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Medium Postkarte - Eine sprachwissenschaftliche und mediengeschichtliche Studie

Medium Postkarte
Eine sprachwissenschaftliche und mediengeschichtliche Studie.


Der Begründer der Heimatseite mein-wilster hatte die Freude, von der Autorin – sie ist als Geisteswissenschaftlerin an der Universität Mainz tätig – nach einem Besuch der Website kontaktiert zu werden mit der Bitte, ihr für vorgenannte Studie Abbildungen von Ansichtskarten zur Verfügung zu stellen, bei denen die Nutzer eine spezielle Handhabung vorgenommen haben. In der Studie, welche das Medium Postkarte aus linguistischer und kommunikationskultureller Perspektive betrachtet, wird auch die "neue Freiheit" bei der Betextung infolge der 1905 erfolgten Einführung der geteilten Adressseite behandelt. Die Beispiele sollten diese Handhabung auf eindrückliche Weise zeigen und auch für die Argumentation interessante Textbotschaften aufweisen.
Es konnten für die Studie Abbildungen entsprechender Ansichtskarten aufgefunden und geliefert werden, von denen einige in der Arbeit behandelt sind.
Wenn zu den behandelten Beispielen auch eine Ansichtskarte gehört, die vor einhundert Jahren der am Rosengarten in Wilster wohnende Schuster Johannes Ketels an seine Tochter Nanny geschrieben hat und die ursprünglich aus deren Sammlung stammt, so ist dieses ein emotional zur Kenntnis genommener Umstand. Die Sammlung von Nanny Ketels nämlich bildet den Grundstock für die auf mein-wilster vorgestellte Sammlung und gab letztlich die Eingangs-Motivation für deren weiteren Ausbau. Aus seiner Jugend hatte der Begründer von mein-wilster Nanny Ketels in Erinnerung als eine kleine zierliche alte Dame, die immer bescheiden und freundlich auftrat. Kinder grüßten seinerzeit in Wilster alle Nachbarn – dazu gehörten auch die Bewohner der benachbarten Straßen; ein Gespräch mit Nanny Ketels aber gab es nie. Heute hätte man ihr vieles zu erzählen!

Medium Postkarte - Eine sprachwissenschaftliche und mediengeschichtliche Studie.
Erscheinungstermin: 7. September 2011
Autorin: Dr. Anett Holzheid
Deutsches Institut | FB: 05 Philosophie & Philologie | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Produktinformation
Broschiert: 440 Seiten
Verlag: Schmidt (Erich), Berlin (7. September 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3503122524
ISBN-13: 978-3503122523

Kurzbeschreibung (Quelle: www.Amazon.de)
Mit diesem Buch wird die Postkarte als Kommunikationsmedium erstmals zum zentralen Untersuchungsgegenstand erhoben und ihre spezifische Entstehungs- sowie Nutzungsgeschichte rekonstruiert. Für den Zeitraum von 1850 bis 1920 wird die Postkarte als eigenständige Kommunikationsform in Abgrenzung zu Vorläufer- und Komplementärmedien porträtiert und ihre funktionale Entwicklung als Universalkorrespondenzmittel nachgewiesen. In Anwendung eines mehrdisziplinären Analyseverfahrens werden die spezifischen Mediencharakteristika untersucht die Verbindung aus Privatheit und Öffentlichkeit, aus Konventionalität und Originalität sowie die potenzielle Offenheit für multikodale Botschaften aus sprachlichen und bildlichen Zeichen.
Eine kulturgeschichtliche Perspektivierung belegt den signifikanten Stellenwert der Postkarte für die Kommunikationskultur des frühen 20. Jahrhunderts sowie ihre Vorläuferfunktion für moderne Kurzkommunikation. Es zeigt sich, dass die Postkarte als Symptom für einen tiefgreifenden Modernisierungswandel angesehen werden muss: Das kommunikative Kleinformat beinhaltet grundlegende Aspekte von Beschleunigung, Formen der Vergesellschaftung, Mobilität, Intimitäts- und Fernbeziehungen.

