenden "von Holdt" wurde.
Aus den in der Wilstermarsch gelegenen Orten gehörten noch Carsten Saß und Johann Ohlhafer (beide aus Brokdorf), David Detlefs (aus Wewelsfleth) und Peter Mahn (aus Flethsee) zu der 51 Männer umfassenden Besatzung.
Als Beleg für die aus Wilster und der Wilstermarsch stammenden Seefahrer liegen Auszüge aus der originalen Mannschaftsliste des Walfängers "EINIGKEIT VON BRUNSBÜTTEL" aus dem Jahre 1820 vor. Darin sind die Namen der genannten Wilsteraner sowie deren damaliges Lebensalter aufgelistet.
Den von Glückstadt aus erstmals 1818 auf die Reise gegangenen Schoner SCHNELLHEIT ereilte bereits auf seiner zweiten Reise ins Nordmeer sein Geschick. In einem vom 16.bis 18. März 1819 wütenden Orkan ging das Schiff mit seiner 26 Mann umfassenden Besatzung verloren. Die Namen der Verunglückten sind im Glückstädter Totenregister verzeichnet; unter ihnen sind genannt Johann Averhoff aus Beidenfleth und Jacob Lucht aus Wilster.

Heute erinnert vor dem Gebäude der Gemeinschaftsschule der Wilstermarsch in Wilster als Objekt "Kunst am Bau" die Fluke eines abtauchenden Wals auch an die bedeutende Zeit von Grönlandfahrt, Walfang und Robbenschlag sowie die daran beteiligten Männer aus der Stadt Wilster und der Wilstermarsch.
In Erinnerung ist auch noch allgemein, dass von Wewelsfleth und Beidenfleth aus früher die bekannten Störkringel tonnenweise als Schiffsproviant an die Walfänger geliefert wurden.

Quellen:
Der Historische Walfang in Bildern - Altonaer Museum in Hamburg, Norddeutsches Landesmuseum (1987)
Schleswig-Holsteins Grönlandfahrt auf Walfischfang und Robbenschlag (1937), von Wanda Oesau

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1885 - Schifffahrt auf Wilsterau, Holstenau und Burger Au

1885 Hafen an der Burger Au, der alten Wolburgsau, einem Nebengewässer der Wilsterau.
Beim Blick auf vergangene und vor einem Jahrhundert und noch weiter zurück in unserer Region abgelaufene Geschehnisse wird bewußt, daß das enge Netz der größeren Gewässer unserer näheren Heimat früher die bevorzugten Verkehrswege bildete. Die uns heute so schmal und unscheinbar erscheinenden Flüsse Wilsterau, Burger Au und Holstenau erfüllten nicht nur Funktionen für die Entwässerung, sondern die von Lebensadern für Handel und Verkehr. Die Holstenau war etwa bis Schafstedt schiffbar, die Burger Au (Wolburgsau) bis in den Kuden See.
So beherbergte früher nicht nur die Stadt Wilster eine große Anzahl an Schiffern und Kahnfahrern mit jeweils eigenen Schiffen, sondern auch das am Rande der Wilstermarsch am Hang des Dithmarscher Kleve liegende Burg war bereits in den ersten Jahrzehnten nach 1800 wohl Heimat von bis zu 40 dort ansässigen Schiffern und Kahnfahrern. So nimmt es kein Wunder, daß die aus der Wilstermarsch in den Ort Burg führende Straße noch heute Hafenstraße heißt, eine weitere Straße "Am Hafen".
Wie die Wilsteraner Schiffer transportierten seinerzeit die Burger Schiffer neben allen möglichen Produkten des Bedarfs und der damaligen im Land erzeugten Waren in ganz erheblichem Umfang auch Torf als Brennmaterial nach Wilster, Glückstadt, Altona und Hamburg. Bereits um 1760 gab es Torf-Stapelplätze an Wilsterau, Holstenau und Burger Au.
So wie in Wilster auf dem Helgenland war es auch in Burg zur Gründung von kleinen leistungsfähigen Werften gekommen.
Die Abbildungen zeigen den Hafen in Burg an der Burger Au und die dort vorhanden gewesenen Werften.
Bild 1 zeigt links die von 1874 bis 1898 bestehende Werft von Heinrich Bruhn (später Hermann Bruhn), die größte Burger Werft, und rechts die 1873 gegründete Werft von Hans Fack, ab 1899 Ferdinand Fack. Letztere Werft hat sich vor allem mit Reparaturen bis nach 1905 als letzte der Werften an dem ortsnahen Standort an der Burger Au gehalten.
Die Familie Fack war in Holstein eine bekannte Schiffbauerfamilie. Hans Fack hatte offenbar zuvor in Itzehoe im Jahr 1852 eine kleine Werft gegründet und dann den Betrieb nach Wilster verlegt. Seine 5 Söhne betrieben ebenfalls Werften (Johannes ab 1876 in Wilster; Ferdinand ab 1899 die bereits 1873 gegründete Werft in Burg; Hermann in Tönning; Wilhelm in Rethwisch; Johann Heinrich von 1880 bis 1910 in Itzehoe)
Nach dem Bau des Kaiser-Wihelm-Kanals hatte sich am Kattenstieg - von dort aus war mittels Schleusen ein Aufstieg zum Kanal und an dessen jenseitigen Ufer auch wieder ein Abstieg zur Wilsterau/Holstenau möglich - die Werft von Detlef Schöning etabliert; sie bestand von 1913 bis Ende der 1920er Jahre.
Bild 2 zeigt den Helgen der Werft von Hermann Bruhn, auf dem praktisch wie am Fließband Ewer gebaut wurden.
Die Abbildungen sind die ältesten bekannten Fotografien vom Burger Hafen.