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1995 - Der landwirtschaftliche Fachwortschatz in der Wilstermarsch

1995 Der landwirtschaftliche Fachwortschatz in der Wilstermarsch (Dissertation)
Generationsspezifische Untersuchungen zu seiner Entwicklung.
Verfasser: Dr. Jürgen Ruge
Verlag Dr. Kovac, Hamburg
ISBN 3-86064-245-6
Der in Wilster geborene Wissenschaftler stellt dar, wie sich auch in der niederdeutschen/plattdeutschen Mundart der Wilstermarsch innerhalb einer Generation Sprache verändert.
Kurzbeschreibung: Diese Studie bietet als erste umfassende Sprachdaten zur Generationsspezifik in der Wilstermarsch. Gegenstand der Untersuchungen ist der mundartliche Fachwortschatz von Bauern aus der holsteinischen Elbmarsch. Ausführlich werden die etwa 5000 Fachbenennungen in ihren sachlichen Zusammenhängen vorgestellt; gleichzeitig wird dadurch ein Ausschnitt der bäuerlichen Arbeitswelt in der Zeitspanne seit dem Ende der vierziger Jahre bis zum Beginn der achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts dokumentiert.
Ausgehend von der Grundannahme, dass die Sprache neuen kognitiv-kommunikativen Anforderungen durch Veränderung angepasst wird, untersucht der Autor, wie sich ein regionaler Fachwortschatz innerhalb von zwei Generationen verändert hat. Die Studie dokumentiert, dass sich der untersuchte regionale Fachwortschatzes heute noch vorwiegend aus niederdeutschen Elementen zusammensetzt, die Tendenz einer Annäherung dieser Fachmundart an die hochdeutsche Fach- und Standardsprache jedoch außer Zweifel steht.
Der Autor zeigt, dass der Fachwortschatz bei der jüngeren Generationen deutlich umfangreicher ist. Die Quantität des Wortschatzes ist offensichtlich ein Ausdruck der Informations- und Wissensbestände einer bestimmten Zeit. Die Informanten der jungen Generation verwenden häufiger zwei- und dreigliedrige Zusammensetzungen; damit reagieren sie auf die komplexer werdende Sachwelt in ihrem Arbeitsbereich. Der Fachwortschatz der älteren Bauern in der Wilstermarsch hingegen besteht zum überwiegenden Teil noch aus rein niederdeutschen Benennungen. Von der älteren Generation wird dabei deutlich häufiger auf traditionelles Wortgut zurückgegriffen, während die jüngeren Gewährsleute oft niederdeutsche Wörter verwenden, die stark an das Hochdeutsche angelehnt sind. Hybride und rein hochdeutsche Benennungen werden von der jüngeren Generation bevorzugt. (Quelle: www.amazon.de)

Hier geht es zur Homepage Dr Jürgen Ruge

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1948 Nachricht aus dem Sowjetischen Kriegsgefangenlager 7185 Michailowska

1948 Nachricht aus dem Sowjetischen Kriegsgefangenlager 7185 Michailowska (*1 Anm.)
Im vom nationalsozialistischen Deutschland entfesselten Weltkrieg und dem menschenvernichtenden Rassenwahn haben weltweit etwa 80 Millionen Menschen ihr Leben verloren, Städte und Dörfer wurden vernichtet, große Landstriche verwüster, Millionen Menschen unter Aufgabe von Hab und Gut aus ihrer Heimat vertrieben.
Etwa 11 Millionen Angehörige der Wehrmacht gerieten in Gefangenschaft und sehr viele von ihnen verloren insbesondere in den sowjetrussischen Kriegsgefangenen- und Arbeitslager ihr Leben.
Die vorgestellte Postkarte wurde im russischen Lager 7185 Michailowska von einem Kriegsgefangenen geschrieben.
Die Postkarte des Kriegsgefangenen Reinhold Friedrich Bullert (geboren 1901) ist gerichtet an seinen Bruder, den in Hochfeld in der Gemeinde Dammfleth wohnenden Müllermeister Johannes Bullert, welcher auf der Hochfelder Mühle beschäftigt war.
Wie jegliche Post aus dem Lager unterlag die Postkarte der Zensur; der auf ihr abgedruckte linke rautenförmige Stempel mit den Ziffern „77“ belegt, dass die Nachricht freigegeben wurde.
Diese lautet:

25.6.48
Lieber Bruder, Schwägerin und Kinder!
Freudevoll und mit Dank erhielt ich die erste Post vom 30.6.48 (*2 Anm.) von Dir. Endlich haben wir uns gefunden. Deine Zeilen zur Kenntnis genommen. Ersehe daraus, daß Du gesund bist, was ich auch von mir berichten kann. Trotz Verlustes von Hab, Gut und der Heimat ist Gesundheit doch das Beste von allem. Ich erwarte täglich Post von Elfriede. Deine Karte erhielt ich am 21.6. Berichte mir doch über unser Aller Geschwister und Angehörigen, soweit Du Verbindung mit ihr hast. Ich richte an sie, sowie an Dich nebst Familie, viele herzliche Grüße aus weiter Ferne.
Ferner grüße alle Bekannte.
Dein Bruder Reinhold

Die Familie Bullert stammt aus dem Dorf Linde (heute polnisch: Lipka); ein Ort mit Sitz einer Landgemeinde im damaligen Kreis Flatow in Pommern (im Norden der polnischen Woiwodschaft Großpolen). Die Familie hat dort eine eigene Mühle besessen; der Müllermeister Johannes Bullert fand Beschäftigung an der Hochfelder Mühle, wo er bis zu seinem Eintritt in die Rente tätig war, so wie auch einer seiner Söhne, der Mühlenbau-Ingenieur Reinhard Bullert.
Der Schreiber der Karte, Reinhold Bullert, wurde 1949 aus der russischen Kriegsgefangenschaft entlassen. Er fand seine Familie wieder in Torgau an der Elbe, wo er lebte bis zu seinem Tode im Jahr 1974.

Anmerkungen:
1) Das Sowjetrussische Kriegsgefangenenlager 7185 befand sich bei Michailowka, welches gelegen ist etwa 200 km nordwestlich von Wolgograd, dem damaligen Stalingrad.
In dem Ort war von der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft in ihrem menschenfeindlichen Rassenwahn in der Zeit des Zweiten Weltkrieges zeitweilig ein Konzentrationslager eingerichtet worden, welches für die dorthin Deportierten die Vernichtung durch Arbeit vorsah.
Es handelt sich nicht um das gleichnamige in Transnistrien gelegene Zwangsarbeitslager, in welchem neben viel zu vielen anderen unschuldigen Menschen auch die vielfach als Anne Frank des Ostens bezeichnete Selma Merbaum, von welcher ein berührender Gedichtband überliefert ist, als 18jähriges Mädchen den Tod fand.
2) Das genannte Eingangsdatum liegt nach (!) dem Ausgangsdatum der Postkarte

Auf der Anschriftseite der Postkarte ist mit Bleistift vermerkt:
Karl Heinz Leischke Burg L.N. 7185
der Genannte ist offenbar ein im selben Lager untergebrachter Mitgefangener


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1997 - Die Marschmenschen

Die Marschmenschen
Studie über ein unbekanntes Volk
Expedition in eine Terra incognita
In einer sich überaus herrlich pseudo-wissenschaftlich gebenden und humorvollen Weise wird der Marschmensch und sein Verhalten in seiner Umwelt untersucht und beschrieben.
Ein sehr amüsantes und lesenswertes Buch speziell für Bewohner der Wilstermarsch (und der Kremper Marsch), die es sich gefallen lassen müssen, daß ihnen auf eine ziemlich skurrile Weise der Spiegel vorgehalten wird.
Bisher Verborgenes und Unbekanntes wird plötzlich klar. So zum Beispiel, weshalb der FC Bayern nördlich nicht über den HSV hinauskommt und sich bisher geweigert hat, etwa gegen den TSV Wewelsfleth anzutreten.....
124 Seiten
Verfasser: Axel Marquard
ISBN 3-931476-09-X
erschienen im Rake Verlag, Rendsburg

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2010 - Dr. phil. Stephan A. Reinke - ein herausragender Kirchenmusiker aus Wilster

2010 Dr. phil. Stephan A. Reinke - ein herausragender Kirchenmusiker aus Wilster
Der in Wilster aufgewachsene und lange Zeit wohnhafte Kirchenmusiker Dr. phil. Stephan A. Reinke hat als Kirchenmusiker u.a. in der Gemeinsamen Arbeitsstelle für gottesdienstliche Fragen der EKD zu dem Thema
Musik im Kasualgottesdienst
eine Studie im Auftrag der EKD publiziert.
290 Seiten
erschienen bei Vandenhoeck & Ruprecht
ISBN 978-3-525-60127-3

Wer kennt das Thema nicht. Immer dann, wenn sich Menschen an der musikalischen Gestaltung einer kirchlichen Amtshandlung (Kasualie) beteiligen wollen und dem kirchlichen Verantwortungsträger der geäußerte Wunsch "unpassend" erscheint, treten Probleme auf. Was nun aber als "seltsam" im Rahmen einer Kasualie gilt, dürfte umstritten sein, die Einstufung einer bestimmten Musik ist in hohem Maße subjektiv.
Stephan A. Reinke beleuchtet die gegenwärtige Situation in den Gemeinden und bietet Lösungsmöglichkeiten für die konkrete Praxis.