Bildrechte: Frau Grete Meyer geb. Bruhn, Rendsburg.
Die Bilder wurden freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Herrn Rudolf Böckmann, Burg in Dithmarschen

Anmerkung: Die Wilsterau ist durch den von 1887 bis 1895 erfolgten Bau des Nord- Ostsee Kanals von ihren Quellflüssen Burger Au und Holstenau abgetrennt worden.
Eine Beschreibung der Gewässer finden wir im 1833 von Leopold v. Zedlitz-Neukirch verfaßten "Neues hydrographisches Lexikon für die deutschen Staaten". Dort heißt es u.a.:
"Die WOLBURGSAU; sie gehört zum Gebiet der WILSTER, der sie bei Bökelnburg ihr Gewässer zuführt."
Wolburgsau = Burger Au
Wilster = Wilsterau
Bökelnburg = Burg in Dithmarschen
und weiter:
"Die WILSTER im Herzogtum Holstein. Dieser Fluß entspringt in der Nähe von Hademarsch, und verstärkt durch die Mackenbeck kommt derselbe nach Großbornhövet, Kleinbornhövet, und Hohenhorn; in dieser Gegend wird die WILSTER die Sprant genannt, sie erhält den Namen WILSTER nach der bey Bökelnburg erfolgten Mündung der Wolburgsau, und nun geht sie an Achterhorn, Bordethorn, Averfleth, Goldhagen, Rumfleth, Diksdorf, zur Stadt Wilster, wo sie beim Dörfchen Kasenort in die Stör fällt."

Zur Erläuterung des Verlaufes der Flüsse sind beigefügt:
Bild 3: Kartenausschnitt aus Karte des Kreises Steinburg (undatiert, ca. 1925) gezeichnet von O. Christiansen, erschienen im Verlag: Johann Schwarck, Wilster
Bild 4: Kartenausschnitt aus der „Newe Landkarte von dem Ampte Steinborg“ 1651
Bemerkung: die Gewässer sind von mir markiert;
Wilsterau: rot
Holstenau: grün
Burger Au: blau
Es fällt auf, daß in der Beschreibung von 1833 offenbar Mackenbeck und Sprant vertauscht wurden.

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Krempe - 1900 Gaststätte Paulinenhof J. Bockelmann (SF)

1900 Gaststätte Paulinenhof J. Bockelmann in Krempe
Hinweis: Die Empfängerin der einen Geburtstagsgruß enthaltenden Ansichtskarte war
Anna Margaretha von Holdt, geb. Heide (* 12.01.1836 in Itzehoe, + 20.11.1905 in Wilster)
sie war verheiratet mit Peter von Holdt
beide betrieben eine Gastwirtschaft an der Schmiedestraße in Wilster
und sind Urgroßeltern des Begründers dieser Heimat Seite mein-wilster.


Informationen zum "Paulinenhof" und zum familiären Bezug der Eigentümer zur Stadt Wilster.
Der seinerzeitige Besitzer vom "Paulinenhof", Johannes Bockelmann, wurde 01.06.1853 in Wilster geboren; er heiratete am 08.05.1878 Frau Pauline Köpcke, geb. 12.09.1854, Tochter einer vermögenden Kaufmannsfamilie in Wilster.
Johannes Bockelmann bewirtschaftete nicht nur den "Paulinenhof" in Krempe, sondern betrieb auch die dortige Lederfabrik. Das Ehepaar bekam 9 Kinder. Der älteste Sohn, Johannes Bockelmann jr., geb. 05.12.1879, wurde später (1920-1947) technischer Leiter der Stadtwerke in Wilster und lebte bis zu seinem Tode 1974 in einem Haus (Klosterhof 31), in welchem sich heute die Verwaltung der Stadtwerke befindet. Sein Sohn Herbert Bockelmann, betrieb an selbiger Stelle (Klosterhof 31) 1945-1950 ein Ingenieurbüro und befaßte sich mit der Anfertigung sowie Reparatur elektrischer Anlagen in der ganzen Umgebung.
Die Ehefrau Pauline (oder Paula), Schreiberin der Ansichtskarte, lebte nach dem Tode ihres Ehemanns 1926 bei ihrer Tochter Rosa in Wacken und starb dort 1933. Zu ihrer Schwester Albertine, verheiratete Gosau in Wilster, hatte sie ihr ganzes Leben lang eine sehr innige Beziehung.