Hier geht es zur Web Seite von Dr. phil Stephan A. Reinke

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1911 - Postkarte Getreidehandlung und Mühlenbetrieb Gustav Lumpe

1911 Postkarte Getreidehandlung und Motor-Mühlenbetrieb Gustav Lumpe an der Straße Lange Reihe.
Die Mühle hatte im Ortsnetz von Wilster die Fernsprechnummer 2 .
Mit der Postkarte offerierte die Firma Lumpe einem in Friedrichstadt ansässigen Geschäftskunden verschiedene Produkte.
Bei dem im II. Weltkrieg am 15. Juni 1944 erfolgten Bombenangriff eines anglo-amerikanischen Bombergeschwaders auf die Stadt Wilster wurde der Mühlenbetrieb Lumpe wurde völlig zerstört und danach nicht wieder aufgebaut.

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1916 - Kommunikation zwischen Privatpersonen auf Privater Postkarte

1916 Kommunikation zwischen Privatpersonen erfolgte zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts vorwiegend mittels des Mediums Ansichtskarte.
Vor 1900 wurden von sehr vielen Personen sie selbst zeigende und im Studio eines Photographen aufgenomme sogenannte Visitbilder (ca. 6 x 9 cm) an Freunde und Bekannte abgegeben, woraus eine lebhafte Sammelleidenschaft entstand. Nach der Jahrhundertwende kamen die Kabinettbilder auf, die gleichfalls untereinander ausgetauscht wurden. Diese Fotos hatten etwa Postkartengöße (damalige schmale Version), wobei der Fotoabzug auf eine dicke Kartonunterlage geklebt wurde.
Nachdem die Stabilität der Fotopapiere die Papp- oder Kartonträger überflüssig gemacht hatte, kam es zur Fertigung sogenannter Privater Postkarten; diese wurden in der Wilstermarsch vornehmlich von reisenden Berufsphotographen angefertigt. So entstand vermutlich auch die vorgestellte Karte. Sie zeigt offenbar die in Vaalermoor lebende Frieda Kleemann (vermutlich vom Hof 411 gem. dem Buch "Die Bauernhöfe der Wilstermarsch"); sie schrieb die Karte an ihre Freundin Margareta Dohrn in Ecklak.

Bildrechte: nicht bekannt, sogen. Private Postkarte

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1887 - Postkarte der Lederwerke Falk & Schütt

1887 Postkarte der Lederwerke Falk & Schütt,
welche um die vorletzte Jahrhundertwende eine Zeit lang die größten in Europa waren.
Die Lederfabrik von Falk & Schütt in Rumfleth sowie die Lederfabrik „Gebrüder Böhme“, später Vacheleder-Fabrik "Ballin" in Landrecht, hatten nach dem Jahr 1870 Wilster zu einem bedeutenden Standort der Lederindustrie gemacht. Wilsters Bevölkerung wuchs in den Jahren 1890 bis 1901 von 2716 auf 5124 Einwohner; es entstanden typische Arbeiterquartiere, so unter anderem auch in der noch heute zur Gemeinde Nortorf gehörenden Vereinsstraße.
Arbeiterwohngebiete in den Landgemeinden in Landrecht, Dammfleth und Nortorf wurden eingemeindet.
Mit der offenen Karte kündigten die Lederwerke einer Spedition in Hamburg die Lieferung einer Kiste mit Leder im Wert von 1.100 Mark an mit der Bitte, diese an eine Adresse in London, Großbritannien, weiter zu befördern „via Harwich“. Ein Beleg für die internationalen Verbindungen der Wilsteraner Leder-Industrie.

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1888 - Lederfabrik Gebrüder Böhme - Korrespondenzkarte mit Firmenstempel

1888 Lederwerke Gebrüder Böhme
Firmenpost wurde seinerzeit vielfach auf offenen Postkarten abgewickelt.
So erging mit vorgestellter Postkarte am 09. März 1888 ein Angebot der Lederfabrik Gebrüder Böhme an die Firma P. Cohn & Co. in Altona an der Große Freiheit mit der Mitteilung:
"Es sammeln sich jetzt mehr Kalbfelle an; sagen sie uns welchen Preis sie heute anlegen."
Gemeinsam mit den Lederwerken „Falk & Schütt“ war die Lederfabrik der „Gebrüder Böhme“ der erste Industriebetrieb in Wilster.
Die Fabrik ist hervorgegangen aus der bereits 1850 von Nicolaus Böhme an der Landrechter Straße gegründeten Lohgerberei, welche anfangs 4 Gesellen beschäftigte. Nachdem die beiden Söhne Johann und Heinrich in den Betrieb eintraten und ihn Anfang der 1870er Jahre übernahmen, firmierte der Betrieb unter dem Namen Lederfabrik „Gebrüder Böhme“.
Der Betrieb wuchs in der Folge rasch und zählte 1878 bereits 20 Beschäftigte, 1880 arbeiteten dort 30 Personen.
Ende der 1880er Jahre – also zur Zeit der vorgestellten Postkarte - hatte die Fabrik enorm expandiert und zählte fast 100 Beschäftigte und kurz vor der Jahrhundertwende sogar 350.
Neue Maschinen waren angeschafft, dazu neue Fertigungsgebäude und ein Maschinenhaus mit einem hohen Schornstein errichtet worden.
Der Schuldendienst für die rasche Expansion führte in der Folge dazu, dass der Hamburger Gläubiger Eigentümer des Betriebes wurde, der danach unter „Gebr. Böhme Co.“ firmierte.
1903 zerstörte ein Schadenfeuer die Fabrik, deren Reste 1907 verkauft wurden an einen dänischen Betreiber aus Kopenhagen, welcher sie in Teilen wieder errichtete und mit etwa 40 Beschäftigten die „Vachelederwerke Ballin GmbH“ betrieb.
Ende des Jahres 1940 wurde der Betrieb in Wilster endgültig eingestellt.

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1920 - St. Margarethen - Festumzug der Ring- oder der Rolandsreiter (SF)

ca. 1920 (geschätzt) St. Margarethen - Festumzug der Ring- oder der Rolandsreiter.
Nach dem alljährlichen Wettkampf geleitet der Festumzug der Ring- oder der Rolandsreiter den dabei ermittelten Sieger, den "König", durch das Dorf.
Neben zahlreichen Zuschauern begleiten fünf Kutschen mit den Honoratioren und Ehren-Damen sowie viele Reiter mit ihrer Standarte den König.
Der "König" ist als solcher gekennzeichnet durch eine über die Brust gespannte Schärpe.
Nahezu alle der auf dem Foto abgebildeten männlichen Personen, Reiter, Honoratioren, Kutscher, Zuschauer und Knaben tragen Kopfbedeckungen, Reiterkappen, Mützen, Hüte und zwei der Kutscher und die Honoratioren sogar jeweils einen Zylinderhut.
Neben dem auch heute noch in der Wilstermarsch betriebenen Ringreiten war dort früher auch das Rolandreiten ein beliebter Pferdesport.
Der Roland war eine bemalte menschenähnliche Holzfigur, welcher drehbar auf einem Pflock befestigt ist.
Der nahe an der hölzernen Figur vorbei reitende Reiter mußte mit einer kurzen Lanze den am rechten Arm des Roland befestigten Schild treffen und ihn so in eine Drehbewegung versetzen. Eine besondere Herausforderung für den Reiter war, daß er so schnell reiten mußte, um nicht von dem am linken Arm des sich drehenden Roland befestigten und mit Asche oder Kreide gefüllten Sack getroffen zu werden.
Leider wird das alte Brauchtum seit Jahrzehnten in der Wilstermarsch nicht mehr ausgeübt, obwohl es zumindest für die Zuschauer attraktiver als das Ringreiten ist.
In St. Margarethen wurde der sportliche Wettkampf der Reiter im Vorland unmittelbar vor dem Deich betrieben.
In den Jahren vor 1925 borgten sich die St. Margarethener einen Roland aus Eddelak, bis ihnen dann 1922 der Tischler Heinrich Alpen eine eigene Figur fertigte. Leider verbrannte der noch zu Beginn der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts in der Wilstermarsch benutzte Roland bei dem Schadenfeuer, welches 1964 den Gasthof Franzenburg in St. Margarethen zerstörte.

Bildrechte: nicht bekannt; sogen. Private Postkarte
Anmerkung: Die vorgestellte Ansichtskarte befindet sich in der Sammlung Karl Kautz, Brokdorf

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1922 - Geschäftspost der Firma J.P.T. Andersen Söhne

1922 Geschäftspost der Firma J.P.T. Andersen Söhne.
Es ist aus heutiger Sicht erstaunlich, wie schlicht vor einhundert Jahren Firmen ihre Geschäftspost erledigten. Mit der offenen Postkarte teilt die Firma Andersen ihrem Geschäftspartner, einer im sächsischen Hartha ansässigen Woll-Spinnerei, eine mit deren Vertreter geschlossene Vereinbarung mit. Es geht dabei um eine Bestellung und im Gegenzug um die Lieferung von Stricklumpen und gegebenenfalls auch Kehrwolle als Ausgangsmaterial für die Wiederverwertung (Recyclingmaterial) in der Woll-Spinnerei.
Eine Transkription des Kartentextes kann in der unten aufrufbaren Datei nachgelesen werden.
Gemäß dem Logo auf der Anschriftsseite der Karte war die Firma J.P.T. Andersen Söhne seinerzeit dem Einkaufsverband Norden angeschlossen.
Im Jahr 1882 hatte sich die bereits Jahrzehnte zuvor schon in Wilster ansässig gewesene Firma Andersen an der Einmündung der Marktstraße (heutige Op de Göten) in den Markt ein Geschäftshaus errichten lassen, sie firmierte seinerzeit als Färberei & Handlung J.P.T. Andersen Söhne; das Gebäude wurde 1912 abgebrochen und an seiner Stelle 1912/13 das noch heute bestehende imposante Gebäude errichtet.