Bildrechte
Karte 1: Kunstanstalt E. Ehmling, Hamburg
Anmerkung: Die Ansichtskarte befindet sich in der Sammlung Ulf Steinhauer, Krempe
Karte 2: Verlag H. Struck, Krempe
Anmerkung: Die Ansichtskarte befindet sich in einer externen Sammlung
Die Informationen zur Familie Bockelmann wurden freundlicherweise übermittelt von Wolfgang Bockelmann, Krefeld

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1907 - Gastwirtschaft „Zur Wartburg“ in Schotten

1907 Gastwirtschaft „Zur Wartburg“ in Schotten, Gemeinde Nortorf
Mehrbildkarte aus Schotten.
Die Gebäude der Gastwirtschaft „Zur Wartburg“ im Nortorfer Ortsteil Schotten ließ Daniel Wessel etwa 1903 erbauen.
Das Anwesen beinhaltete auch für Fuhrwerke einen Ausspann, so wie ein solcher früher bei allen ländlichen und an den Landstraßen gelegenen Gasthöfen der Wilstermarsch den Fuhrleuten Möglichkeiten zur Rast und zur Versorgung der Gespanne bot.
Zum Zeitpunkt der Aufnahme wurde der Gasthof von Claus Laackmann betrieben; letzter Betreiber war bis etwa 1965 Hans Harder.

Bildrechte: Carl Kuskop, Wilster
Reg. mein-wilster: 0772

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1863 geplanter Schifffahrtskanal von St. Margarethen an der Elbe zur Lübecker Bucht

Umfassender Bericht zu einem in Vergessenheit geratenen geplanten Projekt!
1863 Planung für den Bau eines Kanal von der Elbe im Bereich der Wilstermarsch
bis Neustadt an der Neustädter Bucht (Teil der Lübecker Bucht)

Der Gedanke nach einer der Seeschifffahrt dienenden und die südliche Wilstermarsch als Kanal durchquerenden Wasserstraße wurde nicht weiter verfolgt, nachdem in der Folge des Deutsch- Dänischen Krieges von 1864 die Herzogtümer Schleswig und Holstein preußische Provinz geworden waren.
In dem vorgestellten umfangreichen Bericht sind sehr umfassend und detailliert die Planungen für ein Projekt
Holsteiner Kanal - Verbindung der Nord- mit der Ost-See
dargelegt und bewertet.
Er ist abgedruckt in der "Allgemeine Bauzeitung", Wien, Dreizigster Jahrgang 1865, Band V, Nr. 22 auf den Seiten 425 bis 454.
Verfasst ist der Bericht im Jahr 1863 von F.W.Conrad, königl. niederländischer Oberingenieur (Vorsitzender des Königlichen Ingenieur Instituts zu Delft). Dieser war vom Dänischen Minister des Innern mit der Begutachtung des von dem Ingenieur Kröhnke für den Holsteiner Kanal ausgearbeiteten Entwurf beauftragt worden. Gemeinsam mit dem Planverfasser und dem "Concessionair" Chr. Hansen führte F.W.Conrad die erforderlichen Bereisungen und Studien durch.

Anzumerken ist hier, dass zu genannter Zeit der Dänische König als Herzog von Holstein Landesherr war. Das Herzogtum Holstein war daher in Personalunion mit Dänemark verbunden, obwohl es Mitglied im Deutschen Bund war.

Bemerkenswert ist die im Bericht getroffene Feststellung, wonach die älteren Planungen aus dem Jahr 1848, welche eine Kanalausmündung bei Brunsbüttel vorsahen, als ungeeignet bezeichnet wurden.
Von den untersuchten Varianten einer Verbindung von der Elbe zur Neustädter Bucht (Ostsee) wurde als geeigneteste eine vom Ausgangspunkt St. Margarethen ausgehende Linienführung angesehen. Die Mündung der Stör wurde als weniger geeignet angesehen, da eine Verlagerung der vor Glückstadt liegenden Rhinplate befürchtet wurde.
Drei jeweils am Ausgangspunkt St. Margarethen beginnende und die südliche Wilstermarsch durchquerende Kanaltrassen wurden untersucht und bewertet. Alle drei Varianten sahen eine Kreuzung der Stör vor! Eine Präferenz wurde der südlich von Beidenfleth die Stör kreuzenden Linienführung beigemessen. Dieses jedoch unter der Voraussetzung, dass die Stör am Störort sturmflutsicher abgedämmt würde und das Oberwasser der Stör dann über den neu gebauten Kanal nach St. Margarethen und dort in die Elbe geleitet werden kann. Anderenfalls wären bei der Kreuzung von Stör und Kanal zwei zusätzliche Schleusen erforderlich geworden.
Die geplante Linienführung des Kanals erforderte dennoch die Errichtung von 7 (sieben) Schleusen, um die in seinem Verlauf vorhandenen erheblichen Geländeunterschiede zu überwinden.