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1876 - Kolonialwaren und Eisenwarenhandlung H. Martens in Wilster

1876 Kolonialwaren und Eisenwarenhandlung H. Martens
Correspondenz-Carte
Nachdem Heinrich Stephan, der Generalpostdirektor des Norddeutschen Bundes, im Jahre 1870 die Postkarte eingeführt hatte, wurde diese gegenüber der Briefpost kostengünstigere Alternative vielfach auch für geschäftliche Korrespondenz von Wilsteraner Firmen genutzt.
Das Geschäft von H. Martens firmierte im Haus Markt 10 und 11 in Wilster, wobei in dem Ladengeschäft außer dem Handel mit Kolonialwaren, Eisenwaren, Stoffen, Kurzwaren, Tabak, Zigarren auch eine Agentur betrieben wurde. Die Geschäftsbeziehungen der Firma reichten offenbar weit über die Wilstermarsch hinaus, denn die Karte ist an die Fürstlich Schwarzenbergischen Resonanzholzfabriken in Maderhäuser bei Winterberg (heutiges Vimperk) in Böhmen adressiert. Resonanzholz wurde für die Herstellung von Musikinstrumenten verwendet. In der Mitteilung wird darum gebeten, eine Summe von sechsundzwanzig Gulden und 23 Kreuzer an Ignaz Flandorffer in Oedenburg, Ungarn, auskehren zu wollen. Bei Ignaz Flandorffer handelte es sich um eine herausragende Persönlichkeit, über welche in der unten aufrufbaren Datei mehr nachgelesen werden kann.
Die Firma H. Martens Nachfolger (Inhaber A. Wilde) bestand noch in den 1930er Jahren; in das Gebäude zog später die „Wilstermarsch Sparkasse“ (spätere Verbandssparkasse, jetzt Sparkasse Westholstein) ein.

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1876 - Zimmerei Reimer Griese - Materialbestellung

1876 Zimmerei Reimer Griese - Materialbestellung
Bestellung von Baumaterialien bei der Holzhandlung Rehder in Lübeck durch den wilsteraner Zimmermeister Reimer Griese, welcher auf dem Helgenland an der Wilsterau in Wilster auch den Bau von hölzernen Fracht-Ewern betrieb.
Reimer Griese ist dort bereits für das Jahr 1861 als Erbauer eines hölzernen Ewers genannt.


Anmerkung: Es handelt sich um eine der ältesten gelaufenen und auf dieser Heimat-Seite vorgestellten Postkarten.
Hinweis: Eine Leseabschrift der mit der Postkarte vorgenommenen Bestellung kann unten aufgerufen werden.

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1898 - Groß-Segler auf der Stör - Hafen in Itzehoe

1898 Großsegler auf der Stör - Hafen in Itzehoe
Die schöne alte lithographische Jugendstil Postkarte zeigt Szenen aus Itzehoe, der Kreisstadt des Kreises Steinburg.
Die Darstellung aus dem Hafen mit den dort liegenden Schiffen verdeutlicht, daß seinerzeit auch Großsegler die Stör von deren Mündung in die Elbe aufwärts bis nach Itzehoe befuhren.
Neben den kleineren Stör-Ewern sind eine Schoner-Bark, eine Brigg sowie ein Gaffel-Schoner abgebildet. Es ist anzunehmen, daß die großen Segler nur mit Schlepper Unterstützung die enge und stark mäandrierende Stör befahren konnten.

Bildrechte: Reinicke & Rubin, Magdeburg

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1916 - Gastwirt Heinrich Schuldt, Dückerstieg

1916 Gastwirt Heinrich Schuldt, Dückerstieg.
Die zeitgenössische handschriftliche Notiz auf der Anschriftenseite der Karte lautet:
H. Schult, Gastwirt, Dükersdick b. Wilster, Holstein
Es ist anzunehmen, dass die Beschriftung von einem Kameraden des im I. Weltkrieg als Soldat seinen Dienst verrichtenden Heinrich Schuldt vorgenommen wurde, dem die zutreffende Schreibweisen der Namen nicht geläufig waren.
Das Gasthaus "Zum Dückerstieg" in Neuendorf-Sachsenbande gehörte zu den vielen früher an den Landstraßen gelegenen Krügen mit Ausspann, die den Fuhrleuten Möglichkeiten zur Rast und zur Versorgung der Gespanne boten. Das "Zum Dückerstieg" gehört heute zu den wenigen noch betriebenen ländlichen Gasthäusern, die vor Jahrzehnten in den Dörfern der Wilstermarsch noch zahlreich vorhanden waren; er erfreut sich heute eines ganz ausgezeichneten Rufes. Einer der Nachfolger des Gastwirtes Heinrich Schuldt war Otto Prüß, dessen Nachkommen heute das Haus sehr erfolgreich bewirtschaften. Der auch für die Örtlichkeit verwendete Name Dückerstieg - früher auch: Dükerstieg - verweist offenbar auf eine dort einmal vorhanden gewesene Brücke über die Wilsterau (dort verlief vom Goldbogen kommend früher die Wilsterau); vgl. lat. ducere = führen; eine Überführung (Brücke) oder Unterführung (Düker). Ein ähnlicher Name mit vergleichbarer Bedeutung findet sich auch für den heute noch an der Wilsterau gelegenen Nortorfer Ortsteil Duckunder (manchmal auch: Dukunder), wo ebenfalls ein Gasthof betrieben wurde.

Bildrechte: nicht bekannt, sogen. Private Postkarte

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1929 - Schankwirtschaft, Bäckerei und Café von Carsten Mahn

1929 Schankwirtschaft, Bäckerei und Café von Carsten Mahn in Wewelsfleth.
Charakteristisch für viele Gebäude in Wewelsfleth der damaligen Zeit ist das gestuft verbretterte und leicht nach vorne geneigte Giebeldreieck des Hauses. Die alten Häuser waren von ihren seinerzeitigen Erbauern häufig ganz bewusst mit nach vorn geneigten Giebeln ausgestattet worden. Dieses hat den Vorteil, dass sowohl der Hauseingang als auch das Mauerwerk besser vor der Witterung geschützt sind. Das war angesichts der damaligen Konservierungsmöglichkeiten ein wichtiger Umstand. Das Giebeldreieck selbst war zumeist lediglich mehrstufig verbrettert. Der nach vorne geneigte Giebel hatte überdies den Vorteil, dass bei Vorhandensein von im Giebeldreieck angeordneten Bodenluken die mittels Rollen bzw. Flaschenzug aufzuziehenden Lasten von der Hauswand frei waren.
Auf der dem Betrieb von Carsten Mahn gegenüber liegenden Straßenseite befand sich der Gasthof Wiebensohn. Über ein amüsantes Geschehnis zwischen den beiden benachbarten Wirte berichtet in plattdeutscher Sprache ein schönes Gedicht, welches mit der Datei unten aufgerufen werden kann.
Die Störkringelbäckerei von Carsten Mahn erinnern an die Störkringel – eine legendäre Spezialität aus Wewelsfleth, die lange Zeit eine Haupteinnahmequelle für das Dorf war. Störkringel sind kleine gesottene und gebackene Brezeln aus Mehl, Wasser, Rübensirup und Anis. Die auf Schnüren zu jeweils 60 Stück zum sogenannten „Busch“ aufgezogen Störkringel dienten schon im siebzehnten Jahrhundert den Schiffern und Seeleuten als Dauerproviant. Sie wurden um 1800 allein in Wewelsfleth von 8 Bäckereien insbesondere für Schiffer und Walfänger aus Hamburg und von der Niederelbe gefertigt. Nach dem bekanntesten Ort ihrer Herstellung wurden sie Störkringel genannt.

Bildrechte: nicht bekannt; sogen. Private Postkarte

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1902 - Tracht der Wilstermarsch 1902 Altes Bauernpaar a

1902 Tracht der Wilstermarsch, Altes Bauernpaar
Eine typische Jugendstil-Postkarte.
Wie in allen deutschen Gebieten herrschte in früheren Zeiten auch bei den Menschen in der Stadt Wilster und der Wilstermarsch hinsichtlich der Bekleidung eine bestimmte Form – die Tracht – vor, die an Sonntagen, bei geselligen Veranstaltungen und auch bei besonderen Anlässen im Jahresverlauf getragen wurde; sie hielt sich auf dem Lande länger als in der Stadt, wurde aber nach Beginn des 19ten Jahrhunderts nur noch selten getragen.
Der seinerzeit sehr rührige Heimatverein für die Wilstermarsch machte sich vor einhundert Jahren sehr verdient um die Bewahrung alten Brauchtums.