Anmerkung: Der gesamte sehr umfangreiche Bericht kann in der unten aufrufbaren Datei nachgelesen werden.

Rückblick:

Schon über die Dauer eines Jahrtausends bestand das Interesse, eine schiffbare Verbindung zwischen Nordsee und Ostsee durch Schleswig-Holstein, den Südteil der Kimbrischen Halbinsel (Jütland), zu schaffen.


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1925 - Gastwirtschaft Zum Paßop am Bahnhof St. Margarethen

1925 Gastwirtschaft Zum Paßop am Bahnhof St. Margarethen.
Die Gastwirtschaft "Zum Paßop" befand sich in Flethsee gegenüber dem Bahnhof St. Margarethen. Der Bahnhof führte seinen Namen nach dem Kirchspiel St. Margarethen, zu welchem die gleichnamige Gemeinde sowie die Gemeinden Kudensee, Landscheide und Flethsee gehörten.
Der Bahnhof und die Gastwirtschaft "Zum Paßop" lagen an der Strecke der Marschbahn, welche von Altona über Wilster und Heide nach Hvidding in Nordschleswig führte und schrittweise 1887 vollendet war. Eine 1893 fertig gestellte Stichstrecke führte ab Flethsee nach Brunsbüttel. Nach dem Bau des Kaiser-Wilhelm Kanals mußte der Kanal bei Taterpfahl mittels einer Drehbrücke gequert werden; eine Kanalverbreiterung erzwang eine neue Linienführung der Marschbahn, welche seit 1920 über die Hochbrücke Hochdonn führt. Der Bahnhof St. Margarethen lag in der Folge nur nach an einer Stichstrecke, welche von Wilster nach Brunsbüttel führt.
Die Gastwirtschaft "Zum Paßop" bestand unter dem Namen "Zur Börse" bis in die 1980er Jahre; sie wurde zuletzt von Johann Laackmann betrieben.

Bildrechte: J. Waldemar Jacobsen, Hamburg

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1950 - - 1973 Firma Pott, Kraftfahrzeug Werkstatt und Omnibus Betrieb e Omnibusse

1950 - 1973 Omibusse der Firma Pott, Kraftfahrzeug Werkstatt und Omnibus Betrieb
Der Kfz.-Reparatur und Omnibus Betrieb Pott war in Wilster an der Straße Am Steindamm in den Jahren 1950 bis 1973 ansässig.
Sie bediente den Linien Verkehr auf der Strecke Brunsbüttelkoog - Wilster - Itzehoe. Mit ihren Reisebussen führte sie Fahrten in Deutschland und in das benachbarte Ausland durch.
Die Firma hatte zeitweilig bis zu sieben Omnibusse zugleich im Einsatz; die Fotos zeigen einige dieser Busse.
Bild 1: 1950 Bus der Marke Renault auf dem Betriebsgelände der Firma Pott Am Steindamm in Wilster.
Die Firma Pott hatte bei der Übernahme der Betriebsanlagen der vormals Am Steindamm ansässig gewesenen Firmen Trammnitz von dieser insgesamt drei Busse übernommen, nämlich zwei des Fabrikats Renault und einen von Ford.
Bild 2: 1962 neu erworbener Mercedes Reisebus O 321 HL auf dem Betriebsgelände der Firma Pott Am Steindamm in Wilster.
Bild 3: 1966 Omnibus Kässbohrer Setra S12 auf dem Betriebsgelände der Firma Pott Am Steindamm in Wilster.
Der Bus bot 47 Sitzplätze und hatte eine Motorleistung von 192 PS
Bild 4: 1971 Omnibus Reise- und Linienbus Mercedes O 302
Dieser Bus bot 51 Sitzplätze und hatte eine Motorleistung von 192 PS.
Dieser im Auftrage der Bundespost im Jahre 1971 im Stadtverkehr Brunsbüttel eingesetzte Omnibus war das letzte der von der Firma Pott betriebenen Fahrzeuge.

Bildrechte: Helmut Pott, Wilster
Anmerkung: Die Fotos und Auskünfte wurden freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Helmut Pott, Wilster

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