Bildrechte: Verlag von Carl Kuskop, Photograph, Wilster

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Tracht der Wilstermarsch 1902

1902 Tracht der Wilstermarsch
Eine typische Jugendstil-Postkarte.
Wie in allen deutschen Gebieten herrschte auch bei den Menschen in der Stadt Wilster und der Wilstermarsch hinsichtlich der Bekleidung eine bestimmte Form – die Tracht – vor, die an Sonntagen, bei geselligen Veranstaltungen und auch bei besonderen Anlässen im Jahresverlauf getragen wurde;
sie hielt sich auf dem Lande länger als in der Stadt, wurde aber nach Beginn des 19ten Jahrhunderts nur noch selten getragen.

Bildrechte: Verlag von Carl Kuskop, Photograph, Wilster

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1960 - Radierung: Mündung der Stör und Störort

1960 Radierung: Mündung der Stör und Störort
Der im unbedeichten Wewelsflether Außendeich gelegene Störort war Jahrhunderte lang ein abgelegener Winkel, in welchem auf hohen Warften an der Mündung der Stör drei Gebäude standen.
Die Häuser mußten Ende der 1960er Jahre dem im Jahre 1971 begonnenen und 1975 vollendeten Bau des Stör-Sperrwerks weichen.
Die beeindruckende und einsame Lage des auf der am weitesten vorgeschobenen Warft stehenden Hauses, eine ehemalige Zollstation, wurde besonders deutlich bei einem Blick vom linksseitigen Ufer der Stör.
Im Vordergrund liegt im sogenannten Ivenflether Fährpriel das Ruderboot eines Anglers, welcher nach Aalen pöddert. Das Pöddern war lange Zeit eine sowohl beliebte als auch einfache Methode, um den begehrten Speisefisch zu fangen. Die durch die Fangmethode absolut unversehrt bleibenden Aale konnten dann in einem im Wasser verwahrten und durchströmten Hüttfass (Hälterungsgefäß) längere Zeit gehältert werden, bis die gewünschte Anzahl an Fischen beisammen war.

Die Radierung wurde gefertigt von Hermann Wehrmann (* 18.07.1897 Hamburg, + 05.10.1977 Glückstadt)
Der lange Zeit in Glückstadt wohnhafte Künstler schuf seine Werke im Stil des Expressionismus. Er machte sich einen über die Region ausgreifenden Namen als Kunstmaler, Grafiker und Restaurator. Seine vielfach maritimen Motive fand er zumeist in der norddeutschen Landschaft, insbesondere an der Westküste Schleswig-Holsteins.
Das Motiv der Störmündung wurde von dem Künstler mehrmals genutzt, so auch bei dem ergänzend vorgestellten Ölbild (49 cm x 69 cm; Ölfarbe auf Malkarton)

Anmerkung: Die Störmündung ist aus nahezu identischer Perspektive fotografisch festgehalten in der ergänzend vorgestellten Postkarte (Bild 3)
Bildrechte: Hans Martens, Krempe

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1903 - alter Wilsteraner Hafen am Rosengarten

1903 alter Wilsteraner Hafen am Rosengarten
Die schöne und im Jugendstil gestaltete Postkarte zeigt
den alten Wilsteraner Hafen am Rosengarten.
Der Fracht-Ewer „Germania“ aus Hochdonn hat am Quai festgemacht.
Rechts der Anfang der 1960er abgebrochene hohe Fachwerk-Speicher der Bäckerei von August Kühl.
Im Hintergrund überquert die Rosengarten-Brücke im Zuge des Fußweges von der Deichstraße zur Neustadt das Gewässer.
In dem Gebäude links wurde seinerzeit ein Fahrrad-Handel betrieben – vorher waren hier die Geschäftsräume des frühen Wilsteraner Photographen Hans-Peter Mohr (* ca. 1827 † 26.07.1910).
Die Karte ist mit einem Wappen verziert, welches an dasjenige der Stadt Wilster erinnert. Es weist allerdings heraldische Merkwürdigkeiten auf. Zum einen schwimmt der Fisch nach links (heraldisch vom Schildträger aus betrachtet), was falsch ist, denn der Fisch im Wilsteraner Wappen schwimmt nach rechts. Zum anderen weist der Schild im holsteinischen Nesselblatt hier eine fünfblättrige Rose auf (eine solche wurde im 13ten Jahrhundert durch Vererbung von Holte (Schloß Holte bei Dinslaken) durch Erbtochter Mechtild von Holte auf die Burggrafen von Arenberg übertragen) und ist in dem hier dargestellten Zusammenhang wohl der Phantasie des Photographen entsprungen.

Bildrechte: Verlag Knackstedt & Näther, Hamburg

